19.12.2011, 09:15

Steffen Zellfelder

Stiller Siegeszug

ARM-Prozessoren - das Aus für klassische Intel- und AMD-CPUs?

Mit der ARM-Lizenz kocht jeder sein eigenes Süppchen: Chips verschiedener Hersteller mit ARM-Kern. ©Qualcomm, Nvidia, Texas Instruments, Apple

Sie sind klein, leise und bilden das das Herzstück vieler Smartphones und Tablets: ARM-Prozessoren. Die winzigen Rechenknechte betreiben Unterhaltungselektronik, stecken in Video- und Foto-Kameras. Außerdem haben sie schon manch einem das Leben gerettet, denn ohne ARM-CPUs würde in manchem Auto das ABS nicht funktionieren. Trotzdem hört man von den ARM-Multitalenten recht wenig, denn Sie werden nicht wie klassische CPUs vertrieben oder beworben.
Schnell, schneller, am schnellsten - so in etwa kann man die Maxime der klassischen Prozessoren von Intel und AMD zusammenfassen. Bei jeder neuen Chip-Generation geht es den CPU-Giganten hauptsächlich um eines: mehr Leistung. Stromverbrauch und Wärmeentwicklung spielten zwar - besonders in jüngerer Zeit - auch immer eine Rolle, aber eine eher untergeordnete. Da wundert es nicht, dass aktuelle Desktop-CPUs immer noch 130 Watt verschlingen und auf klobige Aktiv-Kühler angewiesen sind.
Würden Desktop-CPUs von Intel oder AMD in Smartphones stecken, der Akku wäre vermutlich leer, bevor Sie Ihr erstes Telefonat beenden. Dafür würde das Gerät aber so heiß werden, dass Sie damit ein Spiegelei braten könnten. Mit der immer stärkeren Verbreitung mobiler Geräte werden Energieeffizienz und eine möglichst geringe Wärmeentwicklung immer wichtiger.
ARM-CPUs stecken in vielen elektronischen Geräten
Genau hier glänzt die ARM-Architektur: Dank der geringen Leistungsaufnahme der ARM-Prozessoren finden sie Verwendung auf den Motherboards von Mobiltelefonen, Routern, PDAs, Smartphones, Set-Top-Boxen, Druckern, tragbaren Spielekonsolen und vielen weiteren Geräten. 25 Milliarden ARM-Chips sollen schon hergestellt worden sein, das wären umgerechnet beinahe vier Stück für jeden Menschen auf der Erde.
Ein Beispiel für die Energieeffizienz aktueller ARM-Chips: Der ARM Cortex A15 mit vier Kernen und zwei Gigahertz Rechentakt kommt völlig ohne Lüfter aus – für eine herkömmliche CPU mit vergleichbarer Leistung würde der Verzicht auf ein ordentliches Gebläse den sicheren Hitzetod bedeuten.
Im Gegensatz zu Intel und AMD produziert ARM („Advanced Risc Machines“) seine Chips nicht selbst. Der Hersteller aus Cambridge in England kümmert sich ausschließlich um die Entwicklung von CPUs und verkauft dann Lizenzen der „Bauanleitungen“. Einige wenige ARM-Kunden, zu denen auch Intel gehört, dürfen an den Konstruktionsplänen eigene Änderungen vornehmen, um die Chips noch besser auf spezielle Anforderungen anzupassen. Apple, Nvidia, Nintendo, Motorola, HP und Samsung zählen neben vielen anderen zu den Großkunden von ARM.
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