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Steuer 2015: Die Online-Programme

12.03.2015 | 08:30 Uhr |

Durchschnittlich 900 Euro holen sich Bürger jährlich über eine Steuererklärung vom Finanzamt zurück. Mit einer Steuersoftware geht das mittlerweile auch recht zuverlässig ohne Steuerberater. Wir haben zwölf Programme getestet, sechs Online-Varianten und sechs Box-Versionen. Heute stellen wir die Online-Versionen vor.

Es ist gar nicht so schwierig, die Einkommensteuererklärung pünktlich bis zum 31. Mai beim Finanzamt einzureichen, um sich etwas Geld vom Finanzamt zurückzuholen. Man benötigt lediglich eines der inzwischen überaus leistungsfähigen Steuerprogramme, die selbst die komplexesten Steuersachverhalte Schritt für Schritt mit entsprechenden Erklärungen über verständliche Eingabemasken abfragen.

Wir haben uns die Programme anhand eines Musterfalls angesehen. Neben der Rechengenauigkeit beurteilen wir sie nach ihrer Bedienbarkeit, nach sinnvollen Hilfefunktionen und Unterstützung bei der Anwendung des neuen Reisekostenrechts.

Der Markt für Steuer-Software wird im Wesentlichen von den drei großen Anbietern Akademische Arbeitsgemeinschaft, Buhl Data Service und Haufe-Lexware dominiert. In ihrem jeweiligen Produktsortiment findet man alle erdenklichen Programmvarianten vom Low-cost-Segment bis zur Premiumausstattung. Die tatsächlichen Leistungsunterschiede kann man an den zusätzlichen Ausstattungsdetails wie einem gedruckten Steuerratgeber oder am Umfang der unterstützten Steuerfallsituationen festmachen.

Online-Dienste versprechen gegenüber den Software-Varianten einige Vorteile. Sie lassen sich quasi sofort ohne separate Installation auf jedem PC oder Tablet ausführen. Insofern gehört den Web-Diensten sicherlich die Zukunft, denn bei einer Steuererklärung möchte man kaum noch viele Megabyte an Software auf die Festplatte spielen, wenn man lediglich einmal im Jahr diese Anwendung tatsächlich benötigt.

Allerdings muss man im Vergleich zu Software doch noch einige Abstriche im Leistungsumfang oder Komfort hinnehmen. Video-Steuertipps oder ergänzende Rechenhilfen sind in der Regel spartanischer, und statt gedruckter Steuerratgeber erhält man im Idealfall lediglich Zugriff auf Online-Bibliotheken mit Steuertipps.

Sie nutzen lieber stationäre Software auf Ihrem Rechner?

Das "Wiso SteuerSparbuch" gehört zu den beliebtesten Steuerprogrammen auf dem Deutschen Markt.
© Buhl

Im PC-WELT Software Shop finden Sie eine große Auswahl von Steuerprogrammen führender Hersteller. Sämtliche Software ist aktuell stark rabattiert. So erhalten das " Wiso SteuerSparbuch 2015" aktuell für 22,- Euro anstat für reguläre 39,99.

Runterladen und sofort loslegen: Also Kunde des PC-WELT Software Shops können Sie das Programm sofort nach Bezahlung mit Kreditkarte oder via PayPal nutzen. Direkt nach der Zahlung erhalten Sie von uns den Downloadlink und Ihren persönlichen Lizenzschlüssel.

Doch die Online-Dienste werden von Jahr zu Jahr leistungsfähiger und locken über ihren günstigen Preis. Zudem verschwimmen langsam, aber sicher die Grenzen zwischen der klassischen Offline- und Online-Welt. In der Zukunft wird man seine Steuererklärung abwechselnd in der Cloud und auf dem heimischen Rechner erstellen. Die damit einhergehenden Risiken wie Hacker-Angriffe oder Datenschutzverstöße für Marketing-Auswertungen muss zunächst jeder für sich selbst bewerten.

So testet PC-WELT: Unser Musterfall

Um die Rechengenauigkeit und die Bedienerführung der einzelnen Testkandidaten zu prüfen, haben wir die Steuerschuld für einen alleinstehenden Steuerpflichtigen mit nachstehenden Rahmendaten berechnet. Hierbei haben wir besonderes Augenmerk darauf gelegt, wie gut die Handhabung der einzelnen Anwendungen ist, um den Steuerpflichtigen bei der Eingabe seiner Daten schnell zum richtigen Ergebnis zu führen.

Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit

Bruttogehalt

€ 85.000,00

Einkommensteuer

€ 23.570,00

Solidaritätszuschlag

€ 1.296,35

Arbeitnehmeranteil zur gesetzlichen Rentenversicherung

€ 6.747,30

Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Rentenversicherung

€ 6.747,30

Steuerfreie Arbeitgeberzuschüsse zur Kranken- und Pflegeversicherung

€ 4.045,92

Arbeitnehmerbeiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung

€ 7.533,00

Arbeitnehmerbeiträge zur sozialen Pflegeversicherung

€ 1.117,80

Arbeitnehmerbeiträge zur Arbeitslosenversicherung

€ 1.071,00

Werbungskosten

Arbeitsmittel

€ 135,00

Arbeitsweg

30 km an 220 Tagen

Verpflegungsmehraufwand

€ 360,00

Kontoführungspauschale

€ 16,00

Einkünfte aus selbstständiger Arbeit

gemäß Einnahmen-/Überschussrechnung

€ 700,00

Einkünfte aus Kapitalvermögen

Kapitalerträge

€ 2.500,00

In Anspruch genommener Sparer-Pauschbetrag

€ 0,00

Kapitalertragsteuer

€ 625,00

Solidaritätszuschlag

€ 34,37

Lohnsteuer kompakt: Rechenfehler bei Kirchensteuer

Lohnsteuer kompakt: Übersichtliche und intuitive Bedienerführung, optimiert für Desktop-PCs, aber auch gut nutzbar auf Tablets
Vergrößern Lohnsteuer kompakt: Übersichtliche und intuitive Bedienerführung, optimiert für Desktop-PCs, aber auch gut nutzbar auf Tablets
© Rainer Wolff

Die Online-Steuererklärung Lohnsteuer kompakt gibt es in drei Preisklassen, die sich im Leistungsumfang wie dem zusätzlichen Steuerbescheid-Prüfer oder der Abgabe beliebig vieler Steuererklärungen voneinander abgrenzen. Die Anwendung deckt eine weite Spanne steuerlicher Sachverhalte ab, ist aber beispielsweise für die Erklärung von Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft oder die Erstellung der Anlage EÜR nicht vorgesehen.

Die Bedienerführung ist übersichtlich und intuitiv aufgebaut. Die meisten Eingabefelder verfügen über zusätzliche Hilfetexte, zudem erhält man durch Eingabe eines Begriffs in der Suchfunktion die entsprechende Hilfestellung. Ein Benutzerhandbuch steht ebenfalls zur Verfügung. Irritierend: Das Handbuch bezeichnet die Anwendung überwiegend mit dem Namen des Schwesterprogramms Steuer Go aus dem gleichen Hause.

Dateneingaben werden direkt geprüft, um Berechnungsfehler oder fehlende Angaben möglichst unmittelbar zu reklamieren. Die Besonderheiten des neuen Reisekostenrechts wurden in der Anwendung gut umgesetzt. Die Übermittlung der Steuererklärung erfolgt wahlweise als Papierausdruck per Post oder elektronisch per Elster mit nachgelagerter postalischer Unterschriftsleistung an das Finanzamt.

Lohnsteuer kompakt wurde zwar für die Nutzung auf Desktop-Rechnern optimiert, lässt sich aber auch gut auf Tablets bedienen.

Die in unserem Test errechnete Rückerstattung von 589,75 Euro weicht erheblich vom Idealergebnis 616,12 Euro ab. Dies resultiert aus einer fehlerhaften Berechnung von Kirchensteuer nach §32d Abs. 1EStG bei Kapitalerträgen, obwohl in unserem Musterfall keine Kirchensteuerpflicht besteht.

Lohnsteuer kompakt kostet 15 Euro.

Smartsteuer: Viele Tipps im Steuer-Blog

Smartsteuer: Die Interview-Technik löst den Nutzer komplett von den typischen Finanzamtsformularen und lehnt den Eingabeprozess vielmehr an die Lebenswelt eines Steuerpflichtigen an.
Vergrößern Smartsteuer: Die Interview-Technik löst den Nutzer komplett von den typischen Finanzamtsformularen und lehnt den Eingabeprozess vielmehr an die Lebenswelt eines Steuerpflichtigen an.
© Rainer Wolff

Der Web-Dienst Smartsteuer wird in zwei Ausstattungs- und Preisvarianten angeboten, die sich in erster Linie im Leistungsumfang für gewerbliche Nutzer wie der Anlage EÜR oder der Übernahme von Daten aus einer externen Buchhaltung voneinander abgrenzen.

Die Anwendung glänzt mit einer hervorragenden Bedienerführung, die eine dezente Farbgestaltung und einen stark strukturierten Erfassungsprozess beinhaltet. Die Interview-Technik löst den Nutzer hierbei komplett von den typischen Finanzamtsformularen und lehnt den Eingabeprozess vielmehr an die Lebenswelt eines Steuerpflichtigen an. Zu den meisten Eingabefeldern werden Hilfetexte angeboten.

Nette Funktion: Mit Hilfe von Google Maps kann man den Weg zur Arbeit berechnen. Das neue Reisekostenrecht wurde zufriedenstellend umgesetzt. Die Berechnung der Steuerschuld ist immer sichtbar und zentral positioniert.

Was stört: Die Anwendung reagiert teilweise relativ träge, weil das Nachladen und der Aufbau neuer Seiten immer mal wieder viel Zeit in Anspruch nimmt. Positiv: Smartsteuer legt viel Wert auf Datensicherheit und ist vom TÜV Rheinland zertifiziert.

Die vorausgefüllte Steuererklärung wird nicht unterstützt. Dafür wird der Nutzer mit dem Abruf der Bescheid-Daten entschädigt, um die Berechnung des Finanzamts zu kontrollieren. Sollte man einen Fehler des Finanzamts entdecken, kann man auf zahlreiche Musterbriefe und Vorlagen zurückgreifen. Als nützlich erweist sich der Steuer-Blog mit Artikeln und Steuertipps für Anfänger und Fortgeschrittene.

In unserem Musterfall kommt Smartsteuer auf den richtigen Rückerstattungsbetrag von 616,12 Euro.

Smartsteuer kostet 15 Euro.

Steuerfuchs: Altbackene Bedienerführung

Steuerfuchs: Die Anwendung deckt nahezu alle denkbaren Steuersituationen ab. Der Eingabeprozess erfolgt zwar strukturiert, es fehlt jedoch an kontextsensitiven Eingabehilfen oder Steuertipps.
Vergrößern Steuerfuchs: Die Anwendung deckt nahezu alle denkbaren Steuersituationen ab. Der Eingabeprozess erfolgt zwar strukturiert, es fehlt jedoch an kontextsensitiven Eingabehilfen oder Steuertipps.
© Rainer Wolff

Der Steuerfuchs ist eine der dienstältesten Online-Steuererklärungen für PC, Mac oder Tablets. Die Anwendung deckt nahezu alle denkbaren Steuersituationen ab. Lediglich einige wenige Spezialsachverhalte wie Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft oder Erträge aus Beteiligungen kann der Steuerfuchs nicht bearbeiten.

Die fachlichen Anpassungen an die aktuelle Steuergesetzgebung werden durch eine Kooperation mit dem etablierten Steuerportal Steuerrat24 gewährleistet. Somit kann man dem Steuerfuchs eine gute Umsetzung des neuen Reisekostenrechts bescheinigen. Eventuelle Beitragsrückerstattungen von Krankenkassen berücksichtigt das Programm relativ einfach bei der Erfassung der Vorsorgeaufwendungen. Komfortabel wäre, wenn Steuerfuchs die Kontoführungspauschale von 16 Euro bereits im Eingabefeld eintragen würde.

Funktionelle Weiterentwicklungen kann das Programm nicht vorweisen. So werden weder die vorausgefüllte Steuererklärung noch der Abruf der Bescheid-Daten unterstützt. Dafür bietet die Anwendung drei Abgabevarianten, darunter die elektronische Übermittlung mit postalischer Einreichung der unterschriebenen Papierdokumente. Außerdem ermöglicht Steuerfuchs die rechtswirksame Übertragung mit digitaler Unterschrift, sofern man sich zuvor im Online-Portal von Elster registriert hat. Auf Basis eines Mandats signiert das Programm die elektronische Einreichung, wenn man hierzu eine bilaterale Datenübermittlungsvereinbarung abgeschlossen hat.

Der Eingabeprozess erfolgt zwar strukturiert, es fehlt jedoch an kontextsensitiven Eingabehilfen oder Steuertipps. Die Bedienerführung hat sich in den letzten Jahren nicht weiterentwickelt und verbreitet den langweiligen Charme der Original-Steuerformulare. Die berechnete Steuerschuld wird nicht laufend eingeblendet.

Die ermittelte Rückzahlung von 614,27 Euro erklärt sich aus Rundungsdifferenzen bei der Ermittlung der Vorsorgeaufwendungen und bei der Berechnung der Kapitalertragsteuer bei den Einkünften aus Kapitalvermögen.

Steuerfuchs kostet 15 Euro.

Steuer Go: Hilfe per Mail und Chat

Steuer Go: Überzeugt durch Mehrsprachenfähigkeit und bietet eine persönliche Hilfe per Mail oder Chat wochentags von 9 bis 17 Uhr.
Vergrößern Steuer Go: Überzeugt durch Mehrsprachenfähigkeit und bietet eine persönliche Hilfe per Mail oder Chat wochentags von 9 bis 17 Uhr.
© Rainer Wolff

Die Web-Anwendung Steuer Go überzeugt durch Mehrsprachenfähigkeit. Wer nicht mit Deutsch als Muttersprache groß geworden ist und Schwierigkeiten mit dem steuerlichen Vokabular hat, kann als Alternative auf die englische oder polnische Programmsprache ausweichen.

Die angenehme und strukturierte Bedienerführung gewährleistet eine flüssige Handhabung und ist für Tablet-Nutzer konzipiert. Ein Benutzerhandbuch ist verfügbar. Sonstige Hilfestellungen sind eher eingeschränkt, dafür bietet Steuer Go eine persönliche Hilfe per Mail oder Chat wochentags von 9 bis 17 Uhr.

Man kann die Steuerdaten aus den Vorjahresdaten jeder beliebigen Steuererklärung übernehmen, wenn man ein PDF aus der komprimierten Steuererklärung erstellt. Die Abgabe der Steuererklärung erfolgt entweder in Papierform oder elektronisch per Elster durch Übermittlung der Steuerdaten ans Finanzamt, man muss dann aber trotzdem noch eine komprimierte Steuererklärung unterschrieben an das Finanzamt senden.

Die vorausgefüllte Steuererklärung unterstützt Steuer Go nicht. Dafür kann man seinen Steuerbescheid elektronisch über Elster abholen und mit der Vorausberechnung von Steuer Go vergleichen. Stellt man nennenswerte Abweichungen fest, bietet das Programm eine Fülle von Tipps und Vorlagen für das Einlegen von Einsprüchen beim Finanzamt.

Bei unserem Musterfall kommt Steuer Go auf eine Rückzahlung von 589,75 Euro, weil rechnerisch für die Kapitalerträge eine nicht vorhandene Kirchensteuerpflicht unterstellt wird.

Steuer Go kostet 25 Euro.

Taxango: Auch für Berufsanfänger gut geeignet

Taxango: Großes Plus ist der angenehme und einfache Datenerfassungsprozess, der mit Hilfe eines strukturierten Fragekatalogs schnell erledigt ist. Ausführlichere Hilfefunktionen sucht man vergeblich.
Vergrößern Taxango: Großes Plus ist der angenehme und einfache Datenerfassungsprozess, der mit Hilfe eines strukturierten Fragekatalogs schnell erledigt ist. Ausführlichere Hilfefunktionen sucht man vergeblich.
© Rainer Wolff

Den Online-Dienst Taxango kann man als das kleine Ziehkind von Buhl Data bezeichnen. Nicht nur optisch, sondern auch im Leistungsumfang und in der Sprache setzt der Hersteller auf einen deutlichen Gegenpol zu seinen Profi-Anwendungen. Taxango richtet sich an Berufseinsteiger, Arbeiter oder Angestellte, die beispielsweise keine Mieteinnahmen oder Einkünfte aus Kapitalvermögen haben. Wenn man sich also für Taxango entscheidet, sollten die Einkünfte aus Kapitalvermögen in jedem Fall durch den Freistellungauftrag abgedeckt sein.

Gewöhnungsbedürftig: Die Anwendung begrüßt den Nutzer von der ersten Sekunde an mit einem freundschaftlichen „Du“. Großes Plus von Taxango ist der angenehme und einfache Datenerfassungsprozess, der mit Hilfe eines strukturierten Fragekatalogs schnell erledigt ist. Ausführlichere Hilfefunktionen sucht man vergeblich.

Taxango ermöglicht die Überprüfung der Bescheid-Daten, unterstützt jedoch nicht die vorausgefüllte Steuererklärung. Das neue Reisekostenrecht wurde nur eingeschränkt umgesetzt. Eine Unterscheidung der Verpflegungspauschalen je nach Grad der Abwesenheit ist nicht möglich. Die Übermittlung der Steuererklärung an das Finanzamt erfolgt online via Elster, die Autorisierung erfolgt nachgelagert und postalisch mittels Unterschrift auf der komprimierten Steuererklärung.

In unserem Musterfall weist Taxango einen völlig abweichenden Erstattungsbetrag von 411,45 Euro aus, was primär auf die nicht erklärten Einkünfte aus Kapitalvermögen zurückzuführen ist.

Taxango kostet 10 Euro.

Wiso Internet Sparbuch: Leistung wie beim Softwarepaket

Wiso Internet Sparbuch: Der Leistungsumfang des Online-Dienstes ist überragend und entspricht der vollen Leistung der Offline-Versionen.
Vergrößern Wiso Internet Sparbuch: Der Leistungsumfang des Online-Dienstes ist überragend und entspricht der vollen Leistung der Offline-Versionen.
© Rainer Wolff

Das Wiso Internet Sparbuch fällt unter den klassischen Online-Steuererklärungen etwas aus dem Rahmen, weil es mit Hilfe eines Java-Applets eine Citrix-Server-Verbindung aufbaut. Diese technische Ausgangsbasis zieht eine in den Reaktionen etwas träge ablaufende Oberfläche nach sich, wobei das Look-and-Feel mit der Offline-Variante absolut übereinstimmt.

Eine Nutzung der Anwendung unter Windows und Linux ist möglich. Für den Mac ist die Anwendung offiziell nicht freigegeben, jedoch haben wir keine Einschränkungen im Test festgestellt. Auf mobilen Endgeräten wie Smartphones oder Tablets ist die Nutzung nicht möglich.

Der Leistungsumfang des Online-Dienstes ist überragend und entspricht der vollen Leistung der Offline-Versionen aus dem gleichen Hause. Das Internet Sparbuch unterstützt die vorausgefüllte Steuererklärung, mit der man Daten direkt vom Finanzamt in die Steuererklärung übernimmt. Damit muss man nur noch seine individuellen Ausgaben ergänzen und gegebenenfalls Spartipps nutzen, bevor man die Daten an das Finanzamt schickt. Die Abgabe der Steuererklärung kann entweder komplett postalisch, über Elster mit unterschriebener komprimierter Abgabeerklärung oder völlig papierlos über Elster inklusive Autorisierung mit Software-Zertifikat erfolgen. Eine Prüfung der Bescheid-Daten ist ebenfalls möglich.

Spannend bleibt, wie es künftig mit dem Internet Sparbuch weitergeht. Immerhin bietet der Hersteller seit diesem Jahr mit der neuen Web-Anwendung Steuer:Web eine gelungene Verknüpfung zwischen Online- und Offline-Welt an.

In unserem Musterfall kommt das Internet Sparbuch auf den richtigen Rückzahlungsbetrag von 616,12 Euro.

Wiso Internet Sparbuch kostet 35 Euro.

Der Testsieger

Mit einem knappen Vorsprung besteigt Smartsteuer als Testsieger das Siegertreppchen. Die Anwendung verknüpft die gute Bedienerführung mit zahlreichen Eingabehilfen und Steuertipps. Wer mehr Wert auf hervorragenden Leistungsumfang legt, findet mit dem zweitplatzierten Wiso Internet Sparbuch die richtige Lösung.

Eine gute Steuererklärung zeichnet sich dadurch aus, dass sie den Steuerlaien an die Hand nimmt und mit gezielten Fragen ohne großes Fachchinesisch durch die Anwendung zum Ziel führt. Viele Unstimmigkeiten sind in Unkenntnis der steuerlichen Ausgangslage nicht auf Rechenfehler, sondern schlichtweg auf Eingabefehler zurückzuführen. Bei anspruchsvollen Sachverhalten sollte man ohnehin immer auf einen Steuerberater zurückgreifen, der die Steuergesetzgebung besser als ein Steuerprogramm interpretieren kann.

Steuererklärung per Elster einreichen

Die Finanzverwaltung vertrat bisher die Auffassung, dass die Einkommensteuererklärung vom Steuerpflichtigen eigenhändig unterschrieben und abgegeben werden muss. Doch nun hat der Bundesfinanzhof in einem Urteil entschieden, dass eine Einkommensteuererklärung auch per Telefax wirksam beim Finanzamt eingereicht werden kann. Dies ist insbesondere dann von Bedeutung, wenn Abgabefristen eingehalten werden müssen.

Allerdings sollte man sein Glück nicht wirklich von der Anerkennung eines Telefaxes oder von einem höchstrichterlichen Urteil abhängig machen, denn die Finanzbehörden stellen mit Elster ein hauseigenes Bordmittel für die elektronische und fristgerechte Übermittlung der Steuerdaten bereit.

Dazu kann man „Elster Formular“, das kostenlose Steuerprogramm der deutschen Finanzverwaltung, oder aber jedes andere Software-Produkt verwenden, in das die Elster-Schnittstelle integriert ist. Nach wie vor beharrt die Finanzverwaltung jedoch darauf, das Elster-Formular ausschließlich als PC-Programm anzubieten. Mac- oder auch Linux-Anwender schauen in die Röhre oder müssen den Umweg über ein Emulationsprogramm gehen. So verwundert es nicht allzu sehr, dass findige Entwickler diese Marktlücke nun mit nativen, aber kostenpflichtigen Alternativen schließen.

Man kann aber auch auf das Dienstleistungsportal Elster Online ausweichen und dort seine Steuererklärungen und Meldungen mit jedem Internet-Browser unter beliebigen Betriebssystemen online erfassen und abgeben.

Der Vorteil einer elektronischen Steuererklärung ist, dass das Einreichen von Belegen, soweit nicht auf Grund gesetzlicher Vorschriften vorgeschrieben, nur auf Anforderung durch das Finanzamt erforderlich ist. Weiterer Vorteil: Elektronisch eingereichte Steuererklärungen werden in der Regel von den Finanzbehörden auch schneller bearbeitet.

Anleitung: Elektronische Steuererklärung mit Elster Online - so geht’s

Steuerbescheid auf jeden Fall kontrollieren

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Dieses alte Sprichwort sollte man beherzigen, wenn man nach einiger Zeit den Steuerbescheid vom Finanzamt erhält. Denn das Finanzamt macht mehr Fehler als es uns glauben machen will, auch wenn die Fehler natürlich nicht böswillig geschehen, sondern vielmehr der angespannten Arbeitssituation der Finanzbeamten  geschuldet sind.

Die Finanzbehörden ermöglichen einen elektronischen Bescheid-Datenabruf via Elster, wenn man bereits vor der Datenübermittlung seiner Steuererklärung das Einverständnis erteilt hat, dass die Steuerbescheid-Daten elektronisch bereitgestellt werden dürfen. Dann kann man seine Steuerdaten abrufen, sobald der Steuerbescheid in Papierform zugegangen ist. Hat man seine Mail-Adresse angegeben, erhält man bereits vorab eine Benachrichtigung zum Abruf der Bescheid-Daten.

Wichtige Kontrolle: Ist die Steuerrückerstattung durch das Finanzamt geringer ausgefallen als erwartet? Hat das Finanzamt Posten beanstandet und geschah das gegebenenfalls zu Recht?

Diese und darüber hinausgehende Fragestellungen können die Bescheid-Prüfer der Programme beantworten. Ein Bescheid-Prüfer vergleicht den Steuerbescheid mit der eingereichten Steuererklärung und weist auf Differenzen hin. Im Idealfall kann er kompetente Erklärungen und mögliche Gründe liefern. Passend dazu schlägt er gleich ein Einspruchsschreiben anhand der Angaben im individuellen Steuerfall vor.

Nicht immer muss es jedoch gleich ein formeller Widerspruch sein. Manchmal genügt auch ein Anruf, wenn es um einen simplen Zahlendreher geht oder im Steuerbescheid ganz offensichtlich etwas übersehen wurde.

Zum Schluss noch ein paar Steuertipps für 2015

  • Verpflegungsmehraufwand: Arbeitnehmer können für beruflich bedingte Reisen höhere Verpflegungspauschalen ansetzen. Bei mehr als 8 Stunden Abwesenheit von zuhause erkennt das Finanzamt 12 Euro (früher 6 Euro) und bei mehr als 24 Stunden Abwesenheit 24 Euro an. Der An- und Abreisetag einer Dienstreise mit Übernachtung wird mit jeweils 12 Euro steuerlich vergütet.

  • Geschenke vom Arbeitgeber: Sachgeschenke vom Arbeitgeber, die ein Arbeitnehmer zu persönlichen Anlässen wie Geburtstag oder Hochzeit erhält, sind jetzt bis zum Wert von 60 Euro steuerfrei.

  • Rentenbeiträge: Für die Basisvorsorge (beispielsweise Rürup-Rentenverträge) berücksichtigt das Finanzamt nun Rentenbeträge bis zum Höchstbetrag von 22.172 Euro bei Alleinstehenden bzw. 44.344 Euro bei Ehepartnern und eingetragenen Lebenspartnern.

  • Betriebliche Altersversorgung: Arbeitnehmer können jetzt pro Jahr 2.904 Euro, das sind 48 Euro mehr als im Jahr 2014, für eine geförderte Altersversorgung steuer- und sozialabgabenfrei ansparen.

  • Umzug aus beruflichen Gründen: Berufstätige dürfen ab 01.03.2015 für Umzugsauslagen höhere Pauschalen als Werbungskosten absetzen, wenn sie beruflich umziehen. Diese betragen 730 Euro für Alleinstehende (bisher 715 Euro) bzw. 1.460 Euro für Ehepartner und eingetragene Lebenspartner (bisher 1.429 Euro)

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