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Stellungnahme Fujitsu Siemens

Der Hersteller des "Volks-PC", 4MBO, behauptet in seiner Pressemitteilung vom 29.10.2002, das Prüflabor Fujitsu Siemens habe den von der PC-WELT in Auftrag gegebenen Test des "Volks-PC" nicht der Norm entsprechend durchgeführt. Heinz Zenkner, Leiter EMV bei Fujitsu Siemens Computers, bestreitet diesen Vorwurf. Seine Stellungnahme drucken wir hier im Wortlaut ab:

"Dem Meldetext der Presseinformation von 4MBO kann ich nicht zustimmen. Wie wir Ihnen schon bei der Auftragsannahme zeigten, sind wir ein von DATECH akkreditiertes Prüflabor, das uns dazu verpflichtet streng normenkonforme und wertungsfreie Prüfungen durchzuführen.

Informationstechnische Einrichtungen wie PCs fallen bezüglich Funkstöreigenschaften in den Anwendungsbereich der Produktnormen EN55022. Für unsere Messungen haben wir die im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften gelistete EN55022:1998 zugrunde gelegt. Diese Norm definiert im Punkt 8.1 die Konfiguration des Prüflings. Folgend aus 8.1 dieser Norm zusammengefasst:

'Verbindungsleitungen müssen an mindestens einen Anschluß einer jeden Schnittstelle des Prüflings angeschlossen werden und wo dies praktikabel ist, muss jede dieser Leitungen mit einem Gerät abgeschlossen werden. Wenn mehrere Schnittstellen der gleichen Art vorhanden sind, kann der Anschluß von zusätzlichen Verbindungsleitungen an den Prüfling erforderlich sein (Anm.: es muss die maximale Emission gesucht und festgehalten werden). Wenn mehrere Schnittstellen des gleichen Typs vorhanden sind, genügt es, an eine davon ein Kabel anzuschließen, vorausgesetzt, dass nachgewiesen werden kann, dass weitere Kabel die Ergebnisse nicht wesentlich verändern würden. Für einen Personalcomputer besteht die Minimalkonfiguration aus den folgenden Geräten, die zusammengeschaltet und gemeinsam gemessen werden:

a) Personalcomputer (Systemunit)

b) Tastatur

c) Bildschirm

d) externe Peripheriegeräte für jeweils zwei verschiedene Arten von erhältlichen E/A-Protokollen (z.B. seriell, parallel)

e) wenn ein Personalcomputer einen eigenen Anschluss für ein Gerät mit speziellem Zweck besitzt (Anm.: USB, SVHS, FBAS....) muss dieses Gerät einen Teil der Minimalkonfiguration bilden.'

Aus der obigen Beschreibung ist zu entnehmen, dass entweder zeit- und kostenaufendige Untersuchungen durchgeführt werden müssen die zeigen, dass eine Teilkonfiguration (z.B. eine anstelle von 2 VGA-Schnittstellen) die Emission nicht wesentlich erhöht, oder dass - wenn diese Untersuchungen nicht durchgeführt werden - eine Vollkonfiguration notwendig ist. In beiden Fällen führt das zur Erfassung des maximalen Störpegels. Anders gesagt: Eine Teilkonfiguration ist nur dann zulässig, wenn sie einen vergleichbar hohen Störpegel verursacht wie die Vollkonfiguration."

Heinz Zenkner, Leiter EMV, VP CC TC, Fujitsu Siemens Computers

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