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Das Web weiß, so Sie sind - dank Foursquare

12.08.2010 | 12:01 Uhr |

Soziale Netzwerke, die auf Ortsdaten basieren, haben Fans und Feinde. Wenn Sie sich zu den Feinden zählen, wird es Zeit, die Seiten zu wechseln. Beispielsweise zu Foursquare.

Hier bin ich, wo bist du?
Es gibt zwei Arten von Menschen. Die eine Art liebt soziale Netzwerke, die auf der Angabe von Aufenthaltsorten basiert - wie Foursquare . Diese Menschen sprechen in einer neuartigen Sprache von "Mayors" und "Badges" und teilen ihre Aufenthaltsorte der ganzen Welt mit.
Die andere Art versucht hartnäckig, solche Services und vor allem ihre Fans zu ignorieren. Doch es wird immer schwieriger, sich der Bewegung zu entziehen; denn automatisch generierte Foursquare-Meldungen überfluten derzeit Twitter und Facebook .

Während Foursquare das beliebteste der Ortsdaten-basierten sozialen Netzwerke ist, benutzen einige Fans auch Mitbewerber wie Gowalla , Loopt , Brightkite , Yelp , Whrrl und Google Latitude . Wenn Sie Ortsdienste meiden oder ihnen gegenüber sogar feindlich eingestellt sind, müssen wir Ihnen hiermit schlechte Neuigkeiten mitteilen: die Chancen stehen übermäßig gut, dass Sie innerhalb kurzer Zeit die Seiten wechseln und selbst ein aktiver Nutzer werden. Warum? Das verraten wir Ihnen gleich. Zuerst wollen wir uns nämlich der Erklärung widmen, wie Foursquare in seinen Grundlagen eigentlich funktioniert.

Zuerst installieren Sie eine App auf Ihrem standorterkennenden Handy. Sobald Sie diese App starten, ortet der Service Ihre derzeitige Position, zumindest mehr oder weniger. Anschließend werden Sie mit einer Auswahl an nahegelegenen Plätzen und Orten konfrontiert, meistens Geschäfte oder öffentliche Gebäude. Wenn Sie sich an einem dieser vorgegebenen Orte befinden, wählen Sie ihn aus; wenn nicht, erstellen Sie Ihre eigene Location.
Von der ausgewählten Position aus machen Sie nun einen sogenannten "Check in". Diese Twitter-artige Meldung informiert dann Ihre Freunde und Bekannte darüber, wo Sie sich gerade aufhalten. Wenn Sie Foursquare zudem mit Ihrem Twitter- und Facebook-Account verknüpft haben, werden entsprechende Nachrichten in Ihrem Feed, beziehungsweise auf Ihrer Pinnwand gepostet.

Der Clou: Welcher Foursquare-Nutzer an einem bestimmten Ort am häufigsten eincheckt, wird zum "Mayor" dieses Platzes ernannt - und andere Nutzer können diesen Status einsehen. Zusätzlich gibt es noch die sogenannten "Merit Badges", also spezielle Auszeichnungen, je nachdem, wo Sie wie oft eingecheckt haben. Zum Beispiel "Gym Rat", wenn Sie sich häufig in Fitnesscentern oder Sportparks herumtreiben.
All das Einchecken, Mayor-Zeugs und der Badges-Kram klingt für Sie ziemlich sinnfrei - oder zumindest wie ein langsames, langweiliges Spiel? Oder denken Sie gar, das Ganze grenzt an unheimliches Stalkern? Stimmt ja auch irgendwo. Doch Foursquare und andere, gleichartige Dienste sind auf dem besten Weg sich in etwas komplett Unwiderstehliches und andersartiges zu entwickeln.

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