Das notorisch gestörte Verhältnis der Redmonder zu offenen Standards könnte indes einige der propagierten Vorzüge des XML-Formats konterkarieren: Die Verwendung einer Standardsyntax reicht nicht aus, wenn anstelle normierter Strukturen damit eigene Notationen und kryptische Codes transportiert werden.
Sie erschweren den Zugang zu den Daten und behindern gängige XML-Tools. Das gilt nicht nur für die genannten Bitmasks, sondern auch für nicht dokumentiertes Verhalten von Office-Applikationen (beispielsweise Attribute der Art "Fußnotenformatierung wie Winword 8" oder "Zeilenumbrüche wie Winword 6"). Immerhin hat der Druck von Anwendern aus dem öffentlichen Sektor dazu geführt, dass Microsoft sein XML-Dateiformat als offenen Standard verabschieden lassen will. Trotz der vielfältigen Einschränkungen und proprietären Eigenheiten entkoppelt es die benutzereigenen Daten weitgehend von den Office-Applikationen.
Die Ironie des mehr oder weniger offenen XML-Formats besteht aber darin, dass es auf absehbare Zeit die geschlossenen Binärdateien als Austauschformat nicht ablösen wird. Viele Anwendungen anderer Anbieter kommen nach jahrelangem Reverse Engineering gut damit zurecht – und wer noch ein altes MS Office im Haus hat, fährt mit .doc und .xls ebenfalls besser.
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