168458

Behördengänge online erledigen

21.10.2008 | 08:55 Uhr |

Viele Menschen erledigen alltägliche Dinge einfach, schnell und effektiv über das Internet. Doch was ist, wenn der Bürger in Kontakt mit dem Staat treten muss? Auch kein Problem: Wir zeigen Ihnen, welche Behördengänge heute schon online möglich sind und was den Bürger in der Zukunft erwartet.

Jeder kennt es: Früh morgens macht man sich auf den Weg zum örtlichen Amt, zieht eine Wartemarke und sitzt ungeduldig in einem trostlosen, überfüllten Wartezimmer; bis endlich die eigene Nummer aufgerufen wird, kann es lange dauern. Oft nur wegen ein paar Änderungen oder einem einfachen Antrag schlägt man sich mit unübersichtlichen Formularen und oft wenig motivierten Mitarbeitern herum. Onlinebanking, Mail, Onlineshopping und das Internet als Informationsquelle – das ist selbstverständlich. Wenn man als Bürger aber in Kontakt mit dem Staat kommt, etwa bei einer Wohnsitzänderung, der Steuererklärung, Gerichtssachen und anderen Anträgen, dann kann es ganz anders kommen.

Behördengänge so einfach wie Onlineshopping?

Es könnte über das Internet so viel einfacher gehen. Erschwert wird der Weg in Richtung virtueller Dienstleitungen im Verwaltungsbereich dadurch, dass diese meistens von Ländern und Kommunen wahrgenommen werden und dadurch viele ähnliche Leistungen auf unterschiedlichen Internetportalen präsentiert werden. Trotzdem hat sich schon viel getan, wie Sie auf den nächsten Seiten lesen können.

www.bund.de

Auf dem zentralen Portal des Bundes finden Sie Informationen zu den Bundesbehörden und dem damit verbundenen Informations- und Serviceangebot – und den Hinweis, dass bald ein neuer Internetauftritt folgt. Dienstleistungen wie Wohnsitzänderung, Gewerbeanmeldung und Ausweisdokumente sind Ländersache – aber für diesen Bereich werden zumindest Links zu den Internetangeboten der 16 Bundesländer aufgelistet. Die Initiative „ BundOnline 2005 “ bündelt die Bemühungen des Bundes, internetfähige Dienstleistungen der Bundesbehörden online zu ermöglichen.

E-Government, was ist denn das?

Begriffe wie E-Government, E-Justice, E-Administration, E-Demokratie und die elektronische Unterschrift haben schon lange Einzug in die Sprache und die öffentliche Diskussion gefunden. Doch kaum einer weiß, was wirklich dahintersteckt und wo solche Begriffe wirklichen Nutzen für den Bürger bringen, der mit staatlichen Institutionen in Kontakt treten muss.

Als E-Government oder E-Administration bezeichnet man die Vereinfachung und Durchführung von Prozessen zur Information, Kommunikation und Transaktion. Nicht nur zwischen Staat und Bürger, sondern auch zwischen Staat und Unternehmen und zwischen verschiedenen staatlichen Institutionen selbst. Informationen, etwa Adressdaten und Öffnungszeiten von Behörden, sind bereits jetzt weitgehend im Internet verfügbar. Auch Kommunikationsmöglichkeiten, also etwa über Mail oder Kontaktformulare Kontakt mit einem Mitarbeiter eines Amts aufzunehmen, finden eine immer weitere Verbreitung in Deutschland. Gerade die Transaktion jedoch, die das meiste Potential bietet, Zeit, Aufwand und Nerven zu sparen, steckt noch eher in den Kinderschuhen. Gemeint ist hier die Möglichkeit, etwa Formulare online auszufüllen und Anträge per Mausklick zu übermitteln.

Die Verwaltungen sind nicht dafür bekannt, Vorreiter bei Innovationen zu sein. So hält sich das Bild dunkler, uneffektiver und bürgerunfreundlicher Amtsstuben, oft auch zu Recht, hartnäckig in vielen Köpfen. Doch auch der liebe Vater Staat hat bereits gelernt. Vielleicht, weil das Internet letztlich viel Potential zur Kostenersparnis bietet, aber auch Vereinfachung, Zeitersparnis und Effektivität dürften im Vordergrund stehen. Das kann den „Kunden“ Bürger freuen, denn es hat sich bereits viel getan. Immerhin wird eine moderne öffentliche Verwaltung einem Land im internationalen Vergleich vielfältige Vorteile bringen.

0 Kommentare zu diesem Artikel
168458