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Spotify und Co. auf der Stereoanlage im Wohnzimmer hören

23.01.2014 | 09:07 Uhr |

Nur ganz wenige Stereoanlagen spielen Musik von Streaming-Diensten direkt ab. PC-WELT erklärt, wie Sie die Songs aus der Wolke trotzdem im Wohnzimmer hören – und das ganz ohne teures Premium-Konto bei einem der Musik-Anbieter.

Das Streamen von Musik aus dem Internet ist bequem. Und doch haben Deezer, Juke, Napster, Rdio, Simfy, Spotify und Wimp den Nachteil , dass das Musikhören auf den PC und mobile Geräte beschränkt ist. Denn auf der Stereoanlage im Wohnzimmer bleiben die Songs aus der Cloud erst einmal ausgesperrt. Bisher beschränkt sich die Kooperation der Hersteller von Hifi- und TV-Anlagen mit den Streaming-Anbietern auf ganz wenige Geräte. In aller Regel listen die Musik-Provider die kompatiblen Modelle wie Spotify auf.

Hinzu kommt, dass zum Hören außerhalb des Rechners stets der mit rund zehn Euro monatlichen Gebühren doppelt so teure Premiumtarif erforderlich ist. Da stellt sich die Frage: Geht es nicht auch einfacher und günstiger?

© iStockphoto.com/Vesnaandjic

Kostenlos & legal online Musik hören, streamen und downloaden. Wir verraten Ihnen, welche Möglichkeiten Sie haben. Besonderes Augenmerk legen wir auf kostenlose Downloads und Streaming-Flatrates: Hier geht es zum Artikel.

Einfache Lösungen haben Nachteile

Doch, es geht, und zwar über ganz unterschiedliche Methoden. Eine simple Variante stellt ein USB-FM-Transmitter für rund 30 Euro dar, der in eine USB-Buchse am PC gesteckt wird und die Songs über eine einstellbare UKW-Frequenz auf das Radio im Wohnzimmer streamt. Ein Video zeigt, wie es funktioniert. Der Nachteil: Die Reichweite der FM-Übertragung beträgt höchstens zehn Meter.

Die gleiche Beschränkung gilt für die Audioübertragung vom Rechner über Bluetooth, also auf Lautsprecher mit integriertem Bluetooth-Empfang (ab ca. 40 Euro) oder sogenannte Bluetooth-Receiver. Solche Receiver wie das Modell F8Z492CW von Belkin für gut 20 Euro verfügen über einen 3,5-Millimeter-Audioausgang, der über ein Line-in-Kabel die Musik auf die Stereoanlage überträgt.

Einfach, aber mit beschränkter Reichweite: Bluetooth-Receiver wie der von Belkin oder FM-Transmitter übertragen die Audiosignale über maximal zehn Meter auf die Stereoanlage.
Vergrößern Einfach, aber mit beschränkter Reichweite: Bluetooth-Receiver wie der von Belkin oder FM-Transmitter übertragen die Audiosignale über maximal zehn Meter auf die Stereoanlage.
© Belkin

Apple Airplay ist deutlich komfortabler

Deutlich weiter reicht Apples proprietäre AirPlay-Technik auf WLAN-Basis, die Musik- und Videoübertragung hat sich zum Quasi-Standard entwickelt. AirPlay streamt Medieninhalte auf die firmeneigenen Geräte Apple TV und Airport Express (jeweils knapp 100 Euro), je nach Modell und verwendetem Ausgang optisch, digital oder analog.

AirPlay beschränkt sich aber nicht auf die Apple-Hardware, sondern läuft auch auf mehreren Hundert kompatiblen Lautsprechersystemen, Docking-Stationen, Receivern und anderen Hifi-Komponenten. AirPlay-Lautsprecher gibt es schon ab 60 Euro , das genügt für die Soundübertragung. Mit 40 Euro noch etwas billiger ist das Set „ Powerline Musik Stream Box Bundle “ von Netgear mit zwei Powerline-Adaptern und AirPlay-Unterstützung.

Hunderte Musiksysteme sind Airplay-kompatibel und unterstützen den Übertragungsstandard von Apple, so auch der mobile Lautsprecher Panasonic SC-AP 01 (ca. 80 Euro).
Vergrößern Hunderte Musiksysteme sind Airplay-kompatibel und unterstützen den Übertragungsstandard von Apple, so auch der mobile Lautsprecher Panasonic SC-AP 01 (ca. 80 Euro).
© Panasonic

Nun überträgt AirPlay nach Installation des AirPort-Dienstprogramms zunächst nur die Inhalte der Musikverwaltung iTunes . Das gilt sowohl für Apple- wie auch für Windows-Rechner. Erst mit einer speziellen Software ist es möglich, sämtliche auf dem PC abgespielten Audiosignale via AirPlay weiterzureichen – das schließt das Streaming von Spotify und Co ein.
 
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Programm Nummer eins dazu ist Airfoil , das als Vollversion 25 US-Dollar oder umgerechnet knapp 19 Euro kostet. Die Demo-Version spielt nur zehn Minuten Musik, danach trüben Störgeräusche den Klanggenuss. Zum Ausprobieren reicht es allemal: Wer überzeugt ist, investiert das Geld in die Lizenz, schließlich lässt sich auf diese Weise Musik mit der günstigeren PC-Variante der Streaming-Dienste im Wohnzimmer hören. Damit spart man jeden Monat rund fünf Euro. Dazu kommen Apps für Android und iOS, die im heimischen WLAN noch mehr Möglichkeiten bieten.

Spotify bietet wie viele andere Streaming-Dienste mehrere Varianten: die teurere Premium-Variante für alle Geräte, die günstigere für den PC – die aber mit Tricks auch auf der Stereoanlage läuft.
Vergrößern Spotify bietet wie viele andere Streaming-Dienste mehrere Varianten: die teurere Premium-Variante für alle Geräte, die günstigere für den PC – die aber mit Tricks auch auf der Stereoanlage läuft.

So geht’s: Installieren Sie Airfoil , starten den PC neu und danach Airfoil. In der Menüleiste des Programms klicken Sie links oben auf „Airfoil“ und im Dropdown-Menü auf „Install Extras -> Install -> Installieren -> Ok“. Damit ist der „System-Audio-Treiber“ installiert, mit dem Airfoil sämtliche Audio-Inhalte vom PC via AirPlay abspielt. Nun starten Sie auf dem PC das Abspielprogramm Ihrer Wahl – z.B. den Spotify-Player – definieren in Airfoil als Profil „System Audio“ und klicken noch auf die beiden Schaltflächen „Computer“ und „AirPort Express“, um die Quelle und das Ausgabegerät zu aktivieren. Schon hören Sie Spotify im Wohnzimmer.

Funktionell gegenüber Airfoil eingeschränkt ist das Tool Wifi2Hifi , das sich auf die mobilen Geräte von Apple beschränkt.
Noch ein Hinweis: Von der bei den Gratisvarianten der Streaming-Dienste angezeigten Bildschirmwerbung bekommen Sie über Airfoil nichts mit. Ab und zu wird die Musik aber durch radioähnliche, gesprochene Werbung unterbrochen, die hören Sie natürlich auch im Wohnzimmer.

Jamcast: DLNA-Server auf dem Windows-PC

Wer keine AirPlay-kompatiblen Geräte besitzt, dafür aber ein Webradio, einen Fernseher mit Netzwerkanschluss (LAN oder WLAN) oder sonst ein DLNA-fähiges Abspielgerät, kann seine Musik vom Windows-PC über eine Server-Software ins Heimnetz streamen.
Das erledigt das Programm Jamcast , bei dessen Installation eine kostenlose Registrierung erforderlich ist. Jamcast richtet am Rechner eine virtuelle Soundkarte ein, die von den anderen DLNA-Geräten im Netzwerk erkannt wird und als Quelle zum Abspielen ausgewählt werden kann. Die Demo-Version läuft 14 Tage, die Vollversion kostet knapp 30 US-Dollar, umgerechnet gut 22 Euro. Die Konfiguration des Servers und der virtuellen Soundkarte ist jedoch deutlich aufwändiger als bei Airfoil, ein Internet-Wiki beschreibt alles ausführlich inklusive Video-Anleitungen .
 
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Schließlich kann man auch über diese Variante ein nicht mehr benötigtes Smartphone per Line-in-Kabel mit zwei Klinkensteckern mit der Stereoanlage im Wohnzimmer verbinden. Eine geeignete Android-App zum Abspielen ist BubbleUPnP, die als nicht eingeschränkte Vollversion 3,50 Euro kostet.

Premium-Streaming günstig auf dem Smartphone

Zum Airplay-Streaming-Tool Airfoil existieren für Android und iOS die Erweiterungs-Apps „ Airfoil Speakers “, die im WLAN-Netz die Musik vom PC auf dem Smartphone abspielen. Damit kann man daheim auch auf dem Handy die Streaming-Dienste hören, ohne die dafür sonst üblichen zehn Euro monatlich für die Premium-Variante zu zahlen. Vielmehr reicht das günstigere PC-Abo oder gegebenenfalls sogar die zeitlich beschränkte Gratisvariante – bei Deezer kann man sogar ein ganzes Jahr kostenlos hören.

In Verbindung mit einem iPhone oder iPod eignet sich die App zudem mit einer Docking-Station für den Musikgenuss ohne Kopfhörer. Android-Smartphones muss man dagegen über ein Audiokabel mit zwei 3,5-mm-Klinkensteckern an die Stereoanlage anschließen.

Bald soll die Android-App XBMC in der Version 13 fertig sein, die auch AirPlay unterstützt. Mit der Fernbedienungs-Apps XBMC Remote lässt sie sich bequem vom Smartphone steuern.
Vergrößern Bald soll die Android-App XBMC in der Version 13 fertig sein, die auch AirPlay unterstützt. Mit der Fernbedienungs-Apps XBMC Remote lässt sie sich bequem vom Smartphone steuern.
© LG/PC-WELT

Auf Android-Geräten unterstützt auch die (nächste) Version 13 der App XBMC AirPlay, allerdings liegt diese bisher nur als Alpha-Version in Form einer manuell zu installierenden APK-Datei . Komfortabel wird die XBMC-App mit der kostenlosen Fernbedienungserweiterung XBMC Remote : Installiert auf dem aktuellen Android-Smartphone steuern Sie damit XBMC auf ausgedienten Zweit-Handy an der Stereoanlage bequem vom Sofa aus.

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