Die Simulationen, die das US-Militär und andere Armeen für die Ausbildung von Piloten, Schiffskapitänen oder für Taktikschulungen einsetzen, sind für die Zwecke der Streitkräfte maßgeschneidert. Mit Unterhaltungssoftware haben sie kaum etwas zu tun; ihr Ziel ist die nüchterne Abbildung realistischer Situationen. Eine besonders brutale Gewaltdarstellung wird dabei sogar als störend betrachtet, da das die Motivation der Soldaten mindern könnte. Vielmehr versucht Militärsoftware, auch zu Propaganda-Zwecken, den Krieg so sauber und kalkulierbar wie möglich darzustellen.
In Spielen steht dagegen einzig die Unterhaltung im Mittelpunkt, weshalb sich die Entwickler vor allem an Hollywood orientieren und weniger an der tatsächlichen Realität, auch wenn sie das gerne zu Werbezwecken groß auf die Verpackungen schreiben. Das Militär hat im Gegensatz dazu wenig Interesse daran, dass sich Soldaten zu ramboartigen Einzelgängern und Individualisten stilisieren, die dann wie in Call of Duty 4 oder Crysis als Ein-Mann-Armee den Krieg gewinnen wollen. Ein weiterer entscheidender Unterschied zwischen Simulationen und Spielen ist die Verwendung von echten Waffen und Fahrzeugkomponenten als Eingabegeräte. Moderne Flugsimulatoren sind gerade deshalb so erfolgreich, weil das Cockpit so detailgetreu wie möglich nachgebaut wird. Das Gleiche gilt für Schießsimulatoren für Panzer und Gewehre.
Das Ziel dabei ist, Soldaten im Umgang mit ihrem Material vertraut zu machen. Mit Computerspielen haben so komplexe Trainingsysteme nur die Virtualität gemeinsam.
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