1601667

Windows 8: "Standard"- Version so gut wie Pro

24.10.2012 | 13:24 Uhr |

Der "Standard"-Version von Windows 8 fehlen einige Features der Pro-Version. Das muss aber nicht so bleiben: Wir zeigen, wie Sie die fehlenden Funktionen nachrüsten.

Kein neues Windows ist komplett: Nach der Installation oder dem Erwerb eines vorinstallierten Systems gilt es immer, eine Reihe von Defiziten zu beseitigen. Das gilt nicht nur für das Standard-Windows 8, sondern auch für die Pro-Edition. In diesem Artikel arbeiten wir mit Ihnen die fehlenden Komponenten ab und komplettieren Windows 8. Wir beginnen mit den Funktionen, die Windows 8 „Standard“ gegenüber der Pro-Edition fehlen. Danach ergänzen wir den Umfang von Windows 8 allgemein. Dabei geht es ausschließlich um systemnahe Funktionen oder unentbehrliche Software. Alle der hier genannten und empfohlenen Programme finden Sie im Internet

Truecrypt für Bitlocker
Die Laufwerksverschlüsselung Bitlocker ist komfortabel. Damit sichern Sie lokale und mobile Festplatten gegen unberechtigte Zugriffe. Rechtsklick auf ein Laufwerk und „Bitlocker aktivieren“ genügt, um den Vorgang zu starten. Wie schon bei den Vorgängerversionen bleibt das Programm aber der Pro-Edition vorbehalten. Truecrypt 7.1a kann Bitlocker vollwertig ersetzen. Wir beschreiben in aller Kürze die normale Bedienung von Truecrypt zum Einrichten von verschlüsselten Containern: Entpacken Sie Truecrypt einfach (überall) dort, wo Sie ihn benötigen (PC, USB-Stick). Dazu verwenden Sie nach Aufruf des „TrueCrypt Setup 7.1“ die Option „Extract“. Zum Erstellen eines Containers starten Sie „Truecrypt Format“, klicken auf „Volumen ➞ Neues Volumen erstellen“ und übernehmen die voreingestellte Option „Eine verschlüsselte Containerdatei erstellen“. Nach „Weiter“ akzeptieren Sie im nächsten Dialog die Voreinstellung „Standard Truecrypt-Volumen“ mit „Weiter“ und wählen danach den Speicherordner und einen frei gewählten Namen für die Containerdatei.

Bitlocker ist bequemer – nach einmaliger Einrichtung bleibt die Microsoft-Verschlüsselung dezent im Hintergrund. Bei Truecrypt müssen Sie mit der Software hantieren, aber die ist frei verfügbar und ebenso sicher.
Vergrößern Bitlocker ist bequemer – nach einmaliger Einrichtung bleibt die Microsoft-Verschlüsselung dezent im Hintergrund. Bei Truecrypt müssen Sie mit der Software hantieren, aber die ist frei verfügbar und ebenso sicher.

Gut zu überlegen ist die „Volumen-Größe“ der Datei, weil sich diese nachträglich nicht mehr ändern lässt. Schätzen Sie die Menge der zu verschlüsselnden Daten großzügig und planen Sie Platz für weitere Daten. Danach geben Sie im Folgedialog ein möglichst sicheres Kennwort ein und klicken im Abschlussdialog auf „Formatieren“. Formatiert wird nur der Truecrypt-Container. Zum Laden von Containern starten Sie Truecrypt.exe. Dort klicken Sie auf „Datei“ und navigieren zur gewünschten Container-Datei. Nach Klick auf „Einbinden“ fordert Truecrypt das Kennwort und lädt dann den Inhalt als neues Laufwerk unter Windows (mit dem Laufwerksbuchstaben, der im oberen Dialogbereich markiert ist). Dieses Laufwerk nutzen Sie ganz normal. Um den Container zu entladen, verwenden Sie im Programmfenster die Schaltflächen „Trennen“ oder „Alle trennen“.

Windows 8: So funktioniert Hybrides Booten

EFS-Verschlüsselung kompensieren
Die EFS-Verschlüsselung (Encrypting File System) ist eine weitere Sicherheitskomponente, die der Pro-Edition vorbehalten bleibt. Die NTFS-eigene Dateiverschlüsselung (unter „Eigenschaften ➞ Erweitert“ jedes Dateiobjekts) entschlüsselt die Dateien nur für den Kontoinhaber – und zwar automatisch. Für jeden Boot-Einbrecher oder Festplattendieb bleiben die EFS-geschützten Dateien unlesbar. Der Packer 7-Zip oder erneut der Spezialist Truecrypt bieten nicht denselben Komfort, aber vergleichbare Sicherheit und den Vorteil der Mobilität. Denn Achtung: Der EFS-Schutz geht automatisch verloren, sobald eine Datei die lokale Festplatte verlässt – als Mail oder Cloud-Upload.

7-Zip zeigt nach dem Markieren eines Dateiobjekts (Datei oder Ordner) und dem Button „Hinzufügen“ die Option „Verschlüsselung“. Nach zweimaliger Eingabe des gewünschten Kennworts erhalten Sie ein gesichertes Archiv. Als „Verfahren“ übernehmen Sie am besten das voreingestellte „AES-256“. Dies bietet die höchste Sicherheit. Wenn Sie als Format ZIP und dabei das voreingestellte Verschlüsselungsverfahren „ZipCrypto“ verwenden, kann dieses Archiv auf jedem Windows ab XP ohne zusätzliche Hilfsmittel entpackt werden – die Kenntnis des Kennworts vorausgesetzt. Die in Windows integrierten ZIP-Ordner unterstützen nämlich Verschlüsselung, ohne diese allerdings selbst anzubieten. Eine weitere Alternative ist die kleine englischsprachige Freeware Boxcryptor 1.3.2 . Es bietet sichere AS-Verschlüsselung inklusive unkenntlicher Dateinamen. Die Bedienung erfolgt per Drag & Drop vom Explorer in das Boxcryptor-Fenster zum Verschlüsseln, aus dem Programm-Fenster zum Windows-Explorer zum Entschlüsseln.

Windows 8: Explorer als Dateimanager

Die Domänen-Anmeldung
Gruppenrichtlinien, Applocker und der Beitritt zur Windows-Domäne – das alles ist nur in Windows 8 Pro enthalten. In großen Firmennetzen sind dies unentbehrliche und sich ergänzende Funktionen, weil nur so die Richtlinien für die Mitarbeiter zentral gesteuert werden können. Diese Funktionen sind nicht nachrüstbar. Aber auf die Firmenserver kommen Sie auch ohne Domänen-Anmeldung und Richtlinien – wenn es der Administrator erlaubt. Es reicht, bei der Serveranmeldung den Domänennamen vor den Usernamen zu stellen – also etwa „Domänenname\Mustermann“. Wenn dieser „Mustermann“ auf dem Server ein Konto und ein Kennwort hat, kommt er auch mit Windows 8 „Standard“ an seine Daten.

0 Kommentare zu diesem Artikel
1601667