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Von XP auf Linux: Die besten Umsteigersysteme

26.06.2014 | 12:24 Uhr |

Mit dem Ableben von Windows XP beginnt für viele Anwender die akute Suche nach Ersatz. Längst nicht jedes Linux eignet sich für Windows-Umsteiger, aber die Auswahl einschlägiger Varianten ist groß genug.

Insgesamt nutzen derzeit etwa 350 Distributionen den Linux-Kernel. Neben zahllosen Debian-Systemen gibt es noch die Slackware- und Red-Hat- sowie die kleineren Arch- und Gentoo-Zweige. Viele Varianten sind aber eng spezialisiert und scheiden als Desktop-System und XP-Ersatz von vornherein aus, viele weitere sind zwar Desktop-tauglich, aber eher ungeeignet für Windows-Umsteiger. Lesen Sie hier, was wir Linux-Einsteigern empfehlen.

Dieser Artikel stammt aus der LinuxWelt 3/2014

So klappt der Umstieg von XP zu Linux, Videoüberwachung mit Raspberry Pi einrichten, das beste Linux für jeden PC - das und mehr finden Sie in der neuen LinuxWelt 3/2014 .

Vorsortierung für XP-Umsteiger

Gentoo- und Arch-basierte Systeme sind Inseln für Linux-Kenner – für Windows-Umsteiger unterm Strich ungeeignet. Bei den Red-Hat-Systemen lassen sich lediglich zwei Distributionen herausheben, die für versiertere Umsteiger in Betracht kommen:

Fedora Linux ist in fast jeder neuen Version (aktuell 20) ein Hingucker mit innovativen Funktionen, aber weder auf Sparsamkeit getrimmt (falls Sie älteres Windows durch neues Linux ersetzen wollen) noch auf Einsteigerfreundlichkeit. Es ist das von Red Hat gesponserte Vorzeigeprojekt für Linux mit dem Fokus auf Aktualität.

Mageia 3: Bislang Exot, hat diese Distribution das Potenzial, zu den „Ubuntus“ aufzuschließen. Besonders gelungen sind die Installation und Systemverwaltung.
Vergrößern Mageia 3: Bislang Exot, hat diese Distribution das Potenzial, zu den „Ubuntus“ aufzuschließen. Besonders gelungen sind die Installation und Systemverwaltung.

Mageia , aktuell in Version 4, gehört ebenfalls zur Red-Hat-Familie. Es ist dort die einzige Variante, die eindeutig auf den Endanwender-Desktop zielt. Der Installationsassistent gehört zum besten, was Linux zu bieten hat, und die Oberfläche ist bei jeder Wahl gelungen (KDE oder Gnome). Gegen Mageia spricht nur, dass die junge Distribution (seit 2010) keine Tradition hat und ihre Nachhaltigkeit ungewiss ist.

Open Suse , aktuell in Version 13.1, ist der einzige hier zu nennende Slackware-Abkömmling. Es war über mehr als ein Jahrzehnt unangefochten das einzige Linux, das mit komfortabler Bedienung und Konfigurierbarkeit (Yast) auf den PC-Desktop zielte. Die grundsolide Distribution hat in den letzten Jahren in Konkurrenz zur Ubuntu-Familie an Bedeutung eingebüßt.

Ubuntu & Co. sind Debian-Abkömmlinge und mit gutem Grund erste Wahl bei Einsteigern und Umsteigern. Wer einfach und schnell ein stabiles Betriebssystem braucht, ohne sich in der Tiefe mit der Administrierung befassen zu wollen, liegt hier richtig. Außerdem bietet die Ubuntu-Familie bei identischer Basis und vergleichbaren Installern fertig konfektionierte Varianten mit unterschiedlicher Ausstattung für jeden Einsatzzweck und Geschmack. Die nachfolgenden Vertreter eignen sich für durchschnittliche bis jüngere Hardware.

Welches Linux ist das Richtige?

Die besten „Ubuntus“ für Umsteiger

Ubuntu 13.10 (und 12.04 LTS) : Ubuntu hat sich zum Quasi-Standard von Linux auf dem Desktop entwickelt. Die Installation ist einfach, die Benutzung über ein Hauptpanel oben und ein Startpanel links überzeugt ästhetisch und leuchtet sofort ein. Diese Desktop-Eigenentwicklung Unity wird zwar von Linux-Fans ebenso kritisiert wie der vorinstallierte proprietäre Cloud-Dienst „Ubuntu One“, doch werden Windows-Umsteiger dies gelassener sehen: Die reduzierte Unity-Oberfläche ist ideal für Linux-Anfänger, die wenig System und viel Software sehen wollen. Ubuntu One bietet fünf kostenlose GB und eine exzellente, allerdings englischsprachige Cloud-Software , die auch als Windows-Version bereitsteht.

Von Ubuntu gibt es immer eine aktuelle Variante (13.10) und eine LTS-Variante (Long Term Support, aktuell 12.04). LTS-Versionen haben zwar nicht die neuesten Funktionen, werden aber in Unternehmen wie bei vielen Privatnutzern bevorzugt, weil sie fünf Jahre durch Updates versorgt werden. Die Zwischenversionen erhalten nur neun Monate Support. Wenn Sie sich für Ubuntu 13.10 entscheiden, läuft der Support im Juli 2014 aus, bei 12.04 LTS läuft er bis April 2017. Wie immer Sie sich entscheiden: Es ist in jedem Fall ein Upgrade auf die demnächst erscheinende LTS-Version 14.04 möglich – mit Support bis 2019.

Kubuntu 13.10 (und 12.04 LTS) : Kubuntu ist ein Ubuntu, das statt des Unity-Desktops die anspruchsvolle KDE-Oberfläche mitbringt. KDE vereint Eleganz mit Funktionalität durch maximale Konfigurierbarkeit. Die Oberfläche kann ihre Stärken aber nur auf leistungsstarken PCs und großen Bildschirmen ausspielen und eignet sich für kompetente Nutzer, die Spaß am Optimieren des Systems haben.

Ubuntu Gnome 13.10 ersetzt den Ubuntu-Standard Unity durch den aktuellen Gnome-Desktop 3.8. Aktuelles Gnome ist (wie KDE) ein anspruchsvoller Desktop mit gewissen Ansprüchen an GPU und CPU. Der Desktop hat ein avantgardistisches Bedienkonzept ohne typisches Programmmenü –mit per Mausaktion oder Hotkey einblendbaren „Aktivitäten“ und einem zentralen Suchfeld. Was erst gewöhnungsbedürftig wirkt, erweist sich schnell als funktional, schick und durchdacht. Umsteiger sollten sich auf Anhieb zurechtfinden. Die enthaltenen Programme orientieren sich durchgehend am Ubuntu-Standard, auch das Ubuntu Software-Center ist an Bord.

Fünf aktuelle Linux-Distributionen im Vergleich

Elementary OS: Diese Ubuntu-Variante hat die zwei streng genommen gegenläufigen Interessen, sehr schlanke Software mit einer sehr attraktiven Oberfläche zu kombinieren.
Vergrößern Elementary OS: Diese Ubuntu-Variante hat die zwei streng genommen gegenläufigen Interessen, sehr schlanke Software mit einer sehr attraktiven Oberfläche zu kombinieren.

Elementary OS „Luna“ : Elementary OS ist eine auf Ubuntu 12.04 LTS basierende Variante mit attraktivem, an Mac-OS orientiertem Desktop. Komfortabler Installer, Software-Center und viele maßgebliche Systemkomponenten sind unverändert von Ubuntu übernommen. Die Software-Auswahl setzt aber auf besonders schlanke Programme wie Midori als Browser und beschränkt sich auf das Wesentlichste. Trotzdem gehört Elementary OS eher auf PCs oder Notebooks als auf schwächer ausgestattete Netbooks.

Linux Mint 16 (und 13 LTS) basiert ebenfalls zu großen Teilen auf Ubuntu. Es ist das Ubuntu mit den geringsten Hardware-Ansprüchen unter den hier aufgeführten Varianten. Die derzeit beliebteste Linux-Distribution bringt als wesentlichste Eigenentwicklung die Oberfläche „Cinnamon“ mit. Diese klassische, relativ schlanke und gut konfigurierbare Oberfläche ist eine Absage an Ubuntus Unity und das traditionelle Startmenü eine Einladung für Windows-Umsteiger. Daneben bringt Mint eine Vielzahl kleinerer Überarbeitungen des Ubuntu-Standards, so etwa das grafische Sicherungs-Tool Mintbackup. Außerdem hat Mint von Haus aus alle Multimedia-Codecs an Bord.

Da die Support-Laufzeit jeder Mint-Version vom zugehörigen Ubuntu abhängt, gibt es auch bei Mint eine LTS-Variante. Die aktuelle LTS-Version ist Mint 13, das auf Ubuntu 12.04 basiert.

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