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Wichtige Smartphone-Kamerafunktionen im Detail

09.05.2015 | 10:18 Uhr |

Wer ein Smartphone besitzt, nutzt es auch zum Fotografieren. Doch was bewirken die einzelnen Funktionen der Smartphone-Kamera? Wir haben die gängigsten davon ausgewählt und erklären Ihnen, wie Sie damit Ihre Fotos gestalten.

Belichtungskorrektur, Weißabgleich, ISO – diese Begriffe sind mittlerweile auch in die Smartphone-Fotografie eingezogen. Denn aktuelle Smartphone-Kameras bieten immer mehr Funktionen. Wir erklären Ihnen die wichtigsten Parameter, anhand derer Sie Einfluss auf die Belichtung und Gestaltung Ihrer Bilder nehmen. Noch ein Tipp: Bietet die native Kamera-App nur wenige Optionen, können Sie mit einer App wie „A Better Camera“ die Funktionen aufbohren – vorausgesetzt, die Hardware unterstützt die Funktion.

1. Auflösung

Die meisten aktuellen Smartphones lassen verschiedene Auflösungen zu. Hier gilt: Je höher Sie die Auflösung wählen, desto mehr Bildinfos werden gespeichert und desto schärfer wird ein Foto. Es gibt jedoch auch Gründe, die Auflösung zu reduzieren – etwa, wenn Sie Speicherplatz sparen müssen. Möchten Sie dagegen Vergrößerungen oder einen Ausschnitt Ihres Bildes anfertigen, sollten Sie die volle Auflösung einsetzen.

2. Blitz

Steht Ihnen für eine Aufnahme nicht genügend Licht zur Verfügung, können Sie zum Aufhellen den Blitz zuschalten. Beachten Sie aber, dass Smartphone-Blitze nur über sehr kurze Distanz aus­leuchten und oft überstrahlen. Eine positive Ausnahme bildet hier übrigens das Google Nexus 6 mit dem einem Ringblitz ähnlichen LED-Licht. Die Blitzfunktion ist in verschiedenen Modi verfügbar: als Automatik (Blitz löst bei Bedarf automatisch aus), unterdrückter Blitz (löst nie aus) und erzwungener Blitz (löst immer aus).

Mit Apps wie „A Better Camera“ können Sie Smartphone-Kameras um Funktionen und Einstellungen erweitern.
Vergrößern Mit Apps wie „A Better Camera“ können Sie Smartphone-Kameras um Funktionen und Einstellungen erweitern.

3. Bildstabilisator

Smartphones haben in der Regel einen eingebauten elektronischen Bildstabilisator. Dieser erhöht die Lichtempfindlichkeit des Sensors, um die Verschlusszeit zu verkürzen. Denn: Je länger die Verschlusszeit bei der Aufnahme ist, desto eher wird ein Bild verwackelt, das Sie „aus der Hand“ aufnehmen. Andererseits verstärkt sich mit steigender Lichtempfindlichkeit das Bildrauschen. Eine bessere Lösung zur Bildstabilisierung stellt der optische Bildstabilisator dar, wie ihn etwa das HTC One und das LG Pro2 bieten. Hier kümmert sich eine bewegliche Linsengruppe im Objektiv darum, ungewollte Wackler auszugleichen und Unschärfen zu vermeiden. Welche Art der Stabilisierung Ihr Smartphone einsetzt, steht in den technischen Daten.

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4. Belichtungsmodus

Je nach Belichtungsmodus können Sie mehr oder weniger Einfluss auf die Belichtung eines Bilds nehmen und die Arbeitsweise der Kamera bestimmen. So finden Sie in diesem Menüpunkt oft die Motiv- und die Programmautomatik. Bei der Motivautomatik analysiert die Kamera das Motiv und bestimmt selbstständig die optimalen Belichtungseinstellungen. Hier haben Sie meist keine Möglichkeit, daran etwas zu ändern. Bei der Programmautomatik, die mit einem „P“ abgekürzt wird, bestimmt die Kamera Blende und Verschlusszeit selbst,

Sie haben aber Einfluss auf Parameter wie die Lichtempfindlichkeit, die Belichtungskorrektur und den Weißabgleich. Außerdem lässt sich über das Belichtungsmodus-Menü auch oft die Serienbildfunktion aktivieren. Bei machen Apps haben Sie sogar die Möglichkeit, die Anzahl der Bilder auszuwählen. Bedenken Sie jedoch, dass das Speichern der Bilder umso länger dauert, je mehr Aufnahmen Sie festlegen.

5. Belichtungsmessung

Mit dieser Option legen Sie fest, in welchem Bildbereich der Belichtungsmesser seine Arbeit tun soll. Die gängigsten Optionen sind hier die automatische Messung, die Spotmessung, die mittenbetonte Messung und die Matrix- oder Mehrfeldmessung. Ausschlaggebend für Ihre Wahl ist natürlich das Motiv: Befindet sich das Hauptmotiv in der Mitte des Bildausschnitts, wählen Sie die Spotmessung. Möchten Sie zum Hauptmotiv noch etwas mehr „Umfeld“ abbilden oder ist das Motiv etwas größer, wählen Sie die mittenbetonte Messung. Die Matrixmessung verwendet alle Belichtungsmessfelder und eignet sich daher am besten für bildfüllende Motive.

6. Belichtungskorrektur

Mit dieser Funktion können Sie die Helligkeit eines Bildes schrittweise jus­tieren. Beachten Sie jedoch, dass Sie hier das ganze Bild verändern. Es kann dadurch also vorkommen, dass Sie zwar dunkle Bereiche optimal aufhellen, die hellen Bildbereiche dadurch aber zu hell werden, ausbrennen und keine Detailzeichnung mehr bleibt. Setzen Sie die Belichtungskorrektur also gemäßigt ein!

7. HDR

Eine weitere Möglichkeit, die Belichtung eines Bildes zu optimieren, ist über die HDR-Funktion (High Dynamik Range). Damit schafft die Kamera genau das, was Sie über die Belichtungskorrektur nicht hinbekommen: nur die zu dunklen Bildbereiche aufzuhellen beziehungsweise nur die zu hellen Bildbereiche abzudunkeln. Im HDR-Modus nimmt die Kamera mehrere Fotos auf, um die jeweils richtigen Infos hinsichtlich Helligkeit, Schärfe und Farbe zu erhalten.

Aus allen Aufnahmen werden die „richtigen“ Bildinfos miteinander kombiniert, sodass am Ende ein korrekt belichtetes Bild mit optimalem Kontrast, knackiger Schärfe und perfekten Farben herauskommt. Die Qualität des Ergebnisses hängt natürlich von der Qualität der Kamera beziehungsweise der einzelnen Bilder ab. Ein grundsätzlicher Tipp: Achten Sie auf eine ruhige Hand, und bedenken Sie, dass Sie hier den Blitz nicht nutzen können.

8. Lichtempfindlichkeit

In Anlehnung an den analogen Film wird auch die Lichtempfindlichkeit des Bildsensors einer Digitalkamera – egal ob Smartphone oder „richtige“ Digitalkamera – in ISO angegeben. Jede Erhöhung des ISO-Werts bedeutet eine Sig­nalverstärkung, wodurch sich gleichzeitig die Belichtungszeit reduziert. Da die Verstärkung jedoch nicht nur die Bildinfos betrifft, sondern auch Störsignale wie Bildrauschen beeinflusst, steigt mit der Lichtempfindlichkeit auch das Bildrauschen. Hinzu kommt, dass die kleinen Bildsensoren in Smartphones wegen ihrer Größe rauschanfälliger sind.

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9. Weißabgleich

Der Weißabgleich einer Digitalkamera sorgt dafür, dass Farben korrekt dargestellt werden und vor allem weiße Flächen als solche erscheinen. Denn jede Lichtquelle hat eine andere Farbtemperatur (Einheit: Kelvin) und wirkt sich anders auf die Farbgebung eines Bildes aus. Grundsätzlich gilt: je niedriger die Farbtemperatur, desto röter das Bild.

Der Weißabgleich passt die Farbwerte des Bildes an die Farbtemperatur der Lichtquelle an und verhindert so einen Farbstich. Stellen Sie also den Weißabgleich abhängig von der Lichtquelle ein: etwa „Glühlampe“, „Neonröhre“, „Tageslicht“, „Sonnenlicht“ oder „Wolkig“. Sie können auch den automatischen Weißabgleich (AWB) verwenden. Allerdings arbeitet er nicht immer zuverlässig.

Die einzelnen Tasten beschreiben jeweils Einstellungen die Sie an Ihrem Foto-Smartphone vornehmen können, um ein optimales Ergebnis zu erzielen.
Vergrößern Die einzelnen Tasten beschreiben jeweils Einstellungen die Sie an Ihrem Foto-Smartphone vornehmen können, um ein optimales Ergebnis zu erzielen.

10. Panoramamodus

Egal, ob Fußballstadion, Berglandschaft oder historische Stadtmauer – mit dem Panoramamodus können Sie Bilder anfertigen, die über das übliche 4:3- und 16:9-Format hinausgehen. Dabei nutzen Smartphone-Kameras meist ein Schwenkpanorama: Sie ziehen die Kamera während des Auslösens langsam über das Motiv. Die Kamera nimmt dabei Serienbilder auf und montiert diese anschließend zu einem Panoramabild zusammen.

11. Motivprogramme

Motivprogramme erleichtern das Fotografieren, falls Sie sich unsicher wegen der Belichtung eines Bildes sind. Gängige Optionen sind hier „Makro“ (für Nahaufnahmen), „Action“ (für bewegte Bilder mit kurzer Verschlusszeit), „Porträt (mit schönen Hauttönen), „Sonnenuntergang“ (mit lebendigen Farben) oder „Schnee“ (mit angepasstem Weißabgleich). Wählen Sie das Motivprogramm, das am besten zu Ihrem Motiv passt.

12. Bildeffekte

Die meisten Smartphones-Kameras bieten Filter, die Sie vor der Aufnahme aktivieren. So können Sie etwa Ihr Motiv in eine Zeichnung verwandeln, einen Miniatur- oder Fisheye-Effekt erzeugen und Farbfilter einsetzen. Falls Ihr Smartphone auch das Speichern des Originalbildes ohne Verfremdung zulässt, sollten Sie dies tun – für den Fall, dass der Effekt nicht wie gewünscht ausfällt.

13. Selbstauslöser

Wer gerne Selfies macht, ärgert sich vielleicht über die Tatsache, dass sich die Selbstporträts lediglich mit der meist schlechteren Frontkamera aufnehmen las­sen – besser wären die Ergebnisse mit der Hauptkamera. Dank Selbstauslöser ist dies möglich: Sie positionieren das Smartphone und wählen dann das Aus­löseintervall: meist 2 oder 10 Sekunden.

14. Videofunktion

Smartphones nehmen auch Videos auf, und im Optionsmenü stehen Ihnen oft einige der Funktionen zur Verfügung, die Sie auch bei Fotos anwenden können. Entscheidend ist die Videoqualität: Wählen Sie hier die höchste Auflösung und die beste Qualität.

Dieser Artikel stammt aus der AndroidWelt 2/2015

In der neuen AndroidWelt 2/2015 lesen Sie unter anderem, wie Sie Sicherheitslücken stopfen, Android 5 auf jedem Handy installieren können und mehr aus Ihrem Smartphone herausholen.

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