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Spannende GNU-Software für jede Linux-Distribution

02.09.2015 | 12:14 Uhr |

Einige Schwergewichte, kleinere, nützliche Programme – und alles freie Software: Die Zusammenfassung neuer Programmversionen hat diesmal nur Software im Blick, die unter der GNU Public License steht. Das ist kein Zufall.

Verträumtes Manifest und zugleich geschickter Geschäftsplan: Vor 30 Jahren nahm eine Idee Gestalt an, die als Grundstein freier Software gilt und später auch die Entwicklung des Linux-Kernels inspirierte . Richard M. Stallman veröffentlichte 1985 in der März-Ausgabe des Computermagazins Dr. Dobb’s Journal eine Streitschrift mit dem Namen „GNU-Manifest“, die einen ideologischen, aber auch praktischen Unterbau freier Software formulierte.

Stallmann war bis dahin ein Doktorand im Labor für künstliche Intelligenz am MIT und durch seine Software-Projekte wie dem Editor Emacs kein Unbekannter in der Unix-Szene. Diese war ab 1982 einer schleichenden Kommerzialisierung ausgesetzt, als die kartellrechtlichen Auflagen für den Konzern AT&T entfielen, der Unix und dazugehörige Programme bis dahin kostenlos weitergegeben hatte.

Die Philosophie freier Software unter GNU

Das einhergehende Problem proprietärer Software und Unix-Versionen waren im akademischen Bereich nicht die Anschaffungskosten, sondern die lizenzrechtlichen Einschränkungen. Mangels Quellcode gab es keine Möglichkeit, Systeme mit vertretbarem Aufwand für die verwendete Hardware anzupassen. Das störte nicht nur den wissenschaftlichen Betrieb, sondern auch das Ethos einer ganzen Generation von Programmierern. Eine Alternative musste her. Richard Stallmann suchte Mitstreiter für ein freies Unix, dem er mit einem Augenzwinkern die rekursive Abkürzung „GNU“ als Projektnamen gab – von „GNU’s Not Unix“. Was dabei mit „frei“ gemeint ist, formulierte das GNU-Manifest: Es bezieht sich nicht auf die Kostenfreiheit von Software und Programmierleistung, sondern definiert „frei“ als die Freiheit der Benutzer, Programme anhand des Quellcodes zu verändern und unter den gleichen Bedingungen weiterzugeben. Gleichzeitig geht das Manifest auf praktische Fragen von Entwicklern ein: Etwa wie sich der Lebensunterhalt mit freier Software bestreiten lässt. Auch wenn das Produkt selbst frei ist, sind Dienstleistungen um eine Software und deren Anpassungen weiterhin eine Einkommensquelle, so das Manifest. Der Originaltext mit zahlreichen Übersetzungen ist lesenswert und unter https://www.gnu.org/gnu/ manifesto.en.html einsehbar.

Aus den Punkten des GNU-Manifests entstand 1989 die erste Fassung der GNU Public License (GPL), die Linus Torvalds schließlich für den Linux-Kernel wählte.

Es geht noch freier, als die GPL erlaubt: Während GPL heute die bekannteste Lizenz unter den Open-Source-Lizenzen ist, so ist sie nicht die einzige und mit ihrer Klausel der Weitergabe unter gleichen Bedingungen auch nicht die Vereinbarung mit dem größten Freiheitsgrad. Die BSD-Lizenz und die MIT-Lizenz erlauben jeweils die Weitergabe von modifiziertem Code als proprietäres Programm, auch ohne den mitgelieferten Quelltext.

Nützliche GNU-Projekte für die Gegenwart

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