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Spammer passen sich Irak-Krieg an

09.04.2003 | 17:10 Uhr |

Recht flexibel zeigt sich die Spam-Industrie in Bezug auf den Krieg im Irak. Wurden Anfang März noch eine kaum nennenswerte Zahl von Werbe-Mails mit kriegsrelevanten Produkten gezählt, versuchen Kriegsgewinnler mittlerweile in zunehmenden Maße mit US-Flaggen, Pins oder Gasmasken Kasse zu machen.

Recht flexibel zeigt sich die Spam-Industrie in Bezug auf den Krieg im Irak. Wurden Anfang März noch eine kaum nennenswerte Zahl von Werbe-Mails mit kriegsrelevanten Produkten gezählt, versuchen Kriegsgewinnler mittlerweile in zunehmenden Maße mit US-Flaggen, Pins oder Gasmasken Kasse zu machen.

Eine Studie des Mail-Filter-Unternehmens "SurfControl" kommt zu dem Ergebnis, dass bis Ende März kriegsbezogener Spam immerhin einen Anteil von knapp 10 Prozent ausmachte. Das Unternehmen untersucht pro Monat Angaben von Susan Getgood (Vizepräsidentin Marketing) zufolge zwischen 40.000 und 50.000 Spam-Mails.

Waren vor kurzem noch Mails der "Nigeria Connection", bei der angebliche nigerianische Politiker oder Banker Millionen außer Landes schaffen wollen (wir berichteten) "in", wurde der Text in Zeiten des Krieges "überarbeitet". Nun bitten angebliche irakische Offizielle um Hilfe, um Gelder auf sichere Konten überweisen zu können. Dieses Beispiel verdeutlicht, wie schnell Spammer auf aktuelle Ereignisse reagieren, um ihre Waren beziehungsweise Geschichten an den Mann zu bringen.

Weitere kriegsbezogene Spams kommen laut SurfControl beispielsweise mit folgenden Inhalten: "Amerikanische Autoflaggen zur Unterstützung unserer Truppen", "Vier historische Bücher zum Preis von je einem Dollar" und "Verteidiger der Freiheit US-Münzen". Andere Werbe-Mails offerieren T-Shirts, Pins, aber auch Wasser-Filtersysteme oder Gasmasken aus israelischer Produktion.

Web.de verstärkt Kampf gegen Spam (PC-WELT Online, 25.03.2003)

Hotmail: Begrenzter Mail-Versand soll Spammer bekämpfen (PC-WELT Online, 25.03.2003)

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