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Sound optimieren an PC und Notebook

12.02.2016 | 10:05 Uhr |

Der PC ist längst mehr als ein Arbeitsgerät, er dient auch als Musikbox, Filmvorführer und natürlich als Spielemaschine. Für maximalen Genuss muss der Sound dann perfekt stimmen.

Brummen, Knacken bei Start und Stopp eines Audiosignals sowie miserabler Pegel: Der analoge Audioausgang vieler Onboard-Soundchips ist gerade mal gut genug für Videotelefonie und für selbst gefilmte, verrauschte Videoclips aus dem Netz. Je hochwertiger der verwendete Kopfhörer oder die angeschlossene Stereoanlage ist, desto deutlicher machen sich Defizite billiger Soundchips bemerkbar. Nach der Installation einer neueren Windows-Version wie beispielsweise Windows 10 auf älterer Hardware gibt es auch nur knisternde Stille, wenn die Treiber für einen Soundchip nicht funktionieren.

Kaufberatung: Die perfekten Kopfhörer

1. Kein Klang: Soundkarte und Treiber testen

Falls der Audioausgang oder auch der Mikrofoneingang unter einem neu installierten Windows-System keinen Mucks von sich geben will, dann liegt dies oft an falschen Einstellungen oder auch Treiberproblemen, die einen PC zum Schweigen bringen. Auch wenn die Dienste „Windows-Audio“ und „Windows-Audio-Endpunkterstellungen“ nicht laufen, versagt die Klangausgabe. Bei derartig vielen Parametern grenzt lediglich ein schrittweiser Sound-check das Problem ein.

Für die Windows-Versionen Vista und 7 liefert Microsoft ein Fix-it-Tool für eine Überprüfung von Soundkarte, Treiber und eventuell übersehenen Einstellungen. Um das Tool zu verwenden, gehen Sie auf die Microsoft-Webseite und klicken danach auf „Jetzt ausführen“. Nach dem Download kann die Diagnose beginnen, wobei sich die Option „Probleme erkennen und mich die anzuwendenden Korrekturen auswählen lassen“ empfiehlt, denn nur so finden Sie die Ursachen für den ausbleibenden Sound heraus. Das Tool verlangt zunächst die Angabe des Ausgabegeräts, Lautsprecher oder Kopfhörer, und geht daraufhin sämtliche typische Fehlerquellen durch: Manuell abgeschaltete Windows-Dienste, deaktiviertes Audiogerät im Geräte-Manager bis hin zu trivialen oder häufig übersehenen Einstellungen wie beispielsweise der Ausgabe über das Standardaudiogerät, Lautstärke und Stummschaltung. Einen Bericht zu gefundenen Problemen bekommen Sie abschließend ebenfalls angezeigt.

Ab Windows 10 ist eine nützliche Diagnosefunktion schon im System vorhanden und ein Tool von Microsoft muss nicht mehr heruntergeladen werden. Klicken Sie in Windows 10 in der Taskleiste das Lautsprechersymbol mit der rechten Maustaste an und wählen Sie „Soundprobleme beheben“. Hier ist es gleichfalls notwendig, zunächst einmal Kopfhörer oder Lautsprecher als Ausgabegerät anzugeben. Die weitere Überprüfung erfolgt komfortabel und zeigt die möglichen fehlerhaften Einstellungen.

2. Störende Schleifen: Brummende Analogausgänge

Ein besonders häufiges Phänomen beim Anschluss des PCs an das TV-Gerät oder an die Stereoanlage ist ein deutliches Brummen im Hintergrund, das den Hörgenuss massiv stört. Dies ist unabhängig von der Qualität des benutzten Audio-Equipments und auch ein Wechsel der Kabel schafft keine Abhilfe. Schuld an dem unangenehmen Nebengeräusch ist eine Erdschleife, die durch einen Potenzialunterschied zwischen dem Schutzleiter der Stromversorgung oder bei TV-und Hi-Fi-Geräten dem Antennenanschluss entsteht. Die Ströme, welche über diese Potenzialdifferenz fließen, sind harmlos. Sie induzieren aber über die gemeinsame Masseleitung von PC und Audiogerät einen typischen, tiefen Brummton des Wechselstromnetzes in die signalführenden Audiokabel. Abhilfe schafft eine Unterbrechung dieser Schleife über eine galvanische Trennung.

In den meisten Fällen ist ein Brummen zu Hause auf ein Antennen-oder Satellitenkabel am TV-Gerät oder an der Stereoanlage zurückzuführen. Machen Sie daher zuerst den Test und ziehen Sie das Antennenkabel vom TV-Gerät, der Empfängerbox oder dem Sat-Receiver ab. Falls das Audiosignal nun schon ohne Brummen ertönt, haben Sie den Übeltäter gefunden. Eine elektrische Entkopplung der Abschirmung des Antennenkabels lässt das dumpfe Störgeräusch dann verschwinden. Am einfachsten gelingt diese Entkoppelung mit einem Mantelstromfilter. Der unterbricht als Zwischenstück jeweils die Abschirmung (Mantel) und das Koaxialkabel des Antennen-oder Satellitenkabels mit Kondensatoren von wenigen Nanofarad Kapazität. Einen Lötkolben braucht man dafür nicht zur Hand zu nehmen, denn diese Filter sind fertig konfektioniert ab etwa drei Euro für verschiedene Antennenkabel im Fachhandel und im Versand erhältlich.

Falls das Brummen nach dem Abziehen des Antennenkabels bestehen bleibt oder auch gar keine Geräte mit Antennenanschluss involviert sind, ist die Ursache in der Elektroinstallation zu suchen: So kann es in Altbauten ohne Potenzialausgleich zwischen Stockwerken sein, dass kein einheitlicher Schutzleiter für die elektrischen Leitungen vorhanden ist. In diesem Fall könnten Ströme zwischen den Masseleitungen der Hi-Fi-Anlage und des damit verbundenen Rechners für das Brummen verantwortlich sein. Hier kann es helfen, sämtliche betreffende Geräte zusammen an eine Steckerleiste anzuschließen oder die Audiokabel galvanisch zu trennen. Filter mit Cinch-Buchsen, welche niedrige Frequenzen ausfiltern, sind für rund 7 Euro zu haben .

Speedlink Vigo: Eine günstige USB-Soundkarte mit DAC-ADC-Modul, speziell für Notebooks.
Vergrößern Speedlink Vigo: Eine günstige USB-Soundkarte mit DAC-ADC-Modul, speziell für Notebooks.

3. Digital: Sound über HDMI abnehmen

Ist das Gerät per HDMI-Kabel an ein Ausgabegerät wie etwa einen Fernseher angeschlossen, gibt es selten Mängel in Sachen Audioqualität. HDMI überträgt neben dem Videosignal auch den Ton direkt auf digitalem Wege. Das Endgerät übernimmt danach die Wandlung mit dem eigenen DAC. TV-Geräte liefern oft Hi-Fi-Qualität und sind PCs überlegen. Schließt man Kopfhörer oder eine Hi-Fi-Anlage am Analogausgang dieser Endgeräte an, so ist die Soundqualität entsprechend besser.

Über HDMI können Sie statt eines TV-Gerätes auch einen Splitter anschließen, der lediglich das Audiosignal der HDMI-Schnittstelle weitergibt und dieses digital über SPDIF/Toslink sowie über analoge Cinch-Ausgänge verfügbar macht. Diese HDMI-Splitter wie etwa der Ligawo HDMI-Decoder sind bei Amazon ab 40 Euro zu haben .

Siehe auch: Die Audio-Trends von der IFA 2015

4. Aufrüsten: Externe Soundkarten und Wandler

Sollen der Rechner oder das Notebook nebenbei auch als Medienzentrale dienen und ohne Umwege über HDMI eine gute Audioqualität für Kopfhörer, Aktivboxen oder eine qualitativ hochwertige Hi-Fi-Anlage liefern, lohnt sich die Investition in ein Stück zusätzlicher Hardware: Externe Soundkarten mit eigenem DAC (Digital-Analog-Wandler) lassen sich auch über USB anschließen, um Audio-Output sowie -Input nicht mehr einem überforderten Soundchip auf der Hauptplatine zu überlassen. Der Aufwand für diese Lösung ist gering, denn USB-Soundkarten sind schnell angeschlossen und fähige Wandler sind bereits ab 12 Euro erhältlich. Wer mehr ausgeben kann, der bekommt natürlich einen besseren DAC. Nach oben hin gibt es hier bei den Anschaffungskosten – wie stets bei Hi-Fi-Equipment – keinerlei Grenzen.

Eine kostengünstige Lösung mit beachtlicher Soundqualität bietet der USB-Adapter Speedlink Vigo für rund 11 Euro. Das kleine Gerät, das kaum größer als ein WLAN-Adapter ist, enthält einen DAC und einen ADC (Analog-Digital-Konverter) für Kopfhörerausgang und Mikrofoneingang – beide in der üblichen 3,5-mm-Ausführung.

Nutzer, die auf ausgezeichnete Soundqualität und einen leistungsfähigen Kopfhörerverstärker Wert legen, bekommen mit dem Hires USB-DAC Sabre 24/96 für etwa 50 Euro eine auf den ersten Blick unscheinbare, aber dennoch hochwertige USB-Soundkarte mit einem 3,5-mm-Ausgang.

Kopfhörer: Knickschutz am Kabel

Mit einem Kniff können Sie die empfindlichste Stelle des Kopfhörerkabels entlasten und die Lebenserwartung des Steckers erheblich verlängern. Kopfhörerkabel für unterwegs leben oft nicht lange: Die Kabel knicken gerne an der Verbindung zum Stecker und leiden schnell an einem Wackelkontakt, da die Lötstellen auch bei teureren Kopfhörern dem rauen Alltag nicht gewachsen sind. Ein Knickschutz am Übergang zwischen Kabel und Stecker entlastet die empfindliche Stelle und verzögert Verschleiß.

Entlastung für Kopfhörerkabel: Die aufgefädelte Feder aus einem Kugelschreiber dient als Knickschutz.
Vergrößern Entlastung für Kopfhörerkabel: Die aufgefädelte Feder aus einem Kugelschreiber dient als Knickschutz.

Einen tauglichen Knickschutz haben Sie wahrscheinlich bereits auf dem Schreibtisch liegen. Denn für die üblichen Audiokabel und Ladekabel eignen sich Federn aus Kugelschreibern, da sie genau die richtige Länge und Stärke und den richtigen Innendurchmesser für diese Kabel haben. Fädeln Sie das Kabel in die Feder und achten Sie darauf, dass die Windungen der Feder auch über das hintere Steckerende reichen und stabil sitzen, damit keine neue Knickstelle hinter dem Stecker entsteht. Wer auf das Aussehen des Kabels keinen Wert legt, sondern vor allem auf Stabilität, kann die Feder noch mit Heißkleber permanent fixieren und unverwüstlich machen.

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