Windows & Software
"Solides Archiv" und "beste Kompression"
Jein. Winrar schlägt in den meisten Fällen die Windows-eigene Zip-Komprimierung – je nach Datentyp und Dateimenge mal knapp, mal deutlicher. Wenn viele Dateien in ein Archiv gepackt werden sollen, ist die zusätzliche Option „Solides Archiv erstellen“ auf der Registerkarte „Allgemein“ zu empfehlen (siehe auch Punkt 8). Damit erzielt Winrar immer bessere Resultate als die Windows-Komponente. Andere Packer holen jedoch noch mehr Luft aus den Ausgangsdaten, so etwa die Open-Source-Software 7-Zip. Bei den Kompressionsleistungen schnitt 7-Zip jeweils am besten ab – allerdings brauchte es dafür auch am längsten. Unterm Strich zeigt Winrar die ausgewogenste Leistung, bietet die meisten Optionen und lässt sich am komfortabelsten bedienen. 7-Zip packt besser, ist dabei aber recht langsam, und die Oberfläche ist spartanischer.
Bei normalen Archiven komprimiert Winrar jede einzelne Datei und fügt sie dann dem Archiv hinzu. Beim Einsatz der Option „Solides Archiv erstellen“ auf der Registerkarte „Allgemein“ bündelt Winrar hingegen die Daten aller zu packenden Dateien in einer großen Sammeldatei, die es danach komprimiert. Je mehr Dateien gepackt werden sollen, desto mehr lohnt sich der Einsatz eines soliden Archivs. Allerdings dauert dabei nicht nur der Packvorgang wesentlich länger: Wenn Sie später auf eine einzelne Datei eines großen soliden Archivs zugreifen möchten, muss Winrar erst die Dateiliste durchlaufen, bevor es die Datei aus dem Datenstrom extrahieren kann. Solide Archive taugen daher am besten für abgeschlossene Projekte, die Sie nur noch gelegentlich am Stück auspacken müssen.
Kaum. Wenn Sie ein Archiv anlegen, steht die Kompressionsmethode auf der Registerkarte „Allgemein“ standardmäßig auf „normal“. Indem Sie auf „gut“ oder „beste“ umstellen, erzwingen Sie eine höhere Kompression. Nach unseren Erfahrungen lohnt sich das aber nur in Ausnahmefällen. Das Archiv wird nur noch um 5 bis 10 Prozent kleiner, doch das Archivieren dauert oft doppelt so lange. Ähnlich wie 7-Zip bietet Winrar mit der Einstellung „Normal“ das beste Verhältnis von guter Kompressionsdichte und Packgeschwindigkeit.
Wenn ein Archiv für eine CD, einen USB-Stick oder Mail-Account zu groß zu werden droht, können Sie es in mehrere Stücke aufteilen. Wählen Sie dafür beim Packen das RAR-Format, und geben Sie unter „Allgemein, Volumengröße“ die gewünschte Dateigröße der Einzelteile an. Statt der im Dialog geforderten Byte-Angabe funktionieren auch Abkürzungen wie „1M“ für 1 Megabyte. Das Zerlegen klappt auch, wenn Sie zusätzlich die Option „Selbstentpackendes Archiv erstellen“ verwenden – also in eine EXE-Datei einpacken. Winrar erstellt nun eine RAR-Datei (oder EXE-Datei) mit der geforderten Teilgröße und dem Namen [Name].part1.rar, anschließend die Dateien [Name].part2.rar und so fort. Zum Entpacken solcher Archive laden Sie einfach die erste Datei in Winrar, den Rest sucht sich der Packer automatisch, sofern alle Teile unbeschädigt und im selben Ordner vorliegen.

