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Die Festplatte der Zukunft

20.02.2008 | 18:00 Uhr |

Solid State Disks sind schneller, robuster, stromsparender und leiser als herkömmliche Festplatten. Deshalb sind die Flash-Speicher besonders ideal für mobile Geräte. Auf der CeBIT zeigen viele Hersteller Solid State Disks und damit ausgerüstete Notebooks.

Auch das derzeit bekannteste Notebook mit einer Flashspeicher-Festplatte sehen Sie auf der CeBIT: den Mini-Laptop eee PC von Asus (Halle 26, Stand D39). Wenngleich der Speicher im Mini-Notebook von Asus nur 4 GB groß ist - und damit nicht den aktuellen Stand der Flash-Technik widerspiegelt. Derzeit erhältliche Solid State Disks (SSD) besitzen 32 oder 64 GB, Platten mit 128 GB gehen auf der CeBIT an den Start.

Warum Speicherhersteller und Notebook-Anbieter in SSDs die Zukunft für mobile Geräte sehen, wird bei einem Blick auf ihre Technik klar. Mit Speicherchips und Controllerlogik statt Magnetscheiben und Elektromotor haben sie gegenüber herkömmlichen Festplatten zahlreiche Vorteile.

Flash-Speicher-Festplatten brauchen beispielsweise keine Elektromotoren, die wie bei ferro-magnetischen Laufwerken die Datenscheiben drehen und die Schreib-/Leseköpfe bewegen müssen. Das hat mehrere Vorteile: Gerade im Notebook-Bereich zählt jedes gesparte Watt, weil es die Akkulaufzeit verlängert. Hier können die Flash-Speicher-Festplatten punkten. Im Vergleich zu herkömmlichen 2,5-Zoll-Platten reduziert sich der Energieverbrauch unter Last auf ein Viertel, im Leerlauf sogar auf ein Achtel.

Da SSDs ohne bewegliche Teile auskommen, arbeiten sie zudem lautlos – ebenfalls eine Eigenschaft, die man bei Notebook-Komponenten schätzt. Besonders bei den kleinen Subnotebooks und UMPCs, die auf stromsparende Komponenten setzen, die man leise oder passiv kühlen kann, fällt dies ins Gewicht. Bei Standard-Notebooks, in denen oft mehrere Lüfter und ein optisches Laufwerk schon das Betriebsgeräusch der Festplatte überdecken, zählt dieser Vorteil weniger.

Außerdem sind Flash-Speicher-Festplatten viel robuster als herkömmliche Scheibendreher. Das heißt, sie sind nicht so empfindlich gegenüber Kälte und Hitze und vertragen Stöße deutlich besser als die Festplatten-Kollegen.

Eingebauter Tempovorteil: Bei herkömmlichen Festplatten muss die Laufwerkssteuerung zunächst den gewünschten Datensektor suchen, den Schreib-/Lesekopf dorthin bewegen und warten, bis der Kopf ruhig über der Spur läuft. Ein SSD-Laufwerk hingegen kann jede Speicherzelle nahezu verzögerungsfrei ansteuern. Eine Flash-Speicher-Festplatte greift deshalb durchschnittlich 50-mal schneller auf die Daten zu. Das ermöglicht zudem konstant hohe Transferraten. Während bei herkömmlichen 2,5-Zoll-Festplatten der Unterschied zwischen der minimalen und maximalen Datentransferrate häufig mehr als 20 MB/s beträgt, sind es bei SSDs höchstens 5 MB/s.

Kein Licht ohne Schatten: SSDs haben auch Nachteile. Flash-Speicher ist nicht beliebig oft beschreibbar, wie dies bei ferro-magnetischen Laufwerken der Fall ist. Je nach Qualität der Speicherchips sind zwischen 100.000 und 5 Millionen Schreibzyklen möglich. In der Praxis spielt dies aber keine Rolle: Die Lebenszeit eines Notebooks ist dafür zu kurz. Überdies verteilt der SSD-Controller die Schreibzugriffe über die Flash-Blöcke, so dass einzelne Blöcke nicht zu sehr belastet werden.

Was derzeit noch gegen SSD spricht sind die absurd hohen Preise und die kleinen Kapazitäten. Während Standard-Festplatten für Notebooks derzeit 250 bis 320 GB erreichen und 500-GB-Platten demnächst verfügbar sein werden, bieten die größten SSDs derzeit 64 GB. Will man eine so große SSD beispielsweise bei Dell statt einer normalen Festplatte in den Laptop eingebaut bekommen, zahlt man rund 700 Euro Aufpreis.

Dieses Missverhältnis wird die SSD noch eine Weile begleiten: Für die Marktforscher von iSuppli beispielsweise einer der Gründe, warum sie glauben, dass auch bis Ende 2009 nur 12 Prozent der Notebooks mit SSDs ausgestattet sein werden.

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