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Anwendungsvirtualisierung im Dreierpack

15.12.2008 | 10:01 Uhr |

Symantec mischt mit einem Lösungspaket im lukrativen Markt für Applikationsvirtualisierung mit. Was die Software taugt und wo sie sich von den Konkurrenzprodukten von Microsoft, VMware & Co. unterscheidet, verrät dieser Artikel.

Altiris Software Virtualization Solution (SVS) Professional - so heißt Symantecs Antwort auf Microsoft App-V und VMware ThinApp. Die Software ist eigentlich ein Bundle aus drei Komponenten, die sich Symantec durch Übernahmen gesichert hat. Der Kern ist Altiris SVS, die die eigentliche Anwendungsvirtualisierung bereitstellt. Dazu kommt die Streaming-Lösung, die ursprünglich von AppStream entwickelt wurde. Sie kann übrigens nicht nur virtualisierte Anwendungen streamen, sondern auch jede andere Software auf die Workstations schicken. Dritter Bestandteil von Symantecs Lösung ist der Notification- Server , der das zentrale Systemmanagement erlaubt und gleichzeitig die virtuellen Pakete mit Altiris SVS verteilt.

Altiris SVS setzt auf der Workstation eine schlanke Client-Software - einen sogenannten Agent - voraus. Der Client besteht im Grunde nur aus einem 188 KByte großen Filtertreiber, der sich vergleichbar mit einem Echtzeit-Virenscanner zwischen Dateisystem und Windows-Anwendungen setzt. Die virtualisierten Anwendungen laufen in einer eigenen Schicht, die alle Programmdateien und Registry-Einträge enthält. Physisch liegen die Schichten allerdings jeweils in einem eigenen Verzeichnis auf der Workstation.

Der Administrator kann einzelne Schichten aktivieren, was dazu führt, dass bestimmte Objekte auf dem Host-Rechner bereitgestellt werden. So werden nicht nur die enthaltenen Dateien samt der zugehörigen Registrierungen freigegeben, sondern beispielsweise auch Desktop-Symbole und Startmenü-Einträge sichtbar gemacht. Wenn eine virtualisierte Anwendung vorhandene Dateien auf dem Host verändern will, leitet Altiris SVS den Zugriff in die virtuelle Umgebung um.

Analog dazu bewirkt die Abschaltung einer Schicht durch den Verwalter, dass alle Objekte dieser Schicht auf dem Host ausgeblendet werden. Das schließt auch Daten ein, die die virtualisierte Applikation erzeugt oder geändert hat. Damit dies nicht zum Problem wird, kann der Administrator Verzeichnisse oder Dateiarten festlegen, die bei der Deaktivierung der Schicht erhalten bleiben. So dürfen die Benutzer eigene Dateien anlegen, die ihnen auch nach dem Ausblenden einer Schicht noch zur Verfügung stehen.

Mit einem Trick können auch persönliche Einstellungen auf dem jeweiligen Rechner erhalten werden, indem sie außerhalb der virtuellen Umgebung abgelegt werden. Der Administrator nimmt beispielsweise Schreibvorgänge in das Benutzerprofil von der Virtualisierung aus. Damit bleiben Einstellungen, die virtualisierte Anwendungen hinterlegen, auf dem Host liegen. Kommen Server-basierte Profile zum Einsatz, dann stehen diese Einstellungen auch auf anderen Rechnern jederzeit zur Verfügung.

Altiris SVS kann aber noch mehr. Neben Anwendungen virtualisiert die Software auch Dateitypen und Verzeichnisse. Wird eine so genannte Datenschicht aktiviert, leitet der Filtertreiber auf dem Client alle Schreibzugriffe auf Dateien mit der fraglichen Erweiterung oder aus den jeweiligen Ordnern zur virtuellen Umgebung um. Der Administrator kann beispielsweise alle Änderungen an Programmdateien in die virtuelle Umgebung verlegen, indem er eine Schicht erzeugt, der alle ausführbaren Dateitypen zugeordnet sind.

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