Ratgeber Hardware

Software-Tipps für eine längere Laufzeit

Samstag den 23.03.2013 um 08:35 Uhr

von Nokolai Zotow

Stromsparen – das geht auch beim Startvorgang. Ein kompletter Start ist bei Software-Aktualisierungen oder bei längerer Nichtnutzung nötig. Oft aber ist es nicht sinnvoll, das Notebook komplett herunterzufahren, insbesondere, wenn Sie bald weiterarbeiten möchten. Sie können hier Strom sparen, indem Sie nicht den kompletten Bootvorgang durchführen, sondern einen der drei Standby-Zustände von Windows nutzen.

Standby- und Stromspar-Modi: Der eigentliche Standby-Modus belässt die geöffneten Programme und Daten im Hauptspeicher und schaltet den Rechner auf „Pause“. Ihr Notebook ist nicht vollkommen ausgeschaltet und verbraucht noch etwas Strom für den Betrieb des Hauptspeichers. Das kann bei relativ häufigen Aus- und Einschaltvorgängen der richtige Modus sein. Besser für den Einsatz von Notebooks ist der Ruhezustand. Er schaltet das Notebook komplett aus und schreibt den aktuellen Zustand des Hauptspeichers auf die Festplatte. Bei erneutem Einschalten führt Ihr Rechner seinen Betrieb an derselben Stelle fort. Bei längeren Ausschaltphasen ist das die stromsparendere Lösung.

Windows 7 bietet verschiedene Energiesparpläne an, die Sie
zusätzlich individuell anpassen können: Der „Energiesparmodus“
zielt auf eine lange Akkulaufzeit.
Vergrößern Windows 7 bietet verschiedene Energiesparpläne an, die Sie zusätzlich individuell anpassen können: Der „Energiesparmodus“ zielt auf eine lange Akkulaufzeit.

Daneben gibt es einen hybriden Standby-Modus, der Standby- und Ruhezustand kombiniert. Er speichert den Zustand des Hauptspeichers sowohl im Hauptspeicher selbst als auch auf Festplatte. Fällt der Strom aus, ist immer noch das Speicherabbild auf der Festplatte vorhanden. Dieser Modus eignet sich vorrangig für Desktop-Rechner und ist dort meist standardmäßig aktiviert. Windows 7 bietet unter „Start ➞ Systemsteuerung ➞ Energieoptionen“ unterschiedliche Stromspar-Modi an. Die übliche Einstellung ist „Ausbalanciert“, bei der das Betriebssystem einen ausgewogenen Kompromiss zwischen Leistung und Energieverbrauch eingeht. Sie können die vorgegebenen Einstellungen übernehmen oder im Bereich „Energiespareinstellungen ändern“ anpassen.

Genauere Einstellungen lassen sich über „Erweiterte Einstellungen“ vornehmen. Hier können Sie beispielsweise die Bildschirmhelligkeit durch das Betriebssystem reduzieren oder festlegen, nach welcher Dauer der Inaktivität das System sich in den Standby-Modus oder Ruhezustand begibt. Wenn Sie beide Modi in Kombination nutzen wollen, können Sie festlegen, dass Windows Ihren Rechner zunächst in den Standby-Modus und nach weiterer inaktiver Zeit in den Ruhezustand versetzt. Bei älteren Prozessoren bietet es sich an, deren Leistung zu begrenzen. Aktuelle Prozessoren benötigen eine Leistungsbegrenzung hingegen nicht, da ihre Arbeitsweise auf einen energiesparenden Betrieb optimiert ist.

Autostart: Für die mobile Verwendung des Notebooks lohnt es sich außerdem zu überlegen, welche Anwendungen wirklich wichtig sind. Jede Anwendung fordert Rechenzeit des Prozessors. Wenn der Prozessor ständig ausgelastet ist, verbraucht er wesentlich mehr Energie, die Sie sparen können, indem Sie beispielsweise die gleichzeitig laufenden Anwendungen auf das Nötigste reduzieren. In diesem Zusammenhang lässt sich auch der Autostart-Ordner auf Anwendungen, die Sie nicht brauchen, überprüfen.

Sie können dies mit einem Programm durchführen, indem Sie das Start-Menü aufrufen und im Feld „Programme/Dateien durchsuchen“ einfach msconfig eingeben. Unter der Registerkarte „Systemstart“ sehen Sie alle Anwendungen, die Windows 7 beim Starten ausführt. Alternativ können Sie das Programm Autoruns laden und starten. Dieses Tool bietet sehr weitreichende Möglichkeiten zum Startverhalten von Windows. Dort können Sie nicht nur die startenden Anwendungen bearbeiten, sondern auch geladene Treiber, Dienste, Codecs sowie Plug-ins für den Internet Explorer.

Nicht zu unterschätzen ist der Energiehunger Ihres Notebooks beim Einsatz sogenannter Widgets. Darunter versteht man die kleinen Applikationen, die meist auf der rechten Seite des Bildschirms zu finden sind und Wechselkurse, das Wetter oder die Zeit anzeigen. Diese Apps laufen ebenfalls ständig und verbrauchen mehr Ressourcen als man annimmt. Wenn Sie diese deaktivieren, verlängern Sie nicht nur die Akkulaufzeit, sondern beschleunigen außerdem Startdauer und Betrieb von Windows.

Energieintensive Aufgaben erledigen Sie am besten, während Ihr Rechner am Stromnetz hängt. Darunter zählen Wartungsarbeiten wie eine Überprüfung des Systems auf Viren und Schad-Software oder der Aktualisierung des Betriebssystems. Bei letzterer Aufgabe sollten Sie dem Netzbetrieb ohnehin den Vorzug geben, da Windows sehr empfindlich reagiert, wenn ein leerer Akku das Betriebssystem-Update unterbricht.

Doch auch während Sie ein Spiel spielen oder sich ein Video ansehen, können Sie Energie sparen und so die Laufzeit, erhöhen. Denn ärgerlich ist es schon sehr, wenn man den Schluss des Films aufgrund von Akkuproblemen nicht mehr sehen kann. Interne optische Laufwerke, die DVDs oder Blu-Ray-Disks abspielen, benötigen aufgrund der ständigen Rotation und Bewegung der Disks ebenfalls viel Strom. Einen Film sehen und gleichzeitig den Akku schonen können Sie, wenn Sie die DVD auf Ihr Notebook kopieren, während es noch am Stromnetz hängt.

Das lässt sich einfach bewerkstelligen, indem Sie den Film beispielsweise mit dem Freemake Video Converter in eine Videodatei konvertieren oder eine sogenannte Image-Datei der DVD erstellen. Diese Daten binden Sie so in das Betriebssystem ein, dass Windows davon ausgeht, es mit einem DVD-Laufwerk anstelle einer Datei zu tun zu haben. Auf dem Markt gibt es hierfür mehrere Dienstprogramme, die das Rippen von nicht kopiergeschützten DVDs beherrschen. Beachten Sie hier bitte, dass das Umgehen von Kopierschutzfunktionen illegal sein kann.

Bei der Betrachtung der Videofilme, die Sie dann auf der Festplatte Ihres Notebooks haben, können Sie zusätzlich Energie sparen, indem Sie in der Ripping-Software eine geringere Ziel-Bildschirmauflösung wählen. So hat die Grafikkarte auch weniger zu tun. Für ein Spiel gilt dasselbe: Wenn Sie eine geringere Auflösung und einfachere Grafikoptionen verwenden, geben Sie Ihrem Grafikprozessor weniger zu rechnen und sorgen so für einen längeren Spielspaß.

Samstag den 23.03.2013 um 08:35 Uhr

von Nokolai Zotow

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