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So verschlüsseln Sie einfach alles

12.07.2013 | 10:55 Uhr |

Schluss mit Datendiebstahl und dem Verlust geschäftlicher und privater Informationen. Wir zeigen, wie Sie Ihre Dateien vor Datenspionen schützen - dank Verschlüsselung.

Nicht erst seit Prism und Tempora ist Verschlüsselung ein wichtiges Thema: Gerade kleinere Unternehmen verlieren im Arbeitsalltag das Thema Datensicherheit schnell aus den Augen. Während größere Organisationen IT-Abteilungen beschäftigen, Service-Verträge abschließen und über spezielle Hardware verfügen, verlassen sich kleine Firmen häufig auf Consumer-Software – und der fehlen oft wichtige Sicherheits-Funktionen.

Dabei ist Sicherheit für wichtige Unternehmendaten so einfach. Die Lösung lautet: Verschlüsselung. Sie ist eine hervorragende Möglichkeit, wertvolle Daten abzusichern – egal, ob Sie diese übers Internet verschicken, sie auf einen Backup-Server hochladen oder sie auf Ihrem Laptop durch die Sicherheitskontrolle am Flughafen bringen wollen. Das Verschlüsseln Ihrer Daten macht sie komplett unlesbar für jeden, außer Ihnen selbst und den festgelegten Empfängern. Und das Beste daran: Viele verschiedene Programme, die in Büros und auf Heim-PCs verwendet werden, verfügen bereits über eine integrierte Verschlüsselungsfunktion. Sie müssen nur wissen, wo Sie diese finden. Und das zeigen wir Ihnen im folgenden Artikel.

Immer wichtig: ein starkes Passwort
Vergrößern Immer wichtig: ein starkes Passwort
© istockphoto.com/ temniy

Reden wir zunächst über Passwörter…

Jede Diskussion zum Thema Verschlüsselung beginnt zunächst mit etwas anderem: der Stärke von Passwörtern. Die meisten Formen der Verschlüsselung verlangen von Ihnen, ein Passwort zu bestimmen, mit dem Sie die gewünschte Datei ver- und auch wieder entschlüsseln können. Wenn Sie hier ein schwaches Passwort benutzen, kann ein findiger Hacker ohne Probleme die Verschlüsselung durchbrechen und bekommt Zugriff auf Ihre Daten – das Ziel der Verschlüsselung ist damit gescheitert.

Ein starkes Passwort sollte aus mindestens zehn Zeichen bestehen, besser aus zwölf. Es sollte sowohl Groß- als auch Kleinbuchstaben beinhalten, außerdem Zahlen und Sonderzeichen. Wenn Sie Passwörter, die nur aus Buchstaben bestehen, besser behalten können, steigt die Sicherheit mit der Länge des Passworts. 20 und mehr Zeichen sollten es dabei schon sein. Wenn Sie sich unsicher sind, ob Ihr Passwort stark genug ist, fragen Sie diesen kostenlosen Password Checker . Benutzen Sie auf gar keinen Fall ein Passwort unterhalb der Einstufung „gut".

Die komplette Festplatte verschlüsseln

Wahrscheinlich haben Sie bereits ein Login-Passwort für Windows auf Ihrem PC. Gut so, doch das schützt leider nicht Ihre Daten, wenn jemand Ihren Computer oder Ihre Festplatte entwendet. Der Dieb kann einfach Ihre Festplatte an einen anderen Computer anschließen und direkt auf die Daten zugreifen. Wenn Sie besonders viele sensible Daten auf Ihrer Festplatte lagern, sollten Sie über eine Komplett-Verschlüsselung nachdenken – die schützt Ihre Daten selbst dann, wenn die Festplatte in falsche Hände gerät.

Microsofts BitLocker-Software macht das Verschlüsseln ganzer Festplatten unter Windows zu einem Kinderspiel – solange Ihr PC die folgenden zwei Kriterien erfüllt. Erstens: Sie besitzen die Ultimate- oder Enterprise-Version von Windows 7 oder Vista, oder die Pro-, beziehungsweise Enterprise-Version von Windows 8. Und zweitens: Ihr PC verfügt über einen TPM-Chip (Trusted Platform Module). Der einfachste Weg, letzteres herauszufinden, ist BitLocker zu aktivieren. Windows wird Ihnen dann automatisch verraten, ob Sie einen TPM-Chip besitzen, oder nicht.

Um BitLocker zu aktivieren, öffnen Sie die Systemsteuerung, wechseln zum Reiter „System und Sicherheit" und wählen Sie dort „BitLocker Festplatten-Verschlüsselung". Alternativ suchen Sie nach „BitLocker" in Windows 8. Im BitLocker-Menü klicken Sie auf die Schaltfläche BitLocker einschalten" neben den Laufwerken, die Sie verschlüsseln möchten. Das ist auch schon die ganze Arbeit. Sollte Ihr PC die Anforderungen für BitLocker nicht erfüllen, bleiben Ihnen auch noch TrueCrypt oder DiskCryptor zur kompletten Verschlüsselung Ihrer Festplatte. TrueCrypt ist gratis und bewährt, damit können Sie jeden Windows-Rechner verschlüsseln.

Externe und USB-Laufwerke verschlüsseln

Für das Verschlüsseln externer Laufwerke und von USB-Speichern können Sie BitLocker To Go verwenden, der speziell für Tausch- und Wechselmedien entwickelt wurde. Auch hierfür benötigen Sie allerdings eine Professional- oder Enterprise-Version von Windows – aber immerhin keinen TPM-Chip. Alles, was Sie tun müssen, ist das Gerät, das Sie verschlüsseln wollen, an den PC anzuschließen und dann wie oben beschrieben das BitLocker-Menü aufzurufen. Am unteren Ende des Menüs finden Sie die Sektion „BitLocker To Go", wo Sie genau wie im Hauptprogramm neben dem gewünschten Laufwerk auf „BitLocker einschalten" klicken.

Web-Traffic verschlüsseln

Manchmal ist es notwendig, aus- und eingehenden Web-Traffic zu verschlüsseln. Wenn Sie etwa über ein ungeschütztes WLAN-Netz online gehen – zum Beispiel am Flughafen – kann ein Hacker die Datenübertragung zu und von Ihrem Computer unterbrechen und sensible Daten stehlen. Um eben diesen Datenfluss für Hacker nutzlos zu machen, können Sie ihn mit einer VPN-Verbindung verschlüsseln.

Ein virtuelles Privat-Netzwerk (VPN) erschafft einen sicheren „Tunnel", der durch einen vertrauenswürdigen Dritt-Server geleitet wird. Daten, die durch diesen Tunnel gesendet oder empfangen werden, sind verschlüsselt – und damit sogar dann gesichert, wenn sich Hacker Zugriff verschaffen. Web-basierte VPN-Verbindungen gibt es häufig nur gegen eine monatliche Nutzungsgebühr, sie bieten dafür aber besonders einfachen Internet-Zugang. Sie können aber auch Ihr eigenes Business- oder Privat-VPN einrichten:

Eigenes VPN erstellen - so geht's

Dropbox und Cloud-Speicher verschlüsseln

Wenn Sie oder andere Mitarbeiter Ihrer Firma Dropbox oder SugarSync benutzen, dann werden Ihre Daten bereits automatisch verschlüsselt. So sind Sie sowohl während des Up- oder Downloads, als auch bei der Lagerung geschützt. Unglücklicherweise verfügen eben diese Dienste aber auch über die passenden Entschlüsselungs-Passwörter – die Dienstleister können Ihre Dateien also jederzeit einsehen, sollten sie dies wollen oder müssen.

Wenn Sie irgendwelche wirklich heiklen, sensitiven Daten in Ihrem Cloud-Speicher lagern, sollten Sie eine zweite Schutzhülle anlegen. Der direkteste Weg führt dabei über TrueCrypt, mit dem sich innerhalb der Dropbox ein verschlüsselter Ordner anlegen lässt. Sollten Sie auch von anderen Computern auf die Daten zugreifen wollen, legen Sie am besten eine portable Version von TrueCrypt mit in die Dropbox.

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