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So verkaufen Sie alte Geräte richtig und sicher

22.08.2015 | 08:47 Uhr |

Schlummern bei Ihnen zu Hause oder Im Büro auch noch alte Hardware-Schätze? Wir zeigen Ihnen, wie Sie ungenutzte Smartphones, Tablets und Co. schnell und sicher zu Geld machen.

Vor Ihnen liegt ein altes Smartphone. Sie erinnern sich daran, als Sie es gekauft haben - es war neu, glänzend, der letzte Schrei, aktuellste Technik. Doch jetzt sind seine Tage längst gezählt. Jetzt ist es nur noch ein abgenutzter, verkratzter Schatten seiner selbst. Vor allem im Vergleich zu Ihrem neuen Smartphone, das Sie gerade gekauft haben.

Trotz Ihrer neuen Ausstattung ist aber noch ein Funken Leben im alten Smartphone. Und bestimmt gibt es da draußen jemanden, der es noch gut gebrauchen könnte. Sein gebrauchtes Handy zu verkaufen beschert ihm also nicht nur eine möglicherweise längere Lebenszeit, sondern Ihnen auch noch den einen oder anderen Euro aus dem Verkauf. Aber wo verkauft man seine alten Geräte am besten? Wie halten Sie Smartphone, Tablet und Co. während ihrer Gebrauchszeit so gut in Schuss, dass Sie diese später noch zu einem möglichst guten Preis verkaufen können? Und - am allerwichtigsten - wie entfernen Sie auch garantiert alle Ihre persönlichen und privaten Daten vom Gerät, um es guten Gewissens verkaufen zu können? Wir haben die - zum Glück gar nicht so komplizierten - Antworten auf diese Fragen.

Gebrauchte Hardware sicher verkaufen - alle Daten löschen

Schritt 1: Daten löschen

Mit großer Wahrscheinlichkeit befinden sich auf jedem Laptop, Smartphone und Tablet eine Vielzahl Ihrer sensiblen Daten. Von Ihrem Adressbuch über Ihre Amazon-Zugangsdaten bis hin zu Bankkontoinformationen. Und weil die natürlich niemanden etwas angehen, ist es umso wichtiger, Ihr Gerät vor dem Verkauf komplett von solchen Daten zu säubern. Bevor Sie damit anfangen sollten Sie aber von allen wichtigen Dateien auf dem Gerät ein Backup anlegen, damit am Ende nichts wichtiges verloren geht. Ein Smartphone oder Tablet von sensiblen Daten zu befreien, ist einfacher als Sie vielleicht denken.

Bei einem älteren Android-Gerät öffnen Sie einfach das Einstellungen-Menü, wählen "Privatsphäre-Einstellungen" und setzen es dort auf den Werkszustand zurück. Besitzt Ihr Gerät schon eine neuere Version von Android, öffnen Sie die Einstellungen-App, scrollen hinunter in die "Nutzer"-Rubrik, wählen dort "Sichern & zurücksetzen" und dort dann "Auf Werkszustand zurück". Bei iOS öffnen Sie ebenfalls die Einstellungen-App, wählen "Allgemein", scrollen nach unten und wählen dort "Zurücksetzen". Zum Schluss bestätigen Sie die Löschung noch mit "Alle Einstellungen".

Alle Daten sicher löschen - so geht's

Bei Laptops wird es schon ein bisschen komplizierter. Am sichersten ist es, wenn Sie die Festplatte komplett formatieren und anschließend wieder ein sauberes Betriebssystem darüber installieren. Apple bietet sogar Anleitungen an, wie Sie OS X deinstallieren und anschließend wieder aufspielen. Ganz egal, wie Sie am Ende Ihre Festplatte löschen: De-Autorisieren Sie in jedem Fall vorher Ihre Accounts für iTunes und Cloudspeicher-Dienste. Ebenso die Aktivierungsschlüssel für jede Software, die Sie auf Ihrem neuen Gerät wieder verwenden möchten.

Schritt 2: Sauber machen

Sobald Sie Ihre Daten bereinigt haben, nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit, um Ihr Gerät auch äußerlich zu säubern. Schalten Sie es dazu aus und entfernen Sie auch den Akku, sofern das möglich ist. Nehmen Sie dann ein weiches, feuchtes und faserfreies Tuch und wischen Sie damit das Gehäuse ab. Bei hartnäckigerem Schmutz üben Sie nur leichten Druck aus. Ist der Schmutz mit Wasser allein nicht zu entfernen, verwenden Sie stattdessen eine Mischung aus Wasser und weißem Essig oder Essigessenz (im Verhältnis 50:50).

Danach können Sie Ihr Gerät für den Verkauf fotografieren. Das ist in jedem Fall nützlich, wenn Sie den Verkauf auf Ebay oder Craigslist planen. Wählen Sie für die Fotos einen hellen, indirekt beleuchteten Platz und machen Sie Aufnahmen aus verschiedenen Winkeln - frontal, seitwärts, von der Rückseite, und so weiter. So können potentielle Käufer schon auf den Bildern den Zustand des Gerätes einschätzen.

Schritt 3: Verkaufen

Nach dem digitalen und physischen Frühjahrsputz ist Ihr Gebrauchtgerät bereit für den Verkauf. Zuvor müssen Sie sich selbst nur noch eine Frage stellen: Sind Sie bereit, ein bisschen weniger Geld am Gerät zu verdienen, wenn sich dadurch der Verkaufsprozess beschleunigt und vereinfacht? Oder wollen Sie Ihren Profit um jeden Preis maximieren, auch wenn das für Sie ein paar Unbequemlichkeiten und mehr Arbeit bedeutet?

Gebrauchte Schätze über das Web verkaufen: So machen Sie Ramsch zu Geld

Wenn die Entscheidung auf letztere Variante fällt, sind Sie ein typischer Kandidat für Craigslist und Ebay, wo Sie Ihre eigene Auktion erstellen und den Preis für Ihr Gerät festlegen können. Es gibt allerdings keine Garantie dafür, dass Sie den gewünschten Preis auch wirklich erzielen und es kann Tage und sogar Wochen dauern, bevor Sie Ihre Ware verkauft bekommen - wenn sie überhaupt gekauft wird. Andererseits, wenn es sich beim Gerät um gute und funktionierende Ware handelt und Sie einen vernünftigen Preis dafür verlangen, haben Sie das Geld vermutlich schon in der Tasche, bevor der Tag rum ist.

Andere Services wie reBuy, WirKaufens oder das Amazon Trade-In-Programm bieten einen Festpreis für gebrauchte Handys, Tablets, iPhones und andere elektronische Geräte. Sie akzeptieren beispielsweise auch Kameras, Spielkonsolen und Laptops. Der Dienst funktioniert folgendermaßen: Sie machen ein paar Angaben über das Gerät (Marke, Modell, Zustand, usw.), der Service schlägt Ihnen dann einen Eintauschpreis vor. Wenn Sie das Angebot akzeptieren, erhalten Sie eine vorfrankierte Postmarke, mit der Sie das Gerät einschicken. Sobald der Dienstleister das Gerät erhalten und den angegebenen Zustand überprüft hat, erhalten Sie Ihr Geld.

App-Test: Gebrauchte Medien verkaufen mit reBuy für iOS

Der Nachteil: Bei solchen Anbietern erhalten Sie in aller Regel weniger, als bei einem Verkauf über Ebay und Co. Es kann sogar passieren, dass Sie am Ende weniger Geld erhalten, als Ihnen versprochen wurde, wenn der Anbieter das Gerät prüft und nicht mit Ihren Angaben zum Zustand der Ware übereinstimmt. Trotzdem gehört diese Methode zu den einfachsten und stressfreien Möglichkeiten, seine alten Geräte zu verkaufen. Für viele Grund genug, sich auch mit ein paar Euros weniger zufrieden zu geben.

Schritt 4: Verkäufe für die Zukunft planen

Auch wenn es jetzt noch ein Weilchen hin ist, wird irgendwann Ihr neues, tolles Smartphone oder Tablet den gleichen Weg gehen, wie sein Vorgängermodell. Und auch dann sind Sie vielleicht wieder in der Situation, Ihr Altgerät verkaufen und sich ein neueres Modell anschaffen zu wollen. Mit diesem Gedanken im Hinterkopf ist es recht einfach, schon jetzt dafür zu sorgen, irgendwann den maximalen Preis für Ihr Altgerät zu erzielen.

Verzichten sollte man generell auf Dinge, die nicht wieder rückgängig zu machen sind, zum Beispiel Gravuren ins Gehäuse und ähnliches, um dem Gerät den "persönlichen Touch" zu verleihen. Wenn Sie Wert auf Personalisierung legen, benutzen Sie lieber ein individuell bedrucktes Case oder einen Skin, der sich recht einfach bei Bedarf wieder ablösen lässt. Bei Smartphones und Tablets lohnt sich für die Zeit des Gebrauchs auf jeden Fall eine Bildschirm-Schutzfolie, um Kratzer zu vermeiden und die Bruchgefahr zu minimieren. Auch verschlissene Ecken und Kanten können Sie vermeiden, indem Sie das Gerät konsequent in einer Hülle mit sich herumtragen und nicht einfach in der Jacken- oder Hosentasche transportieren, in der vermutlich auch noch der Schlüsselbund lagert.

Bewahren Sie auch sämtliches Zubehör, das im Lieferumfang des Geräts enthalten war: Karton, Ladekabel, Kopfhörer, Anleitungen, am besten auch den Kassenbeleg, falls der zukünftige Besitzer darauf Wert legt - zum Beispiel für Garantieansprüche. Ihr Ziel sollte darin liegen, Ihr Gerät so neu wie möglich aussehen zu lassen - denn nur so erzielen Sie die besten Preise auf dem Markt.

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