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So umgehen Sie jede Drosselung

25.11.2013 | 09:25 Uhr |

Um der Drosselungs-Falle bei mobilen und stationären Internet-Anschlüssen zu entkommen, gibt es mehrere Optionen. Welche das sind, erfahren Sie hier.

Im Mobilfunk sind sie schon lange an der Tagesordnung, bei DSL halten sie jetzt auch Einzug: Die Rede ist von gedrosselten Internet-Flatrates, also Tarifen, die ab einem bestimmten Datenverbrauch für den Rest des Monats stark ausgebremst werden. Nicht weniger brisant ist, dass manche Anbieter bestimmte Internet-Daten wie Youtube-Videos oder Tauschbörsen-Protokolle aktiv oder passiv ausbremsen. Wir verschaffen Ihnen einen Überblick über Tarife, bei denen Sie ausgebremst werden und geben Tipps zur Verringerung Ihres Datenverbrauchs. Mobilfunk: Drosselung technisch quasi unumgänglich

Viele Mobilfunknutzer haben sich inzwischen zähneknirschend damit abgefunden, dass der Werbeslogan „Endlos surfen zum Festpreis“ nicht bedeutet, dass man auch mit voller Geschwindigkeit endlos surfen kann. Je nach Tarif ist nach einigen Megabyte oder Gigabyte Schluss mit Highspeed-Internet. Für den Rest des (Abrechnungs-)Monats muss man sich dann mit mickrigen 64 oder gar 32 KBit/s begnügen, statt mit bis zu 42 MBit/s (UMTS/HSPA+ DC) oder 150 MBit/s (LTE) unterwegs zu sein.

Beim Mobilfunk ist das Prinzip der Drosselung vor allem der Tatsache geschuldet, dass die Frequenzen und damit die Breitband-Kapazitäten in den Handynetzen limitiert sind. Und alle Nutzer, die in die gleiche Funkzelle eingebucht sind, müssen sich deren maximale Bandbreite teilen. In kabelgebundenen Netzen wie DSL und TV-Kabel gilt dieses Argument hingegen nicht. Denn hier muss man sich nur die Bandbreite der Vermittlungsstelle beziehungsweise die des Übergabepunkts des Providers ins Internet mit anderen Benutzern teilen. Und diese Knoten lassen sich mit vergleichsweise geringen Investitionen durch (zusätzliche) Glasfaser-Leitungen nahezu unbegrenzt aufrüsten.

Festnetz: Hier werden Sie gedrosselt

Auf der Telekom-Seite zum Call&Surf-Comfort-Tarif ist auf den ersten Blick nichts von einer Volumen-Drosselung zu sehen.
Vergrößern Auf der Telekom-Seite zum Call&Surf-Comfort-Tarif ist auf den ersten Blick nichts von einer Volumen-Drosselung zu sehen.

Trotzdem hat die Telekom seit dem 2. Mai 2013 eine Drosselungs-Klausel in die Leistungsbeschreibung ihrer Call&Surf-DSL-Tarife aufgenommen: Bei Anschlüssen mit bis zu 16 MBit/s wird zukünftig die Geschwindigkeit ab 75 GB bis zum Anfang des nächsten Abrechnungsmonats auf 2 MBit/s reduziert. Bei Tarifen mit schnelleren Anschlüssen gelten die folgenden Grenzen: 200 GB bei 50 MBit/s (VDSL), 300 GB bei 100 MBit/s (Glasfaser) und 400 GB bei 200 MBit/s (ebenfalls Glasfaser). Technisch umsetzen will die Telekom die Drosselung zwar erst 2016, trotzdem gibt es schon jetzt hitzige Diskussionen und Benutzer-Proteste. Die Aussage, dass es zu einem höheren Preis auch weiterhin ungedrosselte Flatrates geben wird, konnte die Gemüter kaum beruhigen.

Auch die Telekom-Tochter Congstar hat angekündigt, 2014 Tarife mit Drosselung einzuführen. Details sind aber noch nicht bekannt.

O2 hat weitgehend unbemerkt bereits vor einiger Zeit eine Drosselung für einige seiner DSL-Anschlüsse eingeführt. Betroffen sind Kunden, die in Gegenden wohnen, in denen der O2-Mutterkonzern Telefonica über kein eigenes DSL-Netz verfügt. Dort kann das Unternehmen nicht die nackte Kupferleitung, die vom Kunden zur Vermittlungsstelle führt, von der Telekom mieten, sondern muss auf ein komplettes „Vorleistungsprodukt“ der ehemaligen Monopolisten zurückgreifen. Das Resultat: In den betroffenen Gebieten sind die O2-DSL-Tarife 5 Euro im Monat teurer und der Anschluss wird ab 50 GB Datenverbrauch bis zum Ende des Monats auf 1 MBit/s gedrosselt.

Bei Kabel Deutschland wird auch gedrosselt, davon betroffen sind aber nur die wenigsten. Denn das Limit ist hier ausgesprochen großzügig und wirkt sich nur auf bestimmte Internet-Anwendungen aus: Ab 60 GB Übertragungsvolumen an einem Tag reduziert sich die Geschwindigkeit auf 100 KBit/s, aber nur für Filesharing-Übertragungen. Ab dem darauffolgenden Tag wird die Drosselung wieder aufgehoben und der Zähler zurückgesetzt. Kabel Deutschland behält sich in seinen AGB vor, diese Geschwindigkeits-Reduzierung zukünftig bereits ab 10 GB Datenvolumen pro Tag vorzunehmen.

1&1 hat neben seinen ungedrosselten DSL-Tarifen auch die „Surf & Phone Flat Special“ im Angebot, die zu einem reduzierten Preis von monatlich 19,99 Euro nach einem Verbrauch 100 GB im Monat eine Drosselung auf 1 MBit/s vorsieht. Ab dem dritten Jahr kostet der Tarif allerdings 10 Euro mehr.

Gerüchteweise denkt auch Vodafone darüber nach, gedrosselte Tarife einzuführen.

Test: Werden Sie bereits gedrosselt?

Mit einem Internet-Geschwindigkeits-Test wie Speedmeter.de finden Sie heraus, ob Sie gedrosselt werden.
Vergrößern Mit einem Internet-Geschwindigkeits-Test wie Speedmeter.de finden Sie heraus, ob Sie gedrosselt werden.

Ob Sie bereits gedrosselt werden, lässt sich einfach herausfinden. Machen Sie einen Geschwindigkeits-Test am Anfang des Monats und an einem beliebigen späteren Tag. Um Tempo-Schwankungen zu relativieren, führen Sie den Test jeweils zu verschiedenen Uhrzeiten durch und bilden Sie einen Mittelwert. Ihr PC sollte für den Test idealerweise per LAN-Kabel mit dem Router verbunden sein. Außerdem sollte sichergestellt sein, dass in dem Moment kein anderes Gerät in Ihrem Heimnetz aufs Internet zugreift. Für den Test nutzen Sie zum Beispiel das PC-WELT-Angebot www.speedmeter.de oder den ebenfalls empfehlenswerten Dienst www.speedtest.net .

Wie Sie verhindern, dass Sie gedrosselt werden, erfahren Sie auf der nächsten Seite.

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