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Cleveres Hightech macht Autos sparsamer und umweltfreundlicher

27.05.2013 | 08:11 Uhr |

Autos sollen immer weniger Kraftstoff verbrauchen. Weniger Spritverbrauch schont Umwelt und Geldbeutel und erhöht die gesellschaftliche Akzeptanz eines Fahrzeuges. Die Wege zum sparsamen Auto sind dabei fast so vielfältig wie die Modellvielfalt der Hersteller. Wir stellen Ihnen aktuelle Technologien vor, blicken etwas in die Zukunft und beleuchten die Vor- und Nachteile der jeweiligen Sprit-Spartechnologie für den Autofahrer.

Downsizing: Den Motor geschrumpft

Um generell niedrigere Verbrauchswerte zu erreichen, reduzieren fast alle Hersteller bei Benzin- und Dieselmotoren den Hubraum und die Anzahl der Zylinder – Downsizing heißt das Stichwort. Denn ein Motor mit weniger Verbrennungsraum verbraucht grundsätzlich weniger Kraftstoff, weil weniger Reibung entsteht und weniger Energieverluste durch Abwärme auftreten. Außerdem bringt ein kleinerer Motor weniger Gewicht auf die Waage. Das hat gerade bei Kleinwagen dazu geführt, dass immer mehr 3-Zylinder unterwegs sind, beispielsweise in den Drillingen Aygo-Peugeot-107-Citroen-C1. Mit gerade einmal 1 Liter Hubraum. Fiat hat verbaut sogar 2-Zylindermotoren, so genannte Twin-Airs, in einigen seiner Modelle wie optional im Fiat 500 . Diese besonders sparsamen Twin-Air-Motoren kostet aber bei der Anschaffung deutlich mehr als Standardmotoren , so dass man beim Kauf genau kalkulieren sollte, ob sich diese Investition angesichts der voraussichtlichen Laufleistung lohnt.

Aber auch bei größeren Fahrzeugen ist Downsizing angesagt, Volkswagen beispielsweise verwendet sogar in der aktuellen Facelift-Version des schweren VW-Busses, dem T5.2, der zudem einen vergleichsweise schlechten cw-Wert hat (also nicht sehr windschnittig ist) nur noch 4-Zylindermotoren mit 2 Liter Hubraum. Zum Vergleich: Vor dem Facelift im Herbst 2009 konnte man den T5.1 auch mit 2,5-Liter-Motoren mit fünf Zylindern kaufen. Damit die Motoren trotz reduziertem Hubraum ausreichend Leistung liefern, werden sie vermehrt „aufgeladen“, Turbolader – teilweise sogar zwei pro Motor wie es bei den PS-stärkeren Bi-Turbo-Motoren von VW der Fall ist - und Kompressoren sorgen für den nötigen Durchzug. Ein besonderes Sahnestück unter diesen "Multi-Turbo"-Maschinen steckt im M550d von BMW - so viel Technik hat dann aber auch ihren Preis, der M550d kostet deutlich über 80.000 Euro.

Aktives Zylindermanagement (ACT) mit Zylinderabschaltung (Prinzipdarstellung)
Vergrößern Aktives Zylindermanagement (ACT) mit Zylinderabschaltung (Prinzipdarstellung)
© VW

Ebenfalls immer beliebter im Rahmen des Downsizing wird die Zylinderabschaltung. Hierbei werden während der Fahrt bei einem Vierzylinder mal eben zwei Zylinder abgeschaltet (konkret werden die Ventile der abgeschalteten Zylinder geschlossen), wenn deren Leistung nicht benötigt wird. VW und Fiat bieten beispielsweise Motoren mit Zylinderabschaltung, VW zum Beispiel im Polo BlueGT.

Erdgas und Autogas

Neben dem Abspecken der klassischen Verbrennungsmotoren sind natürlich auch alternative Kraftstoffe wie Erdgas (CNG) und Autogas (LPG) zu nennen, wenn es um das Spritsparen gehen. Wobei nur Erdgas-Fahrzeuge wirklich sparsam beim eigentlichen Verbrauch sind, wohingegen Autogas-Fahrzeuge ihren Vorteil bei den Kraftstoffkosten aufgrund der steuerlichen Begünstigung bei der Kraftstoffsteuer erzielen.

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Zu den Nachteilen besonders der Erdgas-Fahrzeuge gehört das schlecht ausgebaute Tankstellennetz. Findet man aber keine Erdgastankstelle und muss stattdessen mit Benzin fahren, dann geht der finanzielle Vorteil verloren. Zudem haben gerade Kleinwagen mit Erdgasantrieb und kleinen Tanks den Nachteil einer geringen Reichweite mit einer Tankfüllung.

Noch mehr Spritspartechnik bei klassischen Verbrennungsmotoren

Beim Benzin- und Dieselmotor bieten sich noch mehr Möglichkeiten zum Treibstoffsparen an. Etwa die bedarfsgerechte Elektrifizierung einzelner Komponenten, wie etwa der Servolenkung (statt hydraulischer Servopumpe mit permanentem Energieverbrauch) .

Aber auch innermotorisch sind Verbrauchs- und Emmisionseinsparungen beim Benzinmotor, etwa über Direkteinspritzung, kombiniert mit einer Verbrennung im Schichtladebetrieb, möglich.

Start-Stopp-System

Ein Start-Stopp-System hält den Motor bei stehendem Fahrzeug im Leerlauf an. Wird die Kupplung zum Losfahren getreten, startet der Motor sofort wieder selbständig. Das größte Potential bietet diese Technik bei häufigem Stop-and-Go-Verkehr in der Stadt, auf der Langstrecke spart man damit jedoch fast gar keinen Sprit. Zudem ist Start-Stopp nicht nach jedermanns Geschmack, weil der Motor schon mal ausgehen kann, wenn man sich sehr langsam in eine Kreuzung hineintasten will. Und bei winterlich niedrigen Temperaturen funktioniert Start-Stopp mitunter gar nicht oder erst dann, wenn der Motor sein Betriebstemperatur erreicht hat.

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Bei der Bremsenergierückgewinnung (Rekuperation) wird der Generator (Lichtmaschine) im Schubbetrieb verstärkt dazu genutzt die Batterie aufzuladen. Und beim Beschleunigen wird hingegen weniger Motorleistung für den Generator abgezweigt.

BMW fasst diese Maßnahmen unter dem Begriff EfficientDynamics zusammen. BlueEFFICIENCY ist die Bezeichnung bei Mercedes-Benz. Bei VW trägt das sparsamste Modell einer Baureihe die Bezeichnung BlueMotion. Für andere Motorisierungen steht ein BlueMotion-Technology-Paket zur Verfügung, das aber nicht alle Spritspartechniken von BlueMotion umfasst.

So gut sich Downsizing, Zylinderabschaltung und alle anderen oben genannten Technologien auch anhören – wo viel Technik drin ist, kann auch viel kaputt gehen. Das gilt besonders für Fahrzeuge, die zwei statt einem Turbo-Lader besitzen. Erweist sich ein technisch hochgerüsteter Spritsparer als besonders reparaturanfällig, so kann von Geld sparen keine Rede mehr sein.

So weit zu Sparmaßnahmen bei klassischen Verbrennungsmotoren. Kommen wir nun zu noch vergleichsweise jungen Motorkonzepten, die von vornherein auf einen möglichst sparsamen Betrieb ausgelegt sind.

 

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