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So schreiben Sie den perfekten IT-Lebenslauf

31.03.2016 | 16:17 Uhr |

Sie wollen einen Job im IT-Business? Lernen Sie hier, worauf es ankommt, damit Ihr Bewerbungsschreiben samt Lebenslauf nicht gleich im Abfalleimer landet.

Ihre IT-Kenntnisse sind hervorragend und Sie besitzen außerordentliche Branchen-Erfahrung - das alles hilft Ihnen aber nicht weiter, wenn Sie diese Fähigkeiten nicht angemessen im Lebenslauf präsentieren können. Um Ihnen auf der Karriereleiter nach oben zu verhelfen, haben wir mit einigen Karriere-Experten über die 14 häufigsten Fehler im Lebenslauf gesprochen und sagen, wie man sie vermeiden kann.

Ihr Lebenslauf verschafft dem potenziellen neuen Arbeitgeber oder Headhunter einen ersten Eindruck davon, wer Sie sind und was Sie zu bieten haben. Er sollte also unbedingt aus der Masse hervorstechen. "Lebensläufe können aus verschiedenen Gründen unbeachtet in der Versenkung verschwinden", erklärt Rick Endres, Präsident des Washington Network und ehemaliger CIO des US Congress. "Meistens aber, weil sich die Personalverantwortlichen erst einmal eine Basis schaffen müssen, die sie abarbeiten können." Wer dann nicht auf sich aufmerksam macht, gehört schnell zu den voreilig aussortierten. Wir sagen Ihnen, worauf Sie achten müssen.

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1) Tippfehler, falsche Rechtschreibung, schlechte Grammatik

Wenn wir ehrlich sind, sollten wir diesen Punkt eigentlich gar nicht erwähnen müssen. Trotzdem, erklären die Experten, werden Bewerbungen am laufenden Band wegen eben solcher Fehler aussortiert. "Die meisten Jobs legen großen Wert auf Kommunikationsstärke. Headhunter und Personalverantwortliche sind gar nicht erst an Ihnen interessiert, wenn Sie sich selbst nicht ordentlich ausdrücken können", sagt Rick Endres.

2) Zu viel Technik-Jargon

Auch andersherum funktioniert ein guter Lebenslauf aber nicht. Jobsuchende überfluten die Rubrik "Erfahrung und Kenntnisse" in ihrem Lebenslauf oft mit Tools und Technologien. Dabei geht es doch vor allem darum, dass sowohl Technik-affine, als auch IT-Ahnungslose Leute verstehen, was Sie können. Beispiel gefällig, wie's nicht sein sollte? Bitteschön: "Entwicklung einer Hybrid-Strategie zur Kostenreduzierung mithilfe von Data-Center-Hardware mit SAN-Verwendung für Daten mit hoher Verfügbarkeit, sowie Cloud-basierte Speicherlösungen mit Amazon S3 und ox.com für Backups und Archivierung." Viel zu viel Input. Am Ende weiß niemand so richtig, was Sie nun wirklich getan haben. "Wählen Sie einige Top-Tools aus, die für Ihre Karriereziele am wichtigsten sind und fügen Sie sie in Ihren Lebenslauf ein", rät Jennifer Hay, anerkannte Lebenslauf-Schreiberin für den Bereich IT auf TweetsResume.com . "Alle übrigen Tools und Technologien, die Sie beherrschen, können Sie stichpunktartig an anderer Stelle einfügen - zum Beispiel unter technische Fähigkeiten".

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3) Schwache Dateinamen

"Beinahe jeder Lebenslauf wird ähnlich benannt: Lebenslauf1.pdf oder Lebenslauf_kurz.pdf - anstatt beispielsweise den Namen des Bewerbers mit hineinzuschreiben oder ein Kurzwort für die Position, auf die sich der Anwärter bewirbt", erzählt Rick Endres. Das ist vor allem problematisch, wenn Bewerbungsdokumente an einem zentralen Ort gesammelt werden und Sie wollen, dass Ihr Lebenslauf später trotzdem problemlos wiedergefunden wird. Es ist jedenfalls mehr als schlecht, sich darauf zu verlassen, dass jemand extra noch einmal alle Dokumente öffnet, nur um Ihren speziellen Lebenslauf zu finden...

4) Länge des Lebenslaufs

IT-Profis verlassen sich bei der Länge ihres Lebenslaufs oft auf Ratschläge, die sie von Leuten erhalten, die einen nicht-technischen Lebenslauf abgeben. "Für IT-Profis ist es schlicht unrealistisch, ihren Lebenslauf auf zwei Seiten zu beschränken. Für gewöhnlich schreibe ich Lebensläufe mit einer Länge von 2,5 Seiten, wobei auf der letzten Seite auch Platz für Ausbildung, Zertifikate und technische Profile bleiben", erklärt TweetsResume.coms Jennifer Hay.

Ihr Lebenslauf enthält technische Details, Zertifizierungen, professionelle Entwicklungsinformationen und natürlich Ihr technologisches Profil. All das braucht Platz. "Die meisten Personalverantwortlichen im IT-Bereich geben sich nicht mit Minimal-Beschreibungen zufrieden. Sie wollen wissen, wie Sie was getan und welche Technologien Sie benutzt haben. Sie wollen wissen, in welchen Technologien Sie Fähigkeiten und Erfahrungen vorweisen können. Und die meisten IT-Profis haben zusätzlich dazu noch weitere, lange Listen von Tools, Prozessen und Methoden hinzuzufügen", weiß Hay.

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5) Unklare Positionierung

"Wenn Sie einen Blick auf Ihren Lebenslauf werfen und anhand dessen nicht direkt identifizieren können, für welche Art von Position Sie sich bewerben, sollten Sie das Ganze noch einmal überarbeiten", rät Cheryl Simpson, Präsidentin von Executive Resume Rescue. "Wenn ein Headhunter oder Personalverantwortlicher Ihren Lebenslauf liest, sollte er innerhalb weniger Sekunden in der Lage sein herauszufinden, auf welche Position Sie es abgesehen haben. Durch das Hinzufügen eines Titels, einer Inhaltsangabe und Branchen-Keywords können Bewerber leicht hervorheben, wie gut sich ihre eigenen Karriereziele mit den Jobvoraussetzungen der Firma decken", erklärt Simpson.

6) Keine Strategie

Wenn Sie sich für eine Senior-IT-Position bewerben ist es wichtig, dass Sie vorweisen können, eine technologische Strategie an den wirtschaftlichen Bedürfnissen einer Firma auszurichten. Dennoch scheitern an dieser Aufgabe die meisten Bewerber. "Senior IT-Manager müssen die Fähigkeit vorweisen, ihre technologische Planung genau den geschäftlichen Bedürfnissen und Zielen der Firma anzupassen", sagt TweetsResume.coms Jennifer Hay. "Mithilfe von Erfolgsgeschichten, Zusammenfassungen und Positionsbeschreibungen machen Sie Ihrem Gegenüber klar, wie Sie Technologien dazu nutzen können, den Erfolg des Arbeitgebers weiter voranzutreiben. Denn genau das ist es, worauf die meisten Firmen Wert legen."

7) Falsche Formate

Jennifer Hay von TweetsResume.coms erklärt: "Sie können genau zwei Formate für technische Lebensläufe nutzen - chronologisch und hybrid. Personalverantwortliche sind vor allem daran interessiert, was Sie getan haben, für wen und wie lang. Dabei sind vor allem die letzten sieben bis acht Berufsjahre relevant. Sie wollen das technische Umfeld kennenlernen, in dem Sie tätig waren - auch die Größe und Komplexität der IT-Abteilung", so Hay. "Es gibt kaum Branchen, die sich in den letzten Jahren so stark verändert haben, wie die IT- und Technik-Industrie. Eine Erfolgsgeschichte aus dem Jahr 2012 hat also einen viel größeren Stellenwert, als ein Ereignis, das bereits sechs Jahre zurückliegt. Daher", erklärt Hay, "sollte ein funktionelles Format für den Lebenslauf gewählt werden, das bloß nicht darauf aus ist, mögliche Job- und Wissenslücken zu kaschieren."

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