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So richten Sie eine RAM-Disk ein

08.07.2014 | 09:11 Uhr |

Bei einer RAM-Disk verwandeln Sie einen Teil Ihres Arbeitsspeichers in eine kleine Festplatte, die bis zu 20 Mal so schnell wie eine moderne Solid State Drive ist. Wir zeigen Ihnen, wie Sie mit dem kostenlosen Programm SoftPerfect RAM Disk Ihre persönliche Mini-Festplatte in Ihrem Arbeitsspeicher einrichten.

Eine RAM-Disk kann schneller als eine SSD arbeiten: Mit aktuellen DDR3-1600-Modulen können Sie Datenraten von über 8 Gigabyte pro Sekunde erreichen. Auf diese rasend schnelle Mini-Festplatte können Sie dann beispielsweise Daten speichern, auf die extrem schnell zugreifen wollen. Das können Speicherstände von PC-Spielen sein, die dann blitzschnell geladen sind, große Audio-, Bild- und Videodateien, die Sie viel schneller bearbeiten können, ganze Programminstallationen regelmäßig genutzter Software, die dann in Sekundenbruchteilen startklar sind oder ganze Betriebssystem-Installationen – sofern die RAM-Disk groß genug ist. Bei den günstigen Speicherpreisen kann man sich das aber locker leisten: 16 Gigabyte bekommen Sie schon für 100 Euro. In unserem Ratgeber verwenden wir das Einrichten einer RAM-Disk am Beispiel der Gratis-Software "RAM Disk" von SoftPerfect.

Kostenloser Download auf der Herstellerseite: SoftPerfect RAM Disk

So richten Sie eine RAM-Disk ein

Klicken Sie nach dem Programmstart auf den „Disk“-Reiter und wählen Sie die Option „Add“, wenn Sie eine RAM-Disk für Dateien einrichten wollen. Soll das ganze Betriebssystem in die RAM-Disk, nehmen Sie „Add Boot Disk“. Jetzt legen Sie mit den kleinen Pfeiltasten unter dem „Size (MB)“-Feld fest, wie viel Arbeitsspeicher-Kapazität Sie in die Ram-Disk investieren wollen. Beachten Sie, das Windows in der Regel mindestens zwei Gigabyte für den flüssigen Betrieb benötigt. Unter „Mount Option“ suchen Sie sich einen freien Laufwerksbuchstaben für die RAM-Disk aus. Und unter „File System“ definieren Sie das Dateiformat für die RAM-Disk. Abschließend  empfehlen wir Ihnen, die Option „Mount as Removable“ durch das Setzen eines Häckchens zu aktivieren. Sie verhindern so, das Windows ihre RAM-Disk indiziert und einen Papierkorb für sie anlegt. Bestätigen Sie alle Einstellungen mit „OK“. Nun ist Ihre RAM-Disk einsatzbereit.

Mit der kostenlosen Software SoftPerfect RAM Disk richten Sie in ein paar Minuten eine blitzschnelle RAM-Disk im Arbeitsspeicher ein.
Vergrößern Mit der kostenlosen Software SoftPerfect RAM Disk richten Sie in ein paar Minuten eine blitzschnelle RAM-Disk im Arbeitsspeicher ein.

Den Arbeitsspeicher richtig ausreizen

Mehr Leistung holen Sie aus Ihrem Speicher heraus, wenn Sie die Arbeitsfrequenz der Module und gegebenenfalls auch die RAM-Versorgungsspannung erhöhen. Die Änderung können Sie meist im Bios vornehmen, in einigen Fällen lässt sich aber auch Software für diese Zwecke verwenden. Die sicherste und bequemste Methode fürs Übertakten stellen Speicherriegel mit vorprogrammierten Overclocking-Profilen dar. Ihre Hauptplatine und Ihre Speichermodule müssen dann allerdings die Funktion „Extreme Memory Profile“ (XMP) beherrschen. Ist das der Fall, brauchen Sie lediglich im Bios „XMP“ respektive „X.M.P“ aktivieren. Mainboard-Hersteller wie Asrock, Asus, EVGA, Gigabyte, Intel und MSI bieten sogar meist mehrere Profile zur Auswahl an. Ist das Profil aktiviert, übertaktet die Hauptplatine den Speicher automatisch und erhöht – wenn nötig – sogar die Spannungsversorgung. Denn eine höhere Spannung erlaubt in der Regel auch höhere Taktfrequenzen.

Können Sie die XMP-Technik in Ihrem Rechner nicht nutzen, lässt sich der Arbeitsspeicher meist trotzdem über Bios-Einstellungen des Hauptplatinen-Herstellers übertakten. Wichtig dabei: Der Speichertakt ist – insbesondere bei älteren Boards – häufig abhängig vom Front Side Bus (FSB), Referenz- oder Systemtakt des Hauptplatinen-Chipsatzes und zudem meist noch mit dem Prozessortakt gekoppelt. Hier können Sie durch einen höheren Systemtakt also unter Umständen auch gleich den Speicher übertakten. Bevor Sie loslegen, sollten Sie also das Handbuch gründlich studieren. Nicht nur im Hinblick auf die Kopplung von CPU, RAM und Systemtakt und wie Sie die Komponenten möglicherweise entkoppeln können, sondern auch wegen der Einstellungen für die Versorgungsspannung. Denn: Mit zu hohen Werten können Sie Ihre Speicherriegel beschädigen. So vertragen viel DDR3-Module, die regulär mit 1,5 Volt laufen, in der Regel nicht mehr als 1,6 Volt.

Programm wie Asus' "TurboV EVO" übertakten Ihr System vollautomatisch und passt unter anderem auch den Arbeitsspeicher entsprechend an.
Vergrößern Programm wie Asus' "TurboV EVO" übertakten Ihr System vollautomatisch und passt unter anderem auch den Arbeitsspeicher entsprechend an.

Bei neueren Boards finden Sie diese Bios-Funktionen in speziellen „Overclocking“-Menüs. Zudem bieten viele Hersteller Tools an, mit denen Sie die Einstellungen bequem und einfach unter Windows vornehmen und im Anschluss auch gleich testen können. Sowohl die Bios-Menüs als auch die Tools tragen meist den gleichen Namen und heißen beispielsweise bei Asrock „OC Tuner“, bei Asus „AI Overclock“, bei Gigabyte „M.I.T“ (MB Intelligent Tweaker), „Extreme Tuning Utility“ bei Intel und „OC Genie“ bei MSI.

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