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So retten Sie Ihren PC mit einer Boot-DVD

21.03.2014 | 11:23 Uhr |

Regelmäßig geupdatete Virenscanner stellen eine fast unüberwindbare Barriere für Malware dar. Ist es aber bereits zu spät, hilft oft nur noch eine Rescue-Boot-DVD.

Schon beim Geringsten Verdacht auf eine Vireninfektion sollte man sofort handeln und sich nicht mehr nur auf den installierten Virenscanner verlassen. Meldet sich nicht der im Hintergrund aktive Wächter des Antivirenprogramms, sondern wird der Virus erst bei einem automatischen beziehungsweise manuellen Scan gefunden, dann ist bereits einiges schiefgelaufen und der Virus befindet sich sehr wahrscheinlich schon seit Längerem auf dem PC. Im schlimmsten Fall wurden bereits Windows-Startprozesse manipuliert und Spähprogramme nachgeladen, die beispielsweise Bankdaten und Logins abgreifen.

Es bringt also wenig, sich unter Windows auf die Suche nach einem Virus zu begeben. Für das Aufspüren sollte man eine Boot-CD nutzen, die einen Viren-Scanner enthält, der unabhängig vom installierten Windows-System läuft. Die Signaturdatenbank des Scanners lässt sich über ein Online-Update auf den neuesten Stand bringen. Um möglichst allen Schädlingen auf die Spur zu kommen, empfehlen wir den Einsatz einer Notfall-DVD, wie sie etwa von PC-WELT und auch von Herstellern wie Avira , AVG , Bitdefender , F-Secure und Kaspersky zum kostenlosen Download angeboten wird.

PC-WELT-Notfallsystem auf DVD

Mit der PC-WELT-Notfall-DVD 2014 müssen Sie nicht mehr bei jeder Windows-Katastrophe das System neu aufsetzen. Die Rettungs-DVD hilft Ihnen, Hardware-Fehler zu finden und Daten von defekten Datenträgern zu retten, gelöschte Daten wiederherzustellen, die Windows- Startumgebung zu reparieren und, falls nötig, das Windows-Kennwort zurückzusetzen.

Bei eingelegter Boot-DVD und aktiviertem Booten von CD/DVD erscheint das Auswahlmenü. Starten Sie das PC-WELT-Notfallsystem.
Vergrößern Bei eingelegter Boot-DVD und aktiviertem Booten von CD/DVD erscheint das Auswahlmenü. Starten Sie das PC-WELT-Notfallsystem.

Brennen Sie die ISO-Datei über einen Zweit-PC oder Zweit-Laptop auf eine DVD und starten Sie Ihren PC mit der nun bootfähigen DVD im Laufwerk, um Ihre Daten beziehungsweise Ihr System zu retten. Sollte der PC nicht von der DVD booten, ist das PC-Bios noch nicht entsprechend konfiguriert. Zugriff auf die Bios-Einstellungen erhalten Sie meistens durch Drücken der Tasten Entf, F2 oder Strg-Esc direkt nach einem Neustart. Abhängig ist dies vom verwendeten Bios. Suchen Sie in den Bios-Optionen nach einem Eintrag, der etwa „Boot Sequence & Floppy Setup“ oder ähnlich lautet. In der Startreihenfolge muss als erster Eintrag CD/DVD-Laufwerk stehen. Speichern Sie die geänderten Einstellungen.

Nachdem Sie den PC von der DVD gebootet haben, sehen Sie das Menü der PC-WELTNotfall-DVD. Wenn Sie keine Auswahl vornehmen, lädt der PC das installierte Betriebssystem automatisch nach 30 Sekunden. Um das Notfallsystem zu starten, gehen Sie nun einfach mit den Pfeiltasten auf „PC-WELT Notfall-System“ und drücken danach die Enter-Taste. Für die sinnvolle Nutzung der Viren-Scanner im PC-WELT-Notfallsystem ist eine Internetverbindung erforderlich, damit sie vor dem Start die aktuellen Virensignaturen herunterladen können. Die meisten PC-Benutzer bauen die Internetverbindung über ein drahtgebundenes Netzwerk („Ethernet“) und einen DSL-Router oder ein Kabelmodem mit integriertem DHCP-Server auf. In diesem Fall sollte die Konfiguration automatisch funktionieren. Hat das Notfallsystem einen WLAN-Adapter ausgemacht, zeigt Ihnen Wicd die drahtlosen Netzwerke in der Umgebung an. Nach einem Klick auf „Eigenschaften“ beim gewünschten WLAN-Netz tragen Sie hinter „Schlüssel“ das WPA-Passwort ein und klicken auf „OK“. Über die Schaltfläche „Verbinden“ stellen Sie die Verbindung her.

Virensuche mit der Notfall-DVD

Das PC-WELT-Notfallsystem ist mit zwei Viren- Scannern ausgestattet. Klicken Sie auf die Menüschaltfläche links oben und daraufhin auf „Rettungswerkzeuge“ und „Avira“ oder „Clam AV“. Im Anschluss daran bestätigen Sie das Update der Virensignaturen jeweils mit „Ja“. Nun warten Sie, bis das Update abgeschlossen ist. Nachfolgend sehen Sie das Fenster „Virensuche mit Avira“ beziehungsweise „Virensuche mit ClamAV“. Hinter „Zu scannendes Verzeichnis“ ist der Pfad „/media“ eingestellt. Hier müssen die Partitionen eingehängt sein, die Sie prüfen möchten. Das ist bisher aber noch nicht der Fall, weil das System aus Sicherheitsgründen die Partitionen nicht automatisch einbindet. Um das nachzuholen, klicken Sie in der Symbolleiste auf das sechste Icon „Laufwerke“. Sie sehen eine Liste mit den gefundenen Partitionen, in der Sie beispielsweise auf „Partition 2 (sda2, ntfs) einbinden“ klicken. Bei der zweiten Partition handelt es sich normalerweise um die Windows-Systempartition, bei der ersten um die Boot-Partition. Für einen ersten Test sollten Sie kein Häkchen vor „schreibbar?“ setzen. Klicken Sie nun auf „Durchsuchen starten“.

Wenn der Viren-Scanner infizierte Dateien meldet, dann recherchieren Sie zuerst im Internet und finden dabei heraus, um welchen Schädling es sich genau handelt. Abhängig von der Art des Befalls sind zum Teil komplizierte Maßnahmen erforderlich, und es nützt nichts, die gemeldeten Dateien einfach zu löschen. Wenn sehr viele Dateien betroffen sind, sollten Sie eher wichtige Dateien retten und Windows neu installieren. Beide Virenscanner sind allerdings ohnehin standardmäßig so eingestellt, dass sie Infektionen nur anzeigen, jedoch Dateien nicht verändern. Für den Fall, dass Sie dies ändern wollen, lösen Sie im Fenster „Laufwerke“ die Einbindung der Partition, setzen ein Häkchen vor „schreibbar?“ und binden die Partition wieder ein. Sollte es dabei eine Fehlermeldung geben, ist das eine spezielle Schutzmaßnahme für Windows 8. Wenn das Einbinden geklappt hat, dann gehen Sie auf die Registerkarte „Expertenmodus“ und setzen ein Häkchen vor „Infizierte Dateien löschen“ (Clam AV) oder aktivieren die Option „löschen“ oder „desinfizieren/umbenennen“ (Avira).

Die Kaspersky Rescue Disk wird nach dem Start auf den neuesten Stand gebracht, indem aktuelle Virensignaturen geladen werden.
Vergrößern Die Kaspersky Rescue Disk wird nach dem Start auf den neuesten Stand gebracht, indem aktuelle Virensignaturen geladen werden.

Kaspersky Rescue Disk Gratis-Notfallsystem

Wie bereits gesagt, sollte man niemals nur einem Virenscanner vertrauen und im Fall einer Malware-Infektion lieber auch noch ein zweites Notfallsystem verwenden.

Laden Sie das CD-Image der kostenlosen Kaspersky Rescue Disk auf PC-WELT.de oder beim Hersteller herunter. Brennen Sie die ISO-Datei mit einer entsprechenden Software auf einen leeren Rohling und starten Sie den PC anschließend mit eingelegter Notfall-CD. Drücken Sie innerhalb von zehn Sekunden eine beliebige Taste, um von der CD zu booten. Wählen Sie dann mithilfe der Pfeiltasten die gewünschte Sprache aus und bestätigen Sie mit der Eingabetaste. Wählen Sie „Kaspersky Rescue Disk. Grafikmodus” und bestätigen Sie mit der Eingabetaste.

Im Anschluss daran erscheint der Bootscreen, und der Startvorgang beginnt. Bestätigen Sie den Lizenzvertrag mit der Taste 1. Danach setzen Sie vor alle Optionen ein Häkchen und klicken auf „Untersuchung von Objekten starten“.Nun startet der Scan-Vorgang, der eine Zeit lang dauern kann. Wenn der Virenscanner fündig wird, werden Sie zu einer Aktion aufgefordert. Wählen Sie „Löschen (empfohlen)“ und drücken Sie die Eingabetaste. Ist der Scan-Vorgang abgeschlossen, können Sie auf „Beenden“ klicken und im folgenden Bestätigungsdialog „Ja” anklicken. Entnehmen Sie die Notfall-CD aus dem Laufwerk und starten Sie den nun virenfreien PC wieder mit Windows.

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