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So nutzen IT-Profis Facebook richtig

25.12.2014 | 08:41 Uhr |

Viele IT-Händler und Systemhäuser sehen Facebook noch immer als rein privates Werkzeug und sind sich dem Business-Nutzen nicht bewusst. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihr Unternehmen mit Facebook erfolgreicher machen.

IT-Fachhändler, Systemhäuser, E-Tailer und Dienstleister aus den Bereichen Informationstechnik (IT) und Telekommunikation (TK) - gemeinhin als "Channel" bezeichnet - halten sich, was Facebook angeht, noch immer vergleichsweise stark zurück. Vor allem, weil viele in der Systemhausbranche weiterhin glauben, dass Facebook ein ausschließlich privates Tool sei. Facebook ist aber mittlerweile ein wichtiges Werkzeug für Unternehmen geworden und ermöglicht Systemhäusern in Zeiten des Fachkräftemangels genau dort aktiv zu sein, wo junge Nachwuchskräfte unterwegs sind.

Doch wie schaut ein professioneller Facebook-Auftritt aus, welche Erfolge lassen sich damit erzielen und was müssen Systemhäuser beachten, damit sie vor der Konkurrenz punkten?

ChannelPartner verrät zehn praktische Tipps, wie Sie Ihr Unternehmen bestmöglich auf Facebook platzieren.

1. Legen Sie eine Strategie fest

Bevor Sie sich für einen Facebook-Auftritt entscheiden, ist es wichtig zu wissen, wohin Sie überhaupt wollen. Facebook bietet verschiedene Möglichkeiten, um mit Marktbeteiligten im Dialog zu stehen.

  • So können Sie beispielsweise Bestandskunden die Möglichkeit geben, sich mit Ihnen über Software-Updates oder zu neuen Produkten mit Ihrer Firma auszutauschen.

  • Neue Möglichkeiten eröffnet das Soziale Netzwerk in Sachen Imaging und erlaubt Ihnen, mit gezielter Werbung Neukunden zu gewinnen.

  • Facebook ist ebenfalls eine Plattform für laufenden Content, mit dem Sie die Presse, Ihre Partnerunternehmen, oder auch Investoren schnell zu aktuellen Themen informieren und Anfragen beantworten können.

  • Immer mehr Nachwuchskräfte informieren sich im Social Web über eine Firma, auch im Channel. Mit einer Karriereseite auf Facebook erreichen Systemhäuser junge Nachwuchskräfte genau dort, wo sie heute unterwegs sind, und können auf Fragen gezielt antworten.

2. Definieren Sie interne Ziele

Nachdem Sie sich für eine Strategie entschieden haben, sollten Sie interne Ziele festlegen. Wollen Sie Ihren Kunden den direkten und schnellen Dialog ermöglichen oder ist es Ihnen wichtiger, Ihrer Homepage durch Content und Likes eine größere Reichweite zu geben? Reihenfolge und Priorität der Ziele sind entscheidend.

Am Anfang ist es ratsam, die Ziele etwas niedriger zu stecken, da ein Social Media-Auftritt immer auch mit Arbeit verbunden ist. Ob Ihre Ziele konkret messbare Zahlen, wie beispielsweise eine bestimmte Anzahl an Likes, beinhalten sollen oder "weich" formuliert sind, sollten Sie auch mit der in Punkt 1) gewählten Strategie abstimmen.

Auch die Unternehmensgröße und Priorität der Ziele spielen eine entscheidende Rolle. So kann es beispielsweise für größere Unternehmen mit einer höheren Fluktuationsrate sinnvoll sein, nicht alle Inhalte auf einer einzigen Facebookseite zu platzieren, sondern eine eigene Seite für Karrierethemen zu schalten.

3. Bauen Sie sich Social-Media-Know-how auf

Experten weisen darauf hin, dass ein Facebook-Auftritt oft mehr Zeit in Anspruch nimmt, als man denkt. Auch wenn Sie Ihre Social-Media-Ziele am Anfang nicht so hoch gesteckt haben, sollten Sie für einen professionellen Auftritt immer geschultes Personal einsetzen und dafür auch genügend Zeit einräumen. Hier gibt es eine Menge Anbieter im Markt, die branchenspezifische Schulungen anbieten.

Die Person, die Ihre Facebook-Seite betreut, sollte Branchen-Know-how besitzen, die Sprache der Zielgruppe sprechen und die Cooperate Identity Ihres Systemhauses verinnerlicht haben.

4. Definieren Sie Zuständigkeiten

Gerade dann, wenn Ihre Facebook-Präsenz zunimmt, ist es für viele verlockend, die Verantwortung für die Inhalte Ihrer Seite(n) an verschiedene Personen zu delegieren, so dass die Anzahl der Verantwortlichen schnell zu groß ist und so weder die Strategie umgesetzt noch Zielgruppe richtig angesprochen wird.

Hannes Beierlein, Social Media-Experte vom IT-Kommunikationsspezialisten Evernine, betont, dass eine professionelle und zielgruppengerechte Kommunikation essentiell ist: "Strategie und Inhalte des Facebook-Auftritts eines Systemhauses müssen von einer Person gesteuert werden. Diese muss sowohl die Themen der Branche kennen als auch die Eigenheiten des Channel-Unternehmens."

5. Legen Sie einen Facebook-"Codex" für Ihr Systemhaus fest

Denken Sie immer daran, dass auf Facebook, wie immer bei Social Media, ein Dialog stattfindet. Um das bestmögliche Bild Ihres Systemhauses zu vermitteln, ist neben klar geregelten Kompetenzbereichen auch ein grundsätzlicher Facebook-"Codex" notwendig, der eng mit der Geschäftsführung abgestimmt werden sollte. In diesem sollten Sie genau definieren, wie und ab wann Sie auf kritische Kommentare regieren möchten. In den Kommentarfunktionen haben Mitarbeiter verschiedene Möglichkeiten (Löschen, Direktantwort und Liken), direkt auf Posts zu reagieren und Ihr Unternehmen nach außen darzustellen. Die Inhalte sollten Sie daher genau bestimmen. Ihre zuständigen Mitarbeiter müssen zudem die grundlegenden Dinge des Community Managements beherrschen.

6. Machen Sie Ihre Seite attraktiv

Professionelle Bilder werten jede Facebookpage auf. Bevor Sie alte Fotos aus dem Archiv kramen, beauftragen Sie lieber einen professionellen Fotografen, der Ihr Systemhaus bestmöglich ablichtet und die individuelle persönliche Note zeigt. Eine schöne Bildergalerie mit informativen Beschriftungen macht Ihr Haus interessanter. Hier lassen sich auch Produkte, Angebote und Ansprechbarkeit demonstrieren. Aber nicht nur Bilder sind wichtig. Kurze Firmenvideos, die sich in einem eigenen Reiter platzieren lassen, eignen sich hervorragend, um in kurzer Zeit viel über Ihr Unternehmen zu sagen.

Facebook weist Ihrer Seite zuerst eine beliebige URL zu. Eine eigene Facebook-URL ( www.facebook.com/IhrSystemhaus ) wirkt hingegen viel professioneller und sorgt auch dafür, dass Sie andere schneller finden. Beierlein empfiehlt unbedingt, ein eigenes Impressum samt Kontaktinformationen und Anfahrtsplan anzulegen. Er weist darauf hin, dass der Channel noch nicht so aktiv auf Facebook ist und damit die Chancen gut stehen, dass die eigene URL noch frei ist. Falls Ihr Facebook-Name schon vergeben sein sollte, wie wäre es mit einem Namen im Stile von www.facebook.com/derhotelspezialist?

7. Schöpfen Sie die Möglichkeiten von Facebook aus

Um mehr Besucher auf Ihre Seite zu locken, bietet Facebook verschiedene Möglichkeiten; Eine davon ist gezielte Werbung. Für den maximalen Erfolg sollten Sie die Werbeanzeigen bestmöglich an Ihre Zielgruppe (Alter, Geschlecht, Branche) anpassen.

Das Schöne an der Facebook-Werbung ist, dass Sie diese nur bezahlen müssen, wenn Sie Ihnen auch etwas bringt: Mit Werbeanzeigen können Sie beispielsweise die Anzahl der Zusagen für Veranstaltungen, die Sie auf Facebook erstellen, erhöhen. Dafür gibt es verschiedene Kostenmodelle: Besonders Varianten, bei denen Sie nur die Werbung zahlen, die einen Besucher zu einer Zusage bewegt hat, sind lukrativ. Sie können Werbeanzeigen aber auch dafür einsetzen, um für Ihre Produkte und Services mehr Likes zu bekommen. Informieren lohnt sich.

Auf Facebook können Admins einer Firmenseite als Benutzer oder Firma agieren. Das kann beides seine Vorzüge haben. Verzichten Sie aber keinesfalls darauf, Ihre Seite auch als Firma zu beposten und zu kommentieren.

8. Investment lohnt sich

Auch wenn Facebook-Schulungen, Arbeitszeit, interne Abstimmungen und Werbeanzeigen vor allem zu Beginn etwas Geld kosten, bereichert ein professioneller Facebook-Auftritt – wie viele andere Beispiele zeigen – jedes Unternehmen. "Die Vorteile eines guten Facebook-Auftritts überwiegen auch im Channel die Risiken, die ein Einstieg in die Social Media Welt birgt, denn nirgendwo können Sie Ihre Kunden so zielgerichtet mit Werbung erreichen ", so der Experte Beierlein. Dennoch sei an dieser Stelle nochmal darauf verwiesen, dass sich auch aus finanzieller Sicht kleinere Ziele für den Anfang anbieten.

9. Die Mitarbeiter aufklären

"Facebook ist nicht nur ein privates Netzwerk, wie viele in der Systemhausbranche noch immer glauben. Es ist heute vor allem auch ein Businesstool und wird für alle Unternehmen zunehmend wichtiger", so der Social Media-Experte.

Vor allem die Mitarbeiter, die im engen Kontakt mit dem Kunden stehen, wie beispielsweise Vertriebler, sollten ein seriöses Facebook-Profil nach außen hin pflegen. Denken Sie auch daran: Ob Sie es wollen oder nicht, die Kunden suchen ihre Mitarbeiter. In den Privatsphäreeinstellungen kann man mit wenigen Klicks Kontakte in verschiedene Gruppen einteilen und festlegen, wie viel des eigenen Profils Fremde einsehen können. Stellen Sie sich professionell dar, aber übertreiben Sie es nicht, wie Beierlein rät: "Bei einem gelungen Profil muss es weiterhin auch menscheln, damit es auch authentisch wirkt."

10. Geduld lohnt sich

Denken Sie daran, die meisten Maßnahmen werden sich erst mittel- oder langfristig auswirken. Verschiedene Beispiele zeigen, dass es dauert, bis sich die Facebook-Investition auszahlt. Sie sollten daher Ihre Seite als langfristiges Projekt und als zusätzlichen, aber heute unerlässlichen Kommunikationskanal verstehen.

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