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So meistern Sie Linux-Software

15.01.2014 | 15:17 Uhr |

Libre Office, Gimp, Firefox, Chrome und Digikam: In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen, wie Sie mit Hotkeys und Add-Ons das Arbeiten im Linux-Alltag einfacher gestalten.

1. Textverarbeitung: Libre Office: Einfügen ohne Formatierung

Textbausteine aus anderen Dokumenten, Webseiten und PDF-Dateien, die Sie in Libre Office Writer einfügen, bringen ihre ursprüngliche Formatierung mit. Die Ergebnisse sind selten ideal, und der eingefügte Text muss dann passend nachformatiert werden.

Immer unformatierter Text: Unter „Anpassen“ von Libre Office können Sie die Standard-Tastenkombination zum Einfügen ändern, damit stets der Dialog „Inhalte einfügen“ erscheint.
Vergrößern Immer unformatierter Text: Unter „Anpassen“ von Libre Office können Sie die Standard-Tastenkombination zum Einfügen ändern, damit stets der Dialog „Inhalte einfügen“ erscheint.

TIPP: Den schnellsten Weg, bereits eingefügten Text von allen Formatierungen zu befreien, bietet der Eintrag „Formatierung löschen“ in der Auswahlbox der Formatvorlagen links oben in der Menüleiste des Libre Office Writer. Um Text aus der Zwischenablage gleich völlig ohne Formatinformationen einzufügen, eignet sich dagegen die Funktion „Bearbeiten Inhalte ➞ Inhalte einfügen“, die Sie auch mit der Tastenkombination Strg-Umschalten-V aufrufen können. Im aufklappenden Dialogfenster wählen Sie dann als Format „Unformatierter Text“ aus. Wer regelmäßig Text aus verschiedenen Quellen zusammenkopiert, sollte sich diese Funktion zum Einfügen besser gleich auf die gewohnte Tastenkombination Strg-V legen.

Ohne Stil und Format: Damit Textbausteine aus dem Browser oder anderen Dokumenten ohne Formatierung eingefügt werden, wählen Sie die Tastenkombination Strg-Umschalten-V.
Vergrößern Ohne Stil und Format: Damit Textbausteine aus dem Browser oder anderen Dokumenten ohne Formatierung eingefügt werden, wählen Sie die Tastenkombination Strg-Umschalten-V.

Gehen Sie dazu in Libre Office Writer auf „Extras ➞ Anpassen“, und wählen Sie unten in der Liste der Funktionen unter „Bereich“ den Eintrag „Bearbeiten“ aus und rechts daneben „Inhalte einfügen“. Ist dieser Eintrag markiert, klicken Sie oben in der Liste „Tastenkombinationen“ auf „Strg+V“ und dann auf die Schaltfläche „Ändern“. Nun können Sie die bestehende Kombination entfernen und auf die gleiche Weise das herkömmliche Einfügen mit Formatierungen auf Strg-Umschalten-V legen.

2. Tabellenkalkulation: Libre Office Calc: Lücke im Diagramm schließen

In der Tabellenkalkulation soll ein Diagramm eine Datenreihe darstellen, beispielsweise um Messwerte zu visualisieren. Die Ausgangsdaten sind aber lückenhaft. Im resultierenden Diagramm ist der Graph deshalb stellenweise unterbrochen.

Ohne Unterbrechung: Messwerte sind nicht immer perfekt. Mit dieser Option ergänzt Libre Office Calc fehlende Stellen ohne Werte in Graphen von Diagrammen automatisch.
Vergrößern Ohne Unterbrechung: Messwerte sind nicht immer perfekt. Mit dieser Option ergänzt Libre Office Calc fehlende Stellen ohne Werte in Graphen von Diagrammen automatisch.

TIPP: Diagramme in Libre Office Calc ignorieren leere Zellen und unterbrechen den Graphen an dieser Stelle. Es gibt aber eine Möglichkeit, den Graphen trotzdem durchgehend zu zeichnen, ohne dass Sie dafür frei erfundene Werte in die leeren Zellen eintragen müssen. Die Option dazu ist allerdings gut versteckt: Klicken Sie das bereits fertig eingefügte Diagramm auf dem Tabellenblatt rechts an, und wählen Sie im Kontextmenü ganz unten den Punkt „Bearbeiten“. Das Diagramm ist nun ausgewählt. Anschließend ist Treffsicherheit gefragt, denn Sie müssen die Linie des Graphen gezielt rechts anklicken, um dann im Kontextmenü „Datenreihe formatieren“ aufzurufen. Dort sorgt die Option „Darstellungsoptionen ➞ Fehlende Werte darstellen  Linie fortsetzen“ dafür, dass der Graph durchgehend gezeichnet wird und Zwischenwerte im Diagramm automatisch ergänzt werden.
Übrigens: Für ein Diagramm mit punktuellen und weit voneinander abweichenden Messwerten ist eine „Trendlinie“ besser zur Visualisierung geeignet. Diese finden Sie ebenfalls im Kontextmenü bei einem Rechtsklick auf den Graphen.

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3. Tabellenkalkulation: Libre Office Calc: Sperrung aufheben

In der Tabellenkalkulation Calc haben Sie eine Tabelle oder ein ganzes Dokument über das Menü „Extras ➞ Dokument schützen“ vor weiteren Bearbeitungen gesperrt. Zur Bearbeitung ist dann allerdings nötig, den Schutz wieder über das gleiche Menü aufzuheben und das ursprünglich vergebene Passwort einzugeben. Aber auch wenn man das Passwort nicht kennt, gibt es einen Weg, diesen Schutz schlicht zu umgehen.

Bestandteile eines Libre-Office-Dokuments: Die Dokumente sind ZIP-Archive, die ein Packer wie der file-roller in ihre Einzelteile zerlegen kann, um die enthaltenen XML-Dateien direkt zu bearbeiten.
Vergrößern Bestandteile eines Libre-Office-Dokuments: Die Dokumente sind ZIP-Archive, die ein Packer wie der file-roller in ihre Einzelteile zerlegen kann, um die enthaltenen XML-Dateien direkt zu bearbeiten.

TIPP: Der Schutz von Tabellen und Dokumenten gegen unbeabsichtigte Änderungen ist in Libre Office Calc keine zuverlässige Absicherung, und er lässt sich recht einfach aushebeln. Denn es handelt sich dabei lediglich um eine definierte Einstellung in der Dokumentdatei. Sie können den Passwortschutz für Tabellenblätter oder das ganze Dokument einfach abschalten, indem Sie die Datei entpacken, mit einem Texteditor manipulieren und wieder einpacken. Dies ist nicht sonderlich kompliziert, denn die Dokumentformate von Libre Office bestehen aus ZIP-Archiven, die einige XML-Dateien zusammenfassen. Eine ODS-Datei von Libre Office Calc lässt sich deshalb auch mit einem Packprogramm öffnen, etwa mit file-roller, der unter Gnome und Unity das Standardpackprogramm ist. Wenn Sie dort auf „Öffnen ➞ Alle Dateien“ gehen und eine ODS-Datei auswählen, offenbart diese ihren Inhalt. Direkt aus dem Packprogramm heraus öffnen Sie die XML-Datei „content.xml“ mit einem Texteditor, der auch mit überlangen Zeilen umgehen kann. Geeignet ist hier beispielsweise Gedit oder Geany. Um eine Datei mit geschützten Tabellenblättern zu entsperren, suchen Sie den folgenden Eintrag:

table:protected="true" 

Falls Sie in diesem Dokument mehrere Tabellenblätter geschützt haben, taucht diese Zeile auch mehrmals auf. Wenn das ganze Dokument geschützt ist, lautet der entsprechende Eintrag:

table:structure-protected="true" 

Ersetzen Sie an den Fundstellen jeweils die Angabe „true“ durch „false“. Speichern Sie die Datei und packen Sie diese zurück in das ODS-Dokument. Beim nächsten Öffnen der Datei in Calc ist der Schutz Vergangenheit. Übrigens: Weitaus sicherer ist der Passwortschutz, den Libre Office im Speichern-Dialog über die dortige Option „Mit Kennwort speichern“ anbietet – denn hier wird die Datei tatsächlich verschlüsselt.

4. Browser: Chrome/Chromium: Alle Tabs sichern

Wenn Sie eine Recherche im Internet abbrechen, aber zu einem späteren Zeitpunkt mit allen aktuell geöffneten Tabs weitermachen wollen, dann können Sie alle Tabs in einen eigenen Lesezeichen-Ordner speichern. Noch einfacher geht es aber mit einer Browser-Erweiterung.

Alternative zu Lesezeichen: Der Session Buddy rüstet in Chrome/Chromium eine Verwaltung nach, die beim Browser-Start zuletzt geöffnete Tabs und Fenster wiederherstellt.
Vergrößern Alternative zu Lesezeichen: Der Session Buddy rüstet in Chrome/Chromium eine Verwaltung nach, die beim Browser-Start zuletzt geöffnete Tabs und Fenster wiederherstellt.

TIPP: Alle Tabs speichern Sie als Lesezeichen, indem Sie einen Tab-Titel rechts anklicken und dann „Alle Tabs als Lesezeichen speichern“ auswählen. Chrome erstellt dann einen Ordner, dem Sie den gewünschten Namen geben. Alle enthaltenen Lesezeichen lassen sich auf zwei Arten wieder in einem Rutsch öffnen: In der Übersichtsseite eines leeren Tabs klicken Sie den angelegten Lesezeichen-Ordner rechts an und gehen auf „Alle Lesezeichen öffnen“. Kommt die Lesezeichen-Leiste zum Einsatz, bietet sich das Kontextmenü auch dort an. In der Lesezeichen-Verwaltung gibt es den Punkt allerdings nicht. Noch einen Tick komfortabler macht die Zusammenfassung von Tabs die Erweiterung „Session Buddy“. Sie erlaubt die Zusammenfassung aller geöffneter Tabs zu einer Session (Sitzung), die Sie später einfach wiederherstellen können.

Nach der Installation dieser Erweiterung aus dem Chrome Web Store zeigt sich ein neues Symbol in der Werkzeugleiste, das Sie zu einer ausgewachsenen Session-Verwaltung bringt. Die Menüpunkte sind englischsprachig, aber selbsterklärend: Als „Current Session“ werden die aktuell geöffneten Tabs und Browser-Fenster angezeigt, die Sie auf einen Klick auf das Disketten-Symbol unter einem beliebigen Namen speichern können. Der Vorteil gegenüber der Lesezeichen-Verwaltung ist, dass der Session Buddy im Hintergrund selbständig eine Liste der letzten Sessions sichert. Sollte Chrome abstürzen oder voreilig geschlossen werden, finden Sie den letzten Zustand trotzdem noch im Session Buddy unter „Previous Sessions“. Session Buddy 3.2.1 : Erweiterung für Google Chrome/Chromium zur Session-Verwaltung. Freeware.

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5. Browser: Firefox: Manuell Sitzungen speichern

Für die Zusammenfassung gerade geöffneter Tabs zu einem Lesezeichen-Ordner hält auch Firefox eine passende Funktion bereit. Bei einem Rechtsklick auf einen Tab sichert der Menüpunkt „Lesezeichen für alle Tabs hinzufügen“. Wenn Sie keine Lesezeichen anlegen, sondern nur bis zum nächsten Start des Browsers alle Tabs und Fenster behalten möchten, hilft eine Erweiterung zur manuellen Session-Verwaltung.

Alle Tabs als Lesezeichen: In Firefox offenbart das Menü bei einem Rechtsklick auf Tab-Titel die Option, alle offenen Tabs als Gruppe in einem Lesezeichen-Ordner zu speichern.
Vergrößern Alle Tabs als Lesezeichen: In Firefox offenbart das Menü bei einem Rechtsklick auf Tab-Titel die Option, alle offenen Tabs als Gruppe in einem Lesezeichen-Ordner zu speichern.

TIPP: Firefox verfügt über eine eigene Session-Verwaltung, die aktiv wird, wenn der Browser einmal abstürzt. Beim nächsten Start kann Firefox so die zuletzt geöffneten Webseiten wieder herstellen. Praktisch wäre es, wenn sich diese Session-Verwaltung auch dazu einsetzen ließe, geöffnete Tabs bei Bedarf zu sichern, um Sie beim nächsten Start wieder parat zu haben. Firefox bietet das zwar von sich aus nicht an, aber dafür gibt es eine Erweiterung „Session Manager“, die Sessions auf Klick speichert und später wieder abrufen kann: Die Firefox-Erweiterung überlässt Anwendern die volle Kontrolle darüber, wann der Browser geöffnete Tabs und Fenster sichert und wiederherstellt.

Erinnerungsfunktion für Firefox: Die Erweiterung Session Manager verschafft dem Browser ein Langzeitgedächtnis, um Sitzungen mit geöffneten Tabs per Mausklick zu sichern und wieder abzurufen.
Vergrößern Erinnerungsfunktion für Firefox: Die Erweiterung Session Manager verschafft dem Browser ein Langzeitgedächtnis, um Sitzungen mit geöffneten Tabs per Mausklick zu sichern und wieder abzurufen.

Damit ist die Erweiterung auch ein vollständiger Ersatz für die automatische Erinnerungsfunktion nach einem Absturz des Browsers. Der Session Manager fügt zwei neue Symbole in die Menüleiste ein: Das Diskettensymbol dient zum Speichern und Wiederherstellen von Sessions, und das Erste-Hilfe-Symbol kann das letzte geschlossene Tab per Mausklick wiederherstellen. Session Manager 0.8.0.7 : Erweiterung für Firefox und Iceweasel ab Version 10, um Sessions manuell zu sichern.

6. Bildverwaltung: Digikam: Metadaten in Bilddateien schreiben

Digikam erlaubt nicht nur das Sortieren von Bildern in Alben. Sie können Bilder auch mit einem Bewertungssystem gewichten, mit Stichwörtern und Kommentar versehen und so eine gut organisierte Bildbibliothek aufbauen. Doch wenn Sie auf eine andere Bildverwaltung wechseln, das Bild auf einen anderen PC übertragen oder Digikam ohne Backup der Datenbank neu installieren, dann gehen die mühsam gesammelten Metadaten verloren.

Bilddateien statt Datenbank: Auch nachträglich lässt sich Digikam noch dazu bringen, Metadaten als EXIF, IPTC und XMP direkt in die Dateien zu übertragen.
Vergrößern Bilddateien statt Datenbank: Auch nachträglich lässt sich Digikam noch dazu bringen, Metadaten als EXIF, IPTC und XMP direkt in die Dateien zu übertragen.

TIPP: Digikam unterstützt zwei Methoden, manuell hinzugefügte Metadaten zu speichern: In einer eigenen Datenbank, für die standardmäßig das einfache Format Sqlite zum Einsatz kommt, oder direkt in den Bilddateien selbst. Die Datenbank hat Geschwindigkeitsvorteile, allerdings liegen die Daten dann getrennt von den Bildern in der Datei „digikam4.db“ im Bilderordner. Wenn Sie sich bei Ihren Metadaten nicht dauerhaft von Digikam anhängig machen wollen, sind die Bilddateien der bessere Speicherort. Digikam unterstützt dafür die verbreiteten Formate EXIF, IPTC sowie das neuere XMP. Dies sind Infos im Header von Bilddateien, die bereits von der Kamera mit Metadaten zum Kameramodell, Objektiv und zur Belichtungszeit gefüllt werden, aber auch noch Platz für allgemeine Informationen bieten. Wohin Digikam die manuell hinzugefügte Metadaten schreiben soll, legen Sie bei der ersten Einrichtung des Programms fest. Ein Dialogfenster fragt nach, ob Sie die „Informationen zu Daten hinzufügen“ möchten. Die Grundeinstellung sieht vor, die Dateien unangetastet zu lassen und nur die Digikam-Datenbank zu verwenden.

Um die Einstellung nachträglich zu ändern, gehen Sie in der oberen Menüleiste auf „Einstellungen ➞ Metadaten ➞ Verwalten“. Dort finden Sie eine Liste der Informationen, die direkt in die Bilddatei kommen sollen, und mit einem Klick können Sie die einzelnen Kategorien aktivieren. Die Formate EXIF, IPTC und XMP werden dabei gleichermaßen bedient. Digikam unterstützt ab Version 3 die Header von JPG, PNG und einigen RAW-Dateien. Letzteres müssen Sie aber noch separat über die Option „Falls möglich, Metadaten in Rohdateien schreiben“ aktivieren. Die gelingt in jedem Fall für Nikon NEF, Canon CR2, Pentax DNG, Minolta ORF und Sony ARW. Wenn Sie bereits eine Weile mit Digikam gearbeitet haben und die vorhandenen Metadaten aus der Datenbank in die Bilddateien übernehmen möchten, hilft der Punkt „Album ➞ Metadaten in Bilder schreiben“.

7. Bildbearbeitung: Stapelbearbeitung für Bilder in Gwenview

Werkzeuge zur Stapelverarbeitung von Bildern sind unter Linux keine Mangelware. Herausragend sind die Tools des KDE Image Plug-in Interface (Kipi), denn diese bieten enormen Funktionsumfang bei komfortabler Bedienung. Die Kipi-Plug-ins gehören zum Repertoire von Digikam, das aber als Dateimanager wenig geeignet ist und den Einsatz der Plug-ins bei Dateien, die nicht in der Bildersammlung sind, eher umständlich macht.

Alternative zu Digikam: Der Bildbetrachter Gwenview bietet den Zugriff auf die Kipi-Plug-ins von KDE. Die dienen zur Stapelverarbeitung und Serienkonvertierung von Bilddateien.
Vergrößern Alternative zu Digikam: Der Bildbetrachter Gwenview bietet den Zugriff auf die Kipi-Plug-ins von KDE. Die dienen zur Stapelverarbeitung und Serienkonvertierung von Bilddateien.

TIPP: Ein Bildbetrachter für KDE mit einer Schnittstelle zu den Kipi-Plug-ins ist das handliche Gwenview. Dies startet nicht nur schneller als Digikam, es ist auch gut für die Bildverwaltung und Stapelbearbeitung außerhalb einer Bildverwaltung geeignet und integriert sich gut über das Kontextmenü von vorhandenen Dateimanagern. Alle benötigten Pakete zur Installation finden Sie in jeder Linux-Distribution, die auch KDE anbietet. Bei der KDE-Vorzeigedistribution Open Suse 12.3 ist beides bereits vorinstalliert. Bei Debian, Ubuntu und seinen Abkömmlingen installieren Sie über den Paketmanager gwenview und kipi-plugins mit dieser Befehlszeile:

sudo apt-get install gwenview  kipi-plugins 

In Gwenview markieren Sie die gewünschten Bilddateien im Vorschaufenster und nutzen dann in der Menüleiste mit „Module ➞ Stapelverarbeitung“ die Funktionen zur Serienkonvertierung, etwa um Bilder vor dem Mailversand zu verkleinern. Übrigens: Genauso wie Digikam ist Gwenview nicht nur dem KDE-Desktop vorbehalten, sondern funktioniert auch unter anderen Desktop-Umgebungen. Ist dort noch kein anderes KDE-Programm installiert, müssen Sie mit 400 bis 500 MB für die zusätzlichen KDE-Bibliotheken rechnen.

8. Gimp: Bilder speichern statt exportieren

Die Grafikbearbeitung Gimp hat ab Version 2.8 die Behandlung von fremden Bildformaten deutlich geändert: Der gewohnte Dialog zum Speichern erlaubt nur noch das Gimp-eigene Dateiformat XCF – das soll verhindern, dass beim Speichern versehentlich Bildinformationen wie Ebenen verloren gehen.

Schneller sichern: Einen besseren Arbeitsablauf in Gimp bringt diese Änderung der Tastenkombinationen zum Speichern von bearbeiteten Bilddateien.
Vergrößern Schneller sichern: Einen besseren Arbeitsablauf in Gimp bringt diese Änderung der Tastenkombinationen zum Speichern von bearbeiteten Bilddateien.

TIPP: Soll ein Bild nicht im XCF-Format gespeichert werden, bietet Gimp ab jetzt die Funktion „Datei ➞ Exportieren“ an. Dieser Umweg ist allerdings umständlich, wenn Sie einfach ein geöffnetes JPG oder PNG in die gleiche Datei zurückschreiben möchten. Um ein Bild ohne Umwege geradewegs wieder im Ursprungsformat zu speichern, bietet sich deshalb die Funktion „[Dateiname] überschreiben“ an. In die Einstellungen von Gimp können Sie Standard-Tastenkombinationen zum Speichern so anpassen, dass sie stattdessen die Datei überschreibt. Dazu gehen Sie auf „Bearbeiten ➞ Tastenkombinationen“ und klicken in der Tabelle der Aktionen auf “Datei ➞ [Dateiname] überschreiben“. Während in der zweiten Spalte „Neue Tastenkombination“ erscheint, drücken Sie Strg und S, um in Zukunft diese Kombination dafür zu verwenden. Bei neu erstellten Bildern drücken Sie hingegen weiterhin Strg-E, um den Export-Dialog aufzurufen.

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