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So macht clevere IT das Autofahren günstiger

10.11.2014 | 09:15 Uhr |

Chip-Tuning, Bord-Computer und Tempomat sind nur einige Beispiele dafür, wie Sie mit intelligenter IT Geld beim Autofahren sparen. Wir geben einen Überblick über einige spannende Möglichkeiten.

„Tuning“ heißt schon lange nicht mehr nur Leistungssteigerung oder Spoiler à la The Fast and the Furious. Viele Automobil-Zubehör-Hersteller bieten IT-Gadgets oder auch andere Produkte an, die Ihnen ganz im Gegensatz zum klassischen PS-Tuning dabei helfen Geld beim Autofahren zu sparen.

Eine Warnung aber vorweg: Einige Internet-Händler bieten dubiose Tuning-Tools an, die keinen Nutzen bringen oder Ihrem Fahrzeug im schlimmsten Fall sogar schaden können. Seien Sie also vorsichtig bei der Auswahl. Und berücksichtigen Sie einfach die folgenden Tipps und Vorschläge dazu, wie man beim Autofahren mit der richtigen (IT)-Technik Geld sparen kann.

Geschwindigkeitsregler (auch Tempomat): Nervösen Gasfuß vermeiden                                             

Durch häufiges und heftiges Beschleunigen und Bremsen nutzt sich Ihr Fahrzeug mehr ab und verbraucht zudem auch deutlich mehr Kraftstoff. Um das zu vermeiden können Sie einen Tempomat oder einen sogenannten Speed-Limiter einbauen. Dieser erlaubt es Ihnen per Knopfdruck eine Geschwindigkeit einzustellen, die Sie nicht überschreiten können, egal wie stark Sie das Gaspedal durchdrücken.

WAECO MagicSpeed MS 50 universal Geschwindigkeitsregler.
Vergrößern WAECO MagicSpeed MS 50 universal Geschwindigkeitsregler.
© Dometic WAECO International GmbH

Viele Automobil-Hersteller bieten diese Systeme schon ab Werk an. Wenn Sie sich allerdings beim Neuwagenkauf dagegen entschieden haben oder einen Gebrauchtwagen ohne Tempomat gekauft haben, können Sie für die verschiedensten Auto-Modelle auch Drittanbieternachrüstsätze nachrüsten. Da solche Geschwindigkeitsregler von seriösen Händler nicht ganz billig sind (bei Dometic zwischen 219 – 569 Euro plus fahrzeugspezifisches Zubehör), sollten Sie sich gut überlegen, ob Sie diese Summe beim Kraftstoffverbrauch tatsächlich wieder einsparen können. Allerdings erhalten Sie mit so einem System auch einen Zuwachs an Komfort vor allem auf langen Strecken, weswegen Sie auch diesen Aspekt in Ihre Überlegungen miteinbeziehen sollten.

Der Einbau eines solchen Sets sollte auf jeden Fall von einem Fachmann durchgeführt werden.

Bordcomputer: So viel Sprit läuft durch die Leitung

Wenn Sie während der Fahrt immer den aktuellen Kraftstoffverbrauch ablesen können, fahren Sie vielleicht spritsparender. Deshalb haben viele Fahrzeuge nicht nur eine Durchschnittsverbrauchanzeige, sondern auch eine für den momentanen Verbrauch.

ScanGaugeEco Bordcomputer mit zusätzlichen Anzeigefunktionen.
Vergrößern ScanGaugeEco Bordcomputer mit zusätzlichen Anzeigefunktionen.
© regiodata nord GmbH

Falls das bei Ihrem Fahrzeug nicht der Fall ist können Sie sich mit dem ScanGauge II Bordcomputer neben vielen anderen Anzeigemöglichkeiten auch den derzeitigen Verbrauch anzeigen lassen. Bei dieser Nachrüstung wird kein handwerkliches Geschick vorausgesetzt, da dieser einfach an die OBD-Bordsteckdose, welche sich meist unter dem Armaturenbrett befindet, angesteckt wird.

Der ScanGauge II ist für 149 Euro erhältlich. Der ScanGaugeEco mit etwas weniger Funktionen, aber mehr Informationen für ökologisch bewusste Autofahrer, ist für 95 Euro erhältlich.

Chiptuning hilft beim Sparen

Auch wenn das zuerst kontrovers klingt kann durch Chiptuning neben erhöhter Spitzenleistung und höherem Drehmoment im mittleren Drehzahlbereich auch Sprit gespart werden. Der Motor muss durch die geänderte Software weniger hochdrehen und läuft somit ökonomischer. Allerdings funktioniert dieses Tuning nur bei Turbo-aufgeladenen Motoren (welche aber immer häufiger verbaut werden). Bei Saugmotoren ist sowohl eine Leistungssteigerung als auch eine Kraftstoffersparnis kaum bemerkbar.

Auch hierbei gibt es viele zweifelhafte Anbieter im Internet, die Einsparungen von bis zu zwei Liter Kraftstoff zu Spottpreisen versprechen. Allerdings bieten diese meist keinerlei Gewährleistung.

Idealerweise suchen Sie dafür eine seriöse Tuning-Werkstatt in Ihrer Nähe, die Preise dort sind zwar höher als die von diversen Online-Portalen, allerdings bekommen Sie dort neben der bereits erwähnten Gewährleistung, auch wirklich eine Kraftstoffersparnis von bis zu zehn Prozent. Ähnlich wie bei den Geschwindigkeitsreglern sollten Sie sich hier aber vorher überlegen, ob solch ein Umbau für Ihr Fahrzeug wirtschaftlich Sinn macht, da Chiptuning mit hohen Kosten (mehrere hundert Euro) verbunden ist.

Reifen: Achten Sie auf die Kraftstoffeffizienzklasse

Vielen Autofahren wissen gar nicht, wie viel sich bei den Autoreifen innerhalb der letzten Jahren und Jahrzehnte getan hat. Reifen sind nicht nur im Bereich der Sicherheit, als einzige Schnittstelle zwischen Fahrzeug und Fahrbahn, entscheidend: Ob also Ihr Fahrzeug zum Beispiel in Kurven auf der Fahrbahn bleibt oder ins Rutschen gerät. Sondern Reifen spielen auch beim Rollgeräusch und beim Verbrauch eine wichtige Rolle.

Das EU-Reifenlabel zeigt nur drei wichtige Kriterien an.
Vergrößern Das EU-Reifenlabel zeigt nur drei wichtige Kriterien an.
© BRV Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V. wdk Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e. V.

Durch die EU-Reifenlabel-Verordnung können Sie neben der Nasshaftungsklasse und des externen Rollgeräusches auch die Kraftstoffeffizienzklasse am Etikett ablesen und somit selbst entscheiden, was Ihnen für Ihre Reifen besonders wichtig ist. Die Kraftstoffeffizienzklasse zeigt von A bis G den Mehrverbrauch, der durch den Rollwiderstand des Reifens entsteht, an. Ausgegangen von einem Durchschnittsverbrauch von 6,6 Liter/100 km erhöht sich der Verbrauch zwischen A (kein Mehrverbrauch) und F um über 0,5 Liter/100 km.

 Womit sparen Sie am meisten?

Diese Maßnahmen können Ihnen auf lange Zeit gesehen viel Geld sparen und ein System wie der ScanGauge-Bordcomputer kann auch jederzeit aus dem Auto entfernt werden und in einem anderen Fahrzeug weitergenutzt werden.

Bei notwendigen Investitionen, wie die in Reifen, können Sie für verhältnismäßig wenig Mehrkosten, auf die Lebensdauer Ihrer Reifen gesehen, erheblich sparen.

Bei Veränderungen wie dem Chiptuning oder dem Einbau eines Geschwindigkeitsreglers dagegen, sollten Sie sich sicher sein, dass Sie Ihr Fahrzeug noch länger behalten möchten und zudem auch oft genug fahren, dass sich der Anschaffungspreis wieder auszahlt. Wobei das schneller als gedacht der Fall sein kann, weil sich schon allein durch eine Verbrauchsreduzierung um einen halben Liter von 8 auf 7,5 Liter, bei einer Laufleistung von 20.000 Kilometern im Jahr, jährlich mehr als 150 Euro sparen lassen.

 

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