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So machen Sie Ihr Smartphone winterfest

07.02.2015 | 10:18 Uhr |

Egal, ob beim romantischen Spaziergang in der verschneiten Winterlandschaft, auf der Snowboard-Tour am Gletscher oder bei der Schneeballschlacht im heimischen Garten – das Smartphone ist immer dabei. Damit Ihr Mobilgerät die kalte Jahreszeit auch gut übersteht, geben wir Ihnen Tipps.

Kurze Hosen, T-Shirts und Sandalen im Sommer, Wollpullover, Thermohosen und gefütterte Stiefel im Winter. Was für den Körper eine Selbstverständlichkeit ist – nämlich die Kleidung den Temperaturen anzupassen –, sollten Sie auch in Bezug auf Ihr Smartphone nicht vernachlässigen. Das heißt natürlich nicht, dass Sie Ihr Handy in Muttis Selbstgestricktes stecken sollen. Es gibt aber durchaus nützliches Zubehör, mit dessen Hilfe die winterlichen Temperaturen Ihrem Smartphone nichts mehr anhaben können.

Gefahren für Ihr Smartphone

Grundsätzlich können drei Teile Ihres Smartphones durch Kälte zu Schaden kommen: die Mechanik, das Display und der Akku. Beispielsweise kann sich durch einen schnellen Temperaturwechsel – etwa, wenn Sie nach einem Vormittag auf der Piste plötzlich in die warme Skihütte gehen – im Smartphone Kondenswasser bilden. Dieses schadet der Elektronik und sorgt im schlimmsten Fall für einen Kurzschluss. Um dies zu vermeiden sollten Sie Ihr Handy möglichst nah am Körper tragen, damit es nicht zu stark auskühlt. Alternativ stecken Sie es in eine entsprechende Hülle. Doch dazu später mehr. Mit einem Headset und einer App wie Auto Answer Incoming Call, die eine automatische Rufannahme ermöglicht, vermeiden Sie, dass Sie das Gerät zum Telefonieren ständig hervorholen müssen.

Wer häufig bei extremen Umwelteinflüssen unterwegs ist, sollte sich gleich ein Outdoor-Smartphone von Caterpillar, Crosscall (Bild) oder Rug Gear besorgen.
Vergrößern Wer häufig bei extremen Umwelteinflüssen unterwegs ist, sollte sich gleich ein Outdoor-Smartphone von Caterpillar, Crosscall (Bild) oder Rug Gear besorgen.
© Crosscall

Dem Display macht Frost ebenfalls zu schaffen, er lässt die Anzeige träge und verschwommen erscheinen. Bei extremen Minusgraden kann es sogar zu Schäden durch das Einfrieren der Kristalle kommen. Sogar Risse sind dann möglich.

Auch der Akku ist nicht vor Kälteschäden gefeit. Da der Stromspender seine optimale Leistung bei Zimmertemperatur erreicht, sollten Sie ihn nicht für längere Zeit Temperaturen von unter +5 Grad aussetzen. Er verliert sonst seine Ladung zu schnell. Eine Nacht im ausgekühlten Auto ist also nicht empfehlenswert. Falls es doch mal passiert, sollten Sie mit dem Aufladen des Akkus warten, bis das Gerät wieder Zimmertemperatur erreicht hat. Aber: Das Smartphone niemals auf einem Heizkörper aufwärmen! Dabei kann es zu mechanischen Schäden kommen. Wärmen Sie den Akku lieber vorsichtig zwischen den Händen.

Übrigens: Sollte doch mal Feuchtigkeit in Ihr Smartphone eingedrungen sein, dann entfernen Sie die rückseitige Abdeckung, den Akku sowie SIM- und Speicherkarte (falls vorhanden). Lassen Sie das Gerät bei Zimmertemperatur trocknen. Bitte nicht auf die Heizung legen (siehe oben), und keinesfalls den Fön oder gar den Backofen zum Trocknen benutzen! Falls der Akku bei Ihrem Gerät fest verbaut ist, bleibt Ihnen unter Umständen nur der Herstellerservice.

Outdoor mit dem Smartphone - so geht's

Schutz für das Gehäuse

Für den optimalen Rundumschutz stecken Sie Ihr Smartphone am besten in eine kälteresistente Hülle wie die Lifeproof fré , die es ab etwa 50 Euro für das Samsung Galaxy S3, S4 und S5 gibt, oder die Lifeproof nüüd ab etwa 30 Euro für das Samsung Galaxy S3 und S4. Beide Hüllen sind wasserdicht bis zu einer Tauchtiefe von zwei Metern, sie sind staubfest und halten einen Sturz aus zwei Metern Höhe aus. Außerdem garantiert der Hersteller die Resistenz gegen Schnee und Eis. Das fré bietet zudem noch einen speziellen Displayschutz, während beim nüüd das Display offen liegt.

Ähnliche Spezifikationen bringt auch das Armor-Gehäuse von Otterbox mit, das allerdings nur für das Samsung Galaxy S3 erhältlich ist. Es hält Stürze aus bis zu drei Meter Höhe und einen Druck von zwei Tonnen aus. Mit knapp 90 Euro ist das Gehäuse jedoch teuer. Eine Lösung, die unabhängig vom Smartphone-Modell funktioniert, ist das Somikon Universal-Tauchgehäuse, das es bei Pearl für 6,90 gibt. Die Hülle nimmt Handys bis zu einer Größe von 50 x 100 x 22 mm auf. Außerdem soll es laut Anbieter wasserdicht bis zehn Meter, stoßfest, hitze- und kältebeständig sowie sand- und staubfest sein. Ihr Smartphone bedienen Sie über die durchsichtigen Vinyleinsätze auf beiden Seiten.

Mit einem wasser- und stoßfesten Gehäuse wie dem Lifeproof fré können Sie Ihr Samsung Galaxy S5 noch robuster machen.
Vergrößern Mit einem wasser- und stoßfesten Gehäuse wie dem Lifeproof fré können Sie Ihr Samsung Galaxy S5 noch robuster machen.
© Lifeproof

Auch Ewa-Marine bietet wasserfeste Beutel für Smartphones an. Die Modelle WPC 3, WPC 4 und WPC 5 eignen sich für Geräte von 19, 16 beziehungsweise 12 Zentimeter Höhe und kosten um die 17 Euro. Im Lieferumfang inbegriffen sind ein Gürtelclip und eine Handschlaufe.

Weitere Hersteller von outdoorfähigen Smartphone-Hüllen sind Krusell und Griffin .

Übrigens: Auch wasserfeste Gehäuse haben meist eine Aussparung für das Kameraobjektiv. Falls sich dort oberflächlich Feuchtigkeit oder Schmutz ablegt, können Sie das Objektiv mit einem Mikrofasertuch vorsichtig reinigen.

Schutz für das Display

Wer hinsichtlich Winterschutz ganz auf Nummer sicher gehen möchte, kann seinem Smartphone zusätzlich zum Outdoorgehäuse noch einen speziellen Displayschutz spendieren. Diese selbstklebenden Folien dienen nicht nur als zusätzliche Schicht gegen Frost; sie schützen das Display zudem auch vor eventuellen Stürzen beim Skifahren oder Snowboarden.

Zagg bietet für das Samsung Galaxy S5 seine Folie Invisible Shield in den drei Varianten Original, HDX und Glass an. Dabei bietet HDX (ab 25 Euro) den besten Bruchschutz und hat zusammen mit Glass (ab 35 Euro) eine besonders glatte Oberfläche. Glass ist jedoch noch etwas klarer in der Durchlässigkeit der Displayinhalte. Bei Original (ab 15 Euro) müssen Sie dagegen auf eine spezielle Technik verzichten, mit der das Aufbringen der Folie besonders einfach ist. Dafür sind Original und Glass dank spezieller Nanopartikel „selbstheilend“, sprich, Kratzer verschwinden bis zu einem gewissen Grad wieder.

Spezielle Displayfolien, wie sie etwa Zagg (Bild) und Crocfol anbieten, schützen den Bildschirm Ihres Smartphones vor Kratzern, beispielsweise wenn Sie beim Snowboarden stürzen.
Vergrößern Spezielle Displayfolien, wie sie etwa Zagg (Bild) und Crocfol anbieten, schützen den Bildschirm Ihres Smartphones vor Kratzern, beispielsweise wenn Sie beim Snowboarden stürzen.
© Zagg

Crocfol hat ebenfalls einige Displayfolien im Sortiment, die im Winter nützlich sein können. So ist das Modell Anti Shock kratzfest und dient durch den sogenannten Shock Absorber als Aufprallschutz. Modell Plus ist besonders kratzfest und besitzt eine selbstheilende Oberfläche. Die Folien sind für diverse Smartphones erhältlich, darunter auch das Samsung Galaxy S4 / S5, das Sony Xperia Z1 / Z2 / Z3 Compact sowie das LG G2 / Optimus G. Je nach Handymodell kosten sie zwischen 10 und 15 Euro pro Stück.

Schutz für den Akku

Bei niedrigen Temperaturen reduziert sich die Akkulaufzeit. Daher sollten Sie in Ihren Winterurlaub immer genug „Reservestrom“ mitnehmen. Optimal sind sogenannte Powerbanks, also externe Akkus, die Ihr Smartphone je nach Kapazität bis zu dreimal wieder aufladen. Diese sollten Sie möglichst warm transportieren, damit sie ihre Ladung nicht verlieren.

Sie können die Akkulaufzeit auch erhöhen, indem Sie Ihr Smartphone in eine Hülle mit Zusatzakku stecken. Beispielsweise gibt’s das Mophie Juice Pack für das Samsung Galaxy S3 und S4 sowie für das HTC One. Preis: zwischen 80 und 90 Euro. Auch Samsung selbst hat derartige Smartphone-Cases für seine Spitzenmodelle im Sortiment. Sie kosten zwischen 40 und 60 Euro. Eine Besonderheit auf diesem Gebiet ist das Samsung S3 Solar Charging Case von iPower : Es bietet ein Solarpanel, das den integrierten Akku im Case auflädt. Per Knopfdruck können Sie dann Ihr Smartphone darüber mit Strom versorgen.

Wer nicht unbedingt sein Smartphone in die Sonne legen möchte, um von Solarenergie zu profitieren, der sollte sich das Leaf von Sunnybag für 150 Euro ansehen. Das extrem kompakte und dünne Solarpanel eignet sich gerade für Skifahrer und Bergwanderer, da es sich am Rucksack befestigen lässt. Es wiegt gerade mal 180 Gramm und hat einen integrierten 2200-mAh-Akku, der wiederum seine Ladung per USB an Ihr Smartphone abgibt. Aber auch Rucksäcke und Taschen mit integrierten Panels bietet das österreichische Unternehmen an.

Eine besonders flexible Lösung zum Aufladen des Smartphone- Akkus bietet das Leaf von Sunnybag. Das Solarpanel mit eingebautem Akku lässt sich etwa am Rucksack befestigen.
Vergrößern Eine besonders flexible Lösung zum Aufladen des Smartphone- Akkus bietet das Leaf von Sunnybag. Das Solarpanel mit eingebautem Akku lässt sich etwa am Rucksack befestigen.
© Sunnybag

Um den Akkuverbrauch von Haus aus möglichst gering zu halten, lohnt es sich, die Energieoptionen Ihres Smartphones zu überprüfen und gegebenenfalls den Akkuschonmodus zu aktivieren. Dann sind alle nicht benötigten Funktionen wie WLAN und Bluetooth ausgeschaltet, die die Akkulaufzeit unnötig verkürzen.

Übrigens: Verfällt ein Akku in Kältestarre, wärmen Sie ihn mit den Handflächen auf. So können Sie ihm die verbliebene Ladung entlocken.

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Schutz für das eigene Leben

Nicht nur das Äußere Ihres Smartphones sollten Sie an die kalte Jahreszeit anpassen. Auch bestimmte Apps und Infos sollten auf Ihrem Telefon nicht fehlen, wenn Sie zum Wintersport oder auch nur zu einem Spaziergang im Freien aufbrechen: Sind Sie beispielsweise im Gebirge unterwegs, kann es nicht schaden, die Telefonnummer der Bergwacht inklusive Auslandsvorwahl eingespeichert zu haben. Die Bergrettung Tirol bietet sogar eine eigene App an.

Sicherheitshalber sollten Bergsteiger vor allem im Winter alle nötigen Kontaktdaten der Bergwacht dabei haben. Vorbildlich ist hier die App der Bergrettung Tirol.
Vergrößern Sicherheitshalber sollten Bergsteiger vor allem im Winter alle nötigen Kontaktdaten der Bergwacht dabei haben. Vorbildlich ist hier die App der Bergrettung Tirol.

Als Autofahrer sollten Sie Pannendienste und, falls Sie Mitglied sind, auch ADAC-Notfallnummern bei sich haben. Der ADAC bietet diverse Apps an, etwa den Notfallhelfer, die Pannenhilfe, den Skiguide 2014 und den Wandern Tourscanner. In speziellen Notfall-Apps (wie etwa ICE – Im Notfall) können Sie Ihre medizinischen Daten hinterlegen, um auf Allergien oder andere Risiken hinzuweisen. Notfall-Apps wie die Mobile Notruf- App für Notfälle beinhalten Notrufnummern. Winter-Apps wie Ski & Schneehöhen geben Auskunft über Schneelage und Lawinengefahr.

Weitere nützliche Winter-Gadgets

Das Smartphone winterfest zu machen heißt aber nicht nur, es vor niedrigen Temperaturen und Feuchtigkeit zu schützen. Es gibt auch reichlich winterliches Zubehör, das Sie „just for fun“ mit Ihrem Smartphone kombinieren können.

Wer beispielsweise sein Smartphone mit Handschuhen bedienen möchte, muss in den meisten Fällen auf solche ohne Finger zurückgreifen. Denn viele Displays lassen sich mit gewöhnlichen Handschuhen nicht bedienen, da das Material nicht leitend ist und deshalb mit kapazitiven Displays nicht funktioniert. Sie können nun entweder die Fingerkuppen Ihrer Handschuhe mit einem leitfähigen Faden besticken oder sich spezielle Touch-Handschuhe zulegen. Die gibt es bei Amazon.de von günstig aus Wolle ab 10 Euro das Paar, etwa von Screengloves oder Preskin, bis hin zu teuer aus Leder von Mujjo oder Winterfinger für um die 100 Euro. Und mit den Hicall-Handschuhen von Hifun für 50 Euro (Wolle) und 100 Euro (Leder) können Sie gleich telefonieren. Vom selben Hersteller stammt die Smartphone-Mütze Hihat für 40 Euro, über deren herausnehmbaren Lautsprecher Sie auf der Piste Ihre Lieblingsmusik hören können.

Mit Hifun Hicall können Sie Anrufe annehmen und telefonieren. Dazu sind der Hörer und die Steuerungstasten im linken Handschuh vernäht.
Vergrößern Mit Hifun Hicall können Sie Anrufe annehmen und telefonieren. Dazu sind der Hörer und die Steuerungstasten im linken Handschuh vernäht.
© Hi-Fun

Wer seinen Kopf noch besser schützen möchte, der kann zum Head Sensor BT Runtastic Helmet greifen. Der Skihelm verbindet sich per Bluetooth mit dem Smartphone und gibt Musik, aber auch ankommende Anrufe kabellos aus. Für die doch recht stolzen 300 Euro, die der Helm kostet, bekommen Sie aber zusätzlich einen Brustgurt, der Ihre Herzfrequenz während der Abfahrt misst.

Und mit der Oakley Airwave haben Sie auch gleich die dazu passende Skibrille. Das 650 Euro teure Accessoire zeigt Infos wie die Fahrgeschwindigkeit, die Streckenlänge, eine Sprunganalyse und die GPS-Position im integrierten Headsup- Display an.

Outdoortaugliche Smartphones

Wer sich keine Gedanken über einen zusätzlichen Winterschutz für sein Handy machen möchte, der sollte sich gleich ein robustes Outdoor-Smartphone zulegen. Allerdings gibt es hier große Unterschiede: Die meisten als „outdoorfähig“ angepriesenen Modelle sind lediglich wasserfest. Extreme Temperaturen halten die nach IP65/67/68 zertifizierten Geräte nicht aus, und auch über die Stoßfestigkeit geben diese Schutzklassen keine Auskunft. Möchten Sie das ultimative Winter-Smartphone, müssen Sie sich an Spezialhersteller wie Caterpillar , Crosscall oder Rug Gear halten.

Eine Liste geigneter Outdoor-Smartphones
Vergrößern Eine Liste geigneter Outdoor-Smartphones
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