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So machen Sie Krempel auf Rebuy zu Geld

05.04.2013 | 09:44 Uhr |

Re-Commerce-Plattformen wie Rebuy erweisen sich als ernstzunehmende Konkurrenz zu Ebay und Co. Wie der Handel mit Rebuy funktioniert und für wen sich der Verkauf lohnt, erfahren Sie in unserem Ratgeber.

Wer beim Frühjahrsputz auf alte Dinge stößt, kann Bücher, CDs, Filme und Hardware nicht mehr nur auf dem Flohmarkt oder bei Ebay verkaufen. In den letzten Jahren haben sich auch so genannte Re-Commerce-Plattformen etabliert. Gebrauchte Waren werden hier gesammelt an einen Online-Anbieter geschickt. Der Kunde bekommt sein Geld zeitnah und hat mit dem Weiterverkauf seiner alten Schätze nichts mehr zu tun.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Kein umständliches Einstellen der Artikel auf Auktionsplattformen, keine Wartezeit und keine Gebühren. Rebuy-Kunden müssen ihre Waren lediglich sortieren, erfahren den Verkaufspreis sofort auf der Website und können die Sachen noch am selben Tag verschicken – bei einem ausreichend hohen Wert sogar ohne Versandkosten.

Unsere Krempelkiste

In unserer Krempel-Kiste finden sich zehn Artikel aus unterschiedlichen Kategorien
Vergrößern In unserer Krempel-Kiste finden sich zehn Artikel aus unterschiedlichen Kategorien
© Denise Bergert

Für unseren Praxistest haben wir eine repräsentative Krempelkiste zusammengestellt. In dieser landen nicht mehr benötigte Bücher, Filme, Spiele und Technikgeräte. Trennen wollten wir uns zum Beispiel von den zwei betagten Handys LG Choclate KG 800 und Motorola RAZR V3. Auch die nur kurzzeitig spannende PlayStation Vita landet in der Kiste. Daneben finden sich im Regal noch zwei Taschenbücher (Amrita, Der Menschenräuber), das PlayStation-3-Spiel Uncharted, zwei Filme (Animatrix auf DVD sowie eine Videokassette zur Band Alice in Chains) und die beiden Mangas Wild Rock und Ghost in the Shell 2.

Leider nimmt uns Rebuy nicht alle Artikel ab. Am RAZR V3 hat der Anbieter kein Interesse, das Choclate bringt hingegen noch ein paar Euro. Auch Videokassetten werden grundsätzlich nicht angenommen, zwei der vier Bücher müssen ebenfalls in der Kiste verbleiben.

So funktioniert der Ankauf

Rebuy bietet zwei Möglichkeiten zum Verkauf von Artikeln. Smartphone- und Tablet-Besitzer können auf die Rebuy-App für iOS und Android zurückgreifen. Über die Kamera wird hier der Barcode aller Gegenstände in unserer Krempelkiste gescannt, anschließend macht Rebuy einen Preisvorschlag. Da die App im Praxistest jedoch nur bei einem geringen Teil der Artikel Ergebnisse lieferte, empfiehlt sich die Verwendung der Website-Suche . Über die Eingabe von Keywords wie dem Buchtitel leitet uns Rebuy zum entsprechenden Datenbank-Eintrag mit Foto und Preisvorschlag weiter.

Während Bücher und DVDs durchaus Abnutzungsspuren zeigen dürfen, ist der Rebuy-Preis für Elektronik-Artikel stark vom Zustand und Zubehör-Umfang abhängig. Wäre das LG Choclate nicht mehr mit dem Original-Akku ausgestattet, würde der Preisvorschlag von knapp 5 Euro auf nur 5 Cent fallen. Vor dem Verkauf lohnt sich ein Blick in die Zustandsanforderungen des Portals, um Enttäuschungen zu vermeiden. Nett: Sind die Artikel bei der Prüfung durch Rebuy in einem besseren Zustand als von uns angegeben, bekommen wir eine höhere Verkaufsprovision gutgeschrieben.

Die nackten Zahlen

Für die sechs in unserer Krempelkiste verbliebenen Artikel bietet uns Rebuy insgesamt 112,83 Euro. Der Großteil dieser doch recht stattlichen Summe entfällt allerdings mit knapp 100 Euro auf die PlayStation Vita. Für das PS3-Spiel Uncharted erhalten wir 6,12 Euro. Unsere Bücher und die DVD sind hingegen jeweils nicht mal einen Euro wert. Das ausrangierte Handy bringt immerhin noch knapp 5 Euro.

Wie fallen die Gewinne für Rebuy aus? Ein schnell zusammengestellter Warenkorb mit den ausrangierten Artikeln würde beim Anbieter 179,24 Euro kosten – 60 Prozent mehr.

Was taugen die Alternativen?

Lohnt sich vielleicht ein Verkauf über alternative Internetseiten? Amazon bietet mit „Trade In“ ein ähnliches System, mit dem Nutzer gebrauchte Produkte gegen Gutscheine beim Online-Versandhaus eintauschen können. Leider werden uns hier nur vier der sechs bei Rebuy akzeptierten Artikel abgenommen. Die jeweiligen Erlöse fallen mit 81,10 Euro deutlich geringer aus, Rebuy zahlt für die vier Artikel 107,83 Euro.

Amazon bietet uns geringere Ankauf-Preise
Vergrößern Amazon bietet uns geringere Ankauf-Preise

Wer den aufwändigen Verkauf bei Ebay scheut, der kann bei Amazon auch selbst als Verkäufer im Marketplace auftreten und seine Artikel direkt an die Kundschaft verschicken. Doch wirklich lohnenswert ist das in unserem Fall nicht. Will man den jeweiligen Preissieger knapp unterbieten, so könnte man (Interesse vorausgesetzt) auf 188 Euro kommen. Dann schlägt aber noch die Gebührenmaschinerie zu: 15 Prozent Umsatzsteuer, 10-15 Prozent Verkaufsgebühr sowie 1,14 Euro pro Verkauf lassen unsere Einnahmen auf 133 Euro schrumpfen. Im Vergleich zu den 112 Euro bei Rebuy kein sonderlich guter Schnitt. Denn während der unbestimmten Zeit, bis sich ein Artikel verkauft, müssen die Preise ständig nachkorrigiert werden. Dazu kommt noch der Einzelversand der Artikel, die durch Porto-Pauschalen im Falle der Vita keinen versicherten Versand vorsehen.

So wird die Krempelkiste verschickt

Nachdem die zu verkaufenden Artikel aus unserer Krempelkiste dem Warenkorb hinzugefügt wurden, können wir den Verkauf abschließen. Übersteigt der Gesamtwert die Grenze von 10 Euro, kommt Rebuy für die Portokosten auf. Ein automatisch generiertes Versandetikett können wir nun zusammen mit der Produktliste und einem Hinweisblatt als PDF speichern und drucken. Unsere aus sechs Artikeln bestehende Sendung kann jetzt verpackt und innerhalb von fünf Tagen an Rebuy geschickt werden. Wenn das Paket beim Unternehmen eintrifft, versendet Rebuy eine entsprechende Bestätigungs-Email. Die Prüfung der Artikel auf Zustand und Funktionstüchtigkeit dauert dann noch einmal zwei Werktage.

Wie komme ich an mein Geld?

Die 107,83 Euro für die eingeschickte Krempelkiste schreibt Rebuy innerhalb von wenigen Tagen unserem Kundenkonto gut. Von hier aus kann der Betrag auf ein Bankkonto weitergeleitet, in den Einkauf von Artikeln auf Rebuy investiert oder an gemeinnützige Organisationen gespendet werden. Das Re-Commerce-Unternehmen kooperiert in diesem Bereich mit Aktion Deutschland Hilft, SOS Kinderdörfer Weltweit, Oroverde und World Vision.

Fazit

Rebuy erweist sich im Vergleich zu Plattformen wie Ebay oder dem Amazon Marketplace als sehr unkompliziert. Artikel können schnell eingelesen und noch am selben Tag verschickt werden. Das umständliche Artikel-Einstellen sowie lange Wartezeiten entfallen. Der Gewinn wird innerhalb weniger Tage gutgeschrieben. Im Vergleich zu den Konkurrenten schneiden auch die Preisvorschläge des Portals gut ab. Beim Amazon Marketplace lassen sich zwar teilweise höhere Gewinne herausholen, doch dafür müssen Sie hier als Anbieter auch eine gehörige Portion Geduld mitbringen. Wer sich schnell von vielen alten Sachen trennen will, ist bei Rebuy an der richtigen Adresse.

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