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So machen Sie Ihren PC schneller und stabiler

07.07.2014 | 12:09 Uhr |

Computer sind zwar während der letzten zehn Jahre um einiges benutzerfreundlicher geworden. Doch PCs benötigen nach wie vor etwas Wartung, um topfit zu bleiben. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihren Rechner so pflegen, dass er immer zuverlässig und schnell läuft.

Um Ihren PC auf Vordermann zu bringen, sind lediglich ein paar einfache Schritte vonnöten. Keiner davon ist besonders kompliziert, die meisten nur eine Sache von Minuten, aber alle haben einen großen Einfluss darauf, wie gut Ihr Rechner funktioniert. Und das Beste: Wenn Sie alles davon erledigt haben, müssen Sie sich über viele dieser Aufgaben nie wieder einen Kopf machen.

Reinigen Sie Gehäuse, Tastatur und Bildschirm

Die erste Aufgabe ist die grundlegendste: Halten Sie Ihren Rechner sauber! Das ist nicht nur wichtig, weil ein dreckiger Computer unfein aussieht und nicht sehr angenehm zu bedienen ist. Sondern weil ein sauberer Rechner einfach länger hält. Schmutz und Staubansammlungen in und um Ihren PC können den Lüfter und die Lüftungsschlitze verstopfen, was die Bauteile heiß werden lässt und ihre Lebensdauer verkürzt. Wenn Ihr Rechner also inzwischen ein wenig staubig daherkommt, nehmen Sie sich die Zeit, um ihn zu reinigen.

Dafür brauchen Sie nur ein paar wenige Dinge: einen Kreuzschlitzschraubenzieher, einen Pressluftflasche, Küchenpapier und Reinigungsalkohol.

PC-Gehäuse sauber bekommen

Fahren Sie Ihren Computer herunter, trennen Sie ihn vom Stromnetz und stellen ihn auf eine freie Fläche mit Platz nach allen Seiten. Nehmen Sie sich die Rückseite vor und halten Sie Ausschau nach den Schrauben, die die Seitenbleche fixieren. Lösen Sie sie, wobei Sie darauf achten, diese an einer sicheren Stelle abzulegen, und nehmen Sie die Seitenbleche ab. Das geht normalerweise, indem Sie sie nach hinten schieben und dann vom Gerät abnehmen. Wenn Sie den Rechner lange nicht mehr gereinigt haben, sollten Ihnen umgehend Stellen auffallen, wo sich Staub angesammelt hat.

Die größten Wollmäuse entdecken Sie wahrscheinlich auf den Lüftergebläsen im Rechner und an den Lüftungsschlitzen. Eine Menge Staub bekommen Sie schon weg, wenn Sie die Gebläse mit einem Küchentuch abwischen und die Schlitze mit einem leicht feuchten Tuch reinigen. Sobald Sie die Staubansammlungen beseitigt haben, benutzen Sie die Pressluftflasche, um verbliebenen Schmutz aus den Kühlerlamellen herauszublasen, die auf dem Zentralprozessor oder der Grafikkarte sitzen. Blasen Sie mit der Luft auch Reststaub aus den anderen Lüftern des Systems heraus, aber seien Sie vorsichtig: Ein anhaltender Luftstoß kann den Lüfter überdrehen und dabei beschädigen. Gehen Sie entweder mit kurzen, kontrollierten Luftstößen zu Werk oder halten Sie die Lamellen mit Ihren Fingern fest, damit sie sich nicht drehen. Anschließend entfernen Sie weitere Verunreinigungen, die Sie unter dem Gehäuse entdecken.

Tastatur reinigen

Als Nächstes ist die Tastatur an der Reihe. Beginnen Sie damit, so viele Krümel wie möglich herauszubekommen. Drehen Sie die Tastatur dazu einfach auf den Kopf und schütteln sie ein- oder zweimal. Führen Sie diesen Schritt am besten über dem Waschbecken oder über einem Mülleimer aus. Benutzen Sie die Druckluft, um Krümel zu lösen, die noch unter den Tasten klemmen, und wiederholen Sie dann die Prozedur. Sollten Sie eine mechanische Tastatur haben, können Sie auch einzelne Tasten herausdrücken, um besonders hartnäckige Rückstände zu entfernen.

Wenn einzelne Tasten eine Schmierschicht bekommen haben, feuchten Sie ein Küchentuch mit etwas Reinigungsalkohol an und reiben die Oberflächen der Tasten sauber. Und wenn Sie schon dabei sind, benutzen Sie den Reiniger, um Ihrer Maus eine gründliche Abreibung zu verpassen. Achten Sie besonders auf die Stellen, wo Ihre Finger normalerweise aufliegen, da dies im Regelfall die fettigsten und dunkelsten sein werden. Drehen Sie die Maus um und vergewissern Sie sich, dass die Gleitflächen (mit denen die Maus Kontakt zum Tisch oder Mousepad hat) nicht schmutzig sind und sich auch kein Staub im optischen Sensor angesammelt hat.

Wischen Sie schlussendlich den Monitor ab. Auch wenn das Küchenpapier für die Reinigung der meisten anderen Oberflächen an Ihrem Rechner sehr hilfreich ist, würden wir es hierfür nicht empfehlen, da es den Bildschirm zerkratzen kann. Nehmen Sie stattdessen ein Mikrofasertuch von der Sorte, wie sie auch den meisten Brillen, Sonnenbrillen und Computerbildschirmen beiliegen. Solche Tücher finden Sie auch in der Putzmittelabteilung im  Supermarkt. Wischen Sie einmal leicht über den Schirm und stellen Sie fest, ob noch Schmutz zurückgeblieben ist. Wenn ja, befeuchten Sie das Tuch mit Wasser oder je zur Hälfte mit Wasser und Essig und wischen Sie dann erneut.

Schützen Sie sich vor Schadsoftware

"Ich öffne niemals verdächtige E-Mail-Anhänge und halte mich von unsicheren Webseiten fern", sagen Sie sich vielleicht, "und ich hatte schon jahrelang keine Schadprogramme mehr auf dem System." Trotzdem sind Sie verwundbar.

Wie die Sicherheitslücke in Java Anfang Januar gezeigt hat, müssen Sie gar nichts Unbedachtes unternehmen, um sich einen Virus einzufangen. Manchmal reicht eine einzige Schwachstelle, damit Sie sich wünschen, Sie hätten ein paar Minuten in die Installation eines Anti-Viren-Programms investiert. Wenn Sie das noch nicht gemacht haben: tun Sie's jetzt!

Die große Frage ist, ob Sie unbedingt ein kostenpflichtiges Programm benötigen, oder ob eine Gratis-Software nicht auch den Zweck erfüllt. Kostenpflichtige Programme bieten den vollständigsten Schutz und warten meistens mit Extras auf, wie etwa einer Firewall oder Echtzeit-Support. Wenn Sie sich jedoch an grundlegende Vorsichtsmaßnahmen halten, was den Download von Programmen aus dem Internet betrifft, sollten die Kernfunktionen kostenfreier Antiviren-Software in Verbindung mit der eingebauten Windows-Firewall genügen.

Wir empfehlen für den Anfang AVG AntiVirus Free oder Avira Free Antivirus . Achten Sie bei der Installation darauf, die verschiedenen Optionen zur Installation von Suchassistenten und Toolbars abzuwählen, um Ihr System nicht ungewollt mit unnötiger Software zu belasten.

In einem Atemzug mit Antivirenprogrammen müssen auch Backups genannt werden. Suchen Sie sich ein für Ihre Bedürfnisse passendes Datensicherungsprogramm und erstellen Sie damit regelmäßig Datensicherungen.

Backup im Home Office: Das ist wichtig

Aktualisieren Sie Ihre Programme

Veraltete Software ist ein Sicherheitsrisiko, oft mit verwundbaren Stellen, durch die ein Angreifer in Ihr System eindringen kann. Außerdem verpassen Sie ohne Updates neue Funktionen, die sich die Programmierer in der Zwischenzeit ausgedacht haben.

Es gibt jedoch eine einfache, kostenlose Methode, die Programme auf Ihrem Rechner auf verfügbare Updates zu untersuchen. Laden Sie einfach den Secunia Personal Software Inspector herunter und installieren Sie ihn. Nach der Installation fragt Sie der Secunia PSI, was er tun soll, wenn er ein veraltetes Programm findet. Sie können sich dafür entscheiden, selbst auszuwählen, welche Aktualisierungen heruntergeladen werden sollen, aber wir empfehlen die automatische Einstellung. Schließlich geht es darum, auf möglichst einfache Weise alles auf dem neuesten Stand zu halten.

Klicken Sie anschließend auf die große Schaltfläche mit der Aufschrift "Scanvorgang starten". Sobald der Durchlauf vorbei ist, sehen Sie eine Liste der installierten Programme mit einer Aufzählung derjenigen, die nicht aktuell sind. Der Secunia PSI kann einige der Programme selbsttätig für Sie aktualisieren. Soweit Sie bei der Installation die automatische Einstellung gewählt haben, lädt er umgehend die neuen Versionen für diese Programme herunter, während andere manuell auf den aktuellen Stand gebracht werden müssen. Unter jeder nicht automatisch ausführbaren Aktualisierung erscheint ein Link zum Update. Klicken Sie darauf, und Secunia startet den Vorgang.

Der Secunia PSI lädt standardmäßig beim Hochfahren des Rechners und läuft dann im Hintergrund, wobei er mit wachsamem Auge nach unsicheren Programmen Ausschau hält. Einmal wöchentlich fordert Sie die Software zur Aktualisierung veralteter Anwendungen auf.

Windows-Updates automatisch installieren

Die Windows-Update-Funktion sollten Sie ebenfalls auf automatische Aktualisierung zu setzen, sofern Sie das nicht sowieso schon getan haben. Klicken Sie hierzu unter Windows 8 auf den Menüpunkt "Einstellungen" in der Seitenleiste, wählen Sie dann "Systemsteuerung" und klicken auf "Windows Update". Unter Windows 7 und Vista gehen Sie auf "Start" > "Alle Programme" > "Windows Update" > "Einstellungen ändern".

Verwalten Sie Ihre Daten

Ordnung ist das halbe Leben. Das gilt auch für den PC. Damit es mit der Ordnung auf dem PC klappt, sollten Sie ein Tool namens DropIt installieren.

Das Programm setzt ein Symbol auf Ihren Bildschirm und speichert automatisch jede Datei, die Sie auf das Symbol ziehen, nach von Ihnen festgelegten Regeln ab. Wenn Sie das Programm starten, sehen Sie ein blaues Feld mit einem Pfeil, das Sie auf dem Desktop verschieben können. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Feld und wählen Sie "Associations". Es öffnet sich ein Menü, in dem Sie Regeln setzen können, wie etwa "alle Dateien, die auf .jpg oder .png enden, sollen in die Bildersammlung verschoben werden". Die Aufstellung eines umfangreichen Regelwerks kann einige Zeit in Anspruch nehmen, doch sobald Sie das einmal erledigt haben, können Sie den Inhalt jedes Ordners auf Ihrem Rechner in Sekundenschnelle sortieren.

Nachdem Sie DropIt installiert und konfiguriert haben, können Sie Ordnung in das Dateisystem Ihres Rechners bringen. Beginnen Sie mit dem Desktop. Der Desktop bietet sich vorrangig als temporärer Aufbewahrungsort für Dateien an, an denen Sie gerade arbeiten. Wenn Sie ihn jedoch mit Symbolen überfrachten, behindert Sie das nur jedes Mal, wenn Sie dort eine bestimmte Datei suchen. Das Startmenü oder die Taskleiste sind viel bessere Orte für Shortcuts zu häufig benutzten Programmen. Andere Orte, die regelmäßig überquellen, sind der Ordner "Dokumente", das Hauptverzeichnis Ihrer Festplatte und der Ordner "Heruntergeladene Dateien".

Wenn Sie mit Windows 7 oder 8 arbeiten, nutzen Sie die eingebaute Bibliotheksfunktion, sofern Sie das nicht ohnehin schon tun. Bibliotheken sind eine nützliche Methode, um Datensammlungen zu organisieren, auch wenn die Dateien nicht alle am selben Ort gespeichert sind.

Trennen Sie sich von Überflüssigem

Während Sie Ihre Daten sortieren, stoßen Sie wahrscheinlich bald auf ein weiteres Problem: Sie verfügen über eine Menge alter, nutzloser Dateien, Dokumente und Anwendungen, die wertvollen Speicherplatz auf Ihrer Festplatte belegen. Höchstwahrscheinlich haben Sie einige davon während der Aufräumaktion schon aussortiert, aber in den meisten Fällen war das das nur die Spitze des Eisbergs. Ihr nächster Schritt sollte es sein, all Ihre Datenspeicher einem kritischen Blick zu unterziehen.

Beginnen Sie mit SpaceSniffer einem kostenlosen Programm, das alle Daten auf Ihrem PC grafisch darstellt, indem jeder Ordner als farbiges Kästchen visualisiert wird: Je größer das Kästchen, umso mehr Speicherplatz belegt der betreffende Ordner. Ein kompletter Suchlauf benötigt lediglich zwischen fünf Minuten und einer halben Stunde, abhängig von Kapazität und Lesegeschwindigkeit Ihrer Laufwerke.

Nach dem Durchlauf können Sie mit einem Doppelklick auf das betreffende Kästchen jeden beliebigen Ordner analysieren und feststellen, was dort so viel Speicherplatz belegt. Mit SpaceSniffer können Sie leicht nachvollziehen, wohin Ihre Gigabytes an freiem Datenspeicher verschwunden sind.

Das Löschen überflüssiger Dateien geht vergleichsweise einfach vonstatten, aber das Entfernen von Anwendungen kann Schwierigkeiten bereiten. Ein Tool namens PC Decrapifier unterstützt Sie dabei, mehrere Programme auf einmal zu deinstallieren, wenn Sie schon beim Großreinemachen sind. Revo Uninstaller ist ein praktisches Werkzeug, wenn Sie feststellen sollten, dass eine bestimmte Anwendung nach der Deinstallation immer noch Speicherplatz belegt. Dazu führt Revo Uninstaller alle Softwareprogramme auf und gibt Ihnen die Möglichkeit, einzelne besonders hartnäckige Anwendungen manuell zu entfernen. Anschließend sucht es nach Daten oder Einträgen in der Registrierdatenbank, die vielleicht noch zurückgeblieben sind, und löscht auch diese.

Nachdem Sie Ihren PC gründlich manuell durchforstet haben, lassen Sie ein automatisches Löschprogramm wie CCleaner laufen, um zu prüfen, ob Sie etwas übersehen haben. CCleaner durchsucht Ihren Computer nach bekannten Platzverschwendern wie temporären Internetdateien und Logfiles. Sie können alle aufgefundenen Dateien inspizieren und CCleaner anschließend anweisen, die nicht benötigten Dateien zu löschen, was unter Umständen mehrere Gigabytes an Speicherplatz erbringt.

Es versteht sich eigentlich von selbst, aber gehen Sie unbedingt auf Nummer sicher, bevor Sie eine Datei ins Nirvana schicken. Die Aussicht auf ein wenig freien Speicherplatz ist im Zweifel das Risiko nicht wert, eine wichtige Systemdatei unbrauchbar zu machen oder ein wertvolles Dokument zu verlieren.

Verschlüsseln Sie Ihre privaten Daten

Ein wie wichtiger Teil Ihres Lebens schlummert in Ihrem Rechner? Bewahren Sie dort ärztliche Befunde, Kontoauszüge oder anderes Material auf, das Sie ungern in unbefugten Händen sehen würden? Dann sollten diese sensiblen Informationen unbedingt verschlüsseln, um sicherzugehen, dass sie auch geheim bleiben, wenn Ihre Daten in fremde Hände fallen sollten.

Spüren Sie zuerst sämtliche sensiblen Daten in Ihrem Rechner auf: finanzielle und medizinische Dokumente, Verträge und alles andere, das Sie keinem Fremden zeigen würden. Verschieben Sie alles in einen Ordner. Sie können (und sollten) diese Daten in entsprechende Unterordner einsortieren, solange Sie nur darauf achten, dass sich alles in einem gemeinsamen Hauptordner befindet.

Installieren Sie als Nächstes TrueCrypt , eine kostenlose Software, die einfach verwendbare Verschlüsselung auf hohem Niveau bietet und für die es auch ein deutsches Sprachpaket gibt. TrueCrypt speichert Daten in Containerdateien, die Volumes heißen. Stellen Sie sich ein Volume wie einen Tresor und TrueCrypt als den Schlüssel vor. Klicken Sie auf die Schaltfläche "ein Volume erstellen" und wählen dann die Option "eine verschlüsselte Containerdatei erstellen". Folgen Sie anschließend dem Assistenten durch den Erstellungsprozess. Jeder Schritt wird klar erklärt, und wenn Sie etwas nicht verstehen, können Sie ohne Bedenken die Standardeinstellungen wählen.

Nachdem das Programm Ihr Volume erstellt hat, müssen Sie es einbinden. Stellen Sie sich das als das Öffnen des Safes vor, obwohl der Safe nur offenbleibt, solange TrueCrypt läuft. Wählen Sie "Datei auswählen" und suchen Sie nach dem Volume, das Sie gerade erstellt haben. Klicken Sie dann auf die Schaltfläche "einbinden" und geben Sie das Passwort ein, das Sie mit Hilfe des Assistenten gewählt haben.

Wenn TrueCrypt ein Volume einbindet, wird es von Ihrem Computer als neues Laufwerk erkannt. Öffnen Sie den Windows Explorer und suchen Sie nach dem neuen Laufwerk - es sollte leer sein. Verschieben Sie den Ordner mit Ihren sensiblen Daten auf dieses Laufwerk. Wenn Sie damit fertig sind, schließen Sie TrueCrypt; das virtuelle Laufwerk verschwindet. Die Daten sind nun in dem verschlüsselten Volume verborgen.

Wann immer Sie auf die Dateien wieder zugreifen möchten, müssen Sie das Volume mit Hilfe von TrueCrypt erneut einbinden. Deshalb sollten Sie auf Nummer sicher gehen, dass Sie die Volumedatei nicht verlieren oder das Passwort vergessen. Und wenn wir gerade bei Passwörtern sind ...

Ändern Sie Ihre Passwörter

Dieser Schritt ist genauso wichtig wie die Datensicherung. Die meisten Anwender machen jedoch leider einige grundlegende Fehler in Bezug auf Passwörter, die ihre Internetzugänge und Daten gefährden. Der einfachste Weg, sie zu beheben, besteht darin, von vorne anzufangen. Wenn Sie neue Passwörter wählen, sollten Sie die folgenden drei Tipps im Kopf behalten.

Erstens: Wählen Sie ein sicheres Passwort. Ein zu kurzes oder einfaches Passwort ist leicht zu knacken. Sichere Passwörter bestehen aus mindestens zehn Zeichen und enthalten eine Mischung aus großen und kleinen Buchstaben sowie Sonderzeichen und Ziffern. Aber auch ein Passwort, das nur aus Buchstaben besteht, kann sicher sein, wenn es eine Länge von mindestens 20 Zeichen aufweist.

Zweitens: Verwenden Sie niemals ein- und dasselbe Passwort für verschiedene Webseiten. Viele Anwender, die sich eines besonders sicheren Passworts rühmen, gehen regelmäßig in diese Falle. Wenn Sie das tun, braucht nur eine der von Ihnen verwendeten Webseiten attackiert zu werden, und sofort sind Ihre sensibelsten Daten in Gefahr. Wenn Sie absolut nicht mit eigenen Passwörtern für die Vielzahl Ihrer Accounts hantieren wollen, so nutzen Sie wenigstens unterschiedliche Passwörter für Ihren Mailaccount und Konten, die sensible Bankdaten enthalten.

Drittens: Fühlen Sie sich niemals zu sicher. Kein Sicherheitssystem ist perfekt, weshalb es unumgänglich ist, Ihre Passwörter regelmäßig zu ändern. Falls zu irgendeinem Zeitpunkt eins Ihrer Passwörter geknackt wird oder in falsche Hände gerät, sollten Sie nicht zulassen, dass der Betreffende Ihnen endlos lange nachspionieren kann. Indem Sie Ihre wichtigsten Passwörter mindestens alle sechs Monate und die weniger wichtigen einmal im Jahr ändern, verringern Sie langfristige Risiken.

Falls Ihnen das alles zu umständlich ist, kann ein einziges simples Programm sehr hilfreich sein: KeePass , eine kostenlose Passwort-Management-Lösung, die all Ihre Passwörter speichert, und mit deren Hilfe Sie bei Bedarf zufällige, sehr sichere Passwörter generieren können.

Beschleunigen Sie das Hochfahren Ihres Rechners

Nichts ist frustrierender als das Warten, während der Rechner quälend langsam hochfährt. Erst müssen Sie den Selbsttest abwarten, dann den Windows-Startbildschirm, und dann kommt der nervigste Teil: wenn der Desktop schon angezeigt wird, der Rechner aber immer noch nicht auf Eingaben reagiert. Das war natürlich nicht immer so - als Sie den Rechner frisch gekauft hatten, ging das Hochfahren blitzartig vonstatten.

Sie haben wahrscheinlich alle möglichen Arten von Programmen installiert, und die haben sich einige Freiheiten herausgenommen und Ihr System so eingestellt, dass eine Vielzahl von Diensten und Anwendungen automatisch gestartet wird, wenn das Betriebssystem hochfährt. In der Zwischenzeit haben sich vielleicht schon 30 oder mehr Programme angesammelt, die alle beim Windows-Start aufgerufen werden, was bedeutet, dass Sie immer länger warten müssen, bis Sie zum Beispiel Ihre Mails abrufen können.

Nehmen Sie die Kontrolle über die Startprozedur Ihres Computers wieder in die Hand.

Lassen Sie zuerst CCleaner laufen. Klicken Sie auf die Schaltfläche "Extras" auf der linken Seite des CCleaner-Fensters und drücken Sie dann auf "Autostart". Jetzt sollten Sie eine Liste aller Programme sehen, die automatisch mit Windows gestartet werden. Gehen Sie die Liste durch, und immer wenn Sie eine Anwendung entdecken, die Sie nicht bei jedem Gebrauch des Computers benötigen, klicken Sie sie an und wählen "Deaktivieren".

Wenn Sie den Startvorgang von Windows zeitlich besser abstimmen möchten, empfehlen wir WinPatrol . WinPatrol zeigt eine Liste der im Autostart befindlichen Programme - gibt Ihnen aber zusätzlich die Möglichkeit, den Startvorgang zeitlich zu entzerren, sodass der Computer nicht versucht, alle Programme auf einmal zu laden. Um dies einzustellen, suchen Sie das Programm, das Sie verzögert starten möchten, in der Liste heraus, klicken mit der rechten Maustaste darauf und wählen die Option "Verschieben in die Startverzögerung- Programmliste". Danach können Sie zum Reiter "Startverzögerung" wechseln, das Programm markieren und auf den Knopf "Verzögerungsoptionen" drücken, worauf Sie einstellen können, wie lange Windows den Start der Software hinauszögern soll.

Sortieren Sie Ihren Posteingang

Räumen Sie Ihr Mail-Postfach auf. Damit sparen Sie Zeit und schonen Ihre Nerven.

Erstellen Sie zunächst verschiedene Ordner (bei Gmail heißen sie Labels) für bestimmte Aufgaben oder Aktivitäten, um die eingehenden Nachrichten vorzusortieren. Die Ordner eines durchschnittlichen Anwenders könnten etwa "Arbeit", "Rechnungen und Quittungen", "Newsletter" oder ähnlich heißen. In Outlook 2010 erstellen Sie einen neuen Ordner, indem Sie den Menüpunkt "Ordner" anwählen und auf "Neuer Ordner" klicken. Bei Gmail klicken Sie am Ende der Label-Liste auf "Mehr" und wählen dann "Neues Label erstellen".

Räumen Sie anschließend Ihren Posteingang auf. Der Posteingang dient als Eingangskorb für neue Nachrichten und nicht als dauerhafte Ablage für jede einzelne E-Mail, die Sie jemals erhalten haben. Sortieren Sie Ihre Nachrichten in die gerade erstellten Ordner ein und löschen Sie dabei gewissenhaft alle Elemente, die Sie nicht unbedingt aufheben müssen. Mails, die Sie beantworten müssen, belassen Sie im Posteingang, oder besser, erstellen Sie einen Ordner mit der Bezeichnung "zu beantworten", in den Sie diese E-Mails verschieben.

Um Ihren Posteingang dauerhaft aufgeräumt zu halten, müssen Sie sich angewöhnen, Ihre Nachrichten sofort korrekt abzulegen, sobald Sie sie erhalten oder bearbeitet haben. Alternativ können Sie auch Regeln in Outlook (Datei > Regeln und Benachrichtigungen verwalten > Neue Regel...) oder Gmail (rechts neben dem Eingabefeld auf "Filter erstellen" klicken) einrichten, um eingehende Post automatisch nach verschiedenen Kriterien wie der Absenderadresse oder Stichworten im Text in bestimmte Ordner einzusortieren. Die meisten größeren E-Mail-Programme unterstützen Filterwerkzeuge.

Werden Sie aktiv und melden Sie sich von allen Newslettern und Werbemails ab, die Sie nicht regelmäßig lesen. Sie werden überrascht sein, wie stark sich allein durch diese Maßnahme das Chaos in Ihrem Posteingang verringert.

Automatisieren Sie alle Vorgänge

Öffnen Sie die Aufgabenverwaltung unter Windows 7 oder Vista über Start > Alle Programme > Zubehör > Systemprogramme > Aufgabenverwaltung. Unter Windows 8 geben Sie "Aufgabenplanung" in die Suche ein. Sobald Sie sie geöffnet haben, wählen Sie "Einfache Aufgabe erstellen..." im Aktions-Menü, um eine simple zeitgesteuerte Aufgabe zu definieren. Es öffnet sich ein Assistent, der abfragt, in welchen Abständen Sie die Aufgabe ausgeführt haben wollen, und welches Programm dazu gestartet werden soll. Sie könnten jetzt zum Beispiel eine Aufgabe einrichten, die CCleaner und SpaceSniffer jeweils im Zwei-Wochen-Rhythmus aufruft.

Da eine solche einfache Aufgabe nicht automatisch den Suchlauf auslöst, wenn ein Programm wie CCleaner ausgeführt wird, handelt es sich nicht um eine vollkommen automatisierte Lösung. Trotzdem erschwert es Ihnen diese Methode, eine notwendige Wartungsmaßnahme zu ignorieren, wenn Windows selbstständig das benötigte Programm dazu in regelmäßigen Abständen aufruft. Windows-Profis können mit einer Kombination aus Aufgabenverwaltung, Kommandozeilen-Befehlen und viel Experimentieren Programme dazu veranlassen, selbstständig bestimmte Funktionen auszuführen, aber das ist Stoff für einen eigenen Artikel.

Sollten Sie Ihre Laufwerke defragmentieren?

Wenn Sie schon länger als ein oder zwei Jahre mit Computern arbeiten, ist Ihnen höchstwahrscheinlich zu Ohren gekommen, wie wichtig es sei, die Festplatten regelmäßig zu defragmentieren. Der Vorgang des Defragmentierens führt die über Ihre Laufwerke verteilten Datenschnipsel wieder zu einheitlichen Blöcken zusammen. Obwohl moderne Festplatten im Gegensatz zu ihren Urahnen von vorgestern durch Defragmentieren kaum noch Geschwindigkeitsgewinne verzeichnen, sollten Sie trotzdem die gespeicherten Daten in Abständen defragmentieren, um Probleme zu vermeiden, die mit starker Fragmentierung einhergehen. Zumindest theoretisch steigern Sie dadurch die Chance, verlorene Daten auf einem Laufwerk wiederherzustellen, wenn Sie dieses kurz vorher defragmentiert hatten.

Wenn Sie mit Windows Vista, 7 oder 8 arbeiten, defragmentiert sich das System automatisch einmal in der Woche, für gewöhnlich spät am Abend. Geben Sie "Defragmentierung" in die Suche ein und klicken Sie auf das Suchergebnis, wenn Sie wissen möchten, wann der Vorgang läuft. Wenn Sie jedoch immer noch mit Windows XP arbeiten, sollten Sie das System alle paar Wochen manuell defragmentieren, indem Sie Start > Alle Programme > Zubehör > Systemprogramme > Defragmentierung auswählen.

Wenn Sie aber über ein Halbleiterlaufwerk (SSD) verfügen, ist es besser, die automatische Defragmentierung abzuschalten. Fragmentierte Daten beeinträchtigen die Lesegeschwindigkeit von SSDs nicht - im Gegenteil: Hardware-Hersteller sagen, dass Defragmentierung unnötige Zugriffe auf das SSD verursacht und so die Lebensdauer verkürzen kann. In diesem Fall können Sie also getrost darauf verzichten!

 

 

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