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Die besten Praxis-Tipps für Ubuntu

08.07.2016 | 13:13 Uhr |

Die reguläre Ubuntu-Ausgabe mit Unity auf dem Desktop will es Einsteigern leicht machen. Einige Einstellungen, Tricks und Tools helfen dabei, das System fit für den Alltag zu machen und an die eigenen Bedürfnisse anzupassen.

Ubuntu wird auf dem PC das Aussehen des herkömmlichen Linux-Desktops dieser Distribution für die nächsten Jahre definieren. Am Feinschliff mangelt es dort nicht. Der Standarddesktop in der regulären Ausgabe Ubuntus ist Unity 7.4 – eine Mischung von Gnome-Komponenten und Eigenentwicklungen, die im Stil von Gnome aber nur wenige Einstellungen bietet.

Die folgenden Tipps nehmen sich Unity vor beziehungsweise das, was fortgeschrittenen Anwendern daran nicht behagen dürfte. Mit tieferen Eingriffen gelingen auch wieder Einstellungsmöglichkeiten zur besseren Anpassung an die eigenen Bedürfnisse. Außerdem gibt es im Anschluss generell empfehlenswerte Einrichtungsschritte, die sich auch für die Ubuntu-Varianten Ubuntu Mate , Kubuntu , Xubuntu und Lubuntu eignen.

Unity: Schneller ohne Zeitgeist

Die Dash-Übersichtsseite, welche sich über das Ubuntu-Symbol oben im Launcher öffnet, ist ein Ersatz für das klassische Anwendungsmenü.

Ein Programmname oder Suchbegriff genügt, um installierte passende Anwendungen zu finden. Zum anderen berücksichtigt die Suche aber auch Dateien und Dokumente im Home-Verzeichnis sowie zuletzt geöffnete Dateien. Für den Unterbau zu dieser Suche nutzt Unity die Gnome-Komponente Zeitgeist, die einen Dateiindex unterhält.

Das Problem: Läuft die Suche erst noch ott, so reagiert sie nach Wochen und Monaten der intensiven Nutzung des Systems immer schleppender.Je mehr Dateien im Index sind, desto länger muss die Dash-Übersichtsseite eine Denkpause beim Öffnen einlegen.

Die Dateisuche und der Index zuletzt geöffneter Dokumente bremst die Dash-Übersichtsseite von Unity aus. Verantwortlich dafür ist der Indexdienst Zeitgeist.
Vergrößern Die Dateisuche und der Index zuletzt geöffneter Dokumente bremst die Dash-Übersichtsseite von Unity aus. Verantwortlich dafür ist der Indexdienst Zeitgeist.

Es gibt Abhilfe: Hält man den Zeitgeist-Dienst an, entfernt dessen Autostart eintrag die interne Datenbank, dann springt die Dash wieder so flott an wie am ersten Tag. Der Preis ist der Verzicht auf die Liste der zuletzt geöffneten Dateien in der Dash.

Der Befehl

sudo rm /etc/xdg/autostart/zeitgeist-datahub.desktop  

im Gnome-Terminal löscht zunächst den Autostarteintrag von Zeitgeist und

sudo killall zeitgeist-datahub zeitgeist-daemon  

hält den laufenden Zeitgeist-Prozess an. Nun löscht noch das Kommando

rm -r ~/.local/share/zeitgeist/  

die Zeitgeist-Datenbank, die nach einigen Monaten mehrere Hundert MB groß werden kann. Damit die Dash nicht selbständig bei der ersten Suche die Zeitgeist-Prozesse neu startet, muss noch mittels

sudo apt-get remove zeitgeist-datahub  

ein Paket deinstalliert werden. Die unverzichtbare Programmsuche im Dash bleibt intakt.

Siehe auch: 10 praktische Desktop-Addons für Ubuntu

Unity Launcher: Per Klick minimieren

Im Launcher startet ein Klick auf ein Symbol die zugehörige Anwendung und ein weiterer Klick auf laufende Programme bringt dies in den Vordergrund, minimiert die Programmfenster aber nicht, wie das bei anderen Desktopumgebungen der Fall ist. Eine versteckte Einstellung kann dieses Verhalten aber einschalten. Das folgende Kommando:

gsettings set org.compiz.unity shell:/org/compiz/profiles/uni ty/plugins/unityshell/ launcherminimize- window true  

erledigt dies ohne Zusatztools.

Unity: Normale Menüleisten

Das Appmenü versetzt das Fenstermenü aller Programme in das obere Panel oder blendet es in der Titelleiste des Programmfensters ein, wenn die Option „Darstellung -> Verhalten -> In der Titelleiste des Fensters“ aktiviert ist. Dies klappt unterschiedlich gut – oder schlecht. So etwa reagiert das Menü von Libre Office mit dem Appmenü nicht immer gleich auf gewohnte Tastenkombinationen. Der Hinweis zur Deinstallation dieser Appmenüs darf deshalb auch bei Ubuntu 16.04 nicht fehlen: Im Terminalfenster entfernt das Kommando

sudo apt-get remove indicator-app menu unity-gtk2-module unitygtk3-module appmenu-qt appmenu-qt5  

gezielt fünf Bibliotheken, die für das Appmenü in Gtk- und Qt-Anwendungen verantwortlich sind. Danach ist eine Ab- und erneute Anmeldung nötig. Eine Nebenwirkung ist, dass der Dateimanager Nautilus danach ohne Appmenü keine kompletten Menüs mehr anzeigt. Aber das Problem ist auch schnell behoben. Installieren Sie stattdessen mit

sudo apt-get install nemo

den Dateimanager Nemo, denn dieser hat als Abspaltung einer älteren Nautilus-Version noch traditionelle Menüs und sogar mehr Funktionen.

Wer mit dem von Apple inspirierten Appmenü nicht zurechtkommt, bekommt die herkömmlichen Fenstermenüs durch die Deinstallation einiger Pakete wieder zurück.
Vergrößern Wer mit dem von Apple inspirierten Appmenü nicht zurechtkommt, bekommt die herkömmlichen Fenstermenüs durch die Deinstallation einiger Pakete wieder zurück.

Konfigurationshilfen: Tools für Unity

Der Standarddesktop Unity will gefälligen Konsens liefern, spart aber so wie Gnome 3 mit Möglichkeiten, die Oberfläche über interne Parameter (die in der „dconf“-Konfiguration hinterlegt sind) per Menü konfigurierbar zu machen. Es ist wie bei Gnome 3 die Rolle von Zusatztools, diese Parameter, die ansonsten nur direkt über „dconf/dconf-editor“ und „gsettings“ zugänglich sind, bequem über Einstellungsmenüs offenzulegen. Die wichtigsten Tools dazu hat Ubuntu 16.04 aber immerhin in seinen Standard-Paketquellen.

Unity Tweak Tool: Das Programm hilft bei der Einstellung der Oberfläche und kann etwa den Launcher an den unteren Rand verschieben, System-Tastenkombinationen anpassen und diverse Animationen abändern. In den Unterbau Unitys geht das Tool nicht, dafür ist es aber einfach installiert und intuitiv zu bedienen. Das neue Softwarecenter bietet das Tool zur Installation unter dem Namen „Unity Tweak Tool“ an und der Paketname für apt lautet „unitytweak- tool“.

CCSM: Der abgekürzte Name des Tools steht für „Compiz Configuration Settings Manager“ und eröffnet Detaileinstellung zum Fenstermanager „Compiz“, der für Unity arbeitet. CCSM ist für fortgeschrittene und experimentierfreudige Anwender gedacht, denn die Einstellungen erlauben weitgehende Änderungen des Fenster- und Desktopverhaltens. Trotzdem ist das Tool über die Standard-Paketquellen verfügbar und im Softwarecenter oder mittels apt über seinen Paketnamen „compizconfig-settings-manager“ einfach installiert.

Unsettings: Das Programm Unsettings zeigt über seine grafischen Menüs jene Einstellungen, die ansonsten nur über wenig dokumentierte Parameter im dconf-editor zugänglich sind. Unsettings ändert dabei nur Benutzereinstellungen und vermeidet alle systemweiten Änderungen, die root-Privilegien erfordern und das System instabil machen könnten. Die Installation von Unsettings in klappt mittlerweile über ein PPA des Entwicklers, das der Befehl

sudo apt-add-repository ppa:diesch/testing  

aufnimmt. Mit den Kommandos

sudo apt-get update
sudo apt-get install unsettings

erledigen Sie dann die eigentliche Installation von Unsettings.

Unity: Klassisches Anwendungsmenü

Wer mit der Dash-Übersichtsseite als Startzentrale in Unity partout nicht zurechtkommt, bekommt ein ausklappendes Anwendungsmenü im Stil von LXDE mit dem Classic Menu Indicator als Erweiterung für das obere Unity-Panel. Die für Ubuntu 16.04 in einer aktualisierten Version verfügbare Erweiterung gibt es in den Standard-Paketquellen und ist daher mit dem folgenden Befehl

sudo apt-get install classicmenuindicator  

schnell installiert. Um die Erweiterung erstmals in Betrieb zu nehmen, starten Sie classicmenu-indicator über den Ausführen-Dialog (Alt und F2). Künftig startet das Menü automatisch, weil es sich bei der Installation als Autostartprogramm einträgt. Das Menü zeigt sich als kleines Symbol rechts im Infobereich des Unity-Panels. Ein Klick darauf klappt die Liste der installierten Anwendungen nach Kategorien geordnet aus.

Der Classic Menu Indicator ist eine Erweiterung für das Unity-Panel, um der Desktopumgebung zu einem klassischen Menü zu verhelfen.
Vergrößern Der Classic Menu Indicator ist eine Erweiterung für das Unity-Panel, um der Desktopumgebung zu einem klassischen Menü zu verhelfen.

Unity: Einstellungen zurücksetzen

Gerade ein frisch installiertes Ubuntu lädt zu Experimenten mit Einstellungen und Tweak-Tools ein. Sollte es passieren, dass Unity dabei völlig verkonfiguriert ist, so gibt es einen kurzen Weg zurück zu den Standardeinstellungen. Beenden Sie alle laufenden Programme auf dem Desktop und öffnen Sie ein Terminalfenster oder gehen Sie mit Strg-Alt-F1 auf eine Konsole. Mit den beiden Kommandos

dconf reset -f /org/compiz/
rm -rf ~/.config/dconf/  

löschen Sie kurzerhand den Ordner in ihrem Home-Verzeichnis, der die gesamte benutzerspezifische Konfiguration von Unity enthält. Bleiben Sie in der Shell und geben Sie gleich anschließend den Befehl

sudo killall Xorg  

ein, der den kompletten X-Server beendet und Sie damit automatisch zurück zur Anmeldung bringt. Unity hat bei dieser Methode keine Gelegenheit, im Speicher verbliebene Einstellungen zurück in Konfigurationsdateien zu schreiben, und beginnt mit einer völlig frischen Standardkonfiguration.

Schnellere Updates und Softwarepakete versprechen Server, die in Ihrer Nähe sind. Ein automatischer Geschwindigkeitstest findet den aktuell schnellsten.
Vergrößern Schnellere Updates und Softwarepakete versprechen Server, die in Ihrer Nähe sind. Ein automatischer Geschwindigkeitstest findet den aktuell schnellsten.

Steam: Installation der Spieleplattform

Mit dem Abgang des früheren Ubuntu Software Centers ist auch die bisherige Möglichkeit entfallen, den Steam-Client von Valve auf dem grafischem Weg mit ein paar Klicks zu installieren. Denn im neuen Tool Gnome-Software taucht Steam nicht mehr auf. Das ist aber kein Hindernis, zumal Steam mit den benötigten Bibliotheken über die Kommandozeile sowieso immer einfacher zu installieren war. In Ubuntu 16.04 (32 Bit und 64 Bit) richtet dort der Befehl

sudo apt-get install steam lib32z1 lib32ncurses5  

den Steam-Client ein. Es handelt sich um eine 32-Bit-Anwendung, die unter einem 64-Bit-System zwar problemlos läuft, aber dabei die 32-Bit-Versionen vieler Bibliotheken als Abhängigkeiten installiert. Beim ersten Aufruf von Steam wird sich das Programm erst noch mal selbst aktualisieren.

Updates: Schnelle Spiegelserver

Die Aktualisierungsverwaltung wird schon bald nach der Installation die ersten Paketupdates anbieten, im Falle von Webbrowsern sind die Updates meist sicherheitsrelevant, bei Systemkomponenten wie dem Kernel gibt es wichtige Fehlerbehebungen.

Nach der Veröffentlichung einer neuen Ubuntu-Version sind diese ersten Runden der Aktualisierungen in der Regel umfangreich. Es lohnt sich also, einen schnellen Ubuntu-Spiegelserver auszuwählen, von dem das System in Zukunft die Pakete beziehen wird. Voreingestellt wird immer ein geografisch naher Server, dessen Standort über die IP-Adresse des Systems ermittelt wird. Die nahen Server müssen aber nicht unbedingt die schnellsten sein, da gerade die primären Server auch mal überlastet sein können. Bei der Auswahl eines schnellen Servers hilft der Einstellungsdialog „Anwendungen & Aktualisierungen“, der über das Unity-Dash aufgerufen wird. Unter „Ubuntu-Anwendungen -> Herunterladen von:“ wählen Sie den Eintrag „Andere…“ und in der Liste „Besten Server auswählen“. Das Tool führt dann automatisch einen Geschwindigkeitstest aus, welcher Server am schnellsten antwortet. Diese Aktion ist bei allen Ubuntu-Ausgaben sinnvoll.

Tipp: Diese Ubuntu-Linux-Varianten gibt es

Die Paketverwaltung Appgrid ist schneller als das bisherige Ubuntu Software Center und zeigt mehr Suchergebnisse als das neue Tool Gnome-Software.
Vergrößern Die Paketverwaltung Appgrid ist schneller als das bisherige Ubuntu Software Center und zeigt mehr Suchergebnisse als das neue Tool Gnome-Software.

Appgrid: Flinkes Software-Center

Neben dem traditionellen Paketmanager APT, den Ubuntu zum Finden und Installieren von Software-Paketen zusammen mit dem Paketformat von Debian übernommen hat, enthält Ubuntu auch das grafische Software-Center. Das hat mehr den Charakter eines App-Stores und bietet auch kommerzielle Software an.

Schnelle Alternative zum Ubuntu­-Software-Center: Appgrid ist nicht einfach wie Synaptic ein Front­ End für APT, sondern bietet auch Kaufoptionen für die kommerziellen Angebote von Ubuntu.
Vergrößern Schnelle Alternative zum Ubuntu­-Software-Center: Appgrid ist nicht einfach wie Synaptic ein Front­ End für APT, sondern bietet auch Kaufoptionen für die kommerziellen Angebote von Ubuntu.

Verglichen mit Paketmanagern wie dem blitzschnellen apt-get auf der Kommandozeile und dem darauf aufbauenden Synaptic ist das Ubuntu-Software-Center aber schwerfällig und langsam. Eine schlanke Alternative ist Appgrid. Das Tool liefert ebenfalls Kauffunktionen für kommerzielle Pakete, ist aber ähnlich flink wie Synaptic und damit auch für langsamere Rechner und schleichende Internetverbindungen geeignet. Appgrid liegt nicht in den offiziellen Paketquellen, sondern in einem PPA. Zur Installation öffnen Sie ein Terminal­Fenster und geben dort

sudo add-apt-repository ppa:appgrid/stable sudo apt-get update sudo apt-get install appgrid

ein. Das Tool in Python 3 geschrieben und umfasst lediglich 600 KB, ist aber weitgehend in Englisch gehalten. Starten können Sie Appgrid dann über die Dash-Übersichtsseite.

Passwortabfrage für Admin-Aktionen

Die Abgrenzung von Benutzerkonten vom root-Account ist in Linux-Systemen strikt. Allerdings ist in Ubuntu und seinen Varianten das Hilfswerkzeug sudo zum Delegieren von root-Rechten vorinstalliert: Der erste angelegte Benutzer nach der Installation ist automatisch Mitglied in der Benutzergruppe „sudo“ und darf gemäß vorbereiteter Konfigurationsdatei „/etc/sudoers“ alle Befehle und Programme mit vorangestelltem sudo auch als root ausführen. Er muss dazu nur das eigene Passwort eingeben. Für ein Desktop-System ist dieser Kompromiss ideal.

Noch komfortabler in der Einrichtungsphase des Systems ist eine stummes sudo, das seine Arbeit ohne weitere Passwortrückfrage verrichtet. Dazu ist es lediglich nötig, eine Zeile in der Datei „/etc/sudoers“ abzuändern: Starten Sie den speziellen Texteditor für deren Konfiguration im Terminal mittels s udo visudo . Ändern Sie dann jene Zeile, die mit „%sudo“ beginnt:

%sudo ALL=(ALL:ALL) NOPASSWD:ALL

Nach dem Speichern entfällt die Passwortrückfrage, und Sie sparen sich während der Systemeinrichtung viel unnötiges Tippen. Um die Änderung später wieder rückgängig zu machen, entfernen Sie die Ergänzung „NOPASSWD:“ wieder.

Das Menü „Software & Aktualisierung -> Zusätzliche Treiber“ listet Geräte auf, für die es in den Ubuntu-Paketquellen proprietäre Treiber gibt.
Vergrößern Das Menü „Software & Aktualisierung -> Zusätzliche Treiber“ listet Geräte auf, für die es in den Ubuntu-Paketquellen proprietäre Treiber gibt.

Zusätzliche Hardware-Treiber installieren

Bestimmte Hardware-Komponenten wie Grafik- oder WLAN-Chips benötigen für die optimale Performance proprietäre Treiber. Ubuntu liefert diese nicht mit aus, hält aber viele der Treiber in den Paketquellen „Multiverse“ zur nachträglichen Installation bereit. Auch eine automatische Suche nach passenden Treibern gibt es. Um diese zu öffnen, geben Sie in der Eingabezeile der Dash-Übersichtsseite „Treiber“ ein und öffnen dann den angebotenen Link „Zusätzliche Treiber“.

Nun sucht Ubuntu nach verfügbaren Treibern für identifizierte Hardware und zeigt diese in einer Liste an. Nach der Auswahl des Treibers für ein Gerät ist ein Klick auf „Änderungen anwenden“, ferner der Neustart des Systems nötig, da Treiber als Kernel-Module installiert werden.

Notebooks: Erweiterte Stromsparfunktionen nutzen

Wenn es nicht um Prozessor- und Grafikleistung geht, sondern um die möglichst lange Akkulaufzeiten bei Notebooks, dann hilft eine Sammlung von optimierten Einstellungen dabei, noch etwas mehr Strom zu sparen. Diese Feineinstellungen sind im Projekt TLP zusammengefasst, das viele Notebook-Modelle unterstützt. TLP besteht teilweise aus Kommandozeilen-Werkzeugen, ist aber so konzipiert, dass die Stromsparfunktionen unter Ubuntu ohne weiteres Zutun allein mit der Installation des Pakets aktiv werden. Die Entwickler liefern dazu eine deutschsprachige Dokumentation unter http://thinkwiki.de/TLP_-_Linux_Stromsparen mit einer Erklärung aller einzelnen Schritte. TLP steht für Ubuntu über ein PPA bereit, das Sie mit

sudo add-apt-repository ppa:linrunner/tlp

aufnehmen. Mit

sudo apt-get update sudo apt-get install tlp tlp-rdw

laden Sie das benötigte Paket auf das System und starten dann das System neu. Die Auswirkungen von TLP lassen sich gut mit dem Kommandozeilen-Tool powertop überprüfen, das über das gleichnamige Paket in den Ubuntu-Paketquellen zur Verfügung steht.

Desktop-Delikatessen für Linux

Hybride Grafik: Bumblebee ist bei Ubuntu 13.10 in die Standard-Paketquellen gewandert, was die Installation des cleveren Projekts für die Nutzung von Nvidia Optimus vereinfacht.
Vergrößern Hybride Grafik: Bumblebee ist bei Ubuntu 13.10 in die Standard-Paketquellen gewandert, was die Installation des cleveren Projekts für die Nutzung von Nvidia Optimus vereinfacht.

Notebooks: CPU-Frequenz manuell steuern

Moderne Prozessoren, etwa die Haswell-Kerne von Intel, haben ihre eigenen Stromsparfunktionen, die sogenannten P-States. Kommen vom Betriebssystem keine Aufgaben, dann regeln die CPU-Kerne ihre Taktfrequenz herunter oder legen sich schlafen. Die Aufgabe wird dem Linux-Kernel überlassen und je nachdem, welche Hintergrundprozesse aktiv sind, von denen Anwender eventuell gar nichts mit bekommen, klappt das mal gut, mal weniger gut. Auf Notebooks, deren Bios/UEFI eine schlechte ACPI-Implementierung hat, klappt es meist gar nicht, und die CPU läuft heiß.

Eine andere Methode, die dem Kernel und dem Prozessor die Einschätzung über die gerade benötigte Rechenleistung nicht selbst überlässt, ist die manuelle Anpassung der CPU-Taktfrequenz über den CPU-Governor. Diese Möglichkeit bieten die Prozessor-Generationen ab dem AMD Opteron/Athlon64 und auf Intel-Seite ab Pentium 4. Wenn es absehbar ist, dass ein Notebook mit den aktuellen Aufgaben wenig Performance benötigt, dann können Anwender die Taktfrequenz in vordefinierten Schritten herunterregeln. Für Unity bietet sich dafür der Panel-Indikator Cpufreq an, der in der oberen Leiste ein ausklappendes Menü für Taktfrequenzen bietet. Sie installieren den Indikator mit dem Befehl

sudo apt-get install indicatorcpufreq

im Terminal. Das Tool startet ab der nächsten Anmeldung automatisch und zeigt sich im Hauptpanel.

Audio und Video: Codecs installieren

Auf Wunsch bringt Ubuntu bei der Installation gleich den offiziellen MP3-Codec von Fluendo mit, wenn man im Installer die Option zur „Drittanbieter-Software“ angeklickt hat. Weitere Codecs finden sich im Repository „Multiverse“, das nicht extra aktiviert werden muss. Der Befehl

sudo apt-get install ubuntu-restricted-extras libxvidcore  

rüstet weitere Codecs für Audio- und Videodateien nach, um nahezu alle Formate abzudecken. Der DVD-Codec bewegt sich in Europa in einer rechtlichen Grauzone, da hier ein Kopier- und Leseschutz umgangen wird. Dabei ist es ganz unerheblich, ob Sie eine DVD ganz legal erworben haben. Aus rechtlichen Gründen kann Ubuntu deshalb zunächst keine Film-DVDs starten. Ab Ubuntu 16.04 gibt es eine elegante Methode, den Quellcode des DVD-Codecs zu holen und gleich kompilieren zu lassen. Das Kommando

sudo apt-get install libdvd-pkg  

startet die Installation, die automatisch abläuft. Diese Maßnahmen empfehlen sich in allen Ubuntu-Varianten.

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