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So klappen die ersten Schritte mit Ubuntu 14.04

16.07.2014 | 11:15 Uhr |

Die Installation der neuesten Ubuntu-Version ist erfolgreich verlaufen? Dann beginnen Sie am besten gleich damit, das System besser an Ihre Bedürfnisse anzupassen. Wir begleiten Sie bei den ersten Schritten.

Nach der erfolgreichen Installation von Ubuntu 14.04 gibt es wie bei jedem Betriebssystem ein paar Dinge, die unbedingt notwendig oder zumindest empfehlenswert sind. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie das System gerade neu aufgesetzt oder die Upgrade-Option genutzt haben.

Dieser Artikel stammt aus der LinuxWelt 4/2014

Das neue Ubuntu LTS, der große Desktop-Guide, Ihre Festplatte 20 x schneller, Linux statt Windows XP - das und mehr finden Sie in der neuen LinuxWelt 4/2014 .

Treiber suchen und einrichten

Ubuntu setzt bei der Installation auf quelloffene Pakete. Das gilt insbesondere für die Treiber. Einige Hersteller bieten aber offizielle Linux-Treiber an, die in aller Regel mehr Optionen oder bessere Leistung bringen, aber nicht frei verteilt werden dürfen. Ubuntu kann für Sie prüfen, ob es für die eingebaute und erkannte Hardware solche proprietären Treiber gibt. Dazu starten Sie die „Systemeinstellungen“, wählen dort „Software & Aktualisierungen“ und gehen zur Registerkarte „Zusätzliche Treiber“. Besteht eine Verbindung mit dem Internet, müssen Sie nun nur noch etwas warten. Ubuntu prüft, ob es weitere Herstellertreiber gibt, und bietet das Ergebnis in einer Liste an. Markieren Sie dort den zusätzlichen Treiber, den Sie verwenden wollen, und bestätigen Sie mit Klick auf „Änderungen anwenden“. Das System lädt den Treiber und aktiviert ihn. Der Einsatz eines Herstellertreibers ist besonders für Grafikkarten zu empfehlen.

Unity-Oberfläche anpassen

Zu den wenigen sichtbaren Neuerungen der neuen LTS-Version von Ubuntu gehört die Option, die Icons der Seitenleiste stärker zu verkleinern, als das bisher möglich war. Die Funktion finden Sie unter „Systemeinstellungen > Darstellung > Größe der Startersymbole“. Die Starterleiste reagiert sofort auf Ihre Änderung.

Wechseln Sie anschließend in das Register „Verhalten“. Dort können Sie in der neuen Version wählen, ob das Menü der Programme zentral im Hauptpanel oben erscheinen soll oder traditionell in der Fensterleiste der jeweiligen Software. Apropos Fenster: Sie haben in Ubuntu keinen sichtbaren Rahmen mehr. Dies sieht vielleicht schicker aus, erfordert aber genaueres Zielen mit der Maus, um die Größe eines Fensters zu verändern.

Ubuntu 14.04: Installation und Upgrade

Arbeitsflächen aktivieren

Bei anderen Linux-Systemen sind mehrere Arbeitsflächen Standard. Die Option ist um so wichtiger, je kleiner das Display, und daher insbesondere auf Notebooks und Netbooks unentbehrlich. In Ubuntu 14.04 muss sie erst manuell aktiviert werden. Der Weg führt hier wieder nach „Systemeinstellungen > Darstellung“. Unter „Verhalten“ schalten Sie die Option „Arbeitsflächen aktivieren“ ein. Danach wechselt die Tastenkombination Windows-S zwischen den verschiedenen Arbeitsflächen, und in der Starterleiste finden Sie ebenfalls einen Schalter für den Desktop-Wechsel.

Suche nach proprietären Treibern unter „Software & Aktualisierungen“: Das ist nach einer Neuinstallation meist die erste Anlaufstelle und insbesondere für hochwertige Grafikkarten zu empfehlen.
Vergrößern Suche nach proprietären Treibern unter „Software & Aktualisierungen“: Das ist nach einer Neuinstallation meist die erste Anlaufstelle und insbesondere für hochwertige Grafikkarten zu empfehlen.

Online-Konten verbinden

Canonical hat den eigenen Cloud- Dienst Ubuntu One eingestellt. Um Daten zwischen verschiedenen Computern zu synchronisieren, brauchen Sie eine Alternative. Hier bietet sich Dropbox an, das Sie über die Seite des Anbieters installieren können oder noch einfacher im Terminal:

sudo apt-get install nautilus-dropbox  

Falls Sie noch kein Dropbox-Konto haben, können Sie dies bei der nun folgenden Installation nachholen. Standardmäßig richtet Dropbox einen Synchronisierungsordner unter „/home/ Dropbox“ ein. Im Unity-Hauptpanel erscheint ein neuer Benachrichtigungs- Indikator, der auf Klick ein Menü mit allen wesentlichen Dropbox-Funktionen aufklappt.

Wie andere Betriebssysteme kann auch Ubuntu Ihre Benutzerkonten in sozialen Netzwerken speichern. Dies stellt Programmen, die Funktionen für das Teilen oder Benachrichtigen unterstützen, eine einheitliche Schnittstelle zur Verfügung: Klicken Sie in den „Systemeinstellungen“ auf „Online- Konten“, anschließend auf den Dienstanbieter wie etwa Twitter. Im Programmfenster wird die Webseite des Dienstes geöffnet. Hier genehmigen Sie dann den Zugriff. Anschließend gelangen Sie wieder zur Übersicht zurück. Dort sehen Sie unmittelbar, ob es bereits Anwendungen gibt, die auf diese Daten zugreifen.

Datenschutz anpassen

Wie alle modernen Betriebssysteme protokolliert Ubuntu die Aktionen seines Nutzers. So greifen Sie bei Bedarf mit wenigen Klicks wieder auf Dateien und Dokumente zurück, die Sie zuletzt verwendet haben. Aber nicht jeder Nutzer möchte das. Wenn Sie kontrollieren wollen, welche Daten das System verarbeitet, genügen wenige Schritte: Unter „ Systemeinstellungen > Sicherheit & Datenschutz“ finden Sie im Register „Dateien & Anwendungen“ die verschiedenen Dateitypen, die Ubuntu protokolliert. Mit dem Ein-Aus-Schalter können Sie die Protokollierung der Daten generell deaktivieren und mit Klick auf „Gebrauchsdaten löschen“ bereits gespeicherte Infos entfernen. Oder Sie wählen einzelne Dateitypen mit einem Mausklick aus der vordefinierten Liste ab.

Die Vorzüge des neuen Ubuntu 14.04

Mit der neuen Funktion in den Systemeinstellungen können Sie die Größe der Programmsymbole im Starter stark verringern und damit mehr Platz schaffen.
Vergrößern Mit der neuen Funktion in den Systemeinstellungen können Sie die Größe der Programmsymbole im Starter stark verringern und damit mehr Platz schaffen.

Werbung abschalten

Schon in den Vorgängerversionen wurden die Linsen (Lenses) in Unity vorgestellt. Die Funktion bezieht bei der Eingabe von Begriffen in der Dash auch Ergebnisse externer Quellen ein. Dabei ist Wikipedia sicher nicht verkehrt, die Artikellisten des Versandriesen Amazon sind aber durchaus kritisch. Canonical versucht damit, zusätzliche Erlöse zu erreichen. Denn für jedes Produkt, das Ubuntu-Nutzer auf diesem Weg bestellen, zahlt Amazon eine Provision.

Wer hier seine Privatsphäre verletzt sieht, kann Amazon abschalten: Gehen in den „Systemeinstellungen“ zum Punkt „Sicherheit & Datenschutz“. Wechseln Sie in das Register „Suche“, und deaktivieren Sie den Eintrag „Auch Online-Suchergebnisse verarbeiten“. Damit stellen Sie die Weitergabe Ihrer Suchbegriffe an Online-Dienste vollständig ab. Dies betrifft dann also Amazon ebenso wie Wikipedia.

Um nun etwa gezielter Amazon und Ebay zu deaktivieren, hilft das Tool Dconf-Editor, das Sie im Ubuntu Software- Center mit dconf suchen und dort installieren können. Danach suchen Sie mit dem Dash erneut nach „dconf“ und starten das Programm. Klicken Sie im Navigationsbaum auf der linken Seite nach „com > canonical > unity > lenses“. Für den dortigen Eintrag „disabled-scopes“ geben Sie folgenden „Wert“ ein:

'more_suggestions-amazon.scope', 'more_suggestions-ebay.scope'  

Diese Einstellung gilt ab dem nächsten Neustart.

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