Auto & Technik auf PC-WELT

Audio- oder Multimedia-Systeme, Navis, eCall und mehr: Die Elektronik in modernen Autos wird immer ausgefeilter. Wir testen die Multimedia- und Multifunktionssysteme von Audi, BMW, Mercedes, Toyota und vielen Herstellern mehr.

1762096

So bringen Sie WLAN ins Auto

17.05.2013 | 11:13 Uhr |

Wir stellen Ihnen drei Wege vor, mit denen Sie in Ihrem Auto preisgünstig ein drahtloses Netzwerk aufbauen, über das Mitfahrer im Internet surfen können.

Auf dem Rücksitz quengelt der Nachwuchs. Der Beifahrer will sich über den Zielort informieren, hat aber keinen Datentarif für sein Tablet. Auch das Notebook kann auf Reisen nicht „einfach so“ ins Internet. Es gibt viele Gründe, sein Auto mit einem WLAN-Netzwerk auszustatten. Wir stellen drei einfache Möglichkeiten vor, die Internet ins Fahrzeug bringen.

3G-WLAN-Router-Stick XYFI von Option

Der XYFI-Stick wird über den Zigaretten-Anzünder mit Strom versorgt.
Vergrößern Der XYFI-Stick wird über den Zigaretten-Anzünder mit Strom versorgt.
© Option

Die wohl einfachste Lösung für einen mobilen Hotspot im Fahrzeug liefert Hersteller Option mit dem XYFI-Stick für 82 Euro. Die Peripherie bringt gerade einmal 45 Gramm auf die Waage und lässt sich per mitgeliefertem Adapter in den Zigaretten-Anzünder des PKWs einstöpseln. Die Einrichtung, die vor Fahrtantritt erfolgen sollte, geschieht im Handumdrehen: Zum Einlegen der SIM-Karte öffnen Sie den Deckel des XYFI-Sticks. Hier verbirgt sich zudem ein zweiter Steckplatz für eine MicroSD-Karte. Die darauf gespeicherten Daten können von bis zu acht Mitfahrern genutzt werden.

Nach dem Einlegen der SIM-Karte entfernen Sie den Adapter für den Zigaretten-Anzünder und schließen den XYFI-Stick per USB-Verbindung an PC oder Laptop an. Führen Sie nun die Setup-Datei aus, die Ihnen anschließend die Konfiguration des Sticks als 3G-WLAN-Router über den Browser ermöglicht. Im Optionsmenü aktivieren Sie Ihre SIM-Karte per PIN-Eingabe und können danach Nutzernamen und Passwort (auf Wunsch auch für mehrere Accounts) festlegen. Unter dem Menüpunkt „Personal Hotspot“ wird schließlich der WLAN-Hotspot eingerichtet, der dann in Ihrem PKW zum Einsatz kommt.

Zum Reisestart muss der XYFI-Stick nun nur noch in die Zigarettenanzünder-Buchse des Autos gesteckt werden. Die mobilen Geräte im Fahrzeug erkennen den Hotspot nach wenigen Sekunden automatisch und werden über den Browser auf die Konfigurationsseite des Sticks weitergeleitet. Hier ist nun noch einmal die Eingabe der SIM-PIN erforderlich. Anschließend steht dem Surf-Vergnügen auf vier Rädern nichts mehr im Wege. Der XYFI erreicht Upload-Geschwindigkeiten von bis zu 5,56 Mbps. Der Download liegt bei maximal 14,4 Mbps. Hersteller Option bietet für den Stick zudem unterschiedliche Zubehör-Pakete an, mit denen sich der XYFI beispielsweise per Akku-Pack in einen mobilen Router mit eigener Stromversorgung verwandeln lässt.

WLAN-Hotspot mit eingebautem Akku

Der XSBoxGO verfügt über einen integrierten Akku.
Vergrößern Der XSBoxGO verfügt über einen integrierten Akku.
© 4G Systems

Eine weitere Möglichkeit für den drahtlosen Internetzugang im Auto bietet sich mit dem XSBoxGO von 4G Systems, den Amazon für 54 Euro anbietet. Der WLAN-Hotspot in der Größe einer Zigarettenschachtel wird per Akku betrieben und lässt bis zu fünf Personen für einen Zeitraum von fünf Stunden drahtlos im Internet surfen. Im Inneren des XSBoxGO findet sich nicht nur ein SIM-Kartenslot, sondern auch ein Steckplatz für eine microSD-Karte mit maximal 32 GB Speicherplatz. Auf diesen Datenträger können Nutzer im WLAN gemeinsam zugreifen.

Die Aufladung des verbauten Akkus erfolgt über das mitgelieferte USB-Netzteil. Vor langen Fahrten sollten Sie daher über die Anschaffung eines entsprechenden Adapters für den Zigarettenanzünder nachdenken.

Die Konfiguration des XSBoxGO wird über ein Webinterface realisiert, das über die URL http://xsboxgo erreicht werden kann. Hier lassen sich zahlreiche Einstellungen vornehmen. Zu empfehlen ist beispielsweise die Aktivierung der WPA2-Verschlüsselung. Im Auslieferungszustand ist das erzeugte WLAN ungeschützt. Auch der Zugriff auf die als SMB-Freigabe eingebundene Speicherkarte kann hier per Passwort eingeschränkt werden.

Wer die Eingabe langer Passwörter scheut, kann sein Mobiltelefon, Tablet oder Notebook auch per WPS mit der XSBoxGO verbinden. Die Geschwindigkeit des erzeugten WLANs ist einmal durch den verwendeten 802.11b/g-Standard auf 54 Mbit pro Sekunde beschränkt. In der Praxis wichtiger ist jedoch die Deckelung der Übertragungen durch den unterstützten Mobilfunk-Standard HDSPA mit maximal 7,2 Mbit pro Sekunde.

WLAN-Hotspot über Android oder iOS

Die günstigste Lösung für die Erstellung eines WLANs im Auto findet sich oft bereits in der Hosentasche. Smartphones mit iOS und Android können ihre Internetverbindung mit anderen Mobilgeräten teilen.

Sowohl unter iOS als auch unter Android lässt sich die Internetverbindung mit anderen Geräten teilen.
Vergrößern Sowohl unter iOS als auch unter Android lässt sich die Internetverbindung mit anderen Geräten teilen.
© apple.com/android.com

Wer ein iPhone mit Datenverbindung besitzt, kann dessen Internetverbindung für andere Nutzer freigeben. Diese Funktion ist ab iOS 4.3 bereits im Betriebssystem integriert. Die Aktivierung ist simpel: Unter „Einstellungen“ „Allgemein“ „Netzwerk“ lässt sich ein „Persönlicher Hotspot“ einschalten. Sollte der Eintrag fehlen, ist meist eine vorherige Aktivierung im Bereich „Mobile Daten“ nötig. Nach erfolgreicher Freigabe der Smartphone-Verbindung können sich bis zu vier weitere WLAN-Geräte in das vom iPhone erzeugte WLAN-Netzwerk einloggen und dessen Internetverbindung nutzen.

Unter Android lässt sich der WLAN-Hotspot unter „Einstellungen“ „Wireless“ über den Menüpunkt „Tethering & mobiler Hotspot“ einschalten. An dieser Stelle lässt sich das erzeugte Netzwerk darüber hinaus mit einem Passwort sichern.

So nutzen Sie Ihr Handy als WLAN-Hotspot

Wer sich für diese praktische Lösung entscheidet, sollte jedoch bedenken, dass die Freigabe der Smartphone-Verbindung den Akku schnell leert. Außerdem sollte der verwendete Datentarif eine Mitnutzung durch andere Geräte auch erlauben. Das ist nicht bei jedem Vertrag der Fall.

0 Kommentare zu diesem Artikel
1762096