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So beheben Sie Hardware-Pannen selbst

26.01.2014 | 10:09 Uhr |

Wenn die Hardware hakt oder der Rechner nicht mehr hochfahren will, sind die richtigen Diagnosetechniken ge­fragt, um die streikende Komponente des Sys­tems schnell und ein­deutig zu identifizieren.

Physikalische Beschädigungen durch zu hohe Temperaturen, Montagsprodukte und Ware von minderer Qualität kön­nen jeden PC lahmlegen. Im Idealfall ist das Problem über einen gewissenhaften Check der Hardware schnell identifiziert.

1.) Fehlerursache: Software oder Hardware?

Wenn die Festplatte hörbar knirscht, das BIOS nervös piept oder das Aroma ver­schmorter Elektronik offensichtlich auf einen Hardware­Defekt hinweist, gibt es nicht mehr viel zu deuten. Meist sind die Symp­tome aber subtiler. Bluescreens, instabile Sys­teme, Startprobleme und ominöse Fehlermel­dungen können viele Gründe haben. Dagegen sind plötzliche Komplettausfälle während des Betriebs und akustische Fehlercodes des BIOS beim Einschalten typische Zeichen für ein Hardware­Problem. Wenn die Symptome für eine Diagnose nicht ausreichen: Starten Sie ein anderes System auf dem gleichen PC und behalten Sie dabei die Hardware im Blick. Zu diesem Zweck sind Live­-Systeme auf Linux­Basis wie geschaffen: Sie können damit ohne Installation ein alternatives Be­triebssystem von DVD oder USB­-Stick star­ten und so die Funktionsfähigkeit der meis­ten Hardware­Komponenten und Festplatten ohne großen Aufwand prüfen. In unserem Downloadbereich finden Sie dazu das Image zur PC­-WELT­-Notfall­-DVD . Es handelt sich dabei um ein ange­passtes Ubuntu Linux 12.04, das komplett vom DVD­Laufwerk bootet, dabei aber das installierte Betriebssystem nicht antastet.

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2.) Netzteil: Strom und Spannung testen

Nachgemessen: Am grün isolierten Leiter des Netzteils sollte eine Spannung von 4,55 Volt für Stand-by anliegen. Bei Zweifeln sorgt das Multimeter für Klarheit.
Vergrößern Nachgemessen: Am grün isolierten Leiter des Netzteils sollte eine Spannung von 4,55 Volt für Stand-by anliegen. Bei Zweifeln sorgt das Multimeter für Klarheit.

Wenn der PC nach dem Einschalten keinerlei Reaktion zeigt, überprüfen Sie zunächst den Kaltgerätestecker auf der Rückseite sowie die eventuell vorhandene Steckerleiste. Viele PC­ Netzteile haben auf der Rückseite zudem einen eigenen Netzschalter. Kann das alles als Fehlerquelle ausgeschlossen werden, geht die Suche im Inneren des Systems weiter: Ziehen Sie das Stromkabel vom Netzteil ab, öffnen Sie das Gehäuse des PCs und überprüfen Sie, ob die ATX-Taste (Einschaltknopf) des Gehäuses mit der richtigen Panel-Steckbrücke der Hauptplatine verbunden ist, denn schlecht sitzende Steckverbindungen können sich von alleine lösen. Wenn die Hauptplatine eine Stand-by-LED oder eine nummerische LED-Anzeige zur Fehlersuche bietet,  schließen Sie das Netzteil an und beobachten Sie dann die LED: Eine grün leuch  tende LED oder eine orangefarbene Power-Taste zeigen, dass die korrekte Stand-by-Spannung von fünf Volt anliegt. Wenn die LEDs nicht leuchten, die Verkabelung aber in Ordnung ist, lohnt sich der Austausch des Netzteils.

Für versierte Bastler: Um die Stand-by-Spannung selbst zu kontrollieren, ziehen Sie die Stecker des Netzteils an der Hauptplatine ab. Die Kabel sind farblich kodiert: Schwarze Kabel sind Masse und das einzelne, grüne Kabel sorgt für eine Spannung (DC) von 4,5 bis 5 Volt für Stand-by, sobald das Netzteil am Strom hängt. Mit einem Multimeter können Sie dies nachmessen – ganz ohne Risiko.

Achtung, Hochspannung: Das Öffnen des Netzteils ist nicht empfehlenswert und mit der Gefahr eines Stromschlags verbunden, auch wenn das Netzteil von der Stromversorgung getrennt ist. Denn die eingebauten Kondensatoren stehen noch längere Zeit unter Hochspannung.

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