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Keine Chance für Web-Abzocker

13.09.2010 | 12:09 Uhr |

Wenn Sie im Web in eine Abzock-Abo-Falle getappt sind, gibt es keinen Grund, sich Sorgen zu machen. Mit unseren Tipps kommen Sie aus der Sache raus, ohne einen Cent zu zahlen.

Routenplaner, Freeware-Download, Gewinnspiele - die Abzocker im Web nutzen die Popularität solcher Gratis-Angebote aus, indem sie ähnliche ins Netz stellen und arglose Anwender über manipulierte Google-Einträge oder plakative Werbung dorthin lotsen. Dort angekommen, erhält der Benutzer den Eindruck, als sei auch dieses Angebot kostenlos - doch weit gefehlt! Im Kleingedruckten steht dann der unerwartete Kostenhinweis, zum Beispiel 96 Euro pro Jahr, bei einer Mindestlaufzeit von zwei Jahren.

Viele tausend deutsche Internet-Nutzer sind schon auf die Abzocker hereingefallen, haben sich anschließend von den Rechnungen, Mahnungen und Drohungen einschüchtern lassen und bezahlt. Damit es Ihnen nicht auch so geht, haben wir einige Tipps zu dem Thema zusammengestellt:

- Prüfen Sie bei Erhalt einer unerwarteten Rechnung , ob Sie wirklich einen Vertrag eingegangen sind. Dazu muss der Anbieter in geeigneter Weise über die Vertragsbestandteile informiert haben. Ein kleiner Hinweis auf die Art der Vertragsbeziehung, möglicherweise ganz am Ende der Seite oder gar nur in den AGB, reicht hierfür nicht aus.

- Wenn es sich tatsächlich um die Rechnung einer Abzock-Website mit verstecktem Kostenhinweis handelt, können Sie prinzipiell einfach alle Rechnungen und Mahnungen ignorieren. Machen Sie dem Rechnungssteller mit folgendem Musterbrief der Verbraucherzentrale NRW klar, dass Sie keinen Cent zahlen werden. Nach einigen weiteren einschüchternden Forderungsschreiben geben die Geldeintreiber normalerweise Ruhe. Die Abzocker drohen übrigens gerne mit einem negativen Schufa-Eintrag, obwohl sie nach Ihrem Widerspruch gar nicht berechtigt sind, Ihre Daten an die Schufa weiterzugeben.

- Auch wenn Sie Post von einem Inkassobüro bekommen, müssen Sie nicht nervös werden. Wichtig zu wissen: Die Extrakosten fürs Inkasso trägt der Anbieter des Dienstes, sofern die Rechnung nicht rechtens ist. Erst wenn ein gerichtlicher Mahnbescheid eintrifft, was aber extrem selten der Fall ist, müssen Sie reagieren: Legen Sie unbedingt binnen 14 Tagen Einspruch ein. Denn das Gericht, das den Mahnbescheid ausgefertigt hat, hat den Fall nicht geprüft, sondern verlässt sich auf die Aussage des Rechnungsstellers. Durch Ihren fristgerechten Widerspruch sorgen Sie dafür, dass der Anbieter das Geld nicht einfach per Gerichtsvollzieher eintreiben kann. Um an das Geld zu kommen, müsste er gegen Sie klagen und gewinnen. Diesen Schritt scheut aber so gut wie jeder Abzocker - aus gutem Grund. Denn seine Chancen, das Verfahren zu gewinnen, tendieren gegen Null.

- Wenn Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ohne die Zustimmung ihrer Eltern einen Abo-Verträge abgeschlossen haben, ist dieser unwirksam. Teilen Sie dies dem Anbieter mit diesem Musterbrief der Verbraucherzentrale NRW mit. Drohungen, dass Sie Ihre Aufsichtspflicht verletzt hätten und Sie deswegen angezeigt werden, können Sie ignorieren. Genauso haltlos ist die Behauptung, dass Ihr Kind wegen Betrugs angezeigt wird, weil es angeblich durch ein falsches Geburtsdatum angegeben hat, dass es volljährig ist.

- Ändern Sie bei den Musterbriefen nicht die vorgegebenen Formulierungen, und machen Sie auch keine zusätzlichen Angaben.

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