Ratgeber Soziale Netzwerke

So verhindern Sie ungewollte Facebook-Parties

Donnerstag, 21.07.2011 | 11:35 von Benjamin Schischka
Zum Geburtstag standen rund 2.000 Leute vor der Tür – eine Hamburgerin hatte sich bei ihrer Facebook-Einladung verklickt. Wir verraten, wie Ihnen das nicht passiert.
Partyeinladung per Facebook – Vorsicht, Klick-Falle!
 
Ein falscher Klick und schon melden sich 16.000 Facebook-User zu Ihrer Party an. So geschehen im Juni in Hamburg : Die 16-jährige Thessa veröffentlichte mit der Facebook-Einladung auch gleich Zeit und Ort ihrer Party. Die Bilanz: Immerhin 1.600 feiernde Gäste, ein großes Polizeiaufgebot und elf Festnahmen.

Ob es nun die Geburtstagsfete oder die Einweihungsparty ist – Einladungen per Facebook zu verschicken ist praktisch. Sie müssen nicht jeden anrufen, von jedem die aktuelle Mail-Adresse haben oder gar 30 Postkarten verschicken. Das Malheur – die öffentlich bekanntgemachte Party – ist aber schneller passiert, als Sie vielleicht denken: Sie ist standardmäßig von Facebook bereits eingestellt! Wer eine private Party plant, muss das manuell abändern.

So verschicken Sie 100% private Einladungen per Facebook

Klicken Sie in Facebook oben rechts in das Textfeld „Bevorstehende Veranstaltungen“. Jetzt füllen Sie aus, um welche Veranstaltung es sich handelt – etwa „Meine Geburtstagsparty“ und geben Sie Datum und Uhrzeit an. Schreiben Sie noch, wo die Party stattfindet und wer eingeladen ist. Dazu tippen Sie einfach Namen aus Ihrer Facebook-Freunde-Liste ein oder den Namen einer selbst erstellten Liste wie „Echte Freunde“. Facebook vervollständigt die Eingaben automatisch nach wenigen Buchstaben.

So erstellen Sie Freundes-Listen in Facebook

Wenn Sie jetzt auf „Veranstaltung erstellen“ klicken, erhalten die Eingeladenen eine Benachrichtigung via E-Mail. Nicht-eingeladene Facebook-Freunde erhalten zwar keine E-Mail, können aber trotzdem die Party auf Ihrer Pinnwand sehen! Diese dürfen die Veranstaltung standardmäßig sogar „Teilen“ und dadurch für eine unkontrollierbare Weitergabe sorgen.

Darum sollten Sie bei einer privaten Party unbedingt auf das Schloss-Symbol unter dem Button „Veranstaltung erstellen“ klicken und an Stelle von „Öffentlich“ „Privat“ auswählen. Das ist die einfachste Lösung und Sie sind damit auf der sicheren Seite.

Downloads für mehr Datenschutz & Sicherheit

Facebook-Party: "Einzelheiten hinzufügen"
Vergrößern Facebook-Party: "Einzelheiten hinzufügen"

Feiner regulieren Sie die Facebook-Einladung bei Bedarf über „Einzelheiten hinzufügen“: Hier stellen Sie nicht nur Details ein wie das Party-Ende und die Straße. Dort können Sie auch die Häkchen entfernen bei „Jeder kann die Veranstaltung sehen und für sie zu- /absagen (öffentliche Veranstaltung)“ und „Gästeliste auf Veranstaltungsseite anzeigen“. Wenn Sie den ersten Haken entfernt haben, taucht eine weitere Option auf, die Sie nach Wunsch an- oder abschalten können: „Gäste können Freunde einladen“.

Sie haben versehentlich zur öffentlichen Party geladen?

Dank Standardeinstellung auf „Öffentlich“ ist es schnell passiert – die Privat-Partyist für alle Kontakte sichtbar auf Facebook zu finden. Klicken Sie in diesem Fall schnell auf die Party rechts oben in „Bevorstehende Veranstaltungen“ und dann auf „Veranstaltung bearbeiten“. Jetzt klicken Sie auf „Diese Veranstaltung absagen“ unten rechts. Facebook schickt jedem Teilnehmer eine Mail mit der Absage. Optional darf man auch einen individuellen Grund angeben. Geben Sie Ihrem Freundeskreis zusätzlich per Telefon oder E-Mail Bescheid über die geplatzte Party. Haben sich bereits sehr viele fremde Personen angemeldet und droht ein ähnliches Desaster wie im Fall der Hamburgerin, wenden Sie sich an die Polizei.

So behalten Sie die Kontrolle über Ihre restlichen Facebook-Daten

Einladungen sind nicht das einzige, was bei Facebook nicht jeder sehen sollte. Heftige Party-Fotos und derbe Sprüche an Ihrer Pinnwand gehören zu den Peinlichkeits-Klassikern. Aber auch die Freundesliste und den Beziehungsstatus müssen ja nicht gleich die ganze Welt kennen. Überprüfen Sie darum Ihre Privatsphäre-Einstellungen in Facebook, indem Sie auf „Konto“ oben rechts klicken und dann auf „Privatsphäre-Einstellungen“. Vergessen Sie am besten die rudimentären Standardeinstellungen und wechseln Sie gleich auf das kleingedruckte „Benutzerdefinierte Einstellungen“. In den folgenden Optionen regeln Sie, wer was bei Facebook sehen darf. Standardmäßig stehen „Alle“ (auch Google!), „Freunde von Freunden“, „Nur Freunde“ und „Benutzerdefiniert“ zur Wahl.

Facebook - so schützen Sie Ihre Daten
Facebook - so schützen Sie Ihre Daten

Wir empfehlen maximal „Nur Freunde“, besser noch „Benutzerdefiniert“. Dann geben Sie beispielsweise Ihre „Religiöse Ansichten und politische Einstellung“ nur ausgewählten Einzelpersonen oder selbst erstellten Freundes-Listen frei. Tippen Sie dazu den Namen der Person oder Liste in das Textfeld. Umgekehrt dürfen Sie auch einzelne Personen und Listen ausschließen. Wer um seine Daten sehr besorgt ist, sollte aber von Anfang an lieber zuwenig als zuviel ausfüllen.

Wichtig ist auch der Bereich „Dinge, die andere Personen teilen“. Dort sperren Sie die Gesichtserkennung von Facebook , die Sie auf Fotos von anderen Nutzern erkennt und Ihren Namen zum Markieren vorschlägt („Freunden Fotos von mir vorschlagen“). Und Sie grenzen die Sichtbarkeit von Fotos, auf denen Sie markiert wurden, ein – etwa nur für wenige gute Freunde. Sperren Sie außerdem den letzten Punkt „Freunde können angeben, dass ich mich an einem Ort befinde“, wenn nicht jeder wissen soll, in welcher Bar Sie gerade einen heben.

Die Akte Facebook - So schützen Sie Ihre Privatsphäre

Zurück in den „Privatsphäre-Einstellungen“ von Facebook werfen Sie noch einen Blick in „Anwendungen und Webseiten“. Dort steht, was Anwendungen Dritter – etwa Facebook-Spiele – über Sie wissen dürfen. Holzen Sie nach Belieben im Häkchen-Wald – standardmäßig ist fast alles aktiviert. Wichtig sind vor allem „Informationen, die durch deine Freunde zugänglich sind“ und „Öffentliche Suche“.

Donnerstag, 21.07.2011 | 11:35 von Benjamin Schischka
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