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So schnell können Sie in Ihrer Stadt im Internet surfen

10.02.2015 | 09:09 Uhr |

Deutschland hängt beim Breitbandausbau weit hinterher. Wo Sie wie schnell surfen können, erfahren Sie hier.

Verfügbarkeit von (V)DSL, TV-Kabel und Glasfaser in Deutschland

Um uns ein Bild von der Verfügbarkeit von (V)DSL, TV-Kabel und Glasfaser-Anschlüssen zu machen, das herauszufinden, werfen wir einen Blick auf die Studie „Breitbandatlas Mitte 2014“, die der TÜV Rheinland im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) erstellt hat. Die Daten stammen in erster Linie von den Breitbandanbietern selbst, werden aber stichprobenartig vom TÜV überprüft. Zudem geht er Feedback von Nutzern nach, die fehlerhafte Daten melden.

Bezogen auf leitungsgebundene Technologien können in Deutschland 96,2 Prozent aller Haushalte einen Anschluss mit mindestens 1 MBit/s bekommen und 94,9 Prozent mit mindestens 2 MBit/s. Bei bis zu 6 MBit/s sind es immerhin noch 89 Prozent, bei bis zu 16 MBit/s dann aber nur noch 78,2 Prozent.

Auffällig ist, dass die Verfügbarkeit bei den beiden höchsten Bandbreitenklassen bis 30 MBit/s (71,3 Prozent) und bis 50 MBit/s (64,1 Prozent) doch noch relativ hoch ist. Das ist vor allem dem TV-Kabel zu verdanken, das bereits heute ziemlich zuverlässig zwischen 100 und 200 MBit/s pro Anschluss übertragen kann.

Im Breitband-Atlas, der vom TÜV Rheinland im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur halbjährlich erstellt wird, sehen Sie ganz genau, wo welche Zugangs-Technologie mit welcher Geschwindigkeit verfügbar ist.
Vergrößern Im Breitband-Atlas, der vom TÜV Rheinland im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur halbjährlich erstellt wird, sehen Sie ganz genau, wo welche Zugangs-Technologie mit welcher Geschwindigkeit verfügbar ist.

Beim Vorhaben, VDSL weiter auszubauen und durch die neue „Vectoring“-Technologie auf 100 MBit/s zu beschleunigen , stand die Telekom zum Zeitpunkt der Erhebung des „Breitbandatlas Mitte 2014“ noch ziemlich am Anfang. In Zahlen ausgedrückt bedeutet das: Ein VDSL-Anschluss mit mindestens 50 MBit/s ist laut Studie nur für 13,9 Prozent aller Haushalte verfügbar. Beim TV-Kabel liegt die Verfügbarkeit in dieser Bandbreitenklasse hingegen bei satten 60 Prozent.

Wer auf dem Land lebt, hat davon aber in vielen Fällen nichts: Nur 20,5 Prozent der Haushalte im ländlichen Raum können einen Anschluss mit mindestens 50 MBit/s erhalten.

Der Breitband-Atlas liefert aber nicht nur bundesweite statistische Daten. Sie können ihm auch entnehmen , wie die Breitband-Versorgung ganz konkret bei Ihnen vor Ort aussieht (beziehungsweise wie er zum Erstellungszeitpunkt Mitte 2014 aussah).

Verfügbarkeit von UMTS und LTE in Deutschland

Beim Netzausbau von UMTS und LTE gibt es von Anbieter zu Anbieter und von Region zu Region sehr starke Unterschiede. Wer bisher vor Vertragsabschluss oder Kauf einer Prepaid-Karte wissen wollte, welches Netz an seinem Wohnort oder einem anderen vorübergehenden Aufenthaltsort mit welcher Technologie verfügbar ist, den führte der Weg in der Regel zu den Netzabdeckungskarten der Mobilfunkbetreiber. Die von E-Plus finden Sie über www.eplus-gruppe.de/netzkarte , die von O2 über www.o2.de/hilfe/o2-netz , die der Telekom über www.t-mobile.de/netzausbau und die von Vodafone unter www.vodafone.de/meinnetz .

Diese Karten geben aber nur ungefähre Anhaltspunkte. Zum einen basieren sie in der Regel nicht auf Messungen, sondern auf Berechnungen. Zum anderen ist dort meist nicht angegeben, in welcher Geschwindigkeitsstufe die gewählte Technologie (3G/UMTS oder 4G/LTE) am konkreten Ort verfügbar ist.

Wo surfen Sie unterwegs per UMTS oder LTE wie schnell? Der PC-WELT Netzmonitor gibt Auskunft - bis auf einen halben Quadratmeter genau und natürlich für jedes Netz separat.
Vergrößern Wo surfen Sie unterwegs per UMTS oder LTE wie schnell? Der PC-WELT Netzmonitor gibt Auskunft - bis auf einen halben Quadratmeter genau und natürlich für jedes Netz separat.

Mit dem PC-WELT Netzmonitor lösen wir dieses Problem. Er basiert auf Messergebnissen von Nutzern der Geschwindigkeitstest-App „4Gmark / PC-WELT Netztest“, die Sie gratis für Android, iOS und Windows Phone in den App Stores und über http://get.4gmark.net erhalten. Weitere Infos zur App und zu den verschiedenen Messmethoden erhalten Sie in unserem Beitrag „So schnellist Ihr mobiles Internet“.

Verbreitung von (V)DSL, TV-Kabel und Glasfaser

Technische Verfügbarkeit von Breitband-Anschlüssen ist das eine. Interessant ist aber auch, wie verbreitet welche Art von Zugängen tatsächlich sind.

Laut TK-Studie 2014 des VATM (Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten) gibt es in Deutschland 31,1 Millionen Festnetzanschlüsse, davon 20,6 Millionen von der Telekom und 10,5 Millionen von den Wettbewerbern. Hinzu kommen 5,7 Millionen Telefonanschlüsse, die über das TV-Kabelnetz geschaltet sind.

75 Prozent aller Festnetzkunden haben auch DSL

Von den 31,1 Millionen Festnetz-Kunden haben 75 Prozent einen DSL- oder VDSL-Anschluss. Dabei ist die Anzahl der von der Telekom selbst vermarkteten DSL-Anschlüsse mit 12,4 Millionen seit 2011 sehr stabil. Hingegen sinkt der Anteil der Festnetz-Anschlüsse von alternativen DSL-Anbietern um 300.000 gegenüber 2013 und sogar um 600.000 gegenüber dem Höchststand in 2011.

Internet per TV-Kabel im Aufwind, Glasfaser stagniert

Die Tendenz bei den Kabelnetz-Internetanschlüssen ist hingegen steigend: Während es hier 2011 erst 3,7 Millionen und 2013 5,2 Millionen Kunden gab, so sind es inzwischen rund 6 Millionen. Kein Wunder: Schließlich bietet das TV-Kabel schon jetzt Geschwindigkeiten im Bereich von 100 MBit/s und mehr, die im Festnetzbereich erst nach und nach Einzug halten.

Glasfaser-Anschlüsse bis ins Haus (FTTB) oder gar bis in die Wohnung (FTTH), die Übertragungsraten bis hin in den Gigabit-Bereich ermöglichen, fristen allerdings immer noch nur ein Nischendasein. Bisher ist nur bei 1,6 Millionen Haushalte die schnelle Leitung zumindest bis ins Haus verlegt. Wobei davon auch nur 385.000 Haushalte einen entsprechenden Tarif gebucht haben und die Glasfaser auch tatsächlich nutzen.

Anwender wollen schneller surfen und verbrauchen mehr Traffic

Die Nachfrage steigt zurzeit eher im mittleren Bandbreitenbereich: Jeder dritte Breitbandkunde ist seit 2012 von einer Geschwindigkeit unterhalb von 6 MBit/s auf eine höhere Bandbreite gewechselt. Den meisten Zuwachs erhielt der Bandbreitenkorridor zwischen 6 und 16 MBit/s. Auch das durchschnittliche Datenvolumen pro Anschluss und Monat wächst: von 15 GB in 2012 und 20,9 GB in 2013 auf 26,7 GB in 2014.

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