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So schlecht steht es um die IT-Sicherheit

28.06.2015 | 09:15 Uhr |

Um die IT-Sicherheit steht es nicht zum Besten. Wir nennen vier Gründe, weshalb immer wieder neue Sicherheits- und Datenschutzpannen PC- und Internet-Nutzer verunsichern.

Um die Computersicherheit steht es nach wie vor schlecht. Immer wieder tun sich neue Lücken auf, die durch schnell zusammen programmierte Patches geschlossen werden, die dann vielleicht sogar neue Lücken aufreißen. Wir geben einen Überblick über die aktuelle Lage an der IT-Sicherheitsfront.

1. Kein konsequentes Eintreten für mehr IT-Sicherheit

Wir sind es mittlerweile gewohnt, dass Online-Identitäten und Bankdaten gestohlen werden. Im Jahr 2013 zum Beispiel wurden laut der Verbraucherschutz-Initiative Privacy Rights Clearinghouse 258 Millionen "Online-Diebstähle" verzeichnet.Trotzdem wurde dieses Problem bis heute nicht ursächlich gelöst. Ransomware ist nur ein Beispiel für diese Bedrohung: Diese Erpresser-Malware verschlüsselt wertvolle persönliche Daten auf der Festplatte und erpresst dann Geld von den PC-Besitzern um Ihnen wieder Zugang zu gewähren.

Kaum ein Unternehmen führt alle grundlegenden Sicherheits-Maßnahmen wie regelmäßige Updates oder sachkundige Backups wirklich regelmäßig durch. Das geben viele IT-Sicherheitsbeauftragte unter der Hand zu.

Video: Die unglaublichsten Sicherheitslücken im Internet

Noch schlimmer ist aber oft das Verhalten, wenn ein Angriff entdeckt wird: Es kommt selten vor, dass ein Unternehmen einen Angriff zugibt und seine Nutzer auffordert das eigene Netzwerk so lange nicht mehr zu nutzen, bis die Folgen des Angriffs analysiert wurden und die Schwachstelle geschlossen ist. Stattdessen wird oft noch weiter mit dem korrumpierten Netzwerk gearbeitet. Und immer mehr Rechner werden dadurch infiziert.

2. Trauen Sie nicht nur einem Antimalware-Anbieter

Glauben Sie keinem Anbieter von Antivirus-Software, der verspricht, dass sein Produkt jede Malware erkenne. Jede Sicherheits-Suite hat auch Schwächen und übersieht Angreifer. Führen Sie deshalb zusätzlich zu den fest auf Ihren Rechnern installierten Sicherheitsprogrammen weitere Scans mit alternativen Tools durch. Zum Beispiel mit dem Windows-Tool zum Entfernen bösartiger Software .

Eine gute Webseite für einen zusätzlichen Scan zwischendurch ist VirusTotal . Die Webseite durchsucht Ihre Dateien und URLs mit der Kraft von 55 Antimalware-Programmen.

Vergessen Sie vor allem eine Tatsache nicht: Kein Virenscanner und keine Sicherheitssuite garantiert Ihnen völlige Sicherheit. Bleiben Sie also immer wachsam und misstrauisch.

3. Die Privatsphäre ist dahin – und niemanden stört das

Erstaunlicherweise akzeptieren die meisten Nutzer ohne zu murren, dass nahezu alle Lebensbereiche nicht mehr privat sind. Alle bekannten Social-Media-Seiten beobachten das Surf-Verhalten der Nutzer mit einer Genauigkeit, die jeden Detektiv neidisch machen würde. Den dazu gehörigen AGB wird einfach zugestimmt - wie das jüngste Beispiel Facebook beweist.

Selbst unser aktueller Standort kann durch die Nutzung von Bluetooth, GPS, WLAN oder durch Dienste, für die wir uns anmelden müssen, ermittelt werden.

4. Bessere Authentifizierung wird wenig nützen

Gegen die meisten Hackerangriffe helfen weder Zwei-Wege-Authentifizierung noch Fingerabdrucksensor (biometrische Daten). Weil die meisten Angriffe immer noch dadurch erfolgen, dass Hacker ungepatchte Sicherheitslücken in Betriebssystemen und Anwendungssoftware auf PCs ausnutzen. Die Verbrecher profitieren davon, dass Sie Ihren Computer nicht auf dem aktuellsten Stand halten und/oder dass Sie Trojaner herunterladen und starten. Eine bessere Authentifizierung hilft hier gar nichts.

Dieser Artikel stammt von unserer Schwesterpublikation Infoworld.

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