Neue Facebook-Listen verwalten
Automatisch und effektiv – aber auch sehr neugierig. Wir verraten, wie Sie die neuen Facebook-Listen clever nutzen ohne in die Datenschutz-Falle zu tappen.
Wie vor kurzem angekündigt, hat Facebook nun die automatischen
Freundes-Listen aktiviert. Die Automatik erstellt aus Angaben der Facebook-Freunde Listen wie „Firma“, wenn jemand Ihrer Kontakte die gleiche Firma als Arbeitgeber angegeben hat. Oder „Familie“ und „Schule“, wenn die entsprechenden Profilfelder sowohl bei Ihnen als auch bei den Familienmitgliedern oder Schulfreunden ausgefüllt sind.
Die Listen finden Sie auf der linken Seite der Facebook-Startseite (nach dem Login). Wenn Sie darauf klicken, werden nur Neuigkeiten von Listenmitgliedern angezeigt; ein Klick auf das Facebook-Logo oben links bringt Sie zurück zur Standard-Ansicht. Innerhalb der Listen-Ansicht sind weitere Optionen verfügbar:
- Rechts schlägt Facebook erstaunlich zielsicher weitere Facebook-Freunde für die Liste vor.
- Wenn Sie in der Listen-Ansicht ein Status-Update schreiben, ist es nur für Mitglieder der Liste sichtbar. So lassen sich beispielsweise gezielt Arbeitskollegen oder Familienmitglieder erreichen.
- Unter „Liste verwalten“ oben rechts dürfen Sie die Liste umbenennen oder mit einer anderen Liste zusammenführen. Am spannendsten ist aber der unterste Punkt, der bestimmte Meldungen aus dem Listen-Ticker ausklammert – etwa alle Spiele oder Fotos und Videos. Standardmäßig sind Kommentare und „Gefällt mir“-Klicks bereits ausgeblendet.
Zwei der neuen Listen sind jedoch nicht automatisiert – und das ist auch gut so. „Enge Freunde“ und „Bekannte“ müssen Sie manuell einteilen und vermeiden damit schwerwiegende Fehlentscheidungen von Facebook. Die Einteilung erfolgt über die Profilseiten der Facebook-Freunde, oben rechts unter „Freunde“. Standardmäßig präsentiert Ihnen Facebook bei engen Freunden „Alle Aktualisierungen“, dass Ihnen nichts entgeht. Wer mag, lässt sich sogar per E-Mail benachrichtigen, wenn ein enger Freund etwas schreibt. Die Option finden Sie unter „Konto, Kontoeinstellungen, Benachrichtigungen, Facebook“.
Privatsphäre-Einstellungen öffnen
Nach wie vor finden Sie die Privatsphäre-Einstellungen im Untermenü von "Konto".
Privatsphäre-Einstellungen öffnen
Nach wie vor finden Sie die Privatsphäre-Einstellungen im Untermenü von "Konto".
Privatsphäre-Einstellungen
Wir emfpehlen Ihnen "Benutzerdefiniert" und dann jede der folgenden Einstellungen eigenständig zu bearbeiten.
Funktionsweise von Verbindungen
Sinnvoll ist vor allem die Beschränkung des untersten Eintrags auf "Benutzerdefiniert". Geben Sie einzelne Personen oder eine Liste wie "Gute Freunde" an. Peinliche Kommentare Dritter auf Ihrer Pinnwand sind dann nur für einen ausgewählten Kreis sichtbar.
Funktionsweise von Markierungen
Schalten Sie die ersten beiden Optionen an, um weitgehend die Kontrolle über die Verbreitung von Beiträgen zu behalten, in denen Sie markiert wurden. Schränken Sie außerdem die Profil-Sichtbarkeit der Markierungen nach Belieben ein - etwa "Benutzerdefiniert". Deaktivieren Sie "Markierungsvorschläge", damit Facebook nicht Bilder Dritter scannt und Ihren Namen nennt, wenn Facebook Sie auf einem Foto erkennt. Die letzte Option verhindert, dass Dritte per Markierung angeben können, wo Sie sich gerade befinden.
Andwendungen und Webseiten
Schränken Sie die Zahl der Anwendungen auf ein notwendiges Minimum ein, damit Ihre Daten so wenig wie möglich weitergegeben werden. Entfernen Sie darum auch alle Häkchen im zweiten Feld "Wie Nutzer deine Informationen…". Unter "Öffentliche Suche" entfernen Sie ebenfalls das Häkchen, damit Ihr Facebook-Profil nicht bei Google auftaucht. Einschränkung: Wer seinen Facebook-Account beruflich nutzt, möchte in der Regel gefunden werden und belässt das Häkchen.
Beschränke das Publikum für ältere Beiträge in deinem Profil
Mit dieser Option ändern Sie im Nachhinein die Sichtbarkeit älterer Beiträge.
Blockierlisten
Hier blockieren Sie wie gehabt Personen und Anwendungsanfragen.
Sicherheitseinstellungen
Werfen Sie auch einen Blick in die "Kontoeinstellungen" und "Sicherheit". Aktivieren Sie "Sicheres Durchstöbern" und "Anmelde-Benachrichtigungen" zum Schutz vor Hackern. Misten Sie bei "Bekannte Geräte" aus und entfernen Sie alte Geräte, die Sie nicht mehr für Facebook nutzen. Beenden Sie alte "Aktive Sitzungen".
Status aktualisieren
Unter dem Status-Schreiben-Fenster finden Sie die Buttons "Person markieren" und "Aktueller Ort". Verwenden Sie beides sparsam und mit Bedacht, um nicht zu viele Daten preiszugeben. Links neben "Posten" dürfen Sie für jeden einzelnen Post die Sichtbarkeit bestimmen. Machen Sie davon rege Gebrauch!
Status anpassen
Sie können die Sichtbarkeit auch im Nachhinein anpassen.
Von Bekannten bekommen Sie in Ihrem Facebook-Stream „Nur wichtige Aktualisierungen“ zu sehen. Ohne Unterteilung – die Unterteilung ist optional – lesen Sie „Die meisten Aktualisierungen“. Sie haben schon Listen erstellt wie „Nervensägen“ oder „Best friends“? Kein Problem, Ihre Facebook-Kontakte können gleichzeitig in mehreren Listen stehen. Oder Sie führen die Listen einfach zusammen, wie weiter oben erklärt.
Wer mag unterteilt noch feiner, was er in seinem Facebook-Stream lesen will. Unter „Abonniert“ oben rechts im Profil eines Freundes geben Sie Facebook die Anweisung nur eine oder mehrere dieser Updates in Ihrem Ticker einzublenden:
- Lebensereignisse
- Statusmeldungen
- Fotos und Videos
- Spiele
- Kommentare und „Gefällt mir“-Angaben
- Andere Aktivitäten
Wer nichts mehr von einer Person hören (beziehungsweise) „lesen“ will, klickt auf „Abonnement deaktivieren“. Dadurch wird die Freundschaft nicht gekündigt.
Eine bislang versprochene Neuerung war zum Zeitpunkt der Artikel-Recherche noch nicht umgesetzt: Wenn Sie ein Status-Update nur für eine bestimmte Liste schreiben – etwa „gute Freunde“ - sehen Ihre guten Freunde nicht den Namen der Liste. Sie sollten laut Facebook aber die Namen derer sehen, die ebenfalls den Facebook-Status lesen können. Diese Funktion erinnert stark an Google+ und sollte Ihnen helfen, Ihre Antwort entsprechend zu formulieren. Sieht etwa auch der Chef die Nachricht eines Freundes, schreiben Sie wohl eher nicht „Boah, krasse Sch****!“. Wenn nur weitere Freunde mitlesen, ist das vielleicht etwas anderes.
Fazit
Die automatischen Listen helfen ungemein bei der Verwaltung der Facebook-Freunde. Besonders gut gefallen uns die Listen und Optionen zum Ausmisten des Facebook-Streams. Weniger gute Freunde melden sich nun seltener zu Wort – auch wenn Sie mehr schreiben als die besten Freunde. Die Sache hat aber auch einen Haken: Um automatische Listen zu erhalten, müssen Sie Lücken in Ihrer Profil-Info ausfüllen und Ihre Freunde animieren, es Ihnen gleichzutun. Wir raten davon ab, jedes Feld im Profil auszufüllen. Um ihre Daten Besorgte geizen lieber mit Informationen und erstellen eigene Listen manuell wie gehabt.
Mit den überarbeiteten Freundeslisten schlägt Facebook zwei Fliegen mit einer Klappe. Einerseits macht Mark Zuckerberg den
Rückstand zu Google+ wett. Andererseits animiert er die Facebook-User, noch mehr Angaben zu machen.