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So klappt der Multiboot mit Windows & Linux

23.10.2016 | 09:36 Uhr |

Mehrere Betriebssysteme auf einem PC oder USB-Stick bieten Ihnen das Beste aus allen Welten. Mit ein paar Tricks überreden Sie alte und neue Windows-Systeme sowie Linux zu friedlicher Koexistenz.

Für mehrere Betriebssysteme auf einem PC gibt es unterschiedliche Gründe. Einige Programme laufen nicht einwandfrei unter einem neueren Windows, vielleicht wollen Sie sich länger Zeit lassen, um von Windows 7 auf 8 oder 10 umzusteigen, oder Sie möchten neben Windows auch Linux verwenden.

Windows und Linux bringen Bootmanager mit, die es jeweils nach einem Neustart des PCs problemlos ermöglichen, zwischen den Systemen zu wechseln. Eine grundlegende Voraussetzung ist, dass für jedes Betriebssystem eine eigene Partition auf der Festplatte bereit steht beziehungsweise genügend Platz dafür vorhanden ist.

Bei einigen Windows-Editionen, darunter auch Windows 10, gibt es eine Alternative: Die Installation kann in einem virtuellen Festplatten-Container erfolgen. Dadurch müssen Sie an der Partitionierung der Festplatte nichts ändern. Wie das geht, lesen Sie in Punkt 7.

Die wichtigsten Tools aus diesem Artikel können Sie direkt über das Tool PC-WELT-Windows-Rebuilder starten.

Tipp: So beschleunigen Sie den Windows-Start - Hochfahren in drei Minuten

1. Voraussetzungen und Vorbereitungen

Die meisten Windows-PCs oder Notebooks werden mit einer einzelnen Festplatte ausgeliefert, auf der sich nur eine Partition für Windows befindet. Um Platz für eine weitere Systeminstallation zu schaffen, verkleinern Sie die Windows-Partition. Dafür muss noch genügend freier Platz auf der Festplatte vorhanden sein. Sichern Sie außerdem alle wichtigen Dateien, denn Änderungen an der Partitionsaufteilung sind immer mit einem gewissen Risiko verbunden. Drücken Sie die Tastenkombination Win-R, tippen Sie neben „Öffnen“ diskmgmt.msc ein und klicken auf „OK“, um die Windows-Datenträgerverwaltung zu starten. Klicken Sie mit der rechten Maustaste in der unteren Fensterhälfte auf den Partitionsbalken des gewünschten Datenträgers, und wählen Sie im Menü „Volume verkleinern“. Geben Sie hinter „Zu verkleinernder Speicherplatz in MB:“ die gewünschte Größe der neuen Partition an, und klicken Sie auf „Verkleinern“. Lassen Sie aber immer genug Raum auf der Windows-Systempartition frei, damit auch nach einigen Updates und der Installation neuer Software genügend Speicherplatz vorhanden bleibt.

Als Alternative zur Datenträgerverwaltung empfehlen wir Minitool Partition Wizard Free . Damit lassen sich sowohl Windows- als auch Linux-Partitionen bearbeiten.

Zweite Festplatte verwenden: Wenn möglich, bauen Sie eine zweite Festplatte in den PC ein und installieren weitere Betriebssysteme darauf. Auch der Bootmanager des anderen Systems kann auf der zweiten Festplatte liegen, sodass die Festplatte mit dem Hauptsystem unverändert bleiben kann.

Jedes weitere System auf dem PC benötigt eine eigene Partition. Über die Datenträgerverwaltung verkleinern Sie bei Bedarf die Windows- Partition.
Vergrößern Jedes weitere System auf dem PC benötigt eine eigene Partition. Über die Datenträgerverwaltung verkleinern Sie bei Bedarf die Windows- Partition.

Die Nutzung von USB-Festplatten ist eingeschränkt möglich. Empfehlenswert sind schnelle externe Laufwerke mit USB-3.0-Anschluss. Allerdings bootet nicht jeder PC auch von Geräten am USB-3.0-Port. Bei Problemen schließen Sie das Laufwerk an einen USB-2.0-Port an. Linux lässt sich von USB-Sticks sowie USB-Festplatten starten (Punkt 6).

Für Windows ist das von Microsoft nicht vorgesehen und funktioniert auch mit viel Gebastel nicht problemlos. Eine Alternative sind jedoch VHD-Dateien, die sich auch von einem USB-Laufwerk booten lassen (Punkt 7).

2. Besonderheiten bei Uefi- und Bios-PCs

Neuere PCs mit Windows 8 oder 10 sind so gut wie immer mit einer Uefi-Firmware ausgestattet (Unified Extensible Firmware Interface), und das System startet von einer Partition im GPT-Stil (GUID Partition Table). Secure Boot soll hier verhindern, dass sich Schadsoftware vor dem Start des Betriebssystems einnistet. Dual- oder Multiboot funktionieren trotzdem, solange Sie nur Windows 8, 10 oder ein aktuelles Linux System wie Ubuntu jeweils in der 64-Bit-Ausführung nutzen.

Ob Windows im Uefi-Modus installiert ist, erfahren Sie, indem Sie die Tastenkombination Win-R drücken, msinfo32 eintippen und auf „OK“ klicken. Hinter „BIOS-Modus“ steht dann „UEFI“. „Vorgängerversion“ erscheint bei Systemen im Bios-Modus. Die Angabe hinter „Sicherer Startzustand“ informiert Sie über den Status von Secure Boot. Steht hier „Nicht unterstützt“, ist die Funktion in der Firmware des PCs deaktiviert. Ist ein System auf der Festplatte im Uefi-Modus installiert, müssen weitere Systeme auf die gleiche Weise eingerichtet werden.

Bios-/Firmware-Einstellungen: Einige Linux-Systeme sowie Windows 7 unterstützen kein Secure Boot, 32-Bit-Systeme kein Uefi. Secure Boot lässt sich jedoch im Bios-/Firmware-Setup abschalten. Rufen Sie dieses kurz nach dem Einschalten des PCs über Tasten wie Esc, Entf (Del), F2, F8 oder F10 auf. Unter Windows 8 oder 10 gelangen Sie so in das Bios-Setup: Klicken Sie im Windows-Anmeldebildschirm rechts unten auf die „Herunterfahren“-Schaltfläche oder nach der Anmeldung in Windows 8 auf die Schaltfläche „Ein/Aus“ (Tastenkombination Win-C, „Einstellungen“). Bei Windows 10 funktioniert auch „Ein/Aus“ im Startmenü. Halten Sie die Shift-Taste gedrückt, und klicken Sie im Menü der Schaltfläche auf „Neu starten“. Gehen Sie auf „Problembehandlung -> Erweiterte Optionen -> UEFI-Firmwareeinstellung“, und klicken Sie auf „Neu starten“.

Die Einstellungen für Secure Boot finden Sie meist unter einem Menü wie „Bios Features“, „Security“ oder ähnlich. Setzen Sie die Option auf „Disabled“. Soll eine Installation im Bios-Modus erfolgen, suchen Sie nach Optionen wie „CSM“, „Launch CSM“, „Uefi and Legacy“ oder „Legacy Boot“, die meist unter Menüs mit Namen wie „Boot“ oder „Boot Order“ zu finden sind. Die Bios-Emulation CSM (Compatibility Support Module) sorgt dafür, dass der PC sowohl im Uefi als auch im Bios-Modus booten kann.

Soll eine Installation im Bios-Modus erfolgen, muss im Firmware- Setup eine Option wie „Legacy Boot“ oder „Launch CSM“ aktiviert sein.
Vergrößern Soll eine Installation im Bios-Modus erfolgen, muss im Firmware- Setup eine Option wie „Legacy Boot“ oder „Launch CSM“ aktiviert sein.

3. Installationsmedien für Windows oder Linux

Wer keinen Windows-Installationsdatenträger besitzt, lädt eine ISO-Datei bei Microsoft herunter. Verwenden Sie dafür das Tool zur Medienerstellung („Media Creation Tool“) für Windows 8 oder Windows 10. Windows-7-Benutzer erhalten die ISO-Dateien für die Installation natürlich auch. Sie benötigen einen gültigen Produktschlüssel. Das Angebot gilt nicht für Besitzer von OEM-Versionen, funktioniert also nicht mit Schlüsseln, die auf PCs mit vorinstalliertem Windows zu finden sind. Alle Download-Links können Sie bequem über das Tool PC-WELTWindows-Rebuilder nach einem Klick auf „Downloads“ im Browser aufrufen.

Auch ein Windows-Zweitsystem muss bei Microsoft aktiviert werden und erfordert einen gültigen Produktschlüssel. Verwenden Sie zur Installation einfach den gleichen Produktschlüssel wie beim Hauptsystem. Bei vorinstalliertem Windows 8 oder 10 ist der Schlüssel im Bios hinterlegt, und Sie müssen bei der Installation keinen eingeben.

Windows 10: Boot-Manager anpassen und reparieren

Windows 10 lässt sich ab Version 1511 mit einem Produktschlüssel von Windows 7 oder 8 installieren und aktivieren. Das Angebot für ein Gratis-Upgrade gilt nach derzeitigem Kenntnisstand nur bis Ende Juli 2016. Wenn Sie jetzt Windows 10 parallel etwa zu Windows 7 installieren, dürfen Sie Windows 10 auf der gleichen Hardware dauerhaft nutzen.

Windows 7 und einige Linux-Systeme unterstützen kein Secure Boot. Damit diese Systeme starten, müssen Sie die Funktion im Bios abschalten.
Vergrößern Windows 7 und einige Linux-Systeme unterstützen kein Secure Boot. Damit diese Systeme starten, müssen Sie die Funktion im Bios abschalten.

DVD oder USB-Stick: Für die Installation des Zweitsystems können Sie eine vorhandene Windows-Installations-DVD verwenden oder aus der heruntergeladenen ISO-Datei eine DVD brennen. Die Installation läuft jedoch schneller ab, wenn Sie einen bootfähigen Installationsstick erstellen. Dafür verwenden Sie das Tool Rufus . Wählen Sie nach dem Start des Tools unter „Laufwerk“ Ihren USB-Stick aus. Aber Vorsicht: Der ausgewählte Datenträger wird neu formatiert und alle darauf gespeicherten Dateien gehen verloren. Hinter „Startfähiges Laufwerk erstellen mit:“ wählen Sie „ISO-Abbild“ aus und über die Schaltfläche dahinter die gewünschte ISO-Datei. Stellen Sie unter „Partitionsschema und Typ des Zielsystems“ den Eintrag „GPT Partitionsschema für UEFI“ ein. Darunter muss „FAT32“ ausgewählt sein. Bei Computern, die nicht über UEFI booten können oder sollen, wählen Sie „MBR Partitionschema für BIOS oder UEFI-Computer“ und „NTFS“. Klicken Sie zum Abschluss auf „Start“.

Linux-System vorbereiten: Holen Sie sich die ISO-Dateien von Ubuntu oder Linux Mint . Die 32-Bit-Versionen sollten Sie nur auf relativ alten PCs mit wenig Hauptspeicher verwenden. Aus den ISO-Dateien müssen Sie sich anschließend eine bootfähige DVD brennen.

Auch Linux lässt sich schneller von einem USB-Stick installieren, den Sie aus einer ISO-Datei mit Rufus erstellen. Die Vorgehensweise entspricht der im vorherigen Abschnitt für Windows beschriebenen. 

Windows-Bootumgebung reparieren

Bei Startproblemen booten Sie den PC vom Windows-Installationsdatenträger und drücken die Tastenkombination Shift-F10. In der Eingabeaufforderung wechseln Sie das Laufwerk durch Eingabe von C:, D: oder E:, gefolgt von der Enter-Taste, und mit dir lassen Sie sich den Inhalt anzeigen. Ermitteln Sie, über welchen Laufwerksbuchstaben die Windows-Installation erreichbar ist. Führen Sie den Befehl bcdboot Z:\Windows /l d-de aus. Z: ersetzen Sie durch den zuvor ermittelten Laufwerksbuchstaben. Bei Bios-Systemen verwenden Sie zusätzlich folgende Befehle:

bootrec /fixmbr bootrec /fixboot bootrec /rebuildbcd bootsect /nt60 Z: /mbr

Für Z: setzen Sie auch hier den Laufwerksbuchstaben der Windows-Installation ein.
Als Linux-Nutzer können Sie die Bootrepair-Disk verwenden. Damit reparieren Sie
Grub2 und Uefi. Mit dabei ist auch ein Tool, mit dem sich Linux- und Windows-Installationen entfernen lassen.

4. Windows neben Windows installieren

Grundsätzlich gilt: Installieren Sie neuere Systeme immer nach älteren. Wenn Sie die Reihenfolge nicht einhalten, können Sie etwa nach der Windows-7-Installation Windows 10 nicht mehr starten. Dann müssen Sie die Bootumgebung umständlich reparieren, wie im Kasten "Windows-Bootumgebung reparieren" beschrieben. Steht eine zweite Festplatte zur Verfügung, müssen Sie sich darüber keine Gedanken machen. Systeme und Bootloader lassen sich dann unabhängig voneinander einrichten. Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn Sie die bisherige Systemfestplatte vorübergehend abklemmen und nur die Festplatte verwenden, auf der Sie das neue System installieren wollen.

Das Microsoft Media Creation Tool ermöglicht den komfortablen Download von ISO-Dateien für die Windows-Installation.
Vergrößern Das Microsoft Media Creation Tool ermöglicht den komfortablen Download von ISO-Dateien für die Windows-Installation.

Booten Sie den PC von der Windows-Installations-DVD oder dem Installationsstick (Punkt 3). Eventuell müssen Sie dazu im Bios die Bootreihenfolge ändern oder das Bootmenü über Tasten wie Esc, F8 oder F12 aufrufen. Für die Installation im Uefi-Modus wählen Sie den Eintrag mit einem vorangestellten „UEFI“. Der Ablauf ist bei Windows 7, 8 und 10 gleich. Folgen Sie den Anweisungen des Setup-Programms, und wählen Sie bei der „Installationsart“ den Eintrag „Benutzerdefiniert (erweitert)“. Bei der Frage „Wo möchten Sie Windows installieren?“ geben Sie eine freie Partition auf der ersten oder zweiten Festplatte an. Klicken Sie auf „Weiter“, um mit der Installation zu beginnen.

System in das Bootmenü aufnehmen: Wenn Sie unserem Vorschlag gefolgt sind und die Festplatte mit dem Hauptsystem zuvor vom PC getrennt haben, gibt es mehrere Möglichkeiten. Sie können das gewünschte System über das Bootmenü des Bios auswählen oder die Bootreihenfolge im Bios-Setup ändern, um zwischen den Windows-Versionen zu wechseln. Wenn Ihnen das zu unpraktisch ist, bauen Sie einen Bootmenüeintrag in den Bootmanager des neueren Systems ein.

Starten Sie beispielsweise das neu installierte Windows 10 und dann das Tool Bootice . Gehen Sie auf die Registerkarte „BCD“, und klicken Sie auf „Easy Mode“. Klicken Sie auf „Add -> New Windows 7/8/8.1 entry“. Wählen Sie die Option „Partition“, darunter die Festplatte mit dem anderen Windows-System und hinter „Partition“ die Windows-Partition. Tragen Sie hinter „OS title“ beispielsweise Windows 8.1 ein, hinter „Language“ wählen Sie „de-DE“. Klicken Sie auf „Save current System“. Stellen Sie die Bootreihenfolge im Bios so ein, dass der PC standardmäßig von der Windows-10-Festplatte bootet. Über das Bootmenü können Sie jetzt zwischen Windows 8.1 und Windows 10 wählen.

Die besten Linux-Distributionen für alte Hardware

5. Linux parallel zu Windows installieren

Wie bei Windows ist auch bei der Parallelinstallation von Linux eine zweite Festplatte optimal. Führen Sie die Installation nur mit der angeschlossenen Zweitplatte durch. Wenn das nicht möglich ist, installieren Sie Linux immer nach Windows, weil das Windows-Setup sonst den Linux-Bootloader entfernt.

Im Folgenden beschreiben wir die Installation von Ubuntu mit 64 Bit. Bei Linux Mint läuft die Installation ähnlich ab. Wir gehen davon aus, dass eine freie Partition für Linux bereits vorhanden ist (Punkt 1).

Mithilfe des Tools Bootice nehmen Sie Systeme in das Bootmenü auf, die auf einer zweiten Festplatte installiert sind.
Vergrößern Mithilfe des Tools Bootice nehmen Sie Systeme in das Bootmenü auf, die auf einer zweiten Festplatte installiert sind.

Hinweis für Nutzer von Windows 8 oder 10: Schalten Sie den hybriden Standby-Modus ab. Sonst nimmt das Windows-Dateisystem Schaden, wenn Sie von Linux aus darauf zugreifen. Drücken Sie die Tastenkombination Win-X, und klicken Sie auf „Energieoptionen“. Klicken Sie auf der linken Seite des Fensters auf „Auswählen, was beim Drücken des Netzschalters geschieht“ an. Entfernen Sie das Häkchen vor „Schnellstart aktivieren (empfohlen)“, und klicken Sie auf „Änderungen speichern“. Sollte die Option ausgegraut sein, klicken Sie vorher auf „Einige Einstellungen sind momentan nicht verfügbar“.

Windows-Installationsmedium bearbeiten

Wer Multiboot-Umgebungen nutzt oder Windows häufig neu installiert, benötigt aktuelle Installationsmedien. Denn bei der Installation eines älteren Systems besteht die Gefahr, dass Schadsoftware auf den PC gelangt, sobald Sie eine Online-Verbindung herstellen. Außerdem ist es für Profi-Nutzer wünschenswert, dass bestimmte Windows-Einstellungen bereits standardmäßig vorhanden sind, etwa die Ansichtsoptionen im Windows-Explorer. PC-WELTWindows-Rebuilder stellt zahlreiche Funktionen und Tools bereit, über die Sie Windows-Updates herunterladen (WHdownloader und Wsus Offline Update) sowie individuelle Setup-Medien inklusive Updates und eigenen Voreinstellungen erstellen können (NTlite und Wintoolkit). Über die „Hilfe“-Schaltfläche erhalten Sie eine ausführliche Anleitung zu den unterschiedlichen Funktionen und Tools.

Ubuntu installieren: Legen Sie die Boot-DVD in das Laufwerk oder verbinden Sie den USB-Installationsstick mit dem PC. Starten Sie Windows neu, oder schalten Sie den PC aus und wieder an. Rufen Sie kurz nach dem Start des PCs das Bootmenü der Firmware auf und wählen Sie den Eintrag für das Bootmedium mit einem vorangestelltem „UEFI“, wenn Windows auf einem Uefi-PC läuft. Alternativ setzen Sie im Bios-/Firmware-Setup die Bootreihenfolge so, dass das DVD-Laufwerk oder der USB-Stick an erster Stelle steht – je nach Modus mit oder ohne vorangestelltem „UEFI“.

Im Dialog „Installationsart“ können Sie wählen, ob Linux neben Windows oder – falls vorhanden – alleine auf einer eigenen Festplatte installiert wird.
Vergrößern Im Dialog „Installationsart“ können Sie wählen, ob Linux neben Windows oder – falls vorhanden – alleine auf einer eigenen Festplatte installiert wird.

Schritt 1: Beim Start im Bios-Modus können Sie die Tab-Taste drücken, als Sprache „Deutsch“ einstellen und dann das Live-System über „Ubuntu ohne Installation ausprobieren“ starten. Im Uefi-Modus gibt es keine Sprachauswahl. Sie wählen „Try Ubuntu without installing“, und das Live-System startet mit englischsprachiger Oberfläche.
Schritt 2: Starten Sie das Setup-Programm über das Desktop-Icon „Install Ubuntu 14.04.4 LTS“ beziehungsweise „Ubuntu 14.04.4 LTS installieren“, und wählen Sie als Sprache „Deutsch“ aus. Klicken Sie auf „Weiter“. Setzen Sie Häkchen vor „Aktualisierungen während der Installation herunterladen“ und „Software von Drittanbietern installieren“.

Schritt 3: Nach einem Klick auf „Weiter“ lassen Sie im Fenster „Installationsart“ die Option „Ubuntu neben Windows Boot Manager installieren“ aktiviert. Klicken Sie auf „Jetzt installieren“. Sie sehen dann eine Zusammenfassung mit der Liste der Partitionen, die das Setup-Programm neu erstellen will. Gibt es eine leere Partition auf der einzigen Festplatte im PC, wird auf dieser eine Linux-Partition („ext4“) und eine Partition für den Auslagerungsspeicher („swap“) erstellt. Die Laufwerksbezeichnung lautet unter Linux in der Regel „sda“. Gibt es eine zweite, leere Festplatte, erkennt das Setup-Programm das automatisch und erstellt die Partition dann auf „sdb“. Der Linux-Bootmanager Grub2 wird für den Start von Linux und Windows auf der ersten Festplatte eingerichtet.

Sie haben die Windows-Festplatte vorübergehend vom PC getrennt und verwenden eine leere Festplatte? In diesem Fall bietet Ihnen das Setup-Programm die Option „Festplatte löschen und Ubuntu installieren“. Der Bootmanager Grub2 landet dann auf der Linux-Festplatte.

Schritt 4: Folgen Sie den weiteren Anweisungen des Installationsassistenten. Starten Sie den PC nach Abschluss der Installation neu. Bei einer Parallelinstallation zusammen mit Windows auf der gleichen Festplatte oder einer zweiten Platte begrüßt Sie der Bootmanager Grub2, über den Sie Linux oder Windows starten.

Haben Sie Linux bei abgeklemmter Windows-Festplatte installiert, nehmen Sie Windows manuell in das Grub2-Bootmenü auf. Ändern Sie die Bootreihenfolge im Bios-Setup, sodass Linux von der zweiten Festplatte startet. Öffnen Sie in Ubuntu ein Terminalfenster über die Tastenkombination Strg-Alt-T, und tippen Sie folgende Befehlszeile ein, die Sie mit Enter-Taste ausführen:

sudo update-grub  

Bestätigen Sie den Befehl mit dem root-Passwort. Es ist mit Ihrem Anmelde-Passwort identisch ist, das Sie bei der Installation festgelegt haben. Mit dem Befehl veranlassen Sie eine Suche nach Systemen auf allen Festplatten, wobei auch Windows in das Grub2-Menü aufgenommen wird. Starten Sie Linux neu. Im Menü können Sie jetzt zwischen Ubuntu und Windows wählen. Wenn Sie im Bios-Setup die Windows-Festplatte als erstes Bootgerät auswählen, startet Windows direkt.

Soll Linux von einem USB-Laufwerk starten, konfigurieren Sie die Partitionierung manuell. Der Bootloader muss auf dem Stick landen.
Vergrößern Soll Linux von einem USB-Laufwerk starten, konfigurieren Sie die Partitionierung manuell. Der Bootloader muss auf dem Stick landen.

6. Linux auf einem USB-Laufwerk installieren

Linux bietet auch die Installation auf einem USB-Stick oder einer USB-Festplatte an. Das Laufwerk muss dazu neu formatiert werden; sichern Sie vorher alle darauf befindlichen Daten. Die Vorgehensweise entspricht der Beschreibung in Punkt 5 bis Schritt 2. Danach wählen Sie im Fenster „Installationsart“ die Option „Etwas Anderes“. Per Klick auf „Change“ verkleinern Sie Partitionen etwas. Erstellen Sie dann jeweils über die „+“-Schaltfläche eine kleine Partition mit etwa 2 bis 8 GB für die Auslagerungsdatei („Swap“) und eine große für das Linux-System. Hier wählen Sie hinter „Einbindungspunkt“ den Eintrag „/“ aus der Liste. Unter „Gerät für die Bootloader-Installation“ wählen Sie das USB-Gerät aus, meist ist das „/ dev/sdb“. Klicken Sie zum Abschluss auf „Jetzt installieren“, und folgen Sie den weiteren Anweisungen des Setup-Programms.

Setzen Sie im Bios-Setup das USB-Gerät an die erste Stelle in der Bootreihenfolge. Da die Windows-Partition für das Linux-Setup-Programm während der Installation sichtbar war, können Sie im Bootmenü Windows oder Linux auswählen. Ist der USB-Stick nicht mit dem PC verbunden, startet automatisch Windows.

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7. Windows in einer VHD-Datei installieren

Das Tool Bootice hilft Ihnen beim Erstellen und Einhängen von VHDs. Für Windows 8 oder 10 verwenden Sie das VHDXFormat.
Vergrößern Das Tool Bootice hilft Ihnen beim Erstellen und Einhängen von VHDs. Für Windows 8 oder 10 verwenden Sie das VHDXFormat.

VHD-Dateien sind Container mit Festplatten-Abbildern. Sie lassen sich unter jeder Edition von Windows 7, 8 oder 10 erstellen, bei Windows 7 können Sie jedoch nur die Editionen Ultimate und Enterprise daraus booten („vhd native boot“). Mit Windows 8.1 und Windows 10 funktionieren alle Editionen. Windows lässt sich aus VHD-Dateien von der Festplatte oder einem USB-Laufwerk starten.

Es gibt jedoch einen Nachteil: Das System in einer VHD-Datei lässt sich nicht ohne Weiteres upgraden, weder von Windows 8 auf Windows 10 noch auf einen neuen Windows-10-Build. Da sich VHDs auch in einer virtuellen Maschine etwa unter Virtualbox nutzen lassen, können Sie Upgrades jedoch über diesen Umweg durchführen.

USB-Stick vorbereiten (bei Bedarf): Sichern Sie die auf dem Stick vorhandenen Dateien. Starten Sie das Tool Rmprepusb . Wählen Sie den USB-Stick im oberen Bereich des Fensters aus. Stellen Sie unter „3 Bootloader- Optionen“ die erste Option ein und wählen Sie unter „4 Dateisystem und Zusatzoptionen“ die Optionen „NTFS“ und „Boot as HDD“. Klicken Sie auf „6 Laufwerk bereitstellen“.

VHD-Datei erstellen: Starten Sie das Tool Bootice. Gehen Sie auf die Registerkarte „Disk Image“, und klicken Sie auf „Create VHD“. Unter „File Path“ tippen Sie beispielsweise „C:\Win10“ ein. Soll die Datei auf einem USB-Laufwerk landen, geben Sie dieses als Speicherort an. Hinter „Storage type“ wählen Sie „VHXD“, unter Windows 7 „VHD“. Hinter „Disk capacity“ tippen Sie die gewünschte Kapazität der VHD ein, beispielsweise 20 für „20 GB“ (mehr ist besser). Unter „Disk type“ wählen Sie „Dynamic expandable“. Klicken Sie auf „Create“ und dann auf „Attach/ detach VHD“. Der Pfad zur eben angelegten VHD(X)-Datei steht bereits im Eingabefeld. Wenn nicht, wählen Sie die Datei über die Schaltfläche „...“ aus. Klicken Sie auf „Attach“ und dann auf „Cancel“.

WinNTSetup kopiert den Inhalt einer WIM-Datei in den VHD-Container. Außerdem richtet das Tool die Bootumgebung und das Bootmenü ein.
Vergrößern WinNTSetup kopiert den Inhalt einer WIM-Datei in den VHD-Container. Außerdem richtet das Tool die Bootumgebung und das Bootmenü ein.

VHD-Datei partitionieren: Wechseln Sie in Bootice auf die Registerkarte „Physical Disk“, und wählen Sie unter „Destination Disk“ beispielsweise „HD2: Msft Virtual Disk (20 GB)“ aus. In der Regel gehört der letzte Eintrag zur zuvor erstellen VHD-Datei. Klicken Sie auf „Parts Manage“ und dann auf „Re-Partitioning“. Es sind Werte für vier Partitionen vorgegeben. Setzen Sie die ersten drei auf 0 MB, sodass in der letzten Zeile hinter „4.“ noch „20480 MB“, also die Gesamtkapazität steht. Bei einem Bios-System wählen Sie die Option „MBR partition table“, bei einem UEFI-System „GUID partition table (GPT). Klicken Sie auf „OK“, und bestätigen Sie mit „OK“. Im Windows-Explorer taucht jetzt die VHD-Datei als neues Laufwerk auf, beispielsweise mit dem Buchstaben „G:“.

Windows installieren: Sie benötigen die Datei Install.wim oder Install.esd aus dem Verzeichnis „Sources“ der Windows-Installation- DVD. ISO-Dateien entpacken Sie mit 7-Zip . Starten Sie das Tool WinNTSetup . Wählen Sie unter „Select location of the install.wim file“ über die Schaltfläche „Search“ die Datei „Install.wim“ oder „Install. esd“ aus. Unter „Select location of the Boot device“ ist bereits das Laufwerk mit den Bootdateien auf der Festplatte eingetragen. Bei „Select location of the installation drive“ geben Sie über „Select“ das Laufwerk „G:“ an, in unserem Beispiel ist das die VHD-Datei. Im Bereich „Options“ wählen Sie hinter „Edition“ den Eintrag des zu installierenden Systems, beispielsweise „Windows 8.1 Pro“ oder „Windows 10 Home“. Klicken Sie auf „Setup“, prüfen Sie die Einstellungen, und bestätigen Sie mit „OK“. Warten Sie, bis der Vorgang abgeschlossen ist. Starten Sie Windows neu. Im Bootmenü wählen Sie den ersten Eintrag, beispielsweise „Windows 10 (VHD)“. Windows komplettiert die Installation wie auch sonst beim letzten Neustart während des Setup. Folgen Sie einfach den Anweisungen auf dem Bildschirm.

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