Heimnetzwerk

So entlarven Sie WLAN-Schnüffler

Sonntag den 05.10.2014 um 14:24 Uhr

von Daniel Behrens

AVM FRITZ!Box Fon WLAN 7390 (20002448)
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So kommen Sie WLAN-Schnüfflern auf die Schliche.
Vergrößern So kommen Sie WLAN-Schnüfflern auf die Schliche.
© istockphoto.com/gethinlane
Welche persönlichen Informationen geraten ungewollt ins Internet? Welche Apps und welche Netzwerkgeräte stecken dahinter? Welche Webseiten ruft Ihr Nachwuchs auf? Antworten auf alle diese Fragen liefert Ihr (WLAN-)Router.
Desktop-PC, Notebook, Smartphone, Tablet, Fernseher, Hifi-Anlage: Immer mehr Geräte verfügen heutzutage über eine Netzwerkschnittstelle und sind entsprechend per LAN-Kabel oder drahtlos per WLAN mit dem Router verbunden. Sie alle haben dadurch vollen Zugriff aufs Internet. Und die nutzen sie nicht nur dafür, Daten in Ihrem Auftrag anzufordern und zu versenden. Nein, sie sind auch selbsttätig aktiv und verschicken Statusinfos, Nutzungsstatistiken und einiges mehr. Klingt irgendwie unheimlich, oder? Ähnliches gilt für Internetanschlüsse, die sich mehrere Familienmitglieder teilen.
Geheime Router-Funktion nutzen: Über einen
undokumentierten Aufruf der Fritzbox-Bedienerführung können Sie den
gesamten Datenverkehr mitschneiden und auf der Festplatte Ihres PCs
speichern.
Vergrößern Geheime Router-Funktion nutzen: Über einen undokumentierten Aufruf der Fritzbox-Bedienerführung können Sie den gesamten Datenverkehr mitschneiden und auf der Festplatte Ihres PCs speichern.

Auch in dem Fall sehen Sie Ihrem Router nicht an, welche Daten die anderen gerade übertragen. Gerade bei minderjährigen Kindern ist es aber keine schlechte Idee, hin und wieder mal stichprobenartig zu schauen, welche Webadressen sie aufrufen. Auf normalem Weg kommen Sie nicht dahinter, welche Daten durch den Router rauschen. Einige Geräte bieten aber eine versteckte Diagnosefunktion, die Sie zu diesem Zweck nutzen können. Außerdem benötigen Sie noch eine (kostenlose) Software, um den Datenstrom auszuwerten. Wie das Ganze funktioniert, erfahren Sie in diesem Beitrag.


Schritt 1: Diagnosefunktion des Routers finden
Zunächst müssen Sie herausfinden, ob Ihr Router die Funktion bietet, den Netzwerkverkehr mitzuschneiden. Meistens verstecken die Hersteller den entsprechenden Menüpunkt in der Konfiguration, um unbedarfte Anwender nicht zu verwirren beziehungsweise zu überfordern. Bei den in Deutschland weit verbreiteten AVM Fritzboxen gelangen Sie von einem damit verbundenen PC über einen undokumentierten Aufruf der Konfiguration zum „Paketmitschnitt“. Dieser lautet: fritz.box/html/capture . Wenn der Link bei Ihrem Fritzbox-Modell nicht funktionieren sollte, benutzen Sie diesen hier: fritz.box/cgi-bin/webcm?getpage .

Bei einigen Speedport-Routern der Telekom ist das Vorgehen ähnlich. Allerdings müssen Sie sich hier erst ganz normal über speedport.ip anmelden und dann die Adresse http://speedport.ip/html/capture.html oder die Adresse http://speedport.ip/cgi-bin/webcm?getpage=../html/capture.html aufrufen. Bei Routern von Alice/O2 klappt es meist mit der Adresse http://192.168.1.1/web.cgi?controller=System&action=IndexDiagnostic und Auswahl der Netzwerkschnittstelle „NAS1“. Gegebenenfalls müssen Sie sich auch hier erst über http://192.168.1.1 regulär mit dem Router-Passwort anmelden. Bei vielen Easybox-Routern von Vodafone findet sich unter „Extras ➞ Diagnoseprogramm ➞ Aufzeichnen von WAN-Datenpaketen ➞ VC1“ eine Option für das Mitschneiden des Datenverkehrs. Beachten Sie aber, dass Sie rechtlich gesehen nur Ihren eigenen Datenverkehr und den Ihrer minderjährigen Kinder mitschneiden und auswerten dürfen.

Sonntag den 05.10.2014 um 14:24 Uhr

von Daniel Behrens

Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (16)
  • grancazador 22:52 | 12.03.2014

    @jomai et al.:

    Da habt Ihr wohl was missverstanden - oder den Artikel schlicht nicht zu Ende gelesen!

    Es geht offenkundig nicht darum, mit der Anleitung Angehörigen hinterherzuschnüffeln!
    Zweck ist vielmehr - übrigens bin ich genau durch eine Googlesuche dazu von einem anderen Beitrag hierher verlinkt worden - Kontrolle zu erlangen, was Fremde so mit meinem Internetanschluss tun.

    Hat sich z. B. zu bestimmten Zeiten jemand in meinen Router gehackt und über meinen Internetanschluss Traffic produziert?
    Oder was ist mit der Software auf meinem Rechner, was mit zu Hause evt. genutzten mobile devices (smartphones, tablets etc.) rsp. auf diesen laufenden Apps. "Telefonieren" die "nach Hause" ohne das ich es weiß? Und welche Daten übermitteln die - meine Gerätecodes, Nutzungsverhalten etc.?

    Gerade nach Snowden sind das doch Fragen, für die sich jeder im Netz Aktive gelegentlich interessieren dürfte. Insofern ist der Beitrag journalistisch höchst relevant und sogar einigermaßen gut dargestellt, weil er fast "DAU-tauglich" ist. Ich jedenfalls hab's gleich kapiert, obschon meine alte Fritzbox nicht auf die Links "gezuckt" hat - für interessierte Mitleser: statt der Zeichenfolge Fritzbox vor dem /html/capture.html einfach die numerische IP der Box eingeben - auf den Test bin ich auf den Paketmitschnitt meiner 7050 gekommen.

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  • jomal 09:03 | 07.03.2014

    Sorgfältig arbeiten ist auch nicht mehr in??

    Wie jetzt, arbeitest Du nicht mit der Glaskugel, wenn Du hier Tipps anwenden willst?

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  • Uwe Schäfer 03:50 | 07.03.2014

    Besteht die Möglichkeit die capture-Daten von der Fritz!box direkt auf ein Netz-LW (NAS)/ USB-Stick zu schreiben, also auf einen aktiven PC zu verzichten?

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  • jomal 16:41 | 08.01.2014

    @brzl

    Oh, wie Recht Du hast.

    Und alle wettern gegen NSA, aber sollen sich schon mal ähnlich verhalten?
    Zusammen mit der Spionage-Software für die Wohnung, kommt ja ebenso regelmäßig, wir basteln uns das 1984 des 21. Jahrhunderts.

    Die Stasi wäre stolz auf uns.

    Wenn ich meinen Kindern oder Partnerin nicht mehr soweit traue, dann habe ich etwas falsch gemacht.
    Früher hat man Zeit in vernünftige Erziehung investiert, heutzutage in vernünftige Überwachung.
    Nur, das Echo ist eben: wir lesen da die eigenen Erziehungsfehler...

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  • brzl 14:41 | 09.07.2013

    Davon mal abgesehen...

    ... halte ich solche Stasi-Methoden für verfehlt. Ich weiss nicht, was ich getan hätte, wenn meine Eltern in meinen Tagebüchern geschnüffelt hätten, oder sonst wie meine Privatsphäre verletzt.

    Als schnüffelnde Eltern hat man einfach grottenschlechte Argumente in einer Diskussion und man sagt seinen Kindern, dass man kein Vertrauen in sie hat. Und wenn man misstrauisch ist, wird man selten enttäuscht.

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