Welche persönlichen Informationen geraten ungewollt ins Internet? Welche Apps und welche Netzwerkgeräte stecken dahinter? Welche Webseiten ruft Ihr Nachwuchs auf? Antworten auf alle diese Fragen liefert Ihr (WLAN-)Router.

Desktop-PC, Notebook, Smartphone, Tablet, Fernseher, Hifi-Anlage: Immer mehr Geräte verfügen heutzutage über eine Netzwerkschnittstelle und sind entsprechend per LAN-Kabel oder drahtlos per WLAN mit dem Router verbunden. Sie alle haben dadurch vollen Zugriff aufs Internet. Und die nutzen sie nicht nur dafür, Daten in Ihrem Auftrag anzufordern und zu versenden. Nein, sie sind auch selbsttätig aktiv und verschicken Statusinfos, Nutzungsstatistiken und einiges mehr. Klingt irgendwie unheimlich, oder? Ähnliches gilt für Internetanschlüsse, die sich mehrere Familienmitglieder teilen.

Geheime Router-Funktion nutzen: Über einen
undokumentierten Aufruf der Fritzbox-Bedienerführung können Sie den
gesamten Datenverkehr mitschneiden und auf der Festplatte Ihres PCs
speichern.
Vergrößern Geheime Router-Funktion nutzen: Über einen undokumentierten Aufruf der Fritzbox-Bedienerführung können Sie den gesamten Datenverkehr mitschneiden und auf der Festplatte Ihres PCs speichern.

Auch in dem Fall sehen Sie Ihrem Router nicht an, welche Daten die anderen gerade übertragen. Gerade bei minderjährigen Kindern ist es aber keine schlechte Idee, hin und wieder mal stichprobenartig zu schauen, welche Webadressen sie aufrufen. Auf normalem Weg kommen Sie nicht dahinter, welche Daten durch den Router rauschen. Einige Geräte bieten aber eine versteckte Diagnosefunktion, die Sie zu diesem Zweck nutzen können. Außerdem benötigen Sie noch eine (kostenlose) Software, um den Datenstrom auszuwerten. Wie das Ganze funktioniert, erfahren Sie in diesem Beitrag.


Schritt 1: Diagnosefunktion des Routers finden
Zunächst müssen Sie herausfinden, ob Ihr Router die Funktion bietet, den Netzwerkverkehr mitzuschneiden. Meistens verstecken die Hersteller den entsprechenden Menüpunkt in der Konfiguration, um unbedarfte Anwender nicht zu verwirren beziehungsweise zu überfordern. Bei den in Deutschland weit verbreiteten AVM Fritzboxen gelangen Sie von einem damit verbundenen PC über einen undokumentierten Aufruf der Konfiguration zum „Paketmitschnitt“. Dieser lautet: fritz.box/html/capture . Wenn der Link bei Ihrem Fritzbox-Modell nicht funktionieren sollte, benutzen Sie diesen hier: fritz.box/cgi-bin/webcm?getpage .

Bei einigen Speedport-Routern der Telekom ist das Vorgehen ähnlich. Allerdings müssen Sie sich hier erst ganz normal über speedport.ip anmelden und dann die Adresse http://speedport.ip/html/capture.html oder die Adresse http://speedport.ip/cgi-bin/webcm?getpage=../html/capture.html aufrufen. Bei Routern von Alice/O2 klappt es meist mit der Adresse http://192.168.1.1/web.cgi?controller=System&action=IndexDiagnostic und Auswahl der Netzwerkschnittstelle „NAS1“. Gegebenenfalls müssen Sie sich auch hier erst über http://192.168.1.1 regulär mit dem Router-Passwort anmelden. Bei vielen Easybox-Routern von Vodafone findet sich unter „Extras ➞ Diagnoseprogramm ➞ Aufzeichnen von WAN-Datenpaketen ➞ VC1“ eine Option für das Mitschneiden des Datenverkehrs. Beachten Sie aber, dass Sie rechtlich gesehen nur Ihren eigenen Datenverkehr und den Ihrer minderjährigen Kinder mitschneiden und auswerten dürfen.

Sonntag den 25.01.2015 um 17:16 Uhr

von Daniel Behrens

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