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So bringen Sie Ihr Windows schnell auf Vordermann

17.05.2015 | 09:17 Uhr |

Schlanker, schneller, sicherer! Mit unseren Tipps räumen Sie PC, Ihr Notebook und auch den Cloud-Speicher richtig gut auf. So kann der Frühling kommen.

Einfach nur die Temp-Dateien aus dem Windows-Ordner und den Verlauf in Firefox löschen – und fertig ist der Frühjahrsputz? Das war einmal. Wenn Sie im Jahr 2015 Computer und Online-Dienste von überflüssigen und auch von sensiblen, aber inzwischen unerwünschten Daten reinigen wollen, dann müssen Sie schon etwas genauer hinschauen.  Wir zeigen, wo Sie mit welchen Tools Ihre Daten in Online-Konten und im PC am besten aufräumen.

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Online

Der Frühjahresputz online steht ganz im Zeichen des Datenschutzes. Denn in den vergangenen Monaten konnten Hacker immer wieder in Server einbrechen und persönliche Daten der Nutzer stehlen. Hier erfahren Sie, welche Daten Sie kontrollieren, ändern und vielleicht auch löschen sollten.

Öffentliche Wunschlisten auf Shopping-Site kontrollieren

Öffentliche Wunschlisten in Online-Shops
Vergrößern Öffentliche Wunschlisten in Online-Shops

Der Shopping-Riese Amazon bietet seinen Kunden einen virtuellen Wunschzettel. So können Sie Produkte entweder für sich selber vormerken oder für andere als Wunschliste veröffentlichen. Wer Amazon schon länger nutzt und dort einen Wunschzettel führt, der führt diesen höchstwahrscheinlich öffentlich. Das bedeutet: Wer Ihren Namen und das Wort Wunschzettel in Google eingibt, bekommt Ihre Einkaufsliste angezeigt. Erst vor ein paar Jahren hat Amazon begonnen, diese Listen standardmäßig im privaten statt im öffentlichen Modus anzulegen. Wie es um Ihre Liste bestellt ist, prüfen Sie so: Loggen Sie sich auf  www.amazon.de  ein und wählen Sie „Mein Konto > Wunschzettel > Wunschzettel verwalten“. Auch viele andere Shops, vom Fahrradausrüster bis zum PC-Versender, bieten Merklisten und Wunschzettel an. Ob Ihre Listen dort öffentlich sind, kontrollieren Sie in den Einstellungen des Kontos oder auf der Seite des Merkzettels selber.

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Zugriffsrechte auf Ihre Online-Dienste durch Apps aufräumen

Wenn Sie gerne Online-Dienste nutzen, haben Sie einige von diesen sehr wahrscheinlich bereits miteinander verbunden. Das war erforderlich, damit entweder der Dienst A auf die Daten von Dienst B zugreifen kann oder damit Sie sich mit Dienst C in andere Websites einloggen dürfen. Konkret heißt das: Der Online-Kalender Doodle darf auch auf Ihre Daten bei Facebook zugreifen, weil Sie sich per „Mit Facebook anmelden“ bei Doodle eingeloggt hatten. Oder Sie haben der Android-Foto-App Magic Hour Zugriff auf Ihr Dropbox-Konto erlaubt, weil das mal praktisch war.

Frühjahrsputz:  Entziehen Sie allen Diensten und Apps alle Zugriffrechte auf Ihre Konten, es sei denn, Sie nutzen diese Verbindung noch.

So geht’s bei Facebook:  Loggen Sie sich in Facebook ein, klicken Sie auf den Pfeil rechts oben und wählen Sie „Einstellungen > Apps > Alle anzeigen“. Jede „App“, die hier aufgeführt ist, darf etwas von Ihren Daten sehen.

Andere Dienste checken:  Facebook ist nicht der einzige Dienst, der anderen Unternehmen Zugriff auf Ihre Daten gewährt. Weitere Beispiele sind der Dienst „If This Than That“ ( www.ifttt.com ) und Dropbox ( www.dropbox.com ). Loggen Sie sich deshalb in alle Dienste ein, auf die Apps & Co. vermutlich Zugriffsrechte haben, und checken Sie in den Einstellungen, was Sie davon wegputzen können.

Log-in-Daten bei Online-Konten kontrollieren, ändern, löschen

Im Laufe der Zeit hat jeder Nutzer etliche Online-Konten erstellt, für Foren, Shopping-Sites, Maildienste oder Cloud-Services. Es ist aber extrem wichtig, dass Sie für jedes dieser Konten ein anderes Passwort nutzen. Anderenfalls haben Hacker leichtes Spiel, um gleich in mehrere Konten einbrechen zu können.

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Zum Frühjahrsputz lohnt es sich also unbedingt, die Log-in-Daten zu kontrollieren und gegebenenfalls zu ändern oder zu löschen. Den besten Überblick über Ihre Log-ins haben Sie, wenn Sie einen Passwortmanager, etwa Lastpass , verwenden. Lastpass ändert auf Wunsch Ihre Passwörter für gängige Websites in regelmäßigen Abständen automatisch. Sie aktivieren die Funktion im Lastpass-Tresor über „Bearbeiten“ bei jedem einzelnen Ihrer gespeicherten Log-ins.

Die Seite www.justdelete.me/de.html liefert Ihnen direkte Links zu den Seiten, auf denen Sie die Konten von verbreiteten Online-Diensten kündigen können. Per Farbcode signalisiert die Site, wie einfach oder schwer sich ein Konto bei einem Dienst auflösen lässt.
Vergrößern Die Seite www.justdelete.me/de.html liefert Ihnen direkte Links zu den Seiten, auf denen Sie die Konten von verbreiteten Online-Diensten kündigen können. Per Farbcode signalisiert die Site, wie einfach oder schwer sich ein Konto bei einem Dienst auflösen lässt.

Löschen:  Wenn Sie sich von nicht mehr genutzten Konten möglichst schnell trennen möchten, hilft die Seite  http://justdelete.me/de.html . Der Dienst bietet direkte Links zur Kündigungsseite von rund 100 populären Online-Diensten.

Log-in-Daten in Browsern kontrollieren und löschen

Alle modernen Internet-Browser fragen Sie nach dem ersten Log-in auf einer neuen Website, ob sie die Daten speichern sollen, um sie beim nächsten Besuch der Website automatisch eingeben zu können. Das ist zwar bequem, aber nicht sicher.

Wegputzen:  Löschen Sie bereits gespeicherte Passwörter – in Google Chrome über „Menü-Symbol > Einstellungen > Datenschutz > Browserdaten löschen > Passwörter“.

In Firefox geht es über „Menü-Symbol > Einstellungen > Sicherheit > Gespeicherte Passwörter > Alle entfernen“.

Im IE klicken Sie auf „Extras > Einstellungen > Allgemein > Löschen > Passwörter“.

Dateien in Cloud-Speichern kontrollieren und löschen

Machen Sie eine Inventur bei Ihren Cloud-Speichern. Und zwar vor allem bei denen, die Sie selten nutzen. Wenn Sie regelmäßig etwa die Dropbox verwenden, haben Sie die Daten dort sicher im Blick Aber wie sieht es zum Beispiel mit Ihren Fotos bei www.icloud.com aus? Oder was ist mit jenen Handy-Daten Ihres Androiden, die Sie mal bei Samsung zur Online-Sicherung gespeichert haben? Und was machen Ihre Photoshop-Bilder in der Adobe-Cloud heute so? Um Ihnen die Suche nach Dateien in Cloud-Speichern etwas zu erleichtern, starten Sie am besten mit dieser Übersicht . Darüber hinaus gibt es allerdings noch etliche weitere Dienste, die Sie prüfen sollten.

PC und Notebook

Vor allem auf PCs mit eingebautem SSD-Speicher herrscht oft Platzmangel auf der Systempartition. Hier erfahren Sie, wie Sie unnötigen Ballast aus Windows entfernen und unerwünschte Nutzungsspuren beseitigen.

Damit Sie zu Beginn der Reinigung eine Vorstellung von der Plattennutzung bekommen, können Sie mit der Freeware Jdiskreport die Größe aller Dateien auf der Festplatte analysieren. Das Tool präsentiert das Ergebnis anschaulich als Torten- oder Balkendiagramm. Vor der Installation von Jdiskreport installieren Sie auch ein aktuelles Java, falls nicht schon vorhanden.

Der Microsoft-Klassiker: Die Datenträgerbereinigung

Das Bordmittel „Datenträgerbereinigung“ ist mit jeder Windows-Version etwas besser geworden. Sie starten es unter allen Windows-Versionen über die Tastenkombination Windows-R, gefolgt von der Eingabe cleanmgr.exe. Wieviel Speicherplatz Windows frei machen kann, schwankt von System zu System, aber bis zu 8 GB sind keine Seltenheit. Auf der Registerkarte „Weitere Optionen“ klicken Sie zudem auf „Systemwiederherstellung und Schattenkopien > Bereinigen“. Das löscht Backups des Systems und Ihrer Dateien und spart wiederum einige GB. Sollte diese Option bei Ihnen nicht sichtbar sein, klicken Sie zunächst auf „Systemdateien bereinigen“. Natürlich beseitigt das Bordmittel auch die Listen mit zuletzt geöffneten Dateien und sorgt so für mehr Privatsphäre am Rechner.

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Der Tool-Klassiker: Mit Ccleaner Großreinemachen

Das Programm Ccleaner räumt auch da auf, wo die Datenträgerbereinigung nicht hinkommt, zum Beispiel bei Internet-Browsern von Google, Mozilla oder Opera. Schon mit der kostenlosen Version von Ccleaner werden Sie eine Menge Ballast und verräterische Benutzerspuren los.

Die besten Alternativen zu Ccleaner: Xleaner & Co.

Clean Master für Windows
Vergrößern Clean Master für Windows

Clean Master:  Der Clean Master steht erst seit Kurzem als Windows-Version bereit. Tuning-Funktionen, wie der Ccleaner sie bietet, gibt’s beim Clean Master nicht. Dafür aber fand der Clean Master auf unserem Testrechner drei Mal so viel Ballast wie der Ccleaner. Schauen Sie sich aber die zum Löschen vorgeschlagenen Dateien gut an. Denn die enorme Reinigungsleistung liegt hauptsächlich daran, dass der Clean Master alles löscht, was sich erneut aus dem Internet herunterladen lässt. Bei unserem Testrechner waren das etwa 1,5 GB Apps für iOS, die iTunes als Backup auf dem PC gespeichert hatte. Für Anwender mit schnellem Internetanschluss ist das Löschen dieser Daten kein Problem.

Die Freeware Xleaner ähnelt im Funktionsumfang dem Klassiker Ccleaner sehr.
Vergrößern Die Freeware Xleaner ähnelt im Funktionsumfang dem Klassiker Ccleaner sehr.

Xleaner:  Den Ccleaner gibt es seit Ende 2014 im neuen Design. Wer den alten Stil der Bedienerführung lieber mochte, sollte sich das Tool Xleaner ansehen. Die Freeware Xleaner ähnelt im Funktionsumfang dem Klassiker Ccleaner sehr. Der Ccleaner kommt nun allerdings mit einer Bedienerführung im neuen Flat-Design. Wer das nicht mag, sollte sich den Xleaner mal ansehen.

Überflüssige Updates und Programme deinstallieren

Einige Programme wandern fast unbemerkt auf den PC. Wenn Sie diesen nicht benötigen, dann hilft bei der Deinstallation das Tool Should I Remove it .  Es listet alle installierten Programme auf und spricht über den Farbcode Rot, Gelb und Grün eine Entfernungs-Empfehlung aus. Rot sind Programme, die das Tool als Adware einstuft, also als wenig nützliche Werbeprogramme.

Bei der Deinstallation von weiteren Programmen hilft das Tool PC-WELT Windows Cleaner , das den kostenlosen Iobit Uninstaller enthält.

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Der Alleskönner: PC-WELT Windows Cleaner

Das Tool PC-WELT Windows Cleaner liefert Ihnen unter einer Oberfläche zehn Aufräum-Tools, die Notebook wie auch PC garantiert wieder fit machen. Das Tool-Paket läuft auch von einem USB-Stick. Mit dabei ist natürlich der Ccleaner. Weiterhin gibt es unter anderem die Tools Defraggler, Iobit Uninstaller, Slimcomputer und Wash and Go. Eine ausführliche Anleitung zum PC-WELT Windows Cleaner finden Sie hier .

Dateien ausmisten: So finden Sie doppelte Dateien

Die Freeware Double Killer spürt doppelte Dateien auf und löscht diese auf Wunsch. Dabei durchsucht das Tool nicht nur Ordner und Ihre Festplatte, sondern auch Netzwerklaufwerke. Sie können die Suche verfeinern und nach Name, Größe, Datum und Inhalt der Dateien suchen lassen.

Musikdateien & Co.:   Media Purge findet doppelte Musik- oder Filmdateien auf Ihrer Festplatte. Vor dem Löschen präsentiert es die Funde in einer Liste, die Sie kontrollieren können. Das ist meist sinnvoll, denn nicht alle doppelten Dateien will man löschen.

Freien Platz auf der Festplatte mehrfach überschreiben

Nachdem Sie nun alle überflüssigen Dateien und unerwünschten Spuren aus Windows und Programmen beseitigt haben, sollten Sie diese auch gründlich verschwinden lassen. Das erledigen Sie mit dem Tool Heidi Eraser . Es überschreibt den freien Platz auf der Festplatte mehrfach. Nur so sind gelöschte Daten wirklich sicher vernichtet. 

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