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Smartphone unter- oder übertakten - so geht's

04.07.2015 | 09:09 Uhr |

Overclocking ist bei PCs ein weit verbreitetes Vorgehen, um mehr Leistung zu erzielen. Bei Smartphones und Tablets war es bisher weniger üblich. Wir zeigen Ihnen, wie Sie vor allem aus älteren Geräten mehr Leistung herausholen.

Sie haben sicherlich auch noch ein älteres Smartphone oder Tablet in der Schublade liegen. Die Hardware ist eigentlich noch ganz in Ordnung, allerdings ist das Gerät recht langsam. Aktuelle Apps funktionieren nur noch sehr schleppend. An ein sinnvolles Arbeiten ist nicht mehr zu denken. In diesem Fall könnte das Übertakten des Prozessors die alte Hardware noch einmal reanimieren. Sicherlich wird sie damit nicht mehr so schnell wie die aktueller Geräte – aber vielleicht wird daraus noch ein passables Zweitgerät zum Surfen.

Wichtig!

Beim Übertakten von Hardware kann es immer zu Schäden kommen. Diese Anleitung beschreibt das Vorgehen. Behalten Sie immer die Temperatur Ihrer CPU im Blick. Arbeiten Sie immer nur in kleinen Schritten, und versuchen Sie nie, gleich das Maximum zu erzielen.

AndroidWelt übernimmt jedoch keine Gewähr für Ihre Hardware!

Wie funktioniert das Übertakten?

Beim Übertakten versuchen Sie, mittels höherer Taktraten oder mehr Spannung auf eine Komponente mehr Leistung zu erzielen. Bei einem Computer kann dies sowohl die CPU als auch die GPU oder der Arbeitsspeicher sein. Ein Smartphone oder Tablet bietet nicht ganz so viele Optionen. In diesem Fall konzentrieren sich die Bemühungen lediglich auf den Prozessor.

Jeder Hersteller hat seine Hardware für den Betrieb mit einer bestimmten Taktrate und einer vorgesehenen Spannung ausgelegt. Solange Sie diese mit den vorgeschriebenen Werten betreiben, garantiert Ihnen der Hersteller einen reibungslosen Betrieb. Bei den Grenzen hat der Hersteller auch eine lange Lebensdauer im Blick: Der Prozessor überhitzt nicht und nimmt keinen Schaden.

Die CPU eines Typs wird immer mit den gleichen Materialien und unter gleichen Bedingungen gefertigt. Trotz allem kann es zu leichten Schwankungen in der Leistung kommen. Aus diesem Grund haben die meisten CPUs noch gewisse Leis­tungsreserven, die allerdings nie abgerufen werden. An dieser Stelle setzt das Overclocking an.

Gründe für und gegen das Übertakten

Bevor Sie mit den Vorbereitungen beginnen, sollten Sie noch einmal kurz innehalten und sich die Frage stellen, warum Sie Ihr Smartphone oder Tablet übertakten möchten. Sie laufen nämlich Gefahr, die Garantie zu verlieren, sobald Sie Ihr Endgerät rooten und die bestehende Firmware verändern. Sollte während des Aufspielens eines Custom-ROMs ein Problem auftreten, kann Ihr Endgerät ebenfalls einen Zustand erreichen, der nicht mehr umkehrbar ist.

Falls Sie mit dem Übertakten jedoch versuchen, ein älteres Gerät ohne bestehende Garantie zu neuem Leben zu erwecken, hält sich das Risiko in kalkulierbaren Grenzen. Der Nutzen überwiegt in diesem Fall deutlich, denn durch das Übertakten können Sie eine spürbar bessere Performance erzielen. Wie Sie dies in letzter Konsequenz messen, erfahren Sie ebenfalls in diesem Workshop.

Ein weiterer positiver Effekt kann eine längere Akkulaufzeit sein. Dies scheint auf den ersten Blick unlogisch, denn mehr Leistung impliziert in der Regel automatisch einen höheren Akkuverbrauch. Beim Undervolting reduzieren Sie jedoch die Spannung Ihrer CPU. Dies führt zu einer geringeren Wärmeentwicklung, zu mehr Stabilität Ihres Systems und oftmals auch zu einer längeren Akkulaufzeit.

Voraussetzungen unter Android

Damit das Übertakten und das Undervolting Ihrer CPU unter Android funktionieren, müssen Ihr Betriebssystem und Ihr Endgerät eine Reihe von Voraussetzungen erfüllen. Als Erstes benötigen Sie ein gerootetes Endgerät, damit die später eingesetzten Apps die Leistungsparameter der CPU verändern können. Eine Anleitung dazu finden Sie unter hier . Darüber hinaus muss Ihr Endgerät auch ein Custom Recovery Image verwenden. Die bekanntesten Vertreter sind Clockworkmod und TWRP (Team Win Recovery Projects). Sollten Sie bereits ein gerootetes Smartphone besitzen, haben Sie mit großer Wahrscheinlichkeit auch bereits ein Custom Recovery Image installiert. Wenn Sie sich nicht ganz sicher sind, booten Sie Ihr Smartphone oder Tablet einfach in den Recovery Mode. Dies ist abhängig vom Gerät beim Neustart mit einer bestimmten Tastenkombination möglich. Oftmals wird der Ein-/Ausschalter sowie eine der Lautstärketasten zusammen gedrückt. Die passende Tastenkombination finden Sie im Internet.

Pfiffige Tipps und Tricks für Smartphones

Das passende Custom-ROM

Damit Sie Ihr Endgerät übertakten können, ist zusätzlich der passende Kernel notwendig. Im Standard sehen die Hersteller des Kernels eine solche Aktion nicht vor. Viele Custom-ROMs, wie etwa Cyanogenmod erlauben es Ihnen, Ihre CPU zu übertakten. Eine gute Anlaufstelle für diese Fragen ist das Forum XDA-Developers . In diesem finden Sie zu den meisten gängigen Endgeräten entsprechende Empfehlungen, welches Custom-ROM Sie zum Übertakten am besten nutzen. Mehr dazu auch unter in diesem und diesem Artikel .

Auf der Website von XDA-Developers finden Sie für sehr viele Smartphones und Tablets Tipps zum Übertakten und Hinweise auf passende Kernels.
Vergrößern Auf der Website von XDA-Developers finden Sie für sehr viele Smartphones und Tablets Tipps zum Übertakten und Hinweise auf passende Kernels.

Bevor Sie ein Custom-ROM installieren, sollten Sie noch ein komplettes Backup Ihres Smartphones oder Tablets machen. Nutzen Sie an dieser Stelle am besten die Funktion Ihres Custom Recovery Images, und fertigen Sie mittels „Nan­droid Backup“ eine Datensicherung an.

Anschließend installieren Sie Ihr Custom-ROM samt Google Apps. Bei diesem Vorgang müssen Sie den Speicher Ihres Smartphones der Tablets komplett löschen, und alle Daten gehen verloren. Fertigen Sie deswegen von allen Bildern und wichtigen Informationen ein Backup an. Das Nandroid-Backup hilft Ihnen an dieser Stelle nicht weiter, da es nur eine komplette Rücksicherung zulässt.

Mehr Informationen über Ihre CPU

Bevor Sie mit dem eigentlichen Übertakten beginnen, sollten Sie eine Bestandsaufnahme machen. Sie benötigen immer einen Vergleichswert, um zu sehen, ob Ihre Aktionen überhaupt den gewünschten Erfolg gebracht haben. Eine App, die sich vor allem auch auf dem PC-Bereich einen entsprechenden Namen gemacht hat, ist „CPU-Z“. Mit dieser lesen Sie die aktuellen Leistungswerte Ihrer CPU im Standard-Betrieb aus.

Die App „CPU-Z“ liefert Ihnen passende Informationen zu Ihrer CPU, aber auch zur aktuellen Temperatur des Akkus.
Vergrößern Die App „CPU-Z“ liefert Ihnen passende Informationen zu Ihrer CPU, aber auch zur aktuellen Temperatur des Akkus.

Die relevanten Informationen über die CPU finden Sie auf der Registerkarte „SOC“. Diese gibt Auskunft über die CPU, deren Architektur und bestimmte charakteristische Eigenschaften wie die Taktfrequenz der einzelnen Kerne.

Darüber hinaus ist auch noch die Temperatur der Batterie ein wichtiger Indikator. Steht diese zur Verfügung, finden Sie den entsprechenden Wert auf der Registerkarte „Battery“.

Behalten Sie diese im späteren Testbetrieb immer im Auge – eine zu hohe Temperatur kann schnell zu Beschädigungen Ihres kompletten Geräts führen. Nachdem Sie genügend Informationen über Ihre CPU gesammelt haben, können Sie sich an das schrittweise Übertakten machen.

Prozessor mit Set CPU übertakten

Eine interessante und leistungsstarke App zum Übertakten Ihres Prozessors ist die kostenpflichtige App „Set CPU“. Wenn Sie diese zum ersten Mal starten, fragt „Set CPU“ nach den entsprechenden Root-Rechten. Weisen Sie diese über die entsprechende App wie „Super SU“ Ihrer Anwendung zu.

Die wesentliche Arbeit des Übertaktens findet anschließend auf der Registerkarte „Main“ statt. Sie sehen im oberen Teil des Fensters die aktuelle Taktfrequenz der CPU sowie die Festlegungen für die Grenzwerte der Taktfrequenz. Diese stellen Sie mithilfe von zwei Reglern nach Ihren eigenen Bedürfnissen ein. Zusätzlich gibt es noch ein Kontrollkästchen, mit dem Sie die Werte beim Start Ihres Smartphones oder Tablets automatisch wieder laden.

In der Übersicht „Main“ legen Sie den Bereich der Taktfrequenz fest. Dies kann auch automatisiert beim Booten des Geräts erfolgen.
Vergrößern In der Übersicht „Main“ legen Sie den Bereich der Taktfrequenz fest. Dies kann auch automatisiert beim Booten des Geräts erfolgen.

Innerhalb des Menüs „Profiles“ können Sie bestimmte Regeln hinterlegen. Abhängig von einem Ereignis lässt sich zudem ein Leistungsprofil für Ihre CPU definieren. Die Abarbeitung der Regeln und Profile erfolgt anschließend von oben nach unten. Wird ein Profil gefunden, dessen Bedingung erfüllt ist, wird dieses angewendet und die weitere Analyse beendet.

Sie können verschiedene Profile festlegen und diese mit einem auslösenden Ereignis verknüpfen.
Vergrößern Sie können verschiedene Profile festlegen und diese mit einem auslösenden Ereignis verknüpfen.

Sie können jederzeit neue Profile anlegen. Klicken Sie dazu auf das Pluszeichen, und geben Sie im ersten Schritt die Eintrittsbedingung an. Wenn die Leistung Ihres Akkus beispielswese unter 15 Prozent fällt, dann soll die maximale Taktfrequenz Ihrer CPU noch 950 MHz sein.

Für die Umsetzung wählen Sie aus der Liste der Bedingungen die Rubrik „Battery Level“ aus und wählen auf dem Slider die 15 Prozent als Wert aus. Gehen Sie anschließend mit der Schaltfläche „Next“ weiter, und hinterlegen Sie die Aktion. Legen Sie zum Abschluss die Priorität dieses Profils fest. Dies ist entscheidend für die Abarbeitungsreihenfolge: Je höher diese ist, desto wahrscheinlicher kommt die Regel zur Ausführung. Am Ende sehen Sie alle vorhandenen Regeln in der Ansicht „Profiles“.

Abhängig vom verwendeten Kernel gibt es auch noch einen Menüpunkt „Voltage“. In diesem sehen Sie alle zur Verfügung stehenden Taktfrequenzen Ihres Prozessors und die möglichen Spannungen. Im Normalfall sind diese höher als für den Betrieb des Prozessors notwendig. Wenn Sie die Spannung für eine bestimmte Taktfrequenz verändern möchten, dann tippen Sie den entsprechenden Takt an. Passen Sie diesen auf die gewünschte neue Frequenz an, und bestätigen Sie die Änderung mit Hilfe der „Apply“-Schaltfläche.

Smartphone-Tuning für längere Akkulaufzeiten

Alternative App: CPU Tuner

Einen vergleichbaren Leistungsumfang mit einer deutschsprachigen Oberfläche bietet Ihnen die App „CPU Tuner“. Auf der Übersichtsseite „Aktuell“ stellen Sie mittels zweier Regler die minimale und maximale Frequenz Ihres Prozessors ein.

Innerhalb „CPU Tuner“ können Sie zusätzlich noch „Profile“ und „Auslöser“ definieren. Damit lässt sich der Situation entsprechend entweder manuell oder automatisch über ein Ereignis die richtige Leistung abrufen.

Die Oberfläche des „CPU Tuners“ ist komplett deutschsprachig. Auf dem Hauptbildschirm legen Sie den Frequenzbereich Ihrer CPU fest.
Vergrößern Die Oberfläche des „CPU Tuners“ ist komplett deutschsprachig. Auf dem Hauptbildschirm legen Sie den Frequenzbereich Ihrer CPU fest.

Im Standard sind bereits vier Profile vorhanden, die Sie jederzeit durch Anklicken verändern können. In diesen ist nicht nur das Frequenzband der CPU festgelegt. Sie können auch gewisse Komponenten Ihres Smartphones oder Tablets, etwa WLAN oder Bluetooth, automatisch aktivieren oder deaktivieren.

Sie haben die Möglichkeit, innerhalb des „CPU Tuners“ verschiedene Profile zu setzen.
Vergrößern Sie haben die Möglichkeit, innerhalb des „CPU Tuners“ verschiedene Profile zu setzen.

Interessant wird es, wenn Sie anschließend den Auslöser definieren. Mit diesem legen Sie fest, wann ein bestimmtes Profil aufgerufen werden soll. Dabei stehen Ihnen verschiedene Events wie Batteriebetrieb, „Schirm gesperrt“ oder „Schirm aus“ zur Verfügung.

In den Statistiken sehen Sie, wie viele Übergänge Ihr Endgerät automatisch zwischen den verschiedenen Frequenzen gemacht hat. Damit ist es Ihnen auch leichter möglich, das passende Frequenzband festzulegen und zu prüfen, ob sich Ihr Gerät eher im oberen oder im unteren Leistungsspektrum bewegt hat.

Stabilität des Systems testen

Führen Sie immer nur eine Änderung auf einmal durch. Passen Sie entweder die Spannung oder die Taktfrequenz an. Nur so können Sie im Nachhinein feststellen, welcher Parameter funktioniert und welcher zu einer möglichen Instabilität geführt hat. Booten Sie nach jeder Anpassung Ihr Smartphone oder Tablet neu, rufen Sie verschiedene Apps auf, und probieren Sie, ob diese noch funktionieren. Wenn dies geklappt hat, führen Sie als Nächstes einen Belastungstest durch. Dies ist eine App, welche den Prozessor durch Aktionen besonders in Anspruch nimmt. Gerade in Grenzbereichen zeigt es sich, ob Ihr Endgerät mit den gegebenen Einstellungen noch stabil funktioniert.

Innerhalb der App „Set CPU“ finden Sie beispielsweise unter „Info“ eine Funktion „Stress Test“. Wenn Sie diese aufrufen, werden im Hintergrund verschiedene Aktionen ausgeführt. Nach einer gewissen Zeit meldet sich Ihr Endgerät mit einer Statusmeldung zurück und zeigt an, ob die Aktionen durchgeführt werden konnten. War dies möglich, wird zusätzlich die Ausführungszeit angezeigt.

Prüfen Sie nach jeder Veränderung die Stabilität Ihres Systems, beispielsweise mit der Funktion innerhalb von „Set CPU“.
Vergrößern Prüfen Sie nach jeder Veränderung die Stabilität Ihres Systems, beispielsweise mit der Funktion innerhalb von „Set CPU“.

Alternativ dazu liefert auch der Benchmark „Antutu“ eine Funktion zum Testen der Systemstabilität mit. Diese läuft mehrere Minuten und zeigt im Vordergrund lediglich einen Zähler an. Am Ende sehen Sie eine grüne und eine gelbe Verlaufskurve. Die grüne zeigt die Stabilität Ihres Systems über die Zeit an. Je größer die Ausschläge sind, desto mehr Stabilitätsschwankungen sind mit Ihren aktuellen Einstellungen zu erwarten.

Etwas umfangreicher sind die Stabilitätstests von „Antutu“. Als Ergebnis erhalten Sie eine Stabilitätsgrafik.
Vergrößern Etwas umfangreicher sind die Stabilitätstests von „Antutu“. Als Ergebnis erhalten Sie eine Stabilitätsgrafik.

Die untere gelbe Kurve zeigt den korrespondierenden Temperaturverlauf während des Tests. An dieser Stelle sehen Sie also, ob durch den eingestellten Takt eine zu hohe Temperatur entsteht.

Vergleich über Benchmark

Nachdem Ihr System stabil läuft, ist es natürlich noch wichtig zu sehen, ob die Änderungen auch den erwarteten Leistungsgewinn gebracht haben. Dies ermitteln Sie recht einfach über ein Benchmark-Programm. Dieses führt eine bestimmte Anzahl von Aktionen aus und liefert Ihnen einen Zeit- oder Punktwert zurück. Vergleichen Sie diese Werte von vor und nach der Anpassung, um zu sehen, ob sich etwas verändert hat.

Führen Sie nach der Veränderung der Taktfrequenz verschiedene Leistungsprüfungen durch, um die Veränderung zu messen.
Vergrößern Führen Sie nach der Veränderung der Taktfrequenz verschiedene Leistungsprüfungen durch, um die Veränderung zu messen.

Die App „Set CPU“ liefert zwei dieser Leis­tungsberichte frei Haus mit. Sie finden diese im Menü „Info“ unter den Namen „Integer Bench“ und „Floating Point Bench“. Alternativ dazu gibt es auch komplett separate Benchmark-Apps wie den „Antutu Benchmark“. In diesem gibt es insgesamt vier Leistungstests, die Sie einzeln aufrufen können: HTML5, Video, Batterie und Stabilität. Jeder dieser Tests führt eine Reihe von Simulationen aus und liefert Ihnen zum Abschluss eine Übersicht mit den erreichten Punktzahlen der Einzeltests und einem Gesamtergebnis. Damit sehen Sie nach jeder Anpassung, wie sich diese auf die verschiedenen Rubriken ausgewirkt hat.

Laufzeit erhöhen durch Undervolting

Bei der App „Set CPU“ sind wir bereits kurz auf das Thema „Untervolting“ eingegangen, womit Sie bewusst die Stromaufnahme für Ihre CPU drosseln, um eine längere Akkulaufzeit zu erreichen. Dafür stehen Ihnen im gerooteten Zustand auch einige weitere Apps zur Verfügung. Besonders interessant aus Sicht der Redaktion ist die App „Voltage Control“. Diese erlaubt es Ihnen ebenfalls, neben den Taktfrequenzen des Prozessors die anliegende Spannung zu verändern. Dazu steht Ihnen die Ansicht „Voltages“ zur Verfügung. Wählen Sie dabei die entsprechende Taktfrequenz aus, und passen Sie per Schieberegler den Spannungswert nach unten an. Starten Sie auch an dieser Stelle Ihr Tablet neu, und prüfen Sie mit den bereits vorgestellten Methoden die Stabilität Ihres Endgeräts. Läuft dieses zufriedenstellend, können Sie zusätzlich über einen Batterie-Benchmark prüfen, ob sich Ihre Änderungen positiv auf die Laufzeit ausgewirkt haben. Ein entsprechender Test steht Ihnen mit dem „Antutu Tester“ zur Verfügung. Bei den Auswertungen müssen Sie allerdings Geduld mitbringen, denn der komplette Test dauert an die fünf Stunden.

Mit „Antutu Tes­ter“ überprüfen Sie, ob sich die Laufzeit des Akkus verändert hat. Der Test kann bis zu fünf Stunden dauern.
Vergrößern Mit „Antutu Tes­ter“ überprüfen Sie, ob sich die Laufzeit des Akkus verändert hat. Der Test kann bis zu fünf Stunden dauern.

Fazit

Das Übertakten eines Smartphones oder Tablets ist dank der vorhandenen Apps denkbar einfach. Sobald Sie die Vorarbeiten geleistet haben und Ihr gerootes Endgerät mit dem alternativen Kernel in Betrieb ist, können Sie sich aufs Übertakten konzentrieren. Gehen Sie dabei immer in kleinen Schritten vor – dies gewährleistet zum einen die Stabilität des Systems und mindert zum anderen das Restrisiko für einen Totalausfall. Behalten Sie jedoch immer die Temperatur Ihres Systems im Blick, und führen Sie zusätzlich nach jeder Erhöhung der Taktrate einen neuen Stabilitätstest durch. Damit ersparen Sie sich ein instabiles Endgerät und können den zusätzlichen Leistungsschub ohne Einschränkung genießen.

Nicht alle Kernels lassen auch ein Untervolting zu. Ist dies jedoch verfügbar, können Sie durch die Reduzierung der anliegenden Spannung die Akkulaufzeit erhöhen und eventuell auch für mehr Stabilität sorgen.

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