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Android-Smartphone als Auto-Navi einrichten

27.06.2015 | 08:45 Uhr |

Ihr Smartphone kann fast alles – auch navigieren! Oft sogar genauso gut wie ein echter Wegweiser. Wir sagen Ihnen, wie die Routenführung im Auto funktioniert und welches Zubehör Sie benötigen.

Verwenden Sie das Smartphone als Navigationssystem, so hat das gleich mehrere Vorteile: Sie nutzen ein Gerät, das Sie sowieso immer dabei haben; die Navi-Software (Apps) ist meistens kos­tenlos und das Kartenmaterial stets auf dem neuesten Stand. Außerdem gibt es in allen Preisklassen Smartphones mit integriertem GPS.

Smartphone-Voraussetzung

Damit Sie Ihr Smartphone als Navigationsgerät nutzen können, muss es über GPS (Global Positioning System) verfügen. Nur so bestimmt es auf etwa 5 Meter genau Ihren aktuellen Standort. GPS aktivieren Sie in den Android-Einstellungen unter „Standort“. Über den Punkt „Modus“ stellen Sie die Genauigkeit der Standortermittlung ein – eine hohe Genauigkeit via GPS, Mobilfunk und WLAN verbraucht allerdings weitaus mehr Akku als eine Ortung nur über GPS.

In den Android-Einstellungen legen Sie unter „Standort > Modus“ die Genauigkeit der Ortung fest – je genauer, desto höher der Stromverbrauch.
Vergrößern In den Android-Einstellungen legen Sie unter „Standort > Modus“ die Genauigkeit der Ortung fest – je genauer, desto höher der Stromverbrauch.

Online- und Offline-Navigation

Smartphone-Navigation funktioniert grundlegend auf zwei unterschiedliche Weisen: online und offline.

Online-Lösung: Bei der Online-Variante liegt das Kartenmaterial auf den Servern des Anbieters – ein klassisches Beispiel dafür ist Google Maps . Karten, Routenführung sowie weitere Daten bezieht die Anwendung über eine aktive Internetverbindung. Vorteil und Nachteil liegen klar auf der Hand: Sie belas­ten nicht den Speicher des Handys. Allerdings muss das Internet stets aktiviert sein, was im Ausland zu erheblichen Kosten führen kann.

Offline-Lösung: Bei dieser Variante installiert die Navi-App das Kartenmaterial im Handy-Speicher oder auf der SD-Karte. Die Ausnahme: Livedaten wie Stau- und Radarwarnungen sowie Infos zu aktuellen Benzinpreisen. Mit der Offline-Lösung ist auch das Offline-Navigieren möglich, was besonders im Ausland wegen der hohen Roaming-Gebühren von Vorteil ist. Allerdings sind Offline-Navi-Apps oft recht teuer. Eine gute kostenfreie App ist Nokia HERE Maps . Doch dazu später mehr.

Navigation mit kostenlosen Wanderkarten

Navigieren mit Google Maps

Google Maps ist bereits auf fast jedem Android-Smartphone vorinstalliert – Sie können also sofort loslegen, sofern Sie eine aktive Internetverbindung haben. Aktivieren Sie zunächst die „Standorte“ in den Einstellungen, und öffnen Sie dann Google Maps. Auf der Karte wird nun Ihre Position angezeigt, die Google Maps zunächst immer als Startpunkt festlegt. Tippen Sie auf die Suchleiste, und geben Sie die Zieladresse ein. Alternativ können Sie auch nach dem Namen eines Hotels, Restaurants oder Geschäfts suchen. Zeigt Google Maps nun den Zielpunkt auf der Karte an, tippen Sie unten rechts auf das blaue Symbol. Hier können Sie als Startpunkt entweder „Mein Standort“ stehen lassen oder selbst eine Startadresse eingeben. Über die Fahrzeugsymbole in der obersten Zeile der Ansicht wählen Sie Ihr Transportmittel aus – in diesem Fall das „Auto“. Google Maps schlägt Ihnen mehrere Routen-Optionen mit berechneter Wegstrecke sowie voraussichtlicher Fahrtdauer vor, welche der Verkehrslage angepasst ist. Tippen Sie einen Vorschlag an, so wird die entsprechende Route auf der Karte blau markiert. Die alternativen Strecken werden in Grau dargestellt; Sie können sie durch Antippen auswählen. Sollte Ihnen die Route zusagen, tippen Sie auf das Navi-Symbol, wodurch die Routenführung mit Sprachansage beginnt.

Google Maps arbeitet schnell und präzise, allerdings nur mit aktiver Internetverbindung – nur fehlt eine Geschwindigkeitsanzeige.
Vergrößern Google Maps arbeitet schnell und präzise, allerdings nur mit aktiver Internetverbindung – nur fehlt eine Geschwindigkeitsanzeige.

Übrigens merkt Google Maps sich Ihre Suchanfragen. Tippen Sie beim nächsten Mal erneut auf die Suchleiste, zeigt Ihnen Google Maps die letzten Ziele an. Über „Mehr aus meinem Verlauf“ finden Sie alle Ergebnisse. In der Suchansicht können Sie auch direkt Tankstellen, Autowaschanlagen oder Geldautomaten auswählen, die dann auf der Karte angezeigt werden.

Navigieren mit Nokia HERE Maps

Während Sie Google Maps nur mit Internetanbindung zur Navigation nutzen können, klappt die Routenführung mit HERE Maps auch offline.

Tippen Sie in der App oben links auf den Menü-Button, oder wischen Sie vom linken Bildschirmrand zur Mitte, um die Einstellungen zu öffnen. Tippen Sie auf „Karten herunterladen“, danach auf „Neue herunterladen“. Wählen Sie den Kontinent aus, auf dem Sie navigieren wollen. Anschließend können Sie das gesamte Kartenmaterial oder nur das für ein einzelnes Land herunterladen.

Nokia HERE Maps bietet sein gesamtes Kartenmaterial zum Download an, damit Sie auch im Ausland offline navigieren können. Die Navi-App kommt einer echten Navi-Software sehr nah.
Vergrößern Nokia HERE Maps bietet sein gesamtes Kartenmaterial zum Download an, damit Sie auch im Ausland offline navigieren können. Die Navi-App kommt einer echten Navi-Software sehr nah.

Tippen Sie in der normalen Kartenansicht auf die Suchleiste, um ein Ziel einzugeben. Wählen Sie aus den Ergebnissen das richtige aus. Auf der Karte wird Ihnen das Ziel visuell dargestellt; tippen Sie auf das Navi-Symbol unten rechts, dann können Sie Ihr Transportmittel wählen – entweder Sie fah­ren mit dem Auto oder nehmen Bus und Bahn, oder Ihre eigenen Beine tragen Sie zum Zielpunkt. Über das Zahnrad-Symbol oben rechts legen Sie Routenoptionen fest – so vermeiden Sie beispielsweise Mautstrecken oder unbefestigte Straßen. Tippen Sie unter der Auto-Auswahl auf „Weitere Routen“, so zeigt Ihnen die App alternative Strecken an. Wählen Sie anschließend das Auto als Transportmittel aus, und tippen Sie auf „Start“. Die App zeigt stets die aktuelle Geschwindigkeit sowie die Ankunftszeit an. Über eine Internetverbindung könnte HERE Maps auch aktuelle Verkehrsmeldungen anzeigen.

Übrigens: Unter „Einstellungen > Navigationsstimme“ können Sie Sprachdateien verwalten.

Kfz-Zubehör für Smartphones

Nutzen Sie das Smartphone als Navi im Auto, müssen Sie es unbedingt in einer aktiven Halterung befestigen. So haben Sie zum einen den bes­ten Blick auf die Route, zum anderen ist es sicher. Denn halten Sie das Smartphone während der Fahrt in der Hand und bedienen es, drohen Ihnen ein Bußgeld sowie ein Punkt in Flensburg.

Universal-Halterungen von Drittanbietern kosten nicht viel und sind für zahlreiche Geräte geeignet – aber achten Sie auf die maximale Breite!
Vergrößern Universal-Halterungen von Drittanbietern kosten nicht viel und sind für zahlreiche Geräte geeignet – aber achten Sie auf die maximale Breite!
© Wicket

Online-Shops wie Amazon listen eine große Anzahl von Kfz-Halterungen für Smartphones auf, etwa von Wicket Chili oder Mumbi, die zwischen 10 und 20 Euro kosten. Achten Sie bei einer Universalhalterung auf die maximal einzustellende Breite, damit Ihr Smartphone auch passt.

Für bekannte und verbreitete Handys gibt es passgenaue Halterungen von Drittanbietern, die zwischen 10 und 25 Euro kosten. Suchen Sie im Internet oder in Online-Shops nach „[Produktname] Kfz-Halterung“. Original-Halterungen des Smartphone-Herstellers sind übrigens mit bis zu 70 Euro deutlich teurer.

Eine aktive Navi-Software saugt schnell den Akku Ihres Smartphones leer. Ein Kfz-Ladekabel lädt Ihr Smartphone über den Zigarettenanzünder auf. Es gibt sie ab 7 Euro von Wicked Chili oder Smart-Planet. Auch hier kosten originale Ladekabel knapp doppelt so viel.

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