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Smartphone-Kameras - darauf kommt es beim Kauf an

05.07.2014 | 08:33 Uhr |

Eine Kamera für Aufnahmen ist bei Smartphones Standard. Doch beim Filmen gibt es unterschiede in Puncto Auflösung, Aufnahmekomfort und Videoqualität.

Die Qualitätsansprüche an das Bild und den Ton in Online-Portalen steigen und so finden sich immer mehr Youtube-Videos in HD (1280 × 720 Pixel, 720p) und Full-HD (1920 × 1080 Pixel, 1080p) mit Stereo-Sound. Mittlerweile unterstützt Youtube auch 4K-Videos mit einer deutlich höheren physikalischen Auflösung von 4096 x 2304 Pixel (4K). Die veralteten Auflösungen ab 240p stehen auch weiterhin zur Auswahl. Videos, die in 1080p-Full-HD vorliegen, lassen sich über das Ausklappmenü des Youtube-Players am PC in maximaler Auflösung abspielen – bei Smartphones und Tablets klappt das nur, wenn die entsprechende Auflösung vom Wiedergabegerät auch unterstützt wird. Anderenfalls erfolgt die Wiedergabe in entsprechend niedriger Auflösung. Youtube passt beim Abspielen eines Clips die Auflösung an die Internetverbindung an. Deshalb kann die Qualität von Filmen variieren, je nachdem, welche Internetverbindung Sie nutzen.

Smartphone-Kameras

Die Hersteller von Smartphones packen von Modell- zu Modellgeneration immer mehr Megapixel drauf. In Full-HD aufnehmen lassen sich Videos mit jedem Smartphone, das in 1920 × 1080 Pixel filmen kann – und das ist vor allem bei den Top-Modellen der Fall. Geht man rein nach der Megapixel-Anzahl, so gibt es bei der Auflösung der Handykameras mit 5, 10, 13 und sogar 41 Megapixel eine beachtlich große Bandbreite. Allerdings optimieren und bewerben die Hersteller ihre Bildsensoren in erster Linie für die Aufnahme von Fotos – nach Detailinfos zur Auflösung beim Filmen muss man oft suchen. Wie bei den Kompaktkameras darf man sich von den reinen Megapixel-Werten auch am Handy nicht blenden lassen. Sie suggerieren zwar eine hohe Bildqualität, doch ein Teil der Pixel-Informationen wird auf Basis von Interpolation errechnet. Außerdem filmt nicht jedes Smartphone, das beste Bilder schießt, auch hervorragende Videos in Full-HD.

Die physikalische Auflösung der Kamera im Galaxy Note 3 von Samsung beträgt 13 Megapixel. Die Kamera im HTC One arbeitet mit nur vier Megapixeln, schlägt sich bei Videos jedoch recht gut.
Vergrößern Die physikalische Auflösung der Kamera im Galaxy Note 3 von Samsung beträgt 13 Megapixel. Die Kamera im HTC One arbeitet mit nur vier Megapixeln, schlägt sich bei Videos jedoch recht gut.
© Samsung / HTC

Stand der Technik sind Smartphones mit 1080p-Videoaufnahme in Full HD und einer Auflösung von 1920 × 1080 Pixel, etwa das Galaxy 4/Note 3, Sony Xperia Z, Nokia Lumia 925 und iPhone 5/s/c. Der Vorteil einer über 1920 × 1080 Pixel hinausgehenden Fotosensorauflösung kommt bei Videos nicht zum Tragen und ist daher irrelevant. Stattdessen kommt es beim Filmen auf die weitere Ausstattung an: Optische Bildstabilisierung, lichtempfindlicher Sensor, der gute Bilder auch bei schlechtem Licht einfängt, präzises Nachfokussieren und leicht nutzbare, schnelle Kamera-App. Das Gesamtpaket der Videoeigenschaften muss optimal aufeinander abgestimmt sein.

Nützliche Foto-Apps für Smartphones

Videos bei schlechtem Licht

Unter optimalen Lichtbedingungen und bei ruhiger Haltung nehmen sich die Top-Modelle der Hersteller bei der Videoaufnahme nicht viel. Anders sieht es jedoch bei schlechtem Licht aus: Unter widrigen Lichtverhältnissen aufgenommene Clips – etwa aus dem HTC One oder iPhone 5c – sehen um einiges besser aus als eine Vergleichsaufnahme mit dem Galaxy Note 3. Wie gut sich eine Handykamera beim Filmen bei Kerzenlicht, im Halbdunkel oder bei Zimmerbeleuchtung schlägt (Low-light-Performance), hängt aber nicht nur vom Kamerasensor ab, sondern auch von der Elektronik und der Kamera-App-Software, mit der die aufgenommenen Filme verarbeitet werden.

Ein optischer Bildstabilisator trägt zu besseren Videoaufnahmen bei. Das HTC One, das Nokia Lumia 920/925 und das LG G2 verfügen über einen optischen Bildstabilisator, der vor allem bei ungünstigen Lichtverhältnissen die Gefahr verwackelter Videos reduziert. Er richtet die Linse automatisch so aus, das Verwackler zumindest teilweise kompensiert werden. Eine optische Stabilisierung arbeitet um einiges besser als ein Software-basierter Bildstabilisator. Nokia wirbt damit, dass im Stabilisator des Lumia 920 und 925 nicht nur eines der Linsenelemente Bewegungen des Benutzers entgegenwirkt – wie beim iPhone 5s –, sondern die gesamte Linseneinheit. Dadurch soll das Bild besonders ruhig wirken – das können wir im Praxistest mit einem Lumia 925 bestätigen. Unterschiede bei Videoaufnahmen gibt es auch bei der Fokussier- und Nachfokussiergeschwindigkeit. Wünschenswert ist eine schnelle Anpassung des Schärfepunkts bei Motivänderungen. Anderenfalls wird ein manuelles Nachjustieren der Schärfe durch Antippen eines Motivbereichs nötig (Touch-to-Focus).

Samsung hat der Video- App im Galaxy Note 3 zig Einstellmöglichkeiten spendiert – das macht die Handhabung kompliziert.
Vergrößern Samsung hat der Video- App im Galaxy Note 3 zig Einstellmöglichkeiten spendiert – das macht die Handhabung kompliziert.

Video-Apps

Wesentlich für den Komfort beim Filmen und damit auch für die Videoeigenschaften eines Smartphones ist die mitgelieferte Kamera-App. Sie muss fl ott starten, leicht zugängliche Einstellmöglichkeiten bieten und einen schnellen Wechsel zwischen Foto- und Filmaufnahmen ermöglichen. In diesem Punkt sind die Unterschiede insbesondere bei den Android-Smartphones größer, als man vermuten würde. Mit einer in der Praxis besonders gelungenen Kamera-App stattet HTC das Modell One aus: Die Software ist nach einem Tipper auf den Homescreen blitzschnell einsatzbereit, bietet eine einfache, klar gegliederte Bedienerführung und reagiert rasch auf Nutzeraktionen. Weniger gut gefällt die Kamera-App im Note 3: Zwar bietet sie viel mehr Funktionen als die schlanke HTC-App, allerdings ist die Gestaltung der Symbole, die Gliederung der Einstelloptionen und die gesamte Bedienung der App wenig eingängig. Dadurch verpasst man möglicherweise den entscheidenden Moment, weil man sich mehr mit der Kamera-App als mit dem Motiv oder der Szene beschäftigen muss.

O-Töne auffangen

Parallel zum Bild nimmt das Smartphone auch den Ton auf. Da ein Extra-Mikrofon am Handy meist ausscheidet, kommt es bei der Sound- Qualität auf das oder die eingebauten Mikrofone an. In dieser Disziplin schneiden die jeweiligen Handy-Top-Modelle nahezu durchweg besser ab als ihre Vorgänger oder einfachere Geräte. Sprache, Musik und Umgebungsgeräusche werden von aktuellen Geräten wie dem Galaxy S4, HTC One oder iPhone 5s gut bis sehr gut wiedergegeben. Stark dynamische Sound-Kulissen wie ein Stadion oder eine belebte Straßenszene überfordern aber die akustischen Möglichkeiten der Smartphone-Mikrofone.

Tipp: Speicherort für Smartphone-Fotos ändern

Zur Speicherplatzaufstockung gibt es in vielen Smartphones einen Einschub für eine bis zu 64 GB große Micro-SD-Karte.
Vergrößern Zur Speicherplatzaufstockung gibt es in vielen Smartphones einen Einschub für eine bis zu 64 GB große Micro-SD-Karte.
© Sandisk

Know-how - Micro-SD-Karten für Smartphones

Zwar sind manche Smartphone-Modelle ab Werk mit bis zu 64 GB Speicher bestückt, doch gerade beim Filmen kann man nie genug Speicherkapazität verfügbar haben. Für mehr Speicherplatz lässt sich daher je nach Handymodell eine Micro-SD-Karte mit bis zu 64 GB Extra-Speicher einsetzen. Mit 11 x 15 x 1,0 mm hat ein Micro-SD-Speichermedium gerade die Größe eines Fingernagels. Die derzeit maximal angebotene Speicherkapazität für Micro-SD-Karten liegt bei 64 GB – manche Mobiltelefone unterstützen jedoch nur Speicherkarten mit maximal 16 oder 32 GB Kapazität.

Beim Kauf einer Flash-Karte heißt es aufpassen, denn nicht jede Karte ist gleichermaßen geeignet. Es gibt nämlich nicht nur verschiedene Größen, sondern auch verschiedene Geschwindigkeitsklassen. Das spiegelt sich auch im Preis wider. Was das Tempo anbelangt, werden die Micro-SD-Karten analog zu großen SD-Speicherkarten in Klassen von 2 bis 10 eingeteilt: Eine Class-10-Karte lässt sich mit mindestens 10 MB/s beschreiben, die Klasse gibt also die minimale Datenrate beim Schreiben an. Im Unterschied zum Schreibtempo wird die Lesegeschwindigkeit aber nicht von der Einteilung in Klassen festgelegt. Normalerweise lesen Class-10-Karten mit 66-facher Geschwindigkeit, Class-6-Karten mit 40-facher Geschwindigkeit, Class-4-Karten mit 26-facher sowie Class-2-Karten mit 13-facher Geschwindigkeit. Eine Class-10-Karte ist Voraussetzung für Full-HD-Aufnahmen am Handy. Per Adapter können Sie eine Micro-SD-Karte übrigens auf die Größe einer SD-Karte bringen, die dann beispielsweise in ein Kartenlesegerät am PC oder in einen SD-Slot am Notebook passt.

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