15.11.2011, 12:33

Friedrich Stiemer

Technik(r)evolution

Smartphones - das kommt 2012

Smartphones wie das kommende Samsung Galaxy Nexus verfügen schon über einen HD-Bildschirm, welcher also in 1280 x 720 Pixel auf einer Diagonale von 4,65 Zoll auflöst. Dabei werden so viele Bildpunkte auf einen Zoll gelegt, dass es sogar dem menschlichen Auge nicht mehr möglich ist, einzelne Pixel zu erkennen. Auf diese Weise soll eine möglichst fotorealistische Darstellung der Inhalte an den Mann gebracht werden. Diese HD-Auflösung für Smartphone-Screens soll 2012 zum Standard werden.
Vier Kerne für mehr Leistung
Doch um Filme oder Grafiken optimal darstellen zu können, ist auch eine entsprechende Leistung erforderlich. Hier sollen ab 2012 Vier-Kern-Prozessoren das Ruder übernehmen und die derzeitig vorherrschenden Zwei-Kern-Prozessoren ablösen. Erst vor kurzem hat Nvidia den neuen Tegra 3 Prozessor für mobile Endgeräte vorgestellt. Dieser soll mit einer maximalen Prozessorleistung von 1,3 GHz pro Kern ordentlich für Power sorgen und mit einem zusätzlichen fünften Kern sogar noch Energie sparen. Denn der fünfte Chip leistet maximal 500 MHz und wird für wenig aufwändige Aufgaben genutzt, während die Hochleistungsprozessoren abgeschaltet sind. Gegenüber dem Vorgänger Tegra 2 soll diese Technik 61 Prozent mehr an Energie einsparen. Der Konkurrent Qualcomm schläft natürlich nicht und plant ebenfalls eine Quad-Core Snapdragon CPU mit Geschwindigkeiten von bis zu 2,5 GHz.
Auch in Sachen Grafik soll es einen großen Sprung geben, da in den CPUs auch eigene Grafikprozessoren verbaut sind. Was in heutigen PC-Spielen üblich ist, soll auch auf dem Smartphone selbstverständlich werden: Grafikberechnungen von dynamischen Schattenwürfen, Physik-Effekte und hochauflösende Texturen und Techniken wie Motion Blur.
Damit sollen mobile Games noch mehr Spaß machen und realistischer wirken. Die Quad-Core-CPUs sollen 2012 zum nächsten Standard in Sachen Smartphone-Prozessoren werden.
Near Field Communication – mit dem Handy bezahlen
Wenn es ums Bezahlen geht, so zückt man heutzutage seinen Geldbeutel und blättert seine Scheine hin – noch. Denn die Nahfunktechnik NFC (Near Field Communication) soll das ändern. Künftig soll nämlich das Smartphone die Zahlung erledigen, und zwar völlig drahtlos. Wie das funktionieren soll, erklären wir hier kurz.
Eine Antenne im Inneren des Smartphones sowie die entsprechende Software zur Verarbeitung der Daten sind die Voraussetzung. Damit der Austausch erfolgen kann, ist eine zweite Station mit einer NFC-Antenne nötig, welche die Daten empfängt und/oder sendet. Sind diese vorhanden, so kann man über eine Distanz von maximal 10 cm drahtlos funken. Sie bezahlen, indem sie ihr Smartphone vor das NFC-Terminal halten oder direkt auflegen. Diese Technik ähnelt sehr dem Übertragungsstandard Bluetooth. Doch NFC ist in der Datenübertragung weitaus sicherer als sein blauer Bruder, weswegen die Technik als Zahlungsmittel auch erst in Betracht gezogen wurde.
Der erste mobile Bezahldienst stammt von Google und heißt "Wallet". Da ist es nicht erstaunlich, dass Google auch eins der erstens Smartphones mit NFC-Standard auf den Markt brachte: das Samsung Galaxy Nexus. Doch nicht nur das richtige Handy schränkt den Nutzerkreis ein, sondern der Anwender muss derzeit auch noch eine Mastercard von der Citibank besitzen, um über Google Wallet bezahlen zu können. Möglich ist aber auch das "Aufladen" des NFC-Guthabens mit einer Prepaid-Karte von Google. Doch ein NFC-fähiges Gerät beschränkt sich nicht nur auf die bargeld- und drahtlose Bezahlung. So sollen auch Zutrittskontrollen, Ticketing und Streaming von Inhalten möglich sein, was das deutlich Spektrum erweitert. In Deutschland testet aktuell die Deutsche Bahn mit "Touch & Travel" auf bestimmten Strecken das Lösen des Tickets über NFC. Mittlerweile schließen sich aber immer mehr Banken, Handyhersteller und Mobilfunkanbieter zusammen, um an NFC-Lösungen zu arbeiten und eine Alternative zu Google zu bieten. Daher wird NFC wohl ebenfalls zum Standard in 2012.
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