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Slimroms - Die schlanke Alternative zu Cyanogenmod

16.05.2016 | 10:22 Uhr |

Slimroms bietet ein Custom-ROM, das sich auf das Wesentliche beschränkt und ohne unnötigen Ballast auskommt. Wir zeigen Ihnen, ob dies für den Tagesbetrieb reicht.

Viele ältere Geräte besitzen einen schwachen Prozessor und wenig Speicher . Dafür benötigen Sie ein möglichst schlankes Custom-ROM. Diese Lücke versucht Slimroms zu schließen. In der WLAN-Variante des aktuellen Nexus 7 kommt es mit rund 150 MB aus. Diese Leichtigkeit findet sich glücklicherweise nicht zwingend im Funktionsumfang wieder. Slimroms bietet sehr viele Funktionen, vor allem hinsichtlich Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit.

Benutzeroberfläche und Aussehen

Nach dem ersten Start, der übrigens erstaunlich schnell war, meldet sich das Endgerät mit einem sehr spartanischen Hintergrund und einer geschwungenen blauen Linie.

Der Lieferumfang der hauseigenen Anwendungen ist sehr überschaubar. Das Ziel ist ja auch ein schlankes Custom-ROM. Die drei mitgelieferten Apps sind ein IRC-Client zum Chatten, ein Dateimanager sowie eine Sammlung von Entwicklerwerkzeugen. Diese verbergen sich hinter der App „Dev Tools“. Darin haben Sie beispielsweise Zugriff auf die installierten Programmpakete oder auch eine technische Konfigurationsübersicht.

Sollten Sie die Anwendungen nicht benötigen, können Sie diese innerhalb des „Slimcenters“ deaktivieren. Auf der Registerkarte „Slimsizer“ finden Sie eine Übersicht aller installierten APKs.

Der Startbildschirm von Slimroms orientiert sich stark an Android Kitkat und ist sehr schlicht gehalten.
Vergrößern Der Startbildschirm von Slimroms orientiert sich stark an Android Kitkat und ist sehr schlicht gehalten.

Slimroms personalisieren

Sie müssen als Benutzer trotz des schlanken ROMs nicht auf Komfortfunktionen verzichten. Slimroms besitzt eine Reihe von Erweiterungen, vor allem aus dem Bereich „Navigation“. Diese finden Sie unter dem gleichnamigen Menüpunkt in den Einstellungen. Innerhalb des Menüs „Ein / Aus“ legen Sie fest, welche Punkte beim Drücken des Aus-Schalters sichtbar werden sollen. Das Menü lässt sich um eigene Apps oder auch für Android spezifische Funktionen erweitern. Diese stehen Ihnen anschließend per Knopfdruck zur Verfügung. In einem weiteren Menü können Sie die Funktion „The Real Dark Slim“ an- oder ausschalten. Dabei handelt es sich um ein Theme, das die Bildschirmfarben verdunkelt.

Als Launcher setzt Slimroms aktuell auf den „Slimlauncher“. Dieser verfügt über eine Reihe von interessanten Funktionen, unter anderem die Möglichkeit, Ihr Tablet oder Smartphone über Gesten zu steuern. Zur Verfügung stehen verschiedene Wischgesten sowie das klassische Zusammenund Auseinanderziehen von mehreren Fingern. Die entsprechenden Einstellungen rufen Sie über die Eigenschaften der Navigationsleiste auf.

Besitzt Ihr Smartphone einen Bewegungssensor, können Sie drei Shake-Events für die Steuerung nutzen.
Vergrößern Besitzt Ihr Smartphone einen Bewegungssensor, können Sie drei Shake-Events für die Steuerung nutzen.

Verschiedene Navigationsmöglichkeiten

Hinter dem Begriff „Slimpie“ verbirgt sich die Funktionalität des Navigationsrings. Dieser bietet Ihnen vom Sperrbildschirm, aber auch vom Startbildschirm aus Zugriff auf die konfigurierten Anwendungen und Funktionen. Er erscheint durch eine Wischgeste, die Sie vom linken Bildschirmrand aus starten. Der Ring ist in zwei Reihen aufgebaut.

Im inneren Teil des Rings befinden sich die drei Standardfunktionen der Navigationsleiste. Der äußere Ring steht im Wesentlichen für Ihre eigenen Anforderungen zur Verfügung und lässt sich mit Funktionen und Apps versehen.

Besitzt Ihr Tablet oder Smartphone einen Bewegungssensor, können Sie diesen konfigurieren und in den „Shake-Events“ unterschiedliche Aktionen einrichten: horizontales und vertikales Schütteln sowie Hin-und-Her Schütteln.

 

In der Navigationsleiste legen Sie die Tasten fest, die auf dem unteren Bildschirmrand erscheinen. Slimroms erlaubt Ihnen neben der drei Standardtasten (Home, Zurück und Laufende Anwendungen) das Hinzufügen weiterer Schaltflächen. Mit diesen verknüpfen Sie entweder Systemfunktionen wie ein Bildschirmfoto oder auch den Aufruf von Apps. Hilfreich ist in diesem Zusammenhang die übersichtliche Darstellung der laufenden Apps. Diese werden nicht, wie im Android-Standard hintereinander angezeigt, sondern sie erscheinen in einer Liste am rechten Bildschirmrand. Durch das Anklicken wechseln Sie zur entsprechenden Anwendung. Wenn Sie das Vorschaubild per Wischgeste aus der Liste entfernen, wird die Anwendung beendet.

Neben dem Slimpie gibt es alternativ dazu noch die Möglichkeit eines Navigationsrings am unteren Bildschirmrand. Der dient ebenfalls zum schnellen Aufruf Ihrer präferierten Anwendungen. Diese fügen Sie über das Menü der Ringziele hinzu. Der Ring erscheint, wenn Sie eine Wischgeste von unten nach oben machen. Auf dem Ring platzieren Sie eigene Funktionen und Apps, die Sie während Ihrer Wischgeste ansteuern können.

Aktiven Anwendungen werden übersichtlich in einer Liste am rechten Bildschirmrand dargestellt.
Vergrößern Aktiven Anwendungen werden übersichtlich in einer Liste am rechten Bildschirmrand dargestellt.

App-Zugriff regeln

Auch das Thema Sicherheit kommt bei Slimroms nicht zu kurz. Sie finden die entsprechenden Einstellungen unter „Sicherheit, Datenschutz“. In diesem Menü können Sie allen neu installierten Apps den Zugriff auf Ihre Daten verweigern. Darüber hinaus steht Ihnen eine feinere Rechtezuweisung zur Verfügung. Dafür klicken Sie den entsprechenden Listeneintrag lange an. Sie sehen anschließend alle Berechtigungen, welche die App angefragt hat, und können diese individuell genehmigen oder auch wieder entziehen.

Ebenfalls erwähnenswert ist die Option, mit der Sie Ihr Endgerät verschlüsseln können. Dabei wird der komplette Inhalt geschützt, und die Daten werden erst durch die korrekte Eingabe eines PIN-Codes oder des richtigen Passworts wieder freigegeben.

Der Custom ROM-Flash geht schief - was nun?

Funktionen des Slimcenters

Hinter diesem Einstellungspunkt verbergen sich drei Registerkarten. „Slimroms“ ist eine Linksammlung, über die Sie etwa auf die Website des Projekts kommen, Geld an die Entwickler spenden oder diese mittels IRC kontaktieren.

Ein wenig konkreter wird es auf der zweiten Registerkarte „Slimota“. Diese weist Sie auf Updates zu Ihrem ROM hin und bietet Zugriff auf verschiedene Teile der Slimroms-Website wie den Download-Bereich für Google-Apps oder auch auf Neuigkeiten rund um das Custom-ROM.

Fazit

Slimroms bietet für alle Benutzer, die sich auf das Wesentliche konzentrieren möchten und wenige Ressourcen zur Verfügung haben, die richtige Ausgangsbasis. Es verfügt über Komfortfunktionen für Navigation und Personalisierung und hat auch Sicherheitsfunktionen integriert.

Sie möchten sich noch mehr über andere Custom ROMs informieren, bevor Sie sich entscheiden? Dann werfen Sie doch einen Blick in unseren Ratgeber zum Thema .

Video: Schnäppchen-Smartphones auf der IFA 2015
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