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Sind BlackBerry-Smartphones bald ein Sicherheitsrisiko?

01.11.2013 | 07:42 Uhr |

Angesichts der ungewissen Zukunft des Smartphone-Pioniers BlackBerry drohen den Benutzern Gefahren, wenn sie keine Vorkehrungen treffen. Doch was ist zu tun?

Trotz schwindender Verkaufszahlen des kanadischen Herstellers gibt es noch jede Menge Unternehmen und Organisationen, die BlackBerry-Smartphones und BlackBerry Enterprise Server (BES) nutzen. Sicher zählen dazu viele Firmen, die schon länger auf iOS und (weniger) Android umgestiegen sind und nur noch einen BES betreiben, weil der Vorstandschef und andere wichtige Manager nicht auf ihren geliebten BlackBerry mit Volltastatur verzichten wollen.

Gleichzeitig haben aber auch etliche internationale Konzerne und Organisationen - einschließlich der US-Regierung - noch mehrere zehntausend BlackBerrys im Einsatz. Besonders in Bereichen, wo Sicherheit ganz groß geschrieben wird, wie Banken, Versicherungen, Raumfahrt- oder Rüstungsindustrie, sind BlackBerrys immer noch das mobile Endgerät schlechthin und absolut geschäftskritisch.

Da die Talfahrt des ehemaligen Smartphone-Marktführers schon etwas anhält und auch die neue Plattform BlackBerry 10 nicht den erhofften Anklang bei privaten und beruflichen Kunden findet, sind diese Anwender nicht erst seit kurzer Zeit über die Zukunftsfähigkeit ihrer Lösung besorgt. Doch spätestens nach dem Verlust von einer knappen Milliarde Dollar im letzten Quartal, der darauffolgenden Ankündigung, 40 Prozent der Belegschaft auf die Straße zu setzen und letztendlich auch dem Übernahmeangebot des Finanzinvestors Fairfax Financial dürften aber auch bei den optimistischsten und treuesten Enterprise-Kunden die Alarmglocken Sturm läuten.

Achillesferse bei alten BES-5-Installationen: Die Abhängigkeit von der BlackBerry-Infrastruktur.
Vergrößern Achillesferse bei alten BES-5-Installationen: Die Abhängigkeit von der BlackBerry-Infrastruktur.
© Blackberry

Knackpunkt bei einem möglichen Marktaustritt sind dabei weniger die Devices, als die dazugehörige Infrastruktur mit BES und Network Operating Center (NOC) sowie der Support. So erinnert Forrester-Analyst Henning Ransfeld im Gespräch mit unserer Schwesterpublikation Computerwoche an die Folgen der plötzlichen Insolvenz des US-Netzbetreibers Worldcom im Juli 2002, fügt aber hinzu, dies sei "nicht das Szenario, an das ich glaube". Er geht eher von einem geordneten Verkauf von BlackBerrys Kernkompetenzen an bestehende Anbieter aus. Erste Klarheiten wird es aber vermutlich erst nach Ablauf der sechswöchigen Buchprüfungsfrist von Fairfax am 4. November geben.

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