Sigma SD9

Donnerstag den 10.04.2003 um 16:46 Uhr

von Hans-Christian Dirscherl

Eine tolle Kamera zu einem stolzen Preis.
Eine tolle Kamera zu einem stolzen Preis. Aufgrund des besonderen Einsatzzweckes keine Wertung in der Topliste.

CMOS-Sensoren haben im Vergleich zu CCD-Chips einen sehr schlechten Ruf. Kein Wunder: Die meisten CMOS-Kameras sind im untersten Preissegment angesiedelt und haben nur im Ausnahmefall eine annehmbare oder gar gute Bildqualität. Wer nun aber glaubt, das wäre alles, was ein CMOS-Chip zu bieten hat, liegt meilenweit daneben. Der X3-CMOS-Sensor von Foveon etwa stellt jedes Pixel anhand drei Farben dar. Zum Vergleich: Bei einem CCD ist jedes Pixel lediglich für eine Farbe - rot, grün, blau - zuständig. Die Kamera muss die restlichen Farbinformationen interpolieren, was zum Verlust von Bilddetails und zu Farb-Artefakten führt. Der X3 besteht jedoch aus drei Photodetektorenschichten, die in Silizium eingebettet sind. Da rotes, grünes und blaues Licht unterschiedlich tief in Silizium eindringt, lässt sich die Farbinformation eines jeden Pixels exakt aufzeichnen.

Doch wieso machen günstigere CMOS-Kameras derart schlechte Bilder? Schuld daran sind die Sensorgröße und die Qualität des Ausleseregisters, das - im Gegensatz zu einer CCD-Kamera - jedes Pixel einzeln adressiert: Je größer der Sensor ist und je genauer das Ausleseregister arbeitet, desto besser, aber auch desto teurer sind die Kameras.

Die erste Kamera mit X3-Sensor ist das digitale Spiegelreflex(SLR-)-Modell SD9 von Sigma. Zwar ist ihre 3,4-Megapixel-Auflösung auf den ersten Blick unspektakulär - noch dazu für eine SLR-Kamera . Bedenkt man jedoch, dass das Gerät pro Pixel drei Farben aufzeichnet, müsste eigentlich der Wert zum Vergleich mit "herkömmlichen" CCD- und CMOS-Kameras mit 3 multipliziert werden. Die Sigma-Kamera arbeitet ausschließlich mit hauseigenen Wechselobjektiven.

Für den benötigten Strom sorgen je 2 Akkus für Kamera und Digitalteil. Wer mit Blitz fotografieren will, muss den externen Blitzschuh bestücken. Wie nicht anders zu erwarten, bietet die Kamera eine Fülle an manuellen Einstellmöglichkeiten. So sind etwa Blenden- und Zeitautomatik, Belichtungskorrektur um +3 bis -3 EV in 1/2-EV (Exposure Value)-Stufen, ISO-Werte von 100, 200 und 400 sowie Verschlusszeiten von 1/6000 bis 15 Sekunden möglich.

Werfen wir nun einen Blick auf die Bildqualität: Die Kamera lieferte durch die Bank satte, kräftige Farben und guten Kontrast. Einzig der Autofokus hakte: War ein Objektiv mit großem Fokusbereich aufgesetzt, fand der Autofokus manchmal nicht gleich die richtige Einstellung. Er blieb dann einfach an der falschen Stelle stehen. Ansonsten konnten wir uns über die Schärfe der Kamera nicht beklagen. Auch hat sie eine extrem kurze Auslöseverzögerung. Die Kamera ist nach Handbuchlektüre intuitiv zu bedienen. Sie speichert die Daten unverändert (RAW) im proprietären x3f-Format - ein Bild mit 1512 x 1008 Pixel ist etwa 9 MB groß. Wer lieber JPGs oder TIFs will, kann die Bilder mit dem beiliegenden Konvertierungsprogramm umwandeln. Sigma gibt 24 Monate Garantie.

Technische Daten: Hersteller / Produkt:Sigma SD9; max. Auflösung:2268 x 1512 Pixel ; optisches Zoom:je nach Wechselobjektiv; digitales Zoom:-; Brennweite:je nach Wechselobjektiv; Speicher:128 MB Compact Flash; Schnittstelle:USB 1.1, Firewire; Display:2 Zoll; Stromversorgung:4 x Akkus; Lieferumfang:USB- und Firewire-Kabel, LCD-Abdeckung, Tragegurt, Netzteil, TV-Kabel;

Ausstattung: maximal 2268 x 1512 Pixel; Zoom und Brennweite je nach Objektiv; Firewire, USB 1.1

Testbild

Hersteller/Anbieter Sigma
Weblink www.sigma-foto.de
Bewertung 4,5 Punkte
Preis rund 1700 Euro (ohne Objektiv)

Donnerstag den 10.04.2003 um 16:46 Uhr

von Hans-Christian Dirscherl

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